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Seltsamer römischer Serratus mit Eichel???
Verfasst: Do 05.07.12 21:08
von ganimed1976
Hallo liebe Forengemeinde
Kann mir vielleicht jemand mit folgendem Stück weiterhelfen?
Die Münze ist nicht mir, sondern jemandem aus einem anderen Forum. Es war ein Bodenfund.
Auf den ersten Blick würde ich sagen, es handelt sich um einen republikanischen Serratus Denar oder evtl. ein griechisches Stück. Aber ich hab ein solches noch nie zuvor gesehen. Auch die Suche im Netzt ergab nichts konkretes.
Die "Münze" hat etwa die Größe eines 10 Cent Stückes und soll ca. 3 mal so schwer sein. Material: wahrscheinlich Silber (jedoch nicht sicher).
Kann sie jemand bestimmen?
Gruß und danke im Voraus für eure Mühe
Olli
Re: Seltsamer römischer Serratus mit Eichel???
Verfasst: Do 05.07.12 21:21
von ischbierra
Hallo ganimed,
auf dem unteren Bild glaube ich eine Ziffer 6 zu sehen. Dann ist es weder römisch noch griechisch. Eine Eichel ist das auch nicht, siehr eher wie eine Schraube mit Mutterkopf oder ein Stöpsel aus. Könnte das Material Blei sein? Die Verzierung an der "Schraube" sieht so ein bißchen nach 18,Jhd.aus. Aber was es sein könnte - keine Ahnung.
Gruß ischbierra
Re: Seltsamer römischer Serratus mit Eichel???
Verfasst: Do 05.07.12 21:23
von Numis-Student
ischbierra hat geschrieben:Hallo ganimed,
auf dem unteren Bild glaube ich eine Ziffer 6 zu sehen.
eher sogar eine 16 mit einer "lateinischen" eins, also I6...
Re: Seltsamer römischer Serratus mit Eichel???
Verfasst: Do 05.07.12 21:32
von ganimed1976
Hallo ischbierra
Ja, das Material könnte auch Blei sein. Aber mit sicherheit kann ich es nicht sagen, weil mir die Münze nicht vorliegt.
An eine Bleiplombe hatten die Leute im Bodenfundforum auch bereits gedacht....auch wurde dort die vermeintliche Ziffer "16" bereits diskutiert. Nur ist der gezackte Rand halt recht untypisch für eine Sackplomde.
Daher wollte ich lieber auf Nummer Sicher gehen und mal vorsichtshalber hier nachfragen.
Das Gebilde auf dem oberen Bild erinnert auch entfernt an eine Säule, wie die eines Tempels.
Hmmm, ich Danke Dir jedenfalls schonmal für deine Einschätzung.
Gruß,
Re: Seltsamer römischer Serratus mit Eichel???
Verfasst: Do 05.07.12 21:33
von richard55-47
notfalls noch 91.
Die Schwünge über dem Objekt auf der oberen Münze sind nicht römisch oder griechisch.
Ansonsten ist mir alles an dem Objekt fremd.
Re: Seltsamer römischer Serratus mit Eichel???
Verfasst: Do 05.07.12 21:43
von ganimed1976
Vielen Dank an alle
Obwohl, wenn ich so überlege....ich suche selbst seit Jahren mit meinem Detektor und habe in der Zeit schon so einige Bleiobjekte wie, Musketenkugeln, Sackplomben oder undefinierbare Bleigebilde gefunden (ca. 200 Stücke). Aber noch niemals kam ein Bleistück aus dem Boden, welches keine Patina aufwies. Das Blei kommt immer mit einer braunen bis fast weißen, dicken Patina aus dem Erdreich. Das hier wäre das erste bleierne Fundstück ohne eine solche.
Ich glaube daher eigentlich nicht an Blei. Eine Plombe wäre damit also quasi auszuschließen.
Aber was könnte es dann sonst sein?

Re: Seltsamer römischer Serratus mit Eichel???
Verfasst: Fr 06.07.12 01:10
von Argonaut
vielleicht gehört es zu einem Brettspiel oder eine Losnummer, wobei eine Eichel nicht zu verkennen ist, es hat ja auch zwei angedeutete Blattansätze.
Gruss Argonaut
Re: Seltsamer römischer Serratus mit Eichel???
Verfasst: Fr 06.07.12 06:49
von Invictus
Bis zum 19. Jahrhundert gab es die im heutigen Sinne übliche Stallfütterung noch nicht. Im Herbst trieb man die Schweine deshalb in die Wälder, damit sich die Viecher an den am Boden liegenden Eicheln fett fressen konnten.
Im Fürstentum Anhalt bspw. hatte man dafür zu Beginn des 18. Jh. 1 Taler pro Tier an das Fürstliche Forstamt zu zahlen (sogenannte Eichelmast). Es wäre möglich, dass dies eine Marke hierfür sein könnte (Avers: Eichel / Revers: Wertangabe) Was die "16" bedeutet weiß ich auch nicht. Da damals in Mitteldeutschland 1 Taler = 24 Groschen und 1 Gulden (= 2/3 Taler) = 16 Groschen galt könnte ich mir gut vorstellen, dass hier die "Wertmarke" so zu deuten wäre: Der Besitzer hat die Gebühr von einem Gulden für die Eichelmast bezahlt. Da der Wald dem Fürsten gehörte ist es vorstellbar, dass man bei einer Kontrolle durch den Förster für jedes Schwein, was man in den Wald getrieben hatte, die zugehörige "Marke" vorzeigen musste.
Die Mastbäume (oftmals mehrere Jahrhunderte alte Eichen) standen unter besonderen Schutz und durften nicht gefällt werden. Ein unerlaubtes Abholzen wurde deshalb sehr viel härter bestraft als bei anderen Bäumen, denn man entwendete damit nicht nur Bauholz, sondern entzog dem Fürsten auch eine jährliche Einnahmequelle.
Aber wie gesagt, nur eine Vermutung... Stell das Teil doch mal im Unterforum "Altdeutschland" vor...
Re: Seltsamer römischer Serratus mit Eichel???
Verfasst: Fr 06.07.12 11:25
von Argonaut
das geht sicher in diese Richtung und hört sich auch plausibel an.
Gruss Argonaut