Limesfalsa

Alles was so unter den Römern geprägt wurde.

Moderator: Homer J. Simpson

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Marcus Aurelius
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Re: Limesfalsa

Beitrag von Marcus Aurelius » So 02.02.14 19:50

justusmagnus hat geschrieben:Ist der Denar wirklich aus einer Silberlegierung? Kann es sich nicht um einen Guss- oder Limesdenar handeln?
Wie erkennt man den Unterschied ? Äusserlich erscheint sie mir eher wie Bronze oder Kupfer, jedoch sind vor allem am Rand, Bereiche zu sehen die komplett silbern sind und aussehen als wäre dort Silber angereichert .

Gruß

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Homer J. Simpson
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Re: Limesfalsa

Beitrag von Homer J. Simpson » So 02.02.14 19:55

Es dürfte eine Legierung sein, die in neuem Zustand weiß und ähnlich wie Silber ist, irgendwas mit Zinn, Blei, bißchen Silber etc. Bei der guten Gußqualität, die diese Stücke oft haben, konnten die schon eine Weile als echt durchgehen. Heute sind sie oxydiert, meist grau-schwärzlich, und wo sie eine moderne Beschädigung haben, z.B. einen Randkratzer, können sie auch wieder silbrig aussehen.

Homer
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Re: Limesfalsa

Beitrag von Marcus Aurelius » So 02.02.14 20:26

Verstehe, danke für die zusätzlichen Infos Homer .

Gruß

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Homer J. Simpson
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Re: Limesfalsa

Beitrag von Homer J. Simpson » So 02.02.14 23:24

Ich habe in den letzten Wochen zufällig zwei Limesfalsa (gegossene Asse) bekommen. Die kann ich dann ja gleich hier vorstellen. Da wurde von Münzen eine Form abgenommen, und die ist wahrscheinlich beim Festwerden schon mal geschrumpft. Mit der Form wurden dann Münzen gegossen, und die sind beim Erkalten noch mal geschrumpft. Daher zu klein und zu leicht. Ein weiteres interessantes Phänomen ist, daß die Formen überzufällig häufig von selteneren Münzen abgenommen wurden. Z.B. sind Plautilla-Asse sehr viel häufiger Limesfalsa als echte Stücke aus Rom (ich habe auch so eines). Hier seht Ihr:

Caracalla-Limes-As, zu RIC 426a (Rs. Galeere), 24 mm, 4,13 g
Caracalla-Limes-As, zu RIC 571a (Rs. Löwe), 23 mm, 4,30 g

Viele Grüße,

Homer
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Re: Limesfalsa

Beitrag von curtislclay » Mo 03.02.14 00:21

Homer J. Simpson hat geschrieben:Ein weiteres interessantes Phänomen ist, daß die Formen überzufällig häufig von selteneren Münzen abgenommen wurden. Z.B. sind Plautilla-Asse sehr viel häufiger Limesfalsa als echte Stücke aus Rom (ich habe auch so eines).
Man muss aber in Betracht ziehen, dass besonders oder gar ausschliesslich die Limesfalsa mit seltenen Typen von Sammlern in ihre Sammlungen und von Händlern in ihre Kataloge aufgenommen werden! Die Limesfalsa mit uninteressanten Typen werden dagegen kaum gesammelt oder von Händlern zum Verkauf angeboten. Es ware wirklich sonderbar, wenn es die Hersteller der Limesfalsa selbst gewesen wären, die seltene Typen bevorzugt hätten!

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Re: Limesfalsa

Beitrag von beachcomber » Mo 03.02.14 02:00

ja, scheint sonderbar zu sein, ist aber realität! unser verstorbener sammlerkollege imperator44 hatte jede menge selbst gefunden, und überdurchschnittlich viele davon waren von selteneren exemplaren abgenommen!
grüsse
frank

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Re: Limesfalsa

Beitrag von shanxi » Mo 03.02.14 08:27

Wahrscheinlich hat man als Vorlage perfekte Münzen verwenden wollen, und hat daher, statt sie aus dem Geldbörse zu entnehemen, auf die Münzsammlung des örtlichen Münzmeisters, mit seltenen Stücken in Stempelglanz zurückgegriffen :)

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Re: Limesfalsa

Beitrag von Numis-Student » Mo 03.02.14 09:32

Marcus Aurelius hat geschrieben:Verstehe, danke für die zusätzlichen Infos Homer .

Gruß

Marco Aurelio
Hallo,
hier noch den entsprechenden Faden für die Weissbronze-Güsse (dort gibt's auch irgendwo die Legierungszusammensetzungen):
http://www.numismatikforum.de/viewtopic.php?t=25618

Schöne Grüße,
MR
Immerhin ist es vorstellbar, dass wir vielleicht genug Verstand besitzen, um,
wenn nicht ganz vom Kriegführen abzulassen, uns wenigstens so vernünftig zu benehmen wie unsere Vorfahren im achtzehnten Jahrhundert. (A.H. 1949)

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Re: Limesfalsa

Beitrag von Marcus Aurelius » Mo 03.02.14 17:02

Danke Malte :)

Gruß

Marco Aurelio
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Re: Limesfalsa

Beitrag von mike h » Do 27.02.14 11:50

Hallo Homer
Homer J. Simpson hat geschrieben: Ein weiteres interessantes Phänomen ist, daß die Formen überzufällig häufig von selteneren Münzen abgenommen wurden.Viele Grüße,

Homer
Ich möchte diese These nochmals aufnehmen, da ich genau wie einige andere Teilnehmer der Meinung bin, das du aufgrund deiner persönlichen Wahrnehmung zu diesem Schluss gekommen bis... dieser aber wahrscheinlich nicht der Realität entspricht.
Leider habe ich im Laufe der vergangenen Jahre eine ganze Menge an Limes-Falsa bei den ungereinigten Fundmünzen entdeckt.
Ohne jetzt genau zu katalogisieren hab ich Stücke von Domitian bis Julia Domna gefunden.
Auffällig fand ich in meinem Fall, das es sich in der Mehrzahl um Asse des Hadrianus handelte.... und hier in der Mehrzahl um das Modell "COS III" mit Salus
Seltene Stücke scheinen ebenso selten zu sein, wie bei geprägten Münzen.

Auch in Konz hab ich mir wieder einige "eingefangen"
IMG_4892.JPG
IMG_4893.JPG
Hadrianus Augustus
COS III / SC

Nur mit der Göttin hadere ich ein wenig....Fides??

25 x 26 mm, 8,6 g
Den Gussansatz vermute ich unter dem roten Fleck im Nacken des Hadrian. Die Münze klingt m.E.typisch dumpf.

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Re: Limesfalsa

Beitrag von harald » Do 27.02.14 12:01

beachcomber hat geschrieben:ja, scheint sonderbar zu sein, ist aber realität! unser verstorbener sammlerkollege imperator44 hatte jede menge selbst gefunden, und überdurchschnittlich viele davon waren von selteneren exemplaren abgenommen!
grüsse
frank
Ich konnte bei meinen selbst gefundenen Römermünzen nach mehreren Jahrzehnten dieselbe Erfahrung machen.
Die Abgüsse von seltenen sind in der Mehrzahl.

Grüße
Harald
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Re: Limesfalsa

Beitrag von mike h » Do 27.02.14 12:19

Hallo Harald

Ich hab eben mal durchgezählt...
Bei über 60 Limes-Falsa scheint das einzige seltenere Stück ein As der Julia Domna /Victoria zu sein. Obwohl die Victoria unter den Bronzen der Julia Domna sicherlich nicht die seltenste ist.

Übrigens: Ebenfalls eine Häufung hab ich bei Nero/Victoria sowie bei einigen Trajan-Provinzbronzen

Aber auch meine Wahrnehmung ist ja rein subjektiv, da ja möglicherweise die selteneren aussortiert wurden

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Re: Limesfalsa

Beitrag von quisquam » Do 27.02.14 12:36

mike h hat geschrieben:Auch in Konz hab ich mir wieder einige "eingefangen"
Sicher? Der Hadrian sieht mir regulär aus. Fides dürfte richtig sein.

Grüße, Stefan
Eigentlich sammle ich nicht Münzen, sondern das Wissen darüber.

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Re: Limesfalsa

Beitrag von mike h » Do 27.02.14 12:48

Hallo Stefan,

sicher......?
Den dumpfen Klang fand ich bisher ausschließlich bei Gussmünzen. Auch die "krebsartigen" Korrosionsauswucherungen fand ich überwiegend bei Gussmünzen.
Aber du hast Recht: Genau bei diesem Stück zweifle ich ein wenig.
Aber schau nochmal auf dem Revers bei etwa 11 Uhr.
Ich meine, das sich dort ein Grat von den Gussförmchen befindet.
Auch ist die Münze an dieser Stelle etwas dicker.... und auf der Vorderseite (ca 7.00h) kann ich an dieser Stelle noch nicht einmal den Hauch eines Buchstaben erkennen
(Da müsste das "H" des Hadrianus sein)

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Re: Limesfalsa

Beitrag von quisquam » Do 27.02.14 13:28

Mich würde es sehr wundern, wenn dies ein Guss sein sollte. Ist irgendwo das Metall zu sehen? Limesfalsa sind in aller Regel aus gelblichem Metall, offizielle Asse aber aus Kupfer.

Grüße, Stefan
Eigentlich sammle ich nicht Münzen, sondern das Wissen darüber.

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