--- "Der Schaukasten" ---

Alles was so unter den Römern geprägt wurde.

Moderator: Homer J. Simpson

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Amentia
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Re: --- "Der Schaukasten" ---

Beitrag von Amentia » Sa 10.04.21 18:30

Ich habe mir eine Julian II Bronze aus Antioch geholt, da ich die Hoffnung hatte, dass da alles noch original ist (nicht bearbeitet, geglättet, nachgeritzt, nachpatiniert). Ist das richtig?
Ich habe versucht die mit destilliertem Wasser zu reinigen, und mit weichem Tuch trockengerieben.
Macht es Sinn den andere Dreck zu entfernen oder besteht da die Gefahr die Patina mit zu entfernen oder zu beschädigen?
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cmetzner
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Re: --- "Der Schaukasten" ---

Beitrag von cmetzner » Sa 10.04.21 23:03

Interessiere mich derzeit für Republikanische Denare von der Zeit die mit der Verschwörung Catilinas beginnt bis zum Tode Julius Caesars. Diesen Republikanischen Denar konnte ich einfach nicht widerstehen. Der Fuß Romas auf dem Wolfskopf finde ich einfach schön. Leider ist die Legende am Revers, rechts außen, fast nicht mehr zu lesen :D

Gaius Egnatius CN F Maximus, Münzmeister im Jahr 75 v. Chr. und Richter im Prozess gegen einen gewissen Oppianicus. Gaius Egnatius wurde von seinem Vater wegen Korruption(?) enterbt. Im Jahre 74 v. Chr., war er wie auch sein Vater, Senator aber diese Würde wurde beiden aberkannt.

AR Denar,18,38 mm; 3.97 g
Rom 76 v. Chr.
Crawford 391/3; Egnatia 2; Sydenham 787;

Av.: MAXSVMVS, Kopf der Libertas mit Diadem r., pileus l.
Rv.: C•EGNATIVS•CN•F• (AT ligiert), rechts aufwärts (CN•N) links Roma mit Parazonium, Fuß auf Wolfskopf; rechts Venus mit Cupido über rechte Schulter. Beide stehen mit Helm und Scepter; rechts und links außen Ruder auf Prora. Kontrollmarke M
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Viele Grüße
Christiane

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Re: --- "Der Schaukasten" ---

Beitrag von mike h » So 11.04.21 00:16

Amentia hat geschrieben:
Sa 10.04.21 18:30
Ich habe mir eine Julian II Bronze aus Antioch geholt, da ich die Hoffnung hatte, dass da alles noch original ist (nicht bearbeitet, geglättet, nachgeritzt, nachpatiniert). Ist das richtig?
Ich habe versucht die mit destilliertem Wasser zu reinigen, und mit weichem Tuch trockengerieben.
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Sehr hübsches Stück!
Natürlich kann man den Dreck entfernen.... wenn man kann.
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Aber bei dem Stück würde ich mir das sehr gut überlegen, wenn ich darin keine Übung hätte.
Ich mach das ja eigentlich hauptsächlich als Hobby... die Sammlung fällt als angenehmes Nebenprodukt dabei ab.
Aber nicht immer ist das Ergebnis besser, als der verschmutzte Zustand.
Beispielsweise die hier:
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Würde ich niemals reinigen...

Martin
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Re: --- "Der Schaukasten" ---

Beitrag von Amentia » So 11.04.21 10:11

Ich habe gedacht, dass der Dreck weich wäre und einfach durch das Einweichen in Wasser zu entfernen wäre, hatte Wasser drüber laufen lassen und ein Mal mit wirklich weichem Tuch darüber gerieben und schon waren beim Diadem oben (bei 3 Punkten die Patina weg) :(
Da habe ich sofort aufgehört und hier gepostet.
Dass man die Patina an manchen Stellen so einfach abreiben kann ist ätzend :(
Ist das normal, dass der Dreck schwer zu entfernen ist?
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Re: --- "Der Schaukasten" ---

Beitrag von mike h » So 11.04.21 11:04

In den meisten Fälle: Ja!
Ohne Stereomikroskop und passendes Werkzeug solltest Du nichts versuchen.

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Re: --- "Der Schaukasten" ---

Beitrag von Laurentius » So 11.04.21 13:18

@ Christiane

Mit den "Republikanern" kenne ich mich ja leider überhaupt nicht aus. Habe selber
auch nur 2 Stücke in der Sammlung. Aber ich muss sagen, das ist eine schöne Münze,
mit einer hübschen Darstellung und einer schönen Geschichte dazu, Glückwunsch! 8)

@ Amentia

Der Portrait-Stil aus Antiochia gefällt mir auch besonders gut. Und die tollen Exemplare
mit der Stier-RV sind sehr begehrt. So etwas steht schon lange auf meiner Wunschliste,
hatte aber noch keine Gelegenheit dazu.
Ist das normal, dass der Dreck schwer zu entfernen ist?
Es ist wie Martin es sagt. Die Verkrustung kann von hauchzart bis betonmäßig
sehr hartnäckig sitzend sein. Stellenweise kann sie sogar mit der Patina
verschmolzen sein, so daß eine Entfernung die Oberfläche einer Münze zerstören
könnte. Für sich an so etwas heran zu trauen und auch zu entscheiden, braucht man
jahrelange Erfahrung und Übung mit hunderten von Münzen. Wie erwähnt auch das Equipment.
schon waren beim Diadem oben (bei 3 Punkten die Patina weg)
Das sind die obersten Auflageflächen der Münze, wie auch z.B. auf der RV die Schnauze des Stiers.
Für mich ein Zeichen, das diese Münze schon ein paar Jahre im Handel/Sammlerkreisen unterwegs
ist. An dieser Stelle ist dann die Patina am dünnsten. Die sandigen Auflagen werden bei diesem Exemplar
noch vorhanden sein, weil sie halt hier etwas fester sitzen. Sonst wären sie schon längst entfernt.
Alles in allem eine schöne Münze. Mit schöner Patina und schönem Kontrast. Einfach so lassen und
daran erfreuen! :)

vg Laurentius
"PECVNIA NON OLET"

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Re: --- "Der Schaukasten" ---

Beitrag von Georg5 » Mo 12.04.21 14:58

Amentia hat geschrieben:
Sa 10.04.21 18:30
Ich habe mir eine Julian II Bronze aus Antioch geholt, da ich die Hoffnung hatte, dass da alles noch original ist (nicht bearbeitet, geglättet, nachgeritzt, nachpatiniert). Ist das richtig?
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Guten Tag!

Laurentius und Martin haben so treffend gesagt, dass es nichts hinzuzufügen gibt!

P.S. Entschuldigung, kann ich Sie etwas fragen? Wie lange liegt die Münze schon im Wasser?

Mit freundlichen Grüßen, Georg.
Mollit viros otium

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Re: --- "Der Schaukasten" ---

Beitrag von Amentia » Mo 12.04.21 17:57

Ich habe nur kurz destilliertes Wasser darüber laufen lassen, dass die Münze ganz nass war zum einweichen.
Bin mit fast trockenen Fingern und unter Anwendung leichten Druckes sanft über die Stellen mit Dreck gegangen und der Dreck ist dann weg gegangen.hatte dann wohl Glück mit dem Dreck ist wohl häufig nicht der Fall.
Ein Händler (Experte Auktoinshaus) sagte mal,als ich mich nicht getraut hatte seine teuren Münzen anzufassen (waren Dekadrachmen etc dabei) und die nur am Rand berührt habe, dass man antike Münzen ruhig berühren darf und dass das den Münzen nichts ausmachen würde daher dachte ich dass das ok ist.
Ich denke der setzt saubere Finger und geschnittene Nägel voraus (hat er nicht gesagt wäre aber anzunehmen).

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Re: --- "Der Schaukasten" ---

Beitrag von antoninus1 » Mo 12.04.21 20:50

Das ist das Schöne an antiken Münzen, dass man die mit sauberen Fingern einfach anlangen kann. Eher aus Prinzip und vorallem, wenn es nicht meine sind, lange ich die aber nur am Rand an.
In einem Bericht im Fernsehen sah ich mal, wie ein Mitarbeiter des, wenn ich mich recht erinnere, Rheinischen Landesmuseums Trier einen schlecht erhaltenen Follis Konstantins mit Baumwollhandschuhen aus einer Münzenlade nahm und weihevoll erklärte, dass das eine fast 2000 Jahre alte Münze sei, die den römischen Kaiser Konstantin zeigt! Wahnsinn!
Da musste ich wirklich lachen. Aber so denken die Nichtsammler halt, dass antike Münzen irre selten und wertvoll sind. Und wir Sammler entziehen sie der Öffentlichkeit und der Wissenschaft.
Gruß,
antoninus1

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