Bestimmungs Hilfe

Alles was so unter den Römern geprägt wurde.

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Meteora
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Bestimmungs Hilfe

Beitrag von Meteora » Sa 08.11.08 16:49

Hallo,

ich habe beim Reinigen eines Lot`s ungereinigter Münzen folgendes entdeckt. Um was handelt es sich hier um eine Plombe oder eine Klein Bronze?
Schon mal vielen Dank.


Meteora
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RM0022.JPG
Vorderseite: Behelmter ? nach rechts blickend
Durchmesser ca 12 mm
Gewicht: 1,7 g
RM0023.JPG
Rückseite: ?

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Peter43
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Beitrag von Peter43 » Sa 08.11.08 17:10

FEL TEMP REPARATIO, sog. Reitersturz: Soldat ersticht gefallenen Reiter, der mit seinem Pferd gestürzt ist. Die wohl häufigste Münze des späten römischen Reichs. Wurde geprägt für Constantius II., Constans, Constantius Gallus und Julian II.

Schau mal hier http://www.numismatikforum.de/ftopic13076.html

Allerdings sieht mir die Darstellung und insbesondere das Portrait aus wie eine sog. 'barbarische Nachprägung'.

Mit freundlichem Gruß
Omnes vulnerant, ultima necat.

Meteora
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Beitrag von Meteora » Sa 08.11.08 19:04

@ Peter43,

danke für die Hilfe, woran erkennt man eine barbarische Nachprägung? Welche Barbaren sind den gemeint fals man das noch bestimmen kann.

Nochmals Danke

Meteora

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Beitrag von justus » Sa 08.11.08 19:55

Barbarisierte Prägungen erkennt man an der lediglich "stilisierten" Ausführung des Portraits bzw. der Rückseite durch den Stempelschneider, was oftmals ziemlich schwer zu unterscheiden ist. Bei deiner Münze ist die Kaiserbüste auf der Vorderseite mit ziemlicher Sicherheit nur stilisiert ausgeführt.

"Barbarisch" heißt in diesem Zusammenhang lediglich, dass eine Münze durch eine nicht offizielle Prägestätte, wohl zur lokalen Behebung von Kleingeldmangel geprägt worden ist, womit aber keine antike Fälschung gemeint ist. Das ganze war staatlicherseits wohl mehr oder weniger geduldet.

mfg Justus
Zuletzt geändert von justus am Sa 08.11.08 20:22, insgesamt 1-mal geändert.
mit freundlichem Gruß

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Beitrag von Numis-Student » Sa 08.11.08 20:09

Hallo,
barbarisierte Prägungen sind lokal von nicht dazu zugelassenen "Werkstätten" hergestellte Münzen, die meist vom Stil etwas unbeholfener sind, meist sind auch die Legenden falsch wiedergegeben. Dazu sind solche Stücke oft untergewichtig.
Limesfalsa sind gegossene Bronzen (Asse, Dupondien, Sesterzen), die stark untergewichtig sind und meist von lausigster Qualität. Diese Stücke treten nur in den Donauprovinzen auf und wurden wohl staatlich geduldet, sonst hätte niemand diese Dinger angenommen.
Dann gibt es noch weitere Arten der zeitgenössischen Fälschungen, nämlich einerseits die nachgegossenen Silbermünzen von meist sehr guter Art (Fast ausschliesslich Denare, seltener Antoniniane) und dann noch gefütterte Edelmetallmünzen.
Alle diese Arten sind natürlich zeitgenössische Fälschungen.
Schöne Grüße,
MR

Meteora
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Beitrag von Meteora » Sa 08.11.08 21:38

Hallo,

vielen Dank an alle, und das wichtigste man hat wieder was gelernt. Sehr fundierte und informative Antworten.

Meteora

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