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Bitte um Bestimmungshilfe für subaeraten Denar
Verfasst: Mo 25.01.10 12:34
von justus
Dieser subaerate Denar des Caracalla treibt mich langsam zur Verzweiflung. Auch wenn natürlich bei "Subaeraten" Vorder- und Rückseite nicht zusammengehörig sein müssen, so ist nirgendwo eine Reverslegende mit "P M TR P XVIIII COS" zu finden. Selbst die Vorderseitenumschrift kann ich nicht vollständig bestimmen. Aber vom Portrait her muß es Caracalla sein.
Ich lese bzw. glaube folgendes erkennen zu können:
Av. […] ANTONINVS PIVS […] GERM / Büste mit Lorbberkranz n. r.
Rv. P M TR P XVIIII COS [IIII P P] / Liberalitas n. l. stehend, hält abacus and cornucopiae.
Nachtrag: Kann auch Felicitas sein!
Verfasst: Mo 25.01.10 13:33
von beachcomber
hallo iustus,
da der stil eher 'barbarisch' ist, muss also nicht eine bestimmte münze als vorlage gedient haben, und wird dementsprechend auch keine chance bestehen, ein passendesn zitat zu finden.
grüsse
frank
Verfasst: Mo 25.01.10 14:00
von andi89
Hallo!
Vorderseite: ANTONINVS PIVS AVG GERM
Rückseite: PM TR P XVIIII COS IIII PP;
Diese Rückseitenlegende des Caracalla aus dem Jahr 216 sollte das Vorbild gewesen sein. Die Rückseite gibt es zwar auf offiziellen Stücken des Caracalla gar nicht(nur mit Diana, Jupiter, Pluto, Serapis oder Sol), aber das ist ja bei subaeraten Denaren nichts so ungewöhnliches.
Andi
Verfasst: Mo 25.01.10 17:21
von quisquam
Die Vs-Legende könnte auch mit BRIT enden.
Grüße Stefan
Verfasst: Mo 25.01.10 19:15
von justus
Sehr gut, Stefan. Jetzt glaube ich es auch erkennen zu können -----> ANTONINVS PIVS AVG
BRIT. Danke für den Tipp!

Verfasst: Mo 25.01.10 20:30
von justus
Zwischen- oder Endergebnis ???
Caracalla
Denar (subaerat), irreguläre Münzstätte (Rom) nach 216 AD.
Av. ANTONINVS PIVS – AVG BRIT / Büste mit Lorbeerkranz n. r.
Rv. P M TR P XVIIII COS IIII P P / Liberalitas n. l. stehend, hält Zählbrett und Füllhorn.
Ref. vgl. RIC IVa 216.
Vorderseite und Rückseitendarstellung der Liberalitas sind mit RIC IV a 216 vergleichbar. Unterschiedlich nur Legendentrennung ANTONINVS PIVS – AVG BRIT, im Gegensatz zu ANTONINVS – PIVS AVG BRIT. P M TR P XVIIII COS IIII P P findet sich dagegen nur auf RIC IV a 280 ff.
Verfasst: Di 26.01.10 06:10
von quisquam
Hallo Justus,
da ist aber sehr viel Spekulation im Spiel. Warum dann nicht auch RIC 218 oder 219, wenn es sich überhaupt um Liberalitas handelt? Gibt es überhaupt Rückseiten mit stehender Liberalitas und reiner Ämterlegende?
Mit BRIT in der Vs- und TR P XVIII in der Rs-Legende kann die Münze nur hybrid sein (wenn man diesen Ausdruck überhaupt auf Subaerate anwenden will). Und da hier offenbar keine existierende Rückseite kopiert wurde, bzw. kaum nachvollziehbar ist welche Rückseite wie auch immer abgewandelt kopiert wurde, würde ich auf ein RIC Zitat notgedrungen verzichten.
Die Trennung PIVS-AVG gibt es übrigens auch offiziell.
Und zu guter Letzt: Was lässt dich denken, dass diese irreguläre Münze in Rom geprägt wurde?
Grüße, Stefan
Verfasst: Di 26.01.10 21:13
von justus
Hallo Stefan,
natürlich ist Rom keine "irreguläre Münzstätte". Gemeint ist Rom als Prägeort der Originalmünze, daher nur in Klammern.
Ob man den Ausdruck "hybride Prägung" für subaerate Denare verwenden kann, weiß ich auch nicht. Interessante Frage, aber dann wären ja fast alle aus dem 3. Jahrhundert hybrid.
Die Reversumschrift "P M TR P XVIIII COS IIII P P" gibt es für Caracalla nur mit Darstellung von Diana in Biga, Jupiter, Pluto, Serapis, Sol und Löwe, soweit mir bekannt ist.
Die Trennung PIVS-AVG gibt es zwar bei Caracalla-Denaren, aber nicht mit Liberalitas oder Felicitas auf der Rückseite.
Der kursive Anhang soll lediglich der näheren Beschreibung (Eingrenzung) dienen. Eine, alle Merkmale einschließende Referenz, kann es in diesem Fall wohl nicht geben, sorry!

Verfasst: Di 26.01.10 21:19
von quisquam
justusmagnus hat geschrieben:Die Trennung PIVS-AVG gibt es zwar bei Caracalla-Denaren, aber nicht mit Liberalitas oder Felicitas auf der Rückseite.
Hier ein Gegenbeweis:
http://www.acsearch.info/record.html?id=536
Grüße, Stefan
Verfasst: Di 26.01.10 21:32
von justus