Elagabal und die Rache der Stempelschneider

Alles was so unter den Römern geprägt wurde.

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alexander20
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Beitrag von alexander20 » So 10.05.09 13:33

Hallo drakenumi1,

auch Karikaturen auf Münzen der neueren Zeit sind durchaus - vielleicht nicht die Regel- aber durchaus vorhanden. Auf die schnelle fallen mir da die berühmten Spottmedaillen auf einige Päpste ein oder auch einige Münzprägungen für Kaiser Wilhelm II. , die ihn mit wechselnden Hüten zeigen, was wohl einen karikaturistische Anspielung war auf die umfangreiche Reisetätigkeit des letzten deutschen Kaisers, der nicht umsonst auch Reisekaiser genannt wurde.

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beachcomber
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Beitrag von beachcomber » So 10.05.09 14:27

eins sollten wir bei der beurteilung der altersmässigen erscheinung von elalgabal (und anderen jugendlichen kaisern) nicht vergessen: das kindsein, wie wir es heute kennen, gab es damals sicher noch nicht.
kinder und jugendliche sind damals sicher schneller gealtert als heute, was sich natürlich auch in ihrer physiognomie ausdrückte!
grüsse
frank

alexander20
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Beitrag von alexander20 » So 10.05.09 15:04

Hallo beachcomber,

Kinder und Jugendliche wurden in der Antike sicher früher wie Erwachsene behandelt. Dennoch waren es eben Kinder und Jugendliche und dass sie schon wie Erwachsene behandelt wurden, das hat sich doch dann nicht in der Physiognomie ausgedrückt. Was anderes ist es eben, wenn kindliche bzw. jugendliche Kaiser auf Münzporträts älter dargestellt wurden.

alexander20

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Beitrag von beachcomber » So 10.05.09 15:51

doch, das schlägt sich auch in der physiognomie nieder.
wenn du mal mittelalterliche und früh-neuzeitliche gemälde anschaust, dann wirst du sehen, dass auch dort kinder schon mit einem erwachseneren gesichtsausdruck dargestellt werden. und ich denke nicht, dass das an der unfähigkeit der künstler lag, deren ausdruck richtig zu vermitteln.
selbst heutzutage haben kinder aus anderen kulturen, wo das leben härter ist schon erwachsenere züge.
strassenkinder in südamerika z.b., oder selbst hier bei mir in portugal, sieht man den kindern der sehr armen sinti und roma schon ein erwachsensein an, dass bei gleichaltrigen der restbevölkerung nicht vorhanden ist!
grüsse
frank

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Beitrag von richard55-47 » So 10.05.09 21:13

Die Kinder sehen auf römischen Münzen erwachsen aus, weil man das so wollte. Wie will man sonst dem untertanem Volk den "Herrscher" und seine Dynastie unter die Weste jubeln?
Geta und Caracalla wurden bewusst von Septimius Severus "aufgebaut" als "Caesares", mit anderen Worten: "mit beschränkter Befehlsgewalt". Kein Augustus hat sich Konkurrenz im eigenen Haus erzeugt. Folgerichtig wurden sie als "Infantes" resp. als "adulescentes" dargestellt. Sie wurden dem gemeinen Volk als "die kommenden Herrscher" vorgestellt. Jeder wusste, dass sie persönlich so gut wie nichts zu sagen hatten. Sollten sie etwas zu sagen haben, dann nicht "in persona", sondern durch ihren tutor. Der Grad der Befehlsgewalt wurde mittels Darstellung "Kind", "Milchgesicht", "fast volljährig" etc. nuanciert und ausgeweitet. Grundsatz: Je älter, desto mehr Bart, wobei zu berücksichtigen ist, dass ein 14-Jähriger so dargestellt wurde, dass er nach den heutigen Vorstellungen als 30-Jähriger durchkommt. Auch bei Kleinkindern wurde der (zukünftige) Herrscherstatus manifestiert, siehe Caius und Lucius bei Augustus.
Vespasianus hatte das Glück, seine Söhne Titus und Domitianus als auch im heutigen Sinne "erwachsen und regierungsfähig" bekannt zu machen. Diese Ausnahme bestätigt die Regel.

Damit will ich beachcombers Beispiel (Kinder, die es im Leben sehr hart trifft) nicht bestreiten. Münzportraits antiker Münzen sind aber sicherlich nicht hiervon beeinflusst.
do ut des.

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Beitrag von alexander20 » Mo 11.05.09 00:43

Hallo beachcomber,

ich sehe das ganz genauso wie richard55-47. Die Kinder bzw.Jugendlichen römischer Kaiserhäuser hatten ein überaus priviliertes Leben . Ihnen fehlte es an nichts. Wenn sie also auf Münzporträts älter dargestellt wurden als sie in Wirklichkeit waren, so geschah dies bewußt und gewollt.

alexander20

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