@cepasaccus: Ich habe mich oben mit dem Wort "guthaltig(er)" leider ziemlich ungenau ausgedrückt und natürlich immer das FeinGEWICHT gemeint, also den "intrinsic value" (wie sagt man das genauso treffend auf Deutsch?) des antiken Geldes. (Hier im Forum sollte sich ja schon herumgesprochen haben, daß mein eigentliches historisches Interessengebiet die antike Weltwirtschaft ist, und weniger die Münzen als solche ... oder anders formuliert: "Was verraten uns die Münzen über den Welthandel in der Antike?")
curtisclay hat geschrieben:Auch das Feingewicht hat Walker ausgerechnet.
Sev. Alex., 232-5: 1,51 g. Feinsilber pro Denar.
Max. Thrax, 235-6: 1,49 g.
Jetzt bin ich wirklich völlig konfus, denn ich habe (und das bei der tropischen Hitze derzeit...) seit zwei Tagen gesucht, aber es in meinem heimischen Chaos nicht gefunden, was ich suchte. Das war ein Artikel (wohl in irgendeinem Sammelband für diverse numismatische Aufsätze), wo der "reale Silbergehalt" der Münzen von Septimius Severus bis einschließlich Quintillus (Ende des traditionellen Augusteischen Münzsystems) graphisch dargestellt war.
Da erinnere ich mich ganz sicher an folgendes (für sowas habe ich ein z.T. eidetisches Gedächtnis...):
a) Diese Untersuchung stellte eine Vielzahl(!) von Einzelanalysen aus der Literatur zusammen (und sicher war auch der Walker dabei...).
b) Sie krankte jedoch an einem m.E. recht schweren methodologischen Fehler: Der Autor versuchte nämlich, generell immer auf den
Denar zurückzurechnen und machte dabei folgendes:
ba) Er setzte 1 Antoninian = 2 Denare. So war das zwar in der Antike sicher gedacht; aber die meisten Funde sprechen eine ganz andere Sprache: da sind Denare und Antoniniane zumeist säuberlich getrennt (vgl. Reka Devnia). Also hat man letztere wohl doch eher nach Gewicht bewertet, oder zu anderthalb Denaren oder sonstwie.
bb) Er versuchte, den Prägeanteil von Antoninianen mit in die Berechnung einfließen zu lassen - also bei Caracalla ganz viele Denare zu ein paar Antoninianen, bei Balbinus/Pupienus so etwa 1:1, und dann bei Gordi III ganz viele Antoniniane zu wenigen Denaren. Schön und gut - lieb gemeint, aber problematisch, da die Fundumstände/modernen Häufigkeiten m.E. durchaus verzerrt sind (so wie ich's sehe zugunsten der guthaltigen Denare derjenigen Kaiser, die noch beide Silbernominale geprägt haben).
c) bzgl. Sev. Alexander und Maximinus Thrax ist b) natürlich irrelevant. Da gibt's eh nur Denare.
d) Und ich glaube mich recht gut an zwei kleine "Wertsteigerungsspitzen" in der ansonsten kontinuierlich nach unten zeigenden Kurve zu erinnern: bei Maximinus Thrax (Anno 237) und dann nochmal 250 bei Traianus Decius, und dann ging's völlig wüst und immer steiler bergab....
Hat jemand einen Tip, was ich einnehmen muß, um meinem Gedächtnis auf die Sprünge zu helfen?
Neee, im Ernst jetzt: Wer kennt einen Tip, wo es in der Fachliteratur (die Sprache des Artikels war Deutsch) genau so ein Diagramm gab: "Feingewicht des Denars im 3. Jh. u.Z."? Wie gesagt: Ich finde das nicht mehr, weiß aber sicher, daß ich's Ende der 90er Jahre mal kopiert habe. Okay, ich habe hier ca. 15 dicke Ordner mit numismatischen Unterlagen... ich suche weiter, und falls gefunden, scanne ich's ein.