Diagonal- oder Radialreifen ?

Alles was so unter den Römern geprägt wurde.

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drakenumi1
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Diagonal- oder Radialreifen ?

Beitrag von drakenumi1 » Sa 28.03.09 20:13

Der etwas zeitlich-historisch unangemessene Titel sei mir bitte verziehen. Aber dieses Rad, auf dem der Ellbogen der lagernden Fortuna auf diesem Geta-Denar ruht, drängt dem Betrachter den Eindruck förmlich auf, daß hier den unsanften Stößen einer völlig maroden Straße mit elastischen Mitteln entgegengewirkt werden sollte (oder war es nur der Wink oder die Hoffnung, daß den Winterschäden im Asphalt nach dem extrem kalten Winter doch möglichst schnell abgeholfen werden möge :wink: ?)
Jedenfalls rollte dieses Rad nicht auf seiner massivbronzenen Felge daher, sondern auf (jedenfalls mir) unbekanntem "Reifen", wie es einer Göttin Fortuna standesmäßig geziemte. Luxus pur!
Und weil der Ulk aus diesem thread schon grinsend herausschaut, werft doch auch mal einen Blick auf dieses dicke "Euter" unter den Oberschenkeln dieser Dame. Ob sich der Graveur gerade an den vergnüglichen vergangenen Abend erinnerte :wink: ? Sollten das nun die Falten des Gewandes sein, was mir wie unbekannte Zitzen (nicht der Fortuna :wink: ) vorkam ?

Sorry: "Dornfelder - Reinhessen , lieblich"! Bitte nicht bei mir beschweren, nur bei dem
denkt

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chinamul
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Beitrag von chinamul » So 29.03.09 10:53

Es ist nicht bekannt, ob der britische Tierarzt John Boyd Dunlop römische Münzen gesammelt hat, und falls ja, ob er diese Münze gekannt hat. Dann wäre möglicherweise die mit seiner Erfindung des Pneus verbundene Anekdote hinfällig, daß er durch den Lärm genervt wurde, den die eisernen Räder des Dreirades verursachten, mit dem sein kleiner Sohn durch das Haus rollte. Kurzentschlossen soll er daraufhin 1888 eine Art Pneu für das Gefährt improvisiert haben.
Aber, wie schon gesagt: Genausogut könnte es natürlich auch genau diese Münze gewesen sein, die ihm den entscheidenden Anstoß für seine epochale Erfindung gab. :D

Gruß

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Beitrag von richard55-47 » So 29.03.09 21:32

Sollte der Stempelschnitzer einen vergnüglichen Abend verbracht haben, so hat er sicherlich im Suff geschnitzt oder sowohl die Anzahl als auch Position der Nippel falsch erinnert haben. :D
do ut des.

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KarlAntonMartini
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Beitrag von KarlAntonMartini » So 29.03.09 21:37

Das Näschen könnte auch von Loriot stammen. Grüße, KarlAntonMartini
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heripo
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Beitrag von heripo » Mo 30.03.09 17:33

ich denke, es ist weder das Eine noch das andere: eine Cannapé-Armrolle soll ja weich und geschmeidig sein. Wenn sie z.B. mit Schaafwolle gefüllt ist, dann
braucht man an beiden Enden eine Art Korb - statt "Achse" sind die beiden Korb-Teller mit einem Strick verbunden, die an der Rad-Nabe mit einem schönen Messinknopf verziert wurden. Das ganze wird dann mit einem stabilen Teppich (wie eine Wurstpelle) umwickelt. Deutlich sieht man, wie das Gewicht des Oberkörpers über den Unterarm an die Rolle weitergegeben wird, weshalb diese sich entspr. verformt; und gelegentlich wird die Rolle mal ein Stückchen weitergedreht, damit sie wieder wohlig weich erscheint. Diese Dinger haben sich übrigens bis weit ins 19. - sogar ins 20. JH erhalten. - Die Römer waren ja bekanntlich Weltmeister im "herumliegen" ( sogar bei Tisch).
Im vorliegenden Falle scheint es sich allerdings um einen Linkshändler handeln, der sich hier auf seinem Cannapé hinflegelt - denn üblicherweise stützt man sich auf den linken Arm, wenn man Rechtshänder ist.
Wie man sieht: nicht jedes vermeintliche Wagenrad ist auch ein solches - man kann auch eine Wurst so (auf das Ende fokusiert ) fotografieren, daß auch die zusammengeschnürte Pelle wie ein Speichenrad aussieht - probiers ruhi mal - mit der Digi-Cam kostet's ja nix. :-) heripo
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Meiner Fähigkeiten bin ich mir durchaus bewußt - leider überwiegen aber immer noch die Unfähigkeiten !

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Beitrag von drakenumi1 » Do 02.04.09 22:38

Schön, daß Ihr meine etwas "lockere" Gangart mitgegangen seid, ob humorig oder auch ernsthaft. Und, wie heripo schon sagt, "...nicht jedes vermeintliche Wagenrad ist auch ein solches...", hier ist es das Lebensrad der Fortuna, als ihr Attribut für eine Glücks- und Schicksalsgöttin, welches für den Auf- und Abstieg im menschlichen Lebenslauf stehen soll.
Dank Euch, Ihr Humoristen, sagt

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