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As Geta
Verfasst: Do 28.02.08 16:53
von Gast
Diesmal möcht ich Euch ein seltenes As des Geta zeigen.
Ich hoffe die Seltenheit entschädigt für die eher mäßige Erhaltung.
Geta als Caesar, As, 207-208n.Chr.
Gewicht: 10,32Gramm, D: 25mm
Av.

SEPTIMIUS GETA CAES Gepanzerte Büste rechts.
Rev.:PRINC IUVENT SC COS Caracalla, Geta und Septimius Severus reiten rechts
RIC 130 (r)
Grüße
Harald
Verfasst: Do 28.02.08 17:59
von n.......s
Glückwunsch ! so etwas sieht man selten .
Verfasst: Do 28.02.08 18:10
von Gast
@nephrurus, danke für die Blumen.
Verfasst: Do 28.02.08 22:16
von Pscipio
Muss sehr selten sein, ich habe den Typ bisher nie angetroffen!
Pscipio
Concordia Geta - Caracalla
Verfasst: Do 28.02.08 22:19
von lasta
Ich habe gelesen Septimius hatte mehrere Versuche unternommen, um die Feindschaft zwischen seinen Söhnen zu mildern. Diese Prägung zählt sicherlich dazu.
Für mich als Vater würde diese Rückseite eine der schönsten Sehnsüchte wiederspiegeln.
Was gäbe es schöneres als mit meinen kräftigen, gesunden und vielversprechenden Söhnen gemeinsam auszureiten.
Was war entscheidender für diese Prägung, der persöhnliche Wunsch nach Familienharmonie oder die harmonische Darstellung in der Öffentlichkeit.
Oder, liess Geta diese Münze prägen?
Wo wurde diese Münze eigentlich geprägt?
Ist im Web schwer zu finden!!
lg lasta
Verfasst: Do 28.02.08 23:01
von curtislclay
Der Typ stellt Geta als princeps iuventutis dar, wie die Legende besagt; er führt zwei andere Jugendliche in einem Reitzeremoniell der jungen Equites.
Vgl. Dressel, Die römischen Medaillone...zu Berlin, S. 431: "Das Bild ist von Cohen falsch beschrieben worden; die Reiter sind nicht Septimius Severus und seine Söhne Caracalla und Geta, sondern, wie bereits Eckhel richtig gesehen hat, der Caesar Geta und zwei andere Reiter."
Derselbe Typ begegnet auch auf seltenen Sesterzen, Denaren und Aurei von Geta Caesar. Sehr reizvoll ist der überaus seltene As, wo Geta und VIER andere Reiter dargestellt werden, wie sie im Kreis reiten!
Verfasst: Do 28.02.08 23:19
von curtislclay
Hier ist mein Gipsabguss des Pariser Asses mit den fünf Reitern. Geta trägt einen Nimbus, wohl damit wir leicht merken, wer von den fünf Reitern der Thronfolger ist!
Der Mittelbronzentyp mit drei Reitern erscheint auf zwei Rs.Stempeln. Stempelgleiche Stücke wie Haralds liegen in Berlin, Neapel, und Kopenhagen.
Harald, weisst du wo dein As gefunden wurde?
Verfasst: Fr 29.02.08 08:33
von Gast
Hallo Curtis!
Anfang der Neunziger auf der Flur Tiegarten in Carnuntum.
Grüße
Harald
Verfasst: Fr 29.02.08 08:36
von Chandragupta
@Harald: Spendiere diesem Prachtstück mal ein bißchen Vaseline oder Antikwachs.
Ich sage Dir, Du erkennst diese Münze hinterher "rein optisch" nicht wieder!
Gratulation zu diesem Rarissimum!
Verfasst: Fr 29.02.08 08:42
von Gast
@Chandra:
Danke !
Da ich bis jetzt nur mit Paraloid B72 arbeitete, habe ich mit der Anwendung von Antikwachs, bzw Mikrowachs keine Erfahrung.
Meine Tests mit Vaseline ergaben seinerzeit nur mittelgristig gute Resultate.
Grüße
Harald
Verfasst: Fr 29.02.08 09:29
von Chandragupta
Hi Harald,
stimmt - bei genau dieser typischen(!) "Donaupatina" bringt Vaseline immer nur
vorübergehend "optische Verbesserungen" (soll heißen: die Münze wird "fotogener").
Antikwachs hält sehr viel länger vor. Einfach leicht (ggf. zwei-, dreimal) in die leicht auf ca. 40°C vorerwärmte Münze (z.B. mal kurz auf den Heizkörper gelegte, dadurch verdunstet auch etwas Wasser, was gut ist) mit der Hand einmassieren, dann die Münze bei Zimmertemperatur zwei Tage "ausdünsten", also das Wachs einziehen lassen. Anschließeßend gut kühlen(!) - vor allem im Sommer, d.h. die Wachsschicht darf nicht "halbflüssig" sein, was sie ab etwa 30...40°C ja wird... - und dann mit einem Frotteetuch aufpolieren. Versuch's mal!
Meine antikwachsbehandelten Viminacium-Stücke sind jedenfalls mit dieser Methode ein Traum geworden!

Verfasst: Fr 29.02.08 10:41
von Gast
Herzlichen Dank für die nütlichen Infos.
Werd ich probieren und das Ergebnis einstellen
Gruß
Harald
Verfasst: Fr 29.02.08 12:41
von Oktavenspringer
Gorny & Mosch haben ein As dieses Typs veräußern können mit einem allerdings sehr geringen Gewicht (6,70 g.) und einer schlechteren Erhaltung, was die Legenden angeht.
RIC 130a; Hill, Sept. Sev. 762; C. 167; BMC 835a. und als selten eingestuft:
http://www.coinarchives.com/a/lotviewer ... 0&Lot=2204
Freundlichst
Oktavenspringer
Verfasst: Fr 29.02.08 12:55
von Gast
Hallo Oktavenspringer!
Was die eigenartigen Gesichtszüge und die Haartracht des Geta angeht habe ich so den leisen Verdacht einer Bearbeitung.
Aber dafür haben wir in unserem Forum weit kompetentere Experten.
Die Ursache für dieses weit unter der Norm liegende Gewicht kann ich mir ebenfalls nicht erklären.
Grüße
Harald,
Verfasst: Fr 29.02.08 13:15
von Chandragupta
Ooooch, der Rest des Schrötlings ist sicher schon noch antik...
Aber "Schelte" von auf
per definitionem immer und ewig seriösen "großen" Auktionen verhö^H^Hsteigerten Münzen ist hier nicht gern gesehen, also schweige ich lieber.
Ich hätte bei diesem ....ähhh: Objekt jedenfalls nicht mitgeboten.
