Dolchhiebe auf Lug I Assen - Varusschlacht ???

Alles was so unter den Römern geprägt wurde.

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quinctilius
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Re: Dolchhiebe auf Lug I Assen - Varusschlacht ???

Beitrag von quinctilius » Fr 30.12.22 23:53

….noch ein Nachtrag für die Geschichtsinteressierten:
Man will jetzt die Legio XIX in Kalkriese per metallurgischem Fingerabdruck - insbesondere über Vergleichsfunde aus Dangstetten, wo sie zeitweise stationiert war- identifiziert haben.
Ob das die Diskussion um Kalkriese beenden wird ? 😎

https://www.archaeologie-online.de/nach ... nach-5466/

VG
Quinctilius
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Hansa
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Re: Dolchhiebe auf Lug I Assen - Varusschlacht ???

Beitrag von Hansa » Sa 31.12.22 12:15

Wenn es überhaupt noch eines Arguments für die Anwesenheit (und Vernichtung) der 19. Legion in Kalkriese bedurft hätte, so ist es jetzt da. Mögen die wenigen Kritiker verstummen und jetzt einfach mal die zahlreichen Fakten akzeptieren. Rätselhafter ist jedenfalls der Fund des einzigartigen Schienenpanzers, den wir als historische Darsteller und "germanische Haustruppe" in der Restaurationswerkstatt bestaunen durften.
Damit ist das Thema der 1. Legion in Kalkriese auch erledigt, was eigentlich klar war...
Grüße Hans

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Re: Dolchhiebe auf Lug I Assen - Varusschlacht ???

Beitrag von andi89 » Sa 31.12.22 12:58

Spannend finde ich vor allem die Zuordnung eines metallurgischen Fingerabdrucks zu einer Legion, die man hier etabliert haben will.
Ebenso interessiert mich die "neue wissenschaftliche Methode", die man angewandt hat. Aber da werde ich mich wohl noch gedulden müssen. In dieser wissenschaftlichen Disziplin hat man es nämlich alles andere als eilig seine Erkenntnisse zu publizieren.

Beste Grüße
Andreas
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Re: Dolchhiebe auf Lug I Assen - Varusschlacht ???

Beitrag von Hansa » So 01.01.23 17:47

Hej Andreas, ich denke, da es eine Doktorarbeit der Chemikerin an der Ruhr-Uni ist, wird die Veröffentlichung nicht lange auf sich warten lassen. Das Interesse an der Arbeit ist angesichts der Bedeutung des Fundplatzes Kalkriese zu hoch, als dass die Publikation lange zurückgehalten werden kann.
Gruß Hans

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Re: Dolchhiebe auf Lug I Assen - Varusschlacht ???

Beitrag von Rollentöter » So 01.01.23 20:40

Doktorarbeiten werden automatisch veröffentlicht. Einfach beim Fachbereich Chemie der Uni nachfragen. Frühervgan es die dann für die Kopierkosten, heute EDV per ?? DATEI ??
Gruß

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Re: Dolchhiebe auf Lug I Assen - Varusschlacht ???

Beitrag von andi89 » So 01.01.23 23:42

Rollentöter hat geschrieben:
So 01.01.23 20:40
Doktorarbeiten werden automatisch veröffentlicht ...
Allerlei Dinge passieren automatisch. Das auch die Veröffentlichung von Doktorarbeiten dazuzählt wäre mir neu ... es gibt zahlreich Gründe, die eine Veröffentlichung verhindern (Klassiker: Der Promotionsstudent erhält ein Jobangebot, der Arbeitgeber legt keinen gesteigerten Wert auf die beiden Buchstaben vor dem Namen, und schon schwindet die Motivation und Zeit zum Zusammenschreiben der Arbeit). Und da hier ja anscheinend auch keine (Teil)Ergebnisse in Fachjournalen veröffentlich werden, kann man Ergebnisse halt auch erst vernünftig beurteilen, wenn man was handfestes vorliegen hat.
Aber naja, was weiß ich schon ...

Beste Grüße
Andreas
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Re: Dolchhiebe auf Lug I Assen - Varusschlacht ???

Beitrag von Rollentöter » Mo 02.01.23 03:33

Wenn das Promotionsvergshren vor dem Abdchluß abgebrochen wird und damit gar keine Doktorarbeit vorgelegt wird, kann auch keine veröffentlicht werden. Weil es keine gibt! Wird eonebDoktorarneit vorgelegt und der Doltortitelberworben., dann wird automatisch veröffentlicht.

Also was sind daa für Ausführungen auf die sich bezogen wird? Eine Doktorarbeit oder rin Bericht einer Stidentin/Doktotantn?
Gruß

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Re: Dolchhiebe auf Lug I Assen - Varusschlacht ???

Beitrag von andi89 » Mo 02.01.23 07:55

Was haben wir aktuell zum Thema vorliegen? Eine Pressemitteilung bei archaeologieonline. Das ist als Teaser ja ganz nett, aber aus wissenschaftlicher Sicht halt komplett inhaltsleer. Verstehe mich nicht falsch, das ist für den Moment vollkommen okay. Allerdings kann man die gemachten Aussagen halt erst gut bewerten, wenn man die angewandten Methoden kennt und weiß was wie gemacht wurde und dies auch von entsprechender Stelle bewertet wurde. Der vollständigste Fall wird wohl eine Doktorarbeit sein. Aber Teile davon kann man ja auch schon davor in Fachzeitschriften (mit Peer-Review) veröffentlichen. Gerade wenn man neue Methoden angewandt hat. In dem Bereich der chemischen Wissenschaft, aus dem ich komme ist das Standard. Man versucht so schnell wie möglich in Fachzeitschriften zu veröffentlichen, und irgendwann kommt dann (meist nach Abschluss des größeren Projekts) die Doktorarbeit dazu. Kann natürlich sein, dass das geplant ist, man es nur nicht erwähnt hat.
Wollte nur festgestellt haben, dass wir aktuell nichts Überprüfbares vorliegen haben. Was schade ist, da ich das Thema interessant finde und mich auf mehr Infos freue. Mir aber eben auch klar ist, dass es keines Falls ein Selbstläufer ist, dass es zu einer Veröffentlichung kommt.

Beste Grüße
Andreas
(Der zum Thema keinen Streit vom Zaun gebrochen haben wollte)
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Re: Dolchhiebe auf Lug I Assen - Varusschlacht ???

Beitrag von Rollentöter » Mo 02.01.23 12:05

Entschuldige, ich bezog mich auf die Aussage von @Hansa ,(wohl Doktprarbeit!) und ging dabei von einer Dokrorarbeit nach Erlangung des Doltorgrades aus (die werden zwingend Veröffentlichz) Sollte es sich allerdings um einen veröffentlichten "Zwischenbericht" oder um den "Entwurf" einer geplanten Dissertation handeln ja dann steht innen Sternen ob und wann man da wieder was davon hört.

Da.hab ich Hansa wohl falsch verstanden.
Gruß

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Re: Dolchhiebe auf Lug I Assen - Varusschlacht ???

Beitrag von Atalaya » Mo 02.01.23 13:41

Ich glaube nicht, dass es sich hier um eine eigentliche Chemie-Diss an der RUB handelt. Das geht doch mehr in die Richtung Archäometallurgie. Die Autorin ist ja auch mit Bergbaumuseum und TH Georg-Agricola verbandelt. In der Regel werden solche Pressemitteilungen nach bestandener Promotionsprüfung, aber weit vor Veröffentlichung der Arbeit gemacht.

Will man nur den Titel und danach der Wissenschaft den Rücken kehren, kann es je nach Promotionsordnung das Schnellste sein, die Arbeit online zu stellen und die ausgedruckten Pflichtexemplare abzugeben. Aber hat man weitergehende Ambitionen, kommen ganz andere Faktoren ins Spiel:

Wenn der Betreuer Publikationsauflagen gemacht hat, muss der Text erstmal überarbeitet werden, das kann dauern. Viele wünschen sich dann auch eine ordentliche Publikation, entweder als größerer Zeitschriftenbeitrag, als eigenständige Monographie oder als Teil einer Reihe. Die beiden letzten Möglichkeiten kosten sicher einiges, Druckvorbereitung und -legung braucht auch Zeit. Gibt es bei einer Zeitschrift oder Publikationsreihe noch ein Peer review? Wo wird die Arbeit von den Herausgebern in ihre Publikationsplanung eingestellt? Hat der Verlag vielleicht noch eigene Zeitvorstellungen? Da können dann schonmal ein paar Jahre ins Land ziehen, ohne dass der oder die Autorin etwas dafür kann.
Zuletzt geändert von Atalaya am Mo 02.01.23 14:15, insgesamt 2-mal geändert.
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Re: Dolchhiebe auf Lug I Assen - Varusschlacht ???

Beitrag von Atalaya » Mo 02.01.23 14:01

... und wer es gar nicht erwarten kann, schaut schonmal in die erwähnte Vorgänger-Arbeit.
"...und noch heute ist es in Neapel höchst ergötzlich, die Münzen mit dem Kopfe Murats friedlich neben denen mit dem Kopfe Ferdinands im Gebrauch zu sehen."
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Re: Dolchhiebe auf Lug I Assen - Varusschlacht ???

Beitrag von Altamura2 » Mo 02.01.23 17:02

Atalaya hat geschrieben:
Mo 02.01.23 13:41
... In der Regel werden solche Pressemitteilungen nach bestandener Promotionsprüfung, aber weit vor Veröffentlichung der Arbeit gemacht. ...
Nach meinem Wissen muss aber üblicherweise zuerst die Doktorarbeit vorliegen und akzeptiert werden, bevor man überhaupt zur Prüfung antreten kann. Ob die Arbeit dann gleich veröffentlicht wird, ist aber ein anderes Thema. Ist eine Buchveröffentlichung geplant, dann bleibt eine Arbeit (zumindest die digitale Version) unter Umständen für die Öffentlichkeit auch erstmal gesperrt :? .

Wenn es hier: https://www.westfalenspiegel.de/der-fin ... des-varus/
Ende Juli 2022 heißt "Diekmann hat die Laborarbeiten mittlerweile abgeschlossen und mit der komplexen Auswertung der Daten begonnen.", dann ist die Dissertation vielleicht noch gar nicht eingereicht. Im Bibiothekskatalog der Ruhr-Universität Bochum findet sich jedenfalls noch nichts.

Gruß

Altamura

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Re: Dolchhiebe auf Lug I Assen - Varusschlacht ???

Beitrag von Rollentöter » Mo 02.01.23 18:20

Ist doch ganz einfach. Hat derjenige der dies festgestellt hat nicht die berühmtennzwei Buchstaben vor deinem Namen, dann ist er wohl kein Doktor und das auch keine Doktorarneit (aber mgl. der Entwurf dazu!).
Gruß

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Re: Dolchhiebe auf Lug I Assen - Varusschlacht ???

Beitrag von Atalaya » Mo 02.01.23 18:21

Mit Promotionsprüfung meinte ich Abgabe der Arbeit, ihre Beurteilung und Verteidigung. Manchmal, je nach Promotionsordnung, folgt auch noch ein Rigorosum. Danach kommt irgendwann die Publikation und erst dann erhält man die Promotionsurkunde und das Promotionsverfahren ist beendet.
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Re: Dolchhiebe auf Lug I Assen - Varusschlacht ???

Beitrag von quinctilius » Mo 02.01.23 20:07

…..der ging grad bei EBay.de für 282 EUR weg, Lugdunum As, Varus Gegenstempel und zahlreiche Einhiebe, ganz typisch für unser Phänomen.
Was den „metallurgischen Fingerabdruck“ angeht, so
staune ich etwas ungläubig, dass man damit eine bestimmte Legion identifizieren will -das setzt ja voraus, dass alle einen eigenen haben, wobei man viele (XVII ?, XVIII?) ja gar nicht eindeutig lokalisieren kann - nun ja, warten wir die Dissertation ab. Wenn sich tatsächlich die Legionen des Caecina (Pontes Longi) ausschließen lassen, so bleibt nur noch die Varusschlacht übrig und unser Phänomen liesse sich zumindest zeitlich dem Heeresverband des Varus zuordnen. Auch die Meuterei 14 n. Chr. am Niederrhein als Ursache wäre dann vom Tisch.
Alles in Allem eine spannende Entwicklung.

VG
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