Seite 1 von 1
severus alexander mal anders
Verfasst: Do 16.10.08 14:24
von beachcomber
hallo,
dieses numismatisch interessante dokument antiken spieltriebs habe ich in der wühlkiste eines befreundeten sondengängers gefunden.
ein sauber ausgeschnittenes porträt des alexander, das nur unter dem kinn etwas grösser belassen wurde, damit der iupiter auf der rückseite auch auf beiden beinen stehend seine blitze schleudern kann!

grüsse
frank
Verfasst: Do 16.10.08 14:48
von chinamul
Das sind so die Objekte, an denen sich unsere Fantasie entzünden kann. Das ist allemal reizvoller als ein vollständiger Sesterz - um einen solchen dürfte es sich bei diesem Stück handeln - des Severus Alexander.
Sollte es irgendwann einmal zum Verkauf stehen, wäre ich sehr daran interessiert.
Gruß
chinamul
Verfasst: Do 16.10.08 14:49
von Numis-Student
Hallo,
sehr interessant. So etwas ist mir von modernen Münzen bekannt, aber in der Antike habe ich so etwas noch nie gesehen...
Schöne Grüße,
MR
Verfasst: Do 16.10.08 14:55
von Pscipio
Ein sehr spannendes Stück! Aber handelt es sich nicht eher um einen Denaren als um einen Stesterzen? Die Grösse hast du uns leider nicht angeben, aber ein Sesterz scheint mir doch nicht zu passen, zumal kein [S] C da zu sein scheint.
Lars
Verfasst: Do 16.10.08 15:04
von Numis-Student
Ich gehe mal vom ersten Eindruck aus und würde sagen, es ist ein Denar, möglicherweise ein antiker Guss ?
Verfasst: Do 16.10.08 15:10
von payler
Interessantes Teil das außerordentlich gefällt!

Verfasst: Do 16.10.08 15:34
von beachcomber
entschuldigung, es handelt sich um einen denar, ich bin gar nicht auf den gedanken gekommen das zu erwähnen.
und ja, ich denke dass es es ein falsum ist.
grüsse
frank
Verfasst: Do 16.10.08 15:35
von Numis-Student
chinamul hat geschrieben: Sollte es irgendwann einmal zum Verkauf stehen, wäre ich sehr daran interessiert.
ich auch
Schöne Grüße,
MR
Verfasst: Fr 17.10.08 10:03
von Chandragupta
Numis-Student hat geschrieben:Hallo,
sehr interessant. So etwas ist mir von modernen Münzen bekannt, aber in der Antike habe ich so etwas noch nie gesehen...
Schöne Grüße,
MR
Ein wunderschönes Beispiel für "Münzen, die eine Geschichte erzählen" (die ich, wie bekannt sein dürfte, z.T. mehr schätze als so "geleckte Kabinettstücke in Prachterhaltungen") - aber vor vielen, vielen Jahren habe ich mal was Vergleichbares gesehen (leider wollte sich der Besitzer nicht davon trennen...):
Ein genauso ausgefeiltes Porträt des Postumus von einer Mittelbronze ("As" oder reduz. Sesterz - jedenfalls keine Strahlenkrone, sondern mit Lorbeerkranz), der zweifelsfrei als
Kettenanhänger gearbeitet war (oben mit einer Öse) und - nach meinem damaligen Empfinden - offenbar auch lange so getragen wurde, weil der Revers weitgehend abgegriffen war (heute würde ich diese damalige Auffassung von mir hinterfragen, weil die Bronzen des Postumus gerade auf dem Rv z.T. mit grauslichen Stempeln geprägt worden waren).
Da das Stück aber extrem geputzt war, gingen die meisten Leute, die das "Ding" damals gesehen hatten, davon aus, daß es möglicherweise keine antike Arbeit war, sondern eher frühe Neuzeit. Wenn ich das Stück hier jetzt sehe, wäre wohl auch diese Vermutung aus heutiger Sicht zu relativieren... Naja, ich war damals noch sehr jung...
