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Bitte um Bestimmung
Verfasst: Mo 13.10.08 20:23
von wotan
Hi,
habe hier dieses As(14 Gr.).Könnte das Antonius Pius sein?Über eine genaue Bestimmung würde ich mich sehr freuen.Wie immer schon mal Dank im voraus.
Grüße
Patrick
Verfasst: Mo 13.10.08 21:19
von Homer J. Simpson
Mit der Vs.-Legende ...AE L SE... kann es eigentlich nur Septimius Severus sein. Freu Dich, dessen Asse sind bedeutend seltener als die des Antoninus Pius. Rs.-Typ Frau mit Füllhorn und langem Palmzweig (Hilaritas?). Da kann Dir sicher Curtis Genaueres sagen, der ist da der wahrscheinlich weltbeste Spezialist.
Viele Grüße,
Homer
Verfasst: Mo 13.10.08 21:23
von wotan
Hi Homer,
vielen Dank erst mal für die Erstbestimmung.Freue mich über jedes halbwegs noch gut erhaltene As,wenns dann noch ein halbwegs seltenes Stück ist umso mehr.Weißt ja das ich in Sachen Römer keinen Plan habe.
Grüße
Patrick
Verfasst: Mo 13.10.08 21:57
von curtislclay
Wahrscheinlich ein hybrider antiker Nachguss (Limesfalsum) vom einem Sesterz mit irrtümlicher Typenkoppelung, Vs. Septimius Severus vom Jahr 193, Rs. Hilaritas von einer Dame, z.B. von Didia Clara in 193 oder von Julia Domna in 196:
IMP CAES L SEPT - SEV PERT AVG
HILARITAS S C.
Die Vs. kann nicht von einem As stammen, weil die Mittelbronzen dieses Jahrs die kürzere Vs.Legende
IMP CAE L SEP SEV PERT AVG
verwenden, mit CAE und SEP anstatt CAES und SEPT.
Verfasst: Mo 13.10.08 22:05
von wotan
Danke Curtis für die ausführliche Beschreibung.Bei 14 Gr und Dm von 26 mm bin ich von einem As ausgegangen.Für einen Sesterzen ist sie wohl zu leicht,oder?
Gruß
Patrick
Verfasst: Mo 13.10.08 22:09
von curtislclay
Kleiner und leichter, weil ein antiker Nachguss von einem Sesterz, kein Original!
Verfasst: Mo 13.10.08 22:12
von wotan
THX für die Aufklärung.Jetzt muß ich das gute Stück nur noch im Web finden

Verfasst: Mo 13.10.08 22:26
von curtislclay
Eine passende Rs. wäre LIBERAL AVG TR P COS S C, Liberalitas mit Zählbrett und Füllhorn, es scheint sich aber eher um die hybride Hilaritas mit langem Palmzweig und Füllhorn zu handeln.
Verfasst: Di 14.10.08 09:13
von wotan
Hi Curtis,
wird in dem Zustand wohl nicht zugeordnet werden können,oder?Habe da nichts finden können.Wenigstens weiß ich jetzt wer dargestellt ist.Nochmals Dank für die Arbeit die Du verrichtet hast.
Gruß
Patrick
Verfasst: Di 14.10.08 19:39
von Homer J. Simpson
Hallo Patrick,
nochmal zur Erklärung im Klartext für Nichtrömer:
Diese Münze stammt aus der Römerzeit, aber nicht aus Rom. In den westlichen Provinzen wurden, wenn Kleingeldknappheit herrschte, Abdrücke echter Münzen hergestellt und damit Abgüsse gefertigt. Hierbei wurde das Ergebnis verfahrenstechnisch bedingt kleiner und leichter als das Original, weshalb Dein Exemplar als "Sesterz" nur 14 Gramm wiegt (ich habe ein "As" der Plautilla als solches Produkt, das wiegt 5 komma nochwas Gramm). Logischerweise wurde hierbei auch nicht immer darauf geachtet, die richtigen Seiten zusammenzufügen, so daß - wie bei Deinem Stück - Hybride herauskamen, hier eine Vs. des Septimius Severus und eine Rs. seiner Frau Julia Domna. Diese Stücke sind natürlich individuell sehr selten, daher wirst Du auch wahrscheinlich keines im Netz finden. Als antike Imitationen sind sie finanziell nicht annähernd so wertvoll, wie es echte Hybride aus der Münzstätte wären. Sehr interessante Zeitzeugnisse sind sie allemal.
Viele Grüße,
Homer
Verfasst: Di 14.10.08 20:57
von wotan
Hi Homer,
das habe jetzt selbst ich als Nichtrömer verstanden.Interessant was es in antiker Zeit so alles gab.Der Wert spielt für mich eher eine untergeordnete Rolle.Wichtig für mich ist zu wissen was ich an Geschichte in Händen halten darf.Hätte natürlich nichts dagegen wenns auch mal einen gewissen Wert hätte

.Nochmals Danke.
Grüße
Patrick
Verfasst: Di 14.10.08 21:31
von Homer J. Simpson
Gern geschehen; ich hatte das Gefühl, daß Ihr (Curtis und Du) etwas aneinander vorbeiredet und wollte das nicht so stehen lassen.
Was den Wert angeht, so gibt es natürlich sehr häufig Diskrepanzen zwischen dem Seltenheitswert, dem evtl. sogar wissenschaftlichen Wert, dem Marktwert in Euro und dem ideellen Wert einer Münze (denke z.B. an eine selbst gefundene oder von einem lieben Menschen geschenkte Münze!).
Viele Grüße,
Homer