Fälschungsgalerie

Alles was so unter den Römern geprägt wurde.

Moderator: Homer J. Simpson

kc
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Re: Fälschungsgalerie

Beitrag von kc » Fr 07.08.20 14:55

ja scheint so
Suche Asse, Dupondii und Sesterzen der Flavier.

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Amentia
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Re: Fälschungsgalerie

Beitrag von Amentia » Fr 07.08.20 22:15

Gepresste Julius Caesar Lipanoff Fälschung bei Bertolami Fine Arts Web Auction 92 Los 1041

https://www.sixbid.com/de/bertolami-fin ... icky=false

Stempelgleich mit
"Ilya Prokopov: Contemporary Coin Engravers and Coin Masters from Bulgaria: Lipanoff Studio"
Dort Nummer 17

Stempelgleiche Stücke

http://forgerynetwork.com/asset.aspx?id=fJwOtyVP6cc=

http://forgerynetwork.com/asset.aspx?id=8/muK/yDQBg=

https://www.forumancientcoins.com/fakes ... ?pos=-1374

Das Buch (Bildauschnitt aus diesem Buch)

https://www.amazon.de/Contemporary-Coin ... 9549139638
Dateianhänge
Lipanoff.jpg

kc
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Re: Fälschungsgalerie

Beitrag von kc » Fr 07.08.20 22:37

Ich frage mich, ob da System hintersteckt oder nur mangelnde Ahnung...
Suche Asse, Dupondii und Sesterzen der Flavier.

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Zwerg
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Re: Fälschungsgalerie

Beitrag von Zwerg » Sa 08.08.20 07:30

kc hat geschrieben:
Fr 07.08.20 22:37
nur mangelnde Ahnung...
Zeitdruck!
Die Menge an Münzen (nicht nur antiken), die derzeit angeboten werden, war noch vor wenigen Jahren unvorstellbar.
Fotos kosten nichts mehr (ich hatte seinerzeit eine eigene numismatische Dunkelkammer.)
Der Verkauf über mittlerweile mehr als grottige E-Auktionen von Kreti und Pleti ist von der Kostenseite ganz leicht zu stemmen.
Vor dem Einsatz elektronischer Features (Scan, Textverarbeitung etc) hat die Herstellung und der Versand selbst einer kleinen Händlerlagerliste locker einen 5-stelligen DM-Betrag gekostet. Bei Auktionskatalogen war das noch eine ganz andere Nummer.
Da hat der Händler sich jede Münze genau angesehen, jede unverkaufte Münze kostete Geld.
Außerdem war die Fälschungstechnik längst nicht so perfektioniert wie jetzt.
Güsse erkannte man recht einfach, gute Galvanos lohnten sich nur bei sehr teuren Münzen und gingen dann bei Top-Auktionen über den Tisch (die berühmten Galvano boys). Ein Händler hatte sein schwarzes Kabinett zum Vergleich, Informationen über neue Fälschungsmethoden verbreiteten sich nur sehr langsam in der "community".
Heute kann unmöglich jede Münze mit einer Datenbank händisch verglichen werden. Man benötigt sehr viel Erfahrung, um ein ungutes Gefühl zu bekommen, um dann zu suchen.
Aber das wird auch noch behoben werden. Habt ihr mal eure Münzfotos mit einer ganz einfachen Gesichtserkennungssofware (Ist bei Photoshop Elemens dabei) überprüfen lassen? Automatische Münzbestimmung und auch ein Abgleich mit publizierten Fälschungen wird kommen!

Und jetzt gehts zum Markt!

Grüße
Klaus
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Amentia
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Re: Fälschungsgalerie

Beitrag von Amentia » Sa 08.08.20 08:06

"Güsse erkannte man recht einfach, gute Galvanos lohnten sich nur bei sehr teuren Münzen und gingen dann bei Top-Auktionen über den Tisch (die berühmten Galvano boys)."
Ich dachte die Galvano boys oder auch British Museum forgers genannt, haben sich Galvanos des Britishen Museums besorgt (waren ja günstig und einfach zu besorgen) und davon Abdrücke gemach, diese umgeschnitten und damit Transferstempel hergestellt und Fälschungen geprägt.

Galvanos sind meiner Meinung nach nicht gefährlich:
Galvanische Fälschungen weisen am Rand eine Naht ("Rad") auf, dort wo die beiden Hälften zusammengefügt wurden und außerdem haben diese Fälschungen häufig ein falsches Gewicht. Galvanische Fälschungen sind meistens Museumskopien und sind mit der echten Mutter im Museum abgesehen von minimal weicheren Konturen optisch absolut identisch und haben dieselbe Schrötlingsform, dieselben individuellen Charakteristika vom Prägen, dieselben individuellen Charakteristika von der Zirkulation und dieselben individuellen Charakteristika durch Umwelteinflüsse wie die Mutter.

Aus „Großes Lexikon der Numismatik“ dort schildert Tyll Kroha das Verfahren wie folgt: „In einem galvanischen Bad wird die Anode an das gewünschte Metall befestigt, meist Kupfer, das sich nach Stromeinschaltung auf der gegenüberliegend Kathode niederschlägt. An dieser Kathode befindet sich die Negativform einer Münzenseite aus Weichblei oder einem anderen Stoff, der mit Graphit bestrichen sein muss. In dieser Form bildet sich der Abdruck der positiven Münzseite. Um eine vollständige Münzkopie zu erhalten, müssen die Rückseiten der Galvanos glatt geschliffen und aufeinander gelötet werden.“

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Re: Fälschungsgalerie

Beitrag von antoninus1 » Sa 08.08.20 08:22

Ehrlich gesagt hätte ich gedacht, dass ein erfahrener Numismatiker die Cäsarfäslchung sofort mit einem Blick erkennt. Das Gehirn speichert doch Muster ab, also wie ein Münztyp "typischerweise" auszusehen hat. Und wenn eine Münze dem Typ nicht entspricht, erzeugt es sofort auch beim schnellen Betrachten (neudeutsch Scannen) das Gefühl "da stimmt etwas nicht".
Hier z.B. passen Stil, Schrötlingsform und Oberfläche nicht, bzw. deren Kombination und da stellt sich doch sofort ein unangenehmes Gefühl ein und man untersucht die Münze dann genauer.
Gruß,
antoninus1

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Re: Fälschungsgalerie

Beitrag von Zwerg » Sa 08.08.20 08:23

Amentia hat geschrieben:
Sa 08.08.20 08:06
Ich dachte die Galvano boys oder auch British Museum forgers genannt, haben sich Galvanos des Britishen Museums besorgt (waren ja günstig und einfach zu besorgen) und davon Abdrücke gemach, diese umgeschnitten und damit Transferstempel hergestellt und Fälschungen geprägt.
Ich habe das nur abgekürzt :D
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Re: Fälschungsgalerie

Beitrag von antoninus1 » Sa 08.08.20 08:24

Oh, schon wieder zurück vom Markt :D
Gruß,
antoninus1

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Re: Fälschungsgalerie

Beitrag von Zwerg » Sa 08.08.20 08:31

antoninus1 hat geschrieben:
Sa 08.08.20 08:22
Ehrlich gesagt hätte ich gedacht, dass ein erfahrener Numismatiker die Cäsarfäslchung sofort mit einem Blick erkennt
Im Prinzip ja - aber dazu brauchst Du eben den erfahrenen Numismatiker. Und das lernt man erst mit Tausenden von Münzen.
Außerdem werden nicht nur Antike bearbeitet.
Ich weiß noch genau, als ich meine ersten falschen 20 Goldmark Wilhelm I. ankaufte - und bei US-Gold erkläre ich auch nach Jahrzehnten noch immer meine Inkompetenz, obwohl ich da schon einigen Privatunterricht hatte.
Es ist einfach die schiere Menge, die erschlägt. Und bei den ersten gut gefälschten Constantin-Folles (abseits der Touri-Ware) habe ich die Welt nicht mehr verstanden.
Oh, schon wieder zurück vom Markt :D
Yep! Drinnen ist noch kühler :)
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Re: Fälschungsgalerie

Beitrag von Altamura2 » Sa 08.08.20 09:12

Zwerg hat geschrieben:
Sa 08.08.20 07:30
... Automatische Münzbestimmung und auch ein Abgleich mit publizierten Fälschungen wird kommen! ...
Ich fürchte auch, aber ab dann wird's mir keinen Spaß mehr machen :? .

Gruß

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Re: Fälschungsgalerie

Beitrag von kijach » Sa 08.08.20 15:22

Dieser Postumus ist auch mal wieder drin vom selben Verkäufer. Scheinbar bekommt er die Münze immer wieder zurück geschickt.

https://www.ebay.de/itm/Goldmunze-Romis ... _Auction=1
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Re: Fälschungsgalerie

Beitrag von Homer J. Simpson » Sa 08.08.20 15:26

Oder er hat mehrere von denen.

Homer :roll:
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Re: Fälschungsgalerie

Beitrag von chevalier » So 16.08.20 20:41

mfg Thomas

„Und so sehen wir betroffen - den Vorhang zu und alle Fragen offen“ (Reich-Ranicki)

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Re: Fälschungsgalerie

Beitrag von chevalier » So 16.08.20 20:44

chevalier hat geschrieben:
So 16.08.20 20:41
ein ehrlicher fälscher ? 8O
This interpretation issue was hand struck in Plovdiv, Bulgaria (ancient Roman province Philippopolis). It goes without saying you always get the exact item in the picture.
https://www.ebay.de/itm/AR-DENARIUS-PER ... 0005.m1851
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Re: Fälschungsgalerie

Beitrag von Homer J. Simpson » So 16.08.20 20:47

Immerhin etwas, aber das Stück ist natürlich nicht als falsch markiert; das heißt, der Käufer, oder seine Erben, oder wer auch immer verkaufen es dann als echt weiter.

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