Antike oder moderne Fälschung eines Faustina-Denars?

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Antike oder moderne Fälschung eines Faustina-Denars?

Beitrag von helcaraxe » Mi 15.10.08 17:23

Seid gegrüßt!

Bei dieser Münze bin ich mir nicht ganz sicher: Eigentlich halte ich sie für einen stinknormalen subaeraten Denar der Diva Faustina, aber irgendwie gefällt mir der Stil nicht so ganz, vor allem der der Buchstaben und dann die etwas eigenartige silbrige Tönung an einigen Stellen, fast wie Silbersud wie auf Antoninianen des Probus. Aber das habe ich so noch nicht gesehen. Wahrscheinlich treibt mich die Fälschungsparanoia um (denn wer sollte so etwas fälschen?), aber ich hätte trotzdem gerne Eure Meinung und Ansicht dazu, ob das eine antike oder moderne Fälschung ist.

Vielen Dank!
Achso: 2.91 g. 19 mm.
Viele Grüße
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Beitrag von Numis-Student » Mi 15.10.08 17:27

Hallo,
der stil ist wirklich etwas ungewöhnlich, aber ich halte das Stück eher für antik. Die ungewöhnliche Farbe stammt wohl von einem Reinigungsversuch.
Schöne Grüße,
MR
Immerhin ist es vorstellbar, dass wir vielleicht genug Verstand besitzen, um,
wenn nicht ganz vom Kriegführen abzulassen, uns wenigstens so vernünftig zu benehmen wie unsere Vorfahren im achtzehnten Jahrhundert. (A.H. 1949)

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Beitrag von helcaraxe » Mi 15.10.08 17:55

Es freut mich, dass Du zu einem ähnlichen Ergebnis kommst wie ich! Du hast ja nun schon einige subaerate gesehen.

Ist jemand anderer Meinung? ;-)
Viele Grüße
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Beitrag von drakenumi1 » Mi 15.10.08 18:50

Meine Meinung:
Antik und subaerat, mit neuzeitlichem Versuch, die blanken Kupferstellen durch galvanisches Versilbern den originären Silberresten anzupassen. Daher der Eindruck von Silbersud.
Grüße von

drakenumi1
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Beitrag von helcaraxe » Mi 15.10.08 20:01

Das galvanische Versilbern kann man ausschließen, erstens, weil ich weiß, dass der Reiniger so was nicht macht und zweitens glaube ich auch, dass dann auch an anderen Stellen so etwas zu sehen sein müsste, nicht nur an den Stellen, die zufällig durch die Korrosion am wenigsten betroffen sein müssten.

http://cgi.ebay.de/ws/eBayISAPI.dll?Vie ... 0287799129

Aber es freut mich, dass Du sie auch für antik hältst.
Viele Grüße
helcaraxe
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Beitrag von drakenumi1 » Mi 15.10.08 21:51

helcaraxe hat geschrieben:Das galvanische Versilbern kann man ausschließen, weil ich weiß, dass der Reiniger so was nicht macht
Ich meine ja nicht, daß der vorige Besitzer der "Elektrochemiker" gewesen sein könnte. Möglicherweise liegt diese Korrektur schon etwas länger zurück und ein Vorvorbesitzer hält uns hier zum Narren. Aber was soll's: Dieses Detail sollte nicht von Bedeutung sein. Und antik ist das Stück allemal, das sagen schon die schwarzen Punkte auf den Perlen der Perlkreise (Silber durchgeschliffen durch Abnutzung). Interessant sind ja auch solche Fragen, warum z.B. das Kupfer doch relativ wenig gelitten hat, das Silber aber dafür trotz höherer Beständigkeit recht stark. Möglicherweise ein "gutes Kupfer" mit hoher Korrosionsbeständigkeit.
Was die Stilabweichungen anbetrifft, so ist das wohl eine recht häufige Begleiterscheinung bei Subäraten. Wegen der ggf. fehlenden Professionalität der Stempelschneider, meint

drakenumi1
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Beitrag von helcaraxe » Do 16.10.08 16:08

Vielen Dank, drakenumi, für Deine Antwort!

Ich hatte das Stück auch noch mal im amerikanischen Forum vorgestellt, auch dort ist das Stück "freigesprochen" worden:
http://www.forumancientcoins.com/board/ ... ic=48484.0
Viele Grüße
helcaraxe
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