Trajan-Sesterz - Münze des Jahres 2012 oder Fehlkauf?

Alles was so unter den Römern geprägt wurde.

Moderator: Homer J. Simpson

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klausklage
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Re: Trajan-Sesterz - Münze des Jahres 2012 oder Fehlkauf?

Beitrag von klausklage » So 06.01.13 14:35

Das Stück war ja schon verkorkst, bevor Martin es gekauft hat. Von mir aus kann er damit jetzt rumspielen, soviel er will. Mir geht es nur darum, ihm den Gedanken auszutreiben, er könne da jemals wieder eine sammelwürdige Münze draus machen. @ Martin: Das Ding würde ich nicht für 5 € kaufen wollen, egal was Du damit noch anstellst! :wink:
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Erdnussbier
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Re: Trajan-Sesterz - Münze des Jahres 2012 oder Fehlkauf?

Beitrag von Erdnussbier » So 06.01.13 15:39

Marc Aceton hat geschrieben: ...vor Handscheiß zu schützen.
*schmunzel* um Mißverständnissen vorzubeugen, ich glaube das gesuchte Wort war Handschweiß. 8)

Beste Grüße Erdnussbier
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Andechser
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Re: Trajan-Sesterz - Münze des Jahres 2012 oder Fehlkauf?

Beitrag von Andechser » So 06.01.13 15:43

Ich glaube da liegt bei Martin eine falsche Vorstellung vom Restauratorenberuf vor. Restauratoren müssen sehr viel Chemiekenntnisse besitzen und in der Ausbildung mit den verschiedensten Materialien arbeiten. Erst im Laufe der Ausbildung wird sich spezialisiert. Aber, wie mir mehrere erfahrene Restauratoren bestätigt haben, ist die vorsichtige, fachgerechte mechanische Reinigung das einzige Mittel, dass bei Metallobjekten angewendet werden kann, ohne dass man Veränderungen der inneren Struktur des Objekts und damit schwere Beschädigungen riskiert.
Der Grundsatz einer jeden Restaurierung, jetzt mal von der Reinigung von Münzen abgesehen, ist die genaue Dokumentation der einzelnen Schritte und die Reversibilität der Maßnahmen. Die Reversibilität ist aber besonders für Papier, Pergament usw. wichtig.

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Re: Trajan-Sesterz - Münze des Jahres 2012 oder Fehlkauf?

Beitrag von beachcomber » So 06.01.13 16:30

da hier mittlerweile ja wieder mal über allgemeine vorstellung von reinigung, restaurierung und so weiter geschrieben wird, statt martin klar zu machen WARUM er das ding zurückschicken soll, und offensichtlich meine worte nicht ausreichen um ihm das klar zu machen, hier mal ein excellentes beispiel in bildern. (ein bild sagt mehr als 1000 worte, hoffentlich :wink:)
bei ebay gibt's zur zeit dieses exemplar:
http://cgi.ebay.de/ws/eBayISAPI.dll?Vie ... 0973961550
und was viel schöner ist, hier gibt's den original-zustand:
http://www.acsearch.info/record.html?id=425168
UND GENAU DAS IST MIT DEINEM TRAIAN PASSIERT! (nur bei weitem nicht so gut gemacht!)
und wenn du glaubst dass das ergebnis bei ebay ein resultat der marke reinigung und restaurierung ist, dann liegst du falsch! :)
im übrigen ist der geforderte preis von 890 euro ein guter indikator für ein schnitzwerk! wäre diese erhaltung eine antike, dann könntest mal locker noch 'ne 0 an die 890 hängen! :)
grüsse
frank

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Re: Trajan-Sesterz - Münze des Jahres 2012 oder Fehlkauf?

Beitrag von *EPI* » So 06.01.13 17:16

Hier wurde auch etwas "restauriert":
http://www.numismatikforum.de/viewtopic ... und+elaste

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Re: Trajan-Sesterz - Münze des Jahres 2012 oder Fehlkauf?

Beitrag von mike h » So 06.01.13 17:53

Hallo zusammen,

weiter oben sprach jemand das Thema "Enttäuschung" an....
Enttäuscht bin ich darüber, das ich nach fast kompletter Beantwortung einiger Punkte durch den Link von Epi meinen gesamten Text ins Nirvana geschossen hab.

@ Epi

So einen Sesterzen hab ich auch.... schlimme Korrosionsmarken im Gesicht des Herrschers.
Da ist nun mal nichts zu machen. Loch ist Loch!

@ Frank

du beschreibst sehr schön den Grund für meine Anschaffung: Wäre der Trajan unbearbeitet und top-restauriert, dann läge er preislich ausserhalb meiner Möglichkeiten.
Das Ergebnis aller Reinigungs- und Restaurationsversuche ist aber in erster Linie vom Ausgangszustand abhängig. Und der ist beim Traian erheblich besser, als das meiste, was mir bisher untergekommen ist (Keinerlei Lochfraß)
Ich hab erst kürzlich einen fetten Antoninus Pius entsorgt, weil ich keinen Weg gefunden habe, ihn in einen ästhetischen Allgemeinzustand zu versetzen.

@ Andechser

>>>>>Restauratoren müssen sehr viel Chemiekenntnisse besitzen und in der Ausbildung mit den verschiedensten Materialien arbeiten.

Als Techniker hab ich regelmäßig mit Chemiekalien zu tun. Hauptthema ist hier u. a. "Korrosion"

>>>>>Aber, wie mir mehrere erfahrene Restauratoren bestätigt haben, ist die vorsichtige, fachgerechte mechanische Reinigung das einzige Mittel, dass bei Metallobjekten angewendet werden kann, ohne dass man Veränderungen der inneren Struktur des Objekts und damit schwere Beschädigungen riskiert.

Das ist vollkommen korrekt..... sofern das Ausgangsmaterial eine mechanische Reinigung zulässt. Das ist jedoch nicht immer der Fall. Dann muss man eben zu alternativen Methoden greifen.... und auch schon mal was riskieren.

>>>>Der Grundsatz einer jeden Restaurierung, jetzt mal von der Reinigung von Münzen abgesehen, ist die genaue Dokumentation der einzelnen Schritte und die Reversibilität der Maßnahmen.

Schön, das du die Münzen ausklammerst. Aus welchem Grunde erwähntest du nun die Reversibilität im Zusammenhang mit Münzen?
Mir ist noch niemand begegnet, der eine bereits entfernte Kruste wiederherstellen wollte.
Auch ist mir bisher kein Verfahren bekannt, mit dem man eine poröse, pudrige oder abgeplatzte Patina in eine stabile, homogene Patina verwandeln könnte.

Falls dir ein solches Verfahren bekannt ist, dann lasse dich bitte nicht davon abhalten, uns detailliert darüber zu unterrichten.

Ich hätte da leider einen aktuellen Anwendungsfall: Einen Claudius I/Minerva As, der nach etwa 2-wöchigen Bemühungen vermutlich doch in der Schrottkiste landen wird.

@ all

Vielleicht hätte ich den Traian nicht vorstellen sollen..... dennoch ist er für mein Vorhaben ideal geeignet.
Da ich hier jedoch herauslesen konnte, das Repatinierung offenbar eine der 7 Numismatik Todsünden ist, befürchte ich, keine Tips zu diesem Thema zu erlangen.

Martin
Zuletzt geändert von mike h am So 06.01.13 18:17, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: Trajan-Sesterz - Münze des Jahres 2012 oder Fehlkauf?

Beitrag von beachcomber » So 06.01.13 18:14

mike h hat geschrieben: @ Frank

du beschreibst sehr schön den Grund für meine Anschaffung: Wäre der Trajan unbearbeitet und top-restauriert, dann läge er preislich ausserhalb meiner Möglichkeiten.
Das Ergebnis aller Reinigungs- und Restaurationsversuche ist aber in erster Linie vom Ausgangszustand abhängig. Und der ist beim Traian erheblich besser, als das meiste, was mir bisher untergekommen ist (Keinerlei Lochfraß)
Ich hab erst kürzlich einen fetten Antoninus Pius entsorgt, weil ich keinen Weg gefunden habe, ihn in einen ästhetischen Allgemeinzustand zu versetzen.
martin,
es gibt so viele schöne sesterzen die durchaus preislich innerhalb deiner möglichkeiten liegen (chinamul z.b stellt laufend solche exemplare vor!), was, zum teufel, kann dich an der karikatur einer münze in vz erfreuen??? und ausgangszustand??? das ist ein trauriger endzustand! :)
grüsse
frank

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Re: Trajan-Sesterz - Münze des Jahres 2012 oder Fehlkauf?

Beitrag von kc » So 06.01.13 18:19

lass`ihn doch - ein interessent weniger, der mir beim kauf schöner sesterzen in die quere kommen kann. :D

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Re: Trajan-Sesterz - Münze des Jahres 2012 oder Fehlkauf?

Beitrag von Andechser » So 06.01.13 18:23

@mike_h
Wenn du mal genauer lesen würdest, würdest du schnell feststellen, dass ich die Reinigung von dem Grundsatz der Reversibilität ausgenommen habe.

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Re: Trajan-Sesterz - Münze des Jahres 2012 oder Fehlkauf?

Beitrag von mike h » So 06.01.13 18:28

@ Frank

Gefallen macht Schön!
Das hat was mit Emotionen zu tun.
Daher kann ich auch nicht erklären, warum mir eine Münze gefällt... und eine andere nicht.
Ich hab sie gekauft, weil ich sie haben wollte. Offensichtlich hab ich noch keine Münze bei Chinamul gekauft, weil ich noch keine seiner Münzen haben wollte.

Ich sehe hier auch des öfteren echte Trümmerstücke, die hochgelobt werden.... weil sie beispielsweise selten sind.
Solch eine Münze könnte mich nicht reizen.
Auch scheint es Kollegen zu geben, die korrodierte oder verschmutzte Münzen unverändert lassen....
Verstehen kann ich das nicht.

Aber ich kann akzeptieren, das diese Kollegen Freude an ihren Stücken haben.

@ KC
Ich glaube, dein Medaillon zeigt eindeutig, das ich die nächsten 1 - 2 Jahre keinerlei ernsthafte Konkurrenz für dich sein werde.

Martin

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Re: Trajan-Sesterz - Münze des Jahres 2012 oder Fehlkauf?

Beitrag von beachcomber » So 06.01.13 18:44

ok, ich geb's auf! :)
grüsse
frank

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Re: Trajan-Sesterz - Münze des Jahres 2012 oder Fehlkauf?

Beitrag von mike h » So 06.01.13 18:51

@ Frank

nix für ungut.
Gewöhnlich beachte ich Deine Ratschläge sehr gerne.

Vielleicht hast du ja welche zum Thema "Repatinierung von Messing"

Martin

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Re: Trajan-Sesterz - Münze des Jahres 2012 oder Fehlkauf?

Beitrag von beachcomber » So 06.01.13 19:06

hallo martin,
ja, hab' ich. einfach ein par monate (oder jahre) liegen lassen, dann bekommen sie eine schöne dunkle tönung! :)
kann man allerdings auch mit pariser oxyd beschleunigen, ist aber nicht jedermanns sache. :)
grüsse
frank

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Re: Trajan-Sesterz - Münze des Jahres 2012 oder Fehlkauf?

Beitrag von mike h » So 06.01.13 19:29

Hallo Frank,

Jetzt mal ganz im Ernst:

Das Liegenlassen funktioniert ganz bestimmt..... nur befürchte ich, das ich das nicht mehr erleben könnte.
Bei einem unverschnitzten Trajan für 2000 € könnte man das evtl. in Kauf nehmen... in der Hoffnung, das die Erben das zu schätzen wissen.

Und zum Pariser Oxid habe ich bisher nur gehört, das es sich bei diesem Verfahren sinngemäß um das auftragen einer Farbschicht handelt.

Das ist aber nicht in meinem Sinne. Oder hab ich das falsch verstanden..... verursacht Pariser Oxid tatsächlich eine chemische Reaktion, die eine "naturidentische" Patina bildet?

Martin
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Re: Trajan-Sesterz - Münze des Jahres 2012 oder Fehlkauf?

Beitrag von Hoja » So 06.01.13 20:10

Pariser Oxyd ist glaube auch nur eine Art Brüniermittel. Als keine naturidentische Patina.

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