Eine Geschichte die mich immer wieder packt und doch nicht in Ruhe läßt.
Ja, das ist ein sehr schwammiges und durchwachsenes Thema, welches noch einer enormen
Durchleuchtung bedarf.
Barbarische Imitiationen, Lokalprägungen und Provinzmünzen gab es wohl zu jeder Epoche im
römischen Reich. Für alles gibt es eine Erklärung, egal ob wir sie schon kennen oder nicht. Um
dieser jedoch auf den Grund zu gehen, sollten wir zwischen den verschiedenen Spezien unterscheiden.
Je nach Zeitalter oder auch den politischen Hintergründen. An Literatur gibt es bestimmt schon
einiges zu diesem Thema.
Mit Sicherheit sind Lokalprägungen in irgend einer Weise auch Provinzmünzen.
Nur für deren Verbreitung wird es unterschiedliche Ursachen geben.
Ich denke die speziel von Pipin auf die Lokalprägungen gestellte Frage bezieht sich auf die Imitaionen
des gallischen Sonderreiches gegen Ende des 3. Jahrhunderts. Es gab Kaiser und Gegenkaiser. Jeder hatte
sozusagen sein Süppchen zu kochen. Unter Kaiser Aurelianus waren diese Prägungen wohl nicht erwünscht,
während z.B. die Gegenkaiser Tetricus I. und II. nach der Niederlage keine andere Wahl hatten, als ihr Volk
mit weiteren inoffiziellen Prägungen zu beglücken. Die offiziellen Offizine hatte sich Aurelianus unter den
Nagel gerissen und konnte weiter seine "Serie" vortsetzen. Dies würde auch erklären, warum es keine oder
kaum barbarische Prägungen von ihm gibt, während zur selben Zeit eine Unmenge Stücke seiner Gegenkaiser
entstanden. Ein weiterer Fakt wäre die Tatsache, das es auf "Barbaren" keine Emissionszeichen gibt. Wie auch.
Aus offizieller Sicht gab es keine Emissionen für diese, da von "Rom" nicht geduldet. Von den Gegenkaisern jedoch
schon.
Also könnte man von einer inoffiziell geduldeten Prägung sprechen. Je nach dem wie man es sieht.
Nicht zu verwechseln mit den offiziellen Prägungen der einzelnen Provinzen Roms.
Grüße Laurentius