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Großbronze Traianus Decius

Verfasst: Mi 24.09.08 19:36
von Apocolocyntosis
Hallo Leutle,
ich hadere ein wenig mit dieser Großbronze des Traianus Decius aus Tarsos/Kilikien. Erworben bei einer renommierten Münzhandlung aus dem Ruhrgebiet kommen mir Zweifel an der Echtheit. Beschrieben als "starke Fundpatina von gelblichem Sand" erscheint nach vorsichtiger Reinigung ein Münzbild, das mich eher an eine Touristenfälschung denken läßt.Die Portraits sind wenig erhaben, die Umschrift ist unscharf , die Münze macht einen "flauen" Eindruck, insgesamt mehr "gegossen" als geschlagen. Auch meine ich gerade auf dem Revers Gußlöcher ausmachen zu können. Allerdings ist meine Erfahrung mit "Fundpatina von gelblichem Sand" übersichtlich und bitte daher die Gemeinde um ihre wie immer sehr geschätzte Meinung.
Suche bei forumancientcoins fake-gallery war erfolglos.

Traianus Decius
AV.: Belorbeerte,drapierte und cürassierte Büste nach rechts
RV.: Perseus steht nach links, hält Statuette des Apollo Lykeias
SNG Fr. 1758
Dm 33 mm, Gewicht 20,31 gr.
Vielen Dank.

Ergebenst
Apo.

Verfasst: Mi 24.09.08 19:38
von Pscipio
Anhand dieser Fotos lässt sich dazu leider kaum etwas sagen.

Gruss, Pscipio

Verfasst: Mi 24.09.08 19:47
von Apocolocyntosis
Ich versuche einmal bessere Bilder einzustellen.

Verfasst: Mi 24.09.08 19:50
von payler
Bilder immer noch nicht zu erkennen, nur wenn die Qualität so "schwach" ist, warum soll das eine Fälschung sein?

Verfasst: Mi 24.09.08 20:56
von n.......s
...bei Prägungen aus Tarsos solltest Du ohnehin nicht unbedingt "scharfe" Präungen erwarten - die sind meist stark abgenutzt. Aber wie meine Vorredner bereits sagten: anhand dieser Fotos lässt sich absolut keine seriöse Aussage treffen.

Verfasst: Mi 24.09.08 21:03
von diwidat
Da hat sicherlich die allbekannte Korrosion Überstunden gemacht.
Der Verkäufer war sicherlich seriös - und mM nach ist das Stück ein Original, es hat nur schon viel verloren.

Verfasst: Mi 24.09.08 22:36
von Peter43
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Hallo Apo!

Diese großen Münzen aus Tarsos sind leider immer schlecht erhalten. Wahrscheinlich haben sie damals eine billige Legierung verwendet. Der Name der Statue ist übrigens Apollo Lykeios. Jedenfalls liest man das oft in Beschreibungen, in denen einer vom anderen abschreibt. Tatsächlich ist es aber Apollo Patroos.
Siehe dazu den Artikel 'Apollo Lykeios - oder nicht?' http://www.numismatikforum.de/ftopic11926.html
und 'Apollo Patroos' http://www.numismatikforum.de/ftopic11926-210.html

Mit freundlichem Gruß

Verfasst: Do 25.09.08 17:44
von Apocolocyntosis
Hallo Leutle,
vielen Dank für eure Beiträge.
Nach einer weiteren vorsichtigen Reinigung mit Wasser und Spüli erkenne ich an den erhabenen Stellen ein gelbliches Metall, wahrscheinlich minderwertiges Aurichalcum (es "glinzt" und "brunzt" also :roll: ). Danach werde ich vorsichtig mit einer Silberbürste weitere Reinigungsschritte vornehmen. Dagegen spricht doch nichts, oder?
Wenn ich ein brauchbares (ablichtbares) Ergebnis habe, werde ich die Münze wieder vorstellen.

Ergebenst
Apo.