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Seltsamer Dupond des Tiberius
Verfasst: Mo 19.05.08 20:15
von divus
Schönen Abend zusammen!
Dieser merkwürdige Dupondius ist mir kürzlich über den Weg gelaufen...
Dm.: 27/29mm, Gewicht: 10,15g
Zunächst einmal als kleine Rätselfrage: Was stimmt hier nicht?
Und dann: Bitte um eure Meinungen und Erklärungsvorschläge!
Habe freilich auch so meine Theorie, würde aber gerne mal lesen, was so an Meinungen kommt...
Danke und Grüße!
Verfasst: Mo 19.05.08 20:23
von helcaraxe
Hallo Phillip!
Ich versuche mal mein Glück:
Die Umschrift ist falsch. Sie müsste lauten:
TI CAESAR DIVI AVG F AVG P M TR POT XXIIII
s. hier:
http://www.romanatic.com/showcoins?a=2&vs=119&rs=208
Sie lautet aber: TI CAESAR DIVI AVG F AVG P M TR POT XX
Meine Erklärung: Der Stempelschneider hat so vor sich hin geschnitzt und als er einmal rum war um den Schrötling, hat er gemerkt: "Mist, ich war zu verschwenderisch mit dem Platz - da fehlt doch noch was. Ach, das wird schon keinem auffallen...."

Verfasst: Mo 19.05.08 20:31
von Oktavenspringer
Also, m.E. ist das Gewicht zu niedrig, sollte um die 14 g liegen. Außerdem ist Livia als solche fast nicht zu erkennen mit der spitzen Nase und dem dünnen Hals!?
Freundlichst
OS

Verfasst: Mo 19.05.08 20:47
von helcaraxe
Stimmt, das mit dem Gewicht ist mir gar nicht aufgefallen!
Neue Theorie (bzw. Erweiterung der alten): Das Ganze hat auf einem Schrötling für einen As stattgefunden - dann passt das Gewicht. Wobei: Die Münze schimmert gelblich, also doch eher Messing und nicht die Kupfer-Legierung, die für einen As spräche?

Verfasst: Mo 19.05.08 20:55
von curtislclay
Ja, das niedrige Gewicht, der komische Stil und die fehlerhafte Legende weisen auf unregelmässige Herkunft hin: wahrscheinlich eine antike Fälschung oder Imitation.
Verfasst: Mo 19.05.08 21:10
von divus
Na ihr seid ja flink mal wieder...!
Und ja, so sehe ich das auch, ich halte die Münze ebenfalls für eine antike Fälschung. Recht gut gemacht, auch wenn der Stil bei näherem Hinsehen nicht passt und die Legende eben diesen Fehler aufweist, ist doch Legierung und Machart gut getroffen.
Es ist übrigens die erste Dupondius-Imitation des ersten jahrhunderts, die ich (bewusst) gesehen habe. Kennt vielleicht jemand vergleichbare Stücke?