Seite 1 von 1

Rätselhafte Münze!

Verfasst: Do 15.05.08 22:32
von Peter43
Hallo!

Wir kennen Provinzialmünzen, die auf einer Seite eine griechische und auf der anderen Seite eine lateinische Legende haben. Leider habe ich noch kein Beispiel in meiner Sammlung. Aber nun habe ich eine noch merkwürdigere Münze: Die hat auf der Rs. eine gemischt griechisch-lateinische Legende!

Kennt jemand diese Münze? Oder gibt es vielleicht mehrere davon, sodaß dieses Phänomen garnicht so selten ist?

Meine Münze werde ich etwas später einstellen.

Mit freundlichem Gruß

Verfasst: Do 15.05.08 22:49
von Pscipio
Kannst du uns ein Foto zeigen? :)

Edit:
Peter43 hat geschrieben:Meine Münze werde ich etwas später einstellen.
Lesen, Lars, Lesen!

Verfasst: Do 15.05.08 22:53
von Pscipio
Ich kenne aus Alexandria Troas Münzen, bei denen sich in die eigentlich lateinische Legende griechische Buchstaben oder Endungen hineinschleichen. Dies vor allem zu Zeiten, als die Stempel generell von sehr schäbiger Qualität waren.

Verfasst: Do 15.05.08 23:11
von Peter43
Ok, dann ist das Rätsel aber keines mehr!

Mesopotamien, Rhesaena, Trajan Decius, 249-251
AE 26, 14g
Av.: AVT KAI GAI MEC KV TRA DEKIOC CEB (?)
Büste, drapiert und cürassiert, mit Strahlenkrone, n.r.
Rv.: CEP KOL RHCAINHCIWN LIIIP
Zwei Stadtgöttinnen, in langer Kleidung und mit Mauerkrone, li. Edessa,
mit Aquarius auf Podest hinter sich, re. Rhesaena, mit Sagittarius hinter
sich, stehen sich gegenüber und reichen sich die Hände über einem
brennendem Altar, darüber Adler; unter ihnen Flußgott Chabaras n.r.
schwimmend.
Ref.: BMC 29; SNG Copenhagen 247
selten, S/fast SS, schwarz-grüne Patina

Eine sog. Concordia-Prägung, für Einzelheiten siehe G.F.Hill, The Mints of Roman Arabia and Mesopotamia, in JRSt, vol. 6, 1916.
Die Legende stammt von Head. LIIIP bedeutet Legio tertia Parthica.

Mit freundlichem Gruß

Verfasst: Do 15.05.08 23:18
von Pscipio
Richtig, diese Prägung kenne ich. Ich könnte mir vorstellen, dass Legionsnamen zu sehr standardisierte und allgemein erkennbare Markenzeichen waren, als dass man sie in griechischen Buchstaben niedergeschrieben hätte.

Verfasst: Do 15.05.08 23:23
von Peter43
Ja, das ist gut möglich!

Mit freundlichem Gruß

Verfasst: Fr 16.05.08 17:32
von divus
Servus,

irgendwie passend zum Thema hatte ich vor längerer Zeit diese interessante Sprachmixtur in meinem Besitz:

http://www.vcoins.com/ancient/divusnumi ... roduct=379

Grüße!

Verfasst: Fr 16.05.08 21:37
von Peter43
Griechisch mit lateinischen Buchstaben, interessante Mischung!

Verfasst: Fr 16.05.08 21:41
von Pscipio
Diese Münze passt wohl auch in diesen Thread: http://www.coinarchives.com/a/lotviewer ... 73&Lot=777

Verfasst: Fr 16.05.08 23:18
von Peter43
SINATUS ist auch gut!

Verfasst: Sa 17.05.08 01:45
von Dapsul
Sinatus ist wirklich ganz fabelhaft.
Ich habe ein Stück aus Damaskus, das auf der Rückseite sowohl eine lateinische, als auch eine griechische Legende hat. Finde ich leider nicht im Netz, und an meine Stücke komme ich umzugsbedingt derzeit nicht vollständig heran.

Gruß - Frank

Verfasst: Sa 17.05.08 09:35
von Homer J. Simpson
Die Schreibung "Sinatus" zeigt, daß das E kaum gesprochen wurde (unbetonter Füllvokal, also fast "S'natus"), so daß ein griechischsprachiger Stempelschneider raten mußte, ob da nun ein E oder ein I hinkommt. Dasselbe Phänomen wie bei den Postumus-Münzen der ersten Emission, wo Postumus (gesprochen fast "Póst'mus", eben nicht "Postuuumus") dann "Postimus" geschrieben wurde.

Viele Früße,

Homer

Verfasst: Sa 17.05.08 12:06
von beachcomber
Viele Früße,
??? und wann wurde das so geschrieben? :)
gruesse
frank

Verfasst: Sa 17.05.08 13:21
von Homer J. Simpson
Ob das zu Homérs Zeiten so geschrieben wurde??? Oder eher zu Hómers Zeiten? Oder ist das mal wieder ein Indiz, daß man keine Beiträge in Eile schreiben sollte?

Homer :wink: