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von Amentia » Mo 27.07.26 10:38
Ich habe die beiden Sesterzen nochmals genau angeschaut und Gedanken gemacht über die Ähnlichkeit der Details.
Wenn wir bei zwei stempelgleichen und STEMPELFRISCHEN antiken Münzen die Details auf dem Avers oder Revers vergleichen, dann ist es sehr sehr selten, dass zwei davon identische Details von dem gleichen Stempel haben.
Durch Abnutzung und Korrosion können genau diese Details verloren gehen, welche die Münze ursprünglich hatte und die der anderen stempelgleichen Münze fehlen, also die Details gehen verloren durch welche sie sich untereinander unterscheiden. Somit ist die Wahrscheinlichkeit bei stark abgenutzten und oder korrodierten stempelgleichen Münzen identischen Details aus den Stempeln auf dem Avers ODER Revers zu finden sehr stark erhöht.
Das Problem von Homers Stück ist, dass da sehr sehr viele Details durch Abnutzung und Korrosion verlorengegangen sind und es sehr wahrscheinlich ist, dass seine Münze ursprünglich Details auf dem Avers aus dem Stempel hatte die dem BM Stück fehlen. Somit sind die gleichen Details hier irrelevant da nichtssagend.
Dass der Aversstempel mit anderen Reversstempeln gekoppelt wurde ist plausibel und zu erwarten und bestätigt sogar, dass es sich um offizielle Prägungen gehandelt haben muss, ich denke sogar, dass es sehr wahrscheinlich ist, dass mindestens einer der Reversstempel noch mit einem anderen Aversstempel verbunden sein dürfte, die Stempel waren kostbar und wurden benutzt bis die zerbrachen oder nicht mehr genutzt werden konnten (z.B. neuer Herrscher).
Moderne Fälscher Renaissance bis heute haben eigentlich meines Wissens nach so gut wie immer ein Verhältnis Aversstempel zu Reversstempel 1 zu 1, wirkliche Ausnahmen mag es geben die sind mir aber nicht bekannt oder fallen mir nicht ein!
Tumbalev hat 2 Vitellius Aversstempel auf 1 Vitellius Reversstempel gemacht, also 2 zu 1 sonst fällt mir da auf Anhieb kein weiteres Beispiel wo Fälscher nicht 1 zu 1 gemacht haben.
Eine zeitgenössische Fälschung möchte ich ausschließen, wie schon von anderen erwähnt worin soll der Gewinn oder Sinn solcher Fälschungen gelegen haben und dann hätten die den Stil auch so gut kopieren müssen und die drei Reverstempel bedeuten ja auch, dass die dann extrem viele Münzen damit geprägt haben müssen.
Wenn wir die Prägedetails vergleichen bei dem BM Stück sind die Buchstaben ATER PAT von PATER PAT normal ausgeprägt und bei Homers Stück ist der untere Teil der Buchstaben ATER PAT flachgeprägt. Theoretisch hätte man mit von den Abdrücken vom BM Stück einen Transferstempel herstellen können und damit dann damit eine Transferstempel Fälschung prägen können, bei welcher der Prägevorgang dann an der Stelle suboptimal war.
Ich persönlich finde es gut, dass Homers Münze diese zusätzlich flachgeprägte Details hat, da es beweist, dass sein Münze geprägt und nicht gepresst wurde und solche flachgeprägten Details ja bei echten Münze vorkommen und ich das als gutes Zeichen werte.
Das BM Stück hat ja viel mehr und schärfere Details und die müssten dann beim Stück von Homer durch künstliche Abnutzung und Korrosion entfernt worden sein.
Wir schauen uns die Korrosion bei Homers Stück an diese ist plausible und entspricht natürlicher Korrosion, ich kenne keine Fälschungen mit so überzeugender Korrosion, kann aber nicht ausschließen, dass man diese auch künstlich erzeugen kann
Die Abnutzung ist plausible und entspricht natürlicher Abnutzung durch Umlauf (dem Reiben der Finger) und durch das Reiben an anderen Münzen in der Geldbörse. Künstlich Abnutzung ist in der Regel gleichmäßiges abschleifen/polieren von oben, dadurch werden die Details von oben gleichmäßig abgenutzt, was nicht der Abnutzung durch Finger und dem Reiben an anderen Münzen entspricht. Ist es denkbar, dass Fälscher ausnahmsweise die Abnutzung korrekt imitiert haben, denkbar aber unwahrscheinlich.
Ich denke, dass es sich bei der Patina von Homers Münzen um "desert patina" handelt ich bin nicht wirklich vertraut mit dieser Patina halte die aber für sehr überzeugend, es gibt antike Patinas die kann man nicht künstlich erzeugen, ich weiß nicht ob man es hier machen kann glaube es aber nicht.
Es ist schwierig zu beweisen, dass eine Münze echt ist, eigentlich kann man ja nur sagen, dass alles genauso ist wie man es bei einer echten Münze erwarten würde und es keine wirklichen Probleme gibt die gegen die Echtheit sprechen.
Und wenn ich die Münze so betracht, dann kann ich keine Probleme und nichts Verdächtiges feststellen und alles ist so wie ich es bei einer echten Münze dieses Typs erwarten würde. Wenn die falsch sein sollte, dann hätten die Fälscher sehr viele Dinge richtig machen müssen, die sie in der Regel falsch machen und ist die Frage ob es wirklich wahrscheinlich ist, dass die falsch ist, wenn da alles stimmt?
Ich sehe kein Problem, darin es anzusprechen, wenn Münzen angeblich Probleme haben diese anzusprechen nur sollte das Wort Fälschung nur dann verwendet werden, wenn es stichhaltige Beweise gibt um die Münze nicht zu "verbrennen" Ich schreibe auch, wenn ich Münzen für falsch halte und ich mir extrem sicher bin, in der Regel sind dann aber meine Agumente gut genug, dass die die Münze zurückgeben können.
Ich habe es leider schon öfters erleben müssen, dass echte Münzen fälschlich verdammt wurden das ist NICHT GUT, ich war auch schon betroffen.
Falls jemand eine Münze mit dem gleichen Quadriga Reversstempel finden sollte und dieser WIDER Erwarten von einem anderen Kaiser stammen sollte oder zeitlich ein zu großer Abstand sein sollte.
Bis dahin würde ich nach der Wahrscheinlichkeit gehen
Ist es wahrscheinlich, dass die Fälscher sich Abrücke vom BM Stück beschaffen und von einer weiteren Münze mit einem plausiblen Quadriga Revers und die dann verbinden um eine einmalige Stempelkombination zu schaffen, welche zwar selten aber nicht besonders wertvoll und gesucht ist und womöglich gar nicht als solche erkannt wird (die hätte auch für deutlich weniger versteigert werden können). Eine Transferstempel Fälschung mit der original Stempelkombination vom BM Stück mit IVDAEA CAPTA Revers wäre wohl sehr sehr viel wertvoller und gesuchter. Normale Fälscher hätten die original Stempelkombination genommen, mehr Profit und gesucht und weniger Arbeit, die brauchen dann keinen Abruck vom Revers einer weiteren Münze. Und in der Regel machen die Fälscher mehrere Transferstempel Fälschungen von Münzen in dieser Preiskategorie, die Arbeit die Abrücke zu besorgen und die Transferstempl herzustellen muss sich auch lohnen, GIER. Dann hatten die die glaubhaft prägen müssen, korrekt künstlich abnutzen (wie durch Finger und Reibung an Münzen), dann künstlich überzeugend patinieren und anschließend noch plausibel korrodieren.
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