Kuriosum zur Prägetechnik

Alles was so unter den Römern geprägt wurde.

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Re: Kuriosum zur Prägetechnik

Beitrag von Invictus » Di 23.07.13 23:34

Arminius hat geschrieben:Ich vergass: Erschwerend kommt jedoch noch hinzu, dass der besagte Lehrling am Vorabend einige Becher des makedonischen Weines zuviel genossen hatte. :drinking:

Da auch das heranziehende Gewitter des Vorabends überraschenderweise ausblieb und die Schwüle des Vortages auch am nächsten Morgen noch in den noch immer heißen Räumen der Münzstätte Thessalonika unbarmherzig die vorgegebenen Arbeitsgänge erschwerte, war der mit Aufräumarbeiten beauftragte Lehrling einerseits durch heftige Kopfschmerzen beeinträchtigt, wärend er in den beschwerdefreien Momenten genussvoll den Erinnerungen des Vorabends nachhing. :angel:
So konnte es geschehen, dass ...
Hauptsache, der hat nicht noch die Zangen vollgekotzt....
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Re: Kuriosum zur Prägetechnik

Beitrag von Arminius » Di 23.07.13 23:39

[quote="Invictus"][quote="Arminius"]Ich vergass: Erschwerend kommt jedoch noch hinzu, dass der besagte Lehrling am Vorabend einige Becher des makedonischen Weines zuviel genossen hatte. :drinking:

Da auch das heranziehende Gewitter des Vorabends überraschenderweise ausblieb und die Schwüle des Vortages auch am nächsten Morgen noch in den noch immer heißen Räumen der Münzstätte Thessalonika unbarmherzig die vorgegebenen Arbeitsgänge erschwerte, war der mit Aufräumarbeiten beauftragte Lehrling einerseits durch heftige Kopfschmerzen beeinträchtigt, wärend er in den beschwerdefreien Momenten genussvoll den Erinnerungen des Vorabends nachhing. :angel:
So konnte es geschehen, dass ...[/quote]

Hauptsache, der hat nicht noch die Zangen vollgekotzt....[/quote]

Ach ja, das hatte ich ja total vergessen:

Die Aufräumarbeiten wurden zudem dadurch erschwert, dass eine anfangs nur leichte Übelkeit ...
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Ich lasse mich durch Ansichts- und Glaubensfragen nicht in einen Empörungsmodus bringen.

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Re: Kuriosum zur Prägetechnik

Beitrag von quisquam » Mi 24.07.13 07:40

Invictus hat geschrieben:Und das man Münzstempel mit der Zange anfasste? Weiß jemand von euch darüber mehr? Mir ist nur bekannt, dass man sich der Zangen wegen der erhitzten Schrötlinge bediente.
Die Stempel dürften beim Prägen sehr heiß geworden sein.

Eine Frage die sich mir schon lange stellt ist, wie die Stempel justiert wurden, ob nur per Augenmaß oder auch durch mechanische Hilfen. Denn auch bei Posas Stück hat man anscheinend zwischen Vorder- und Rückseite eine Stempeldrehung von 0 bzw. 180 Grad und zwischen den beiden Rückseiten 180 Grad. Ich habe eine ähnliche Überprägung, bei der dies genauso ist, allerdings mit beiden Rückseitenabschlägen, die ich bislang als vom gleichen Stempel ansah, aus der selben Offizin.

Grüße, Stefan
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Re: Kuriosum zur Prägetechnik

Beitrag von Posa » Mi 24.07.13 07:42

... das hatte dann mehrere un- und mittelbare Folgen:
1. hübsche Thessalierin weg: "Ih, der ist ja voll eklig und total peinlich!"
2. abscheuliche Stempelkorrosion
3. Job weg
4. Thessalierin wollte folglich erst recht nichts mehr von ihm wissen.

...so kann´s gehen! CIGAREETS AND WHUSKEY AND WILD WILD WOMEN: http://www.youtube.com/watch?v=yVw96wzmZC8

Gruß Posa

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Re: Kuriosum zur Prägetechnik

Beitrag von Invictus » Mi 24.07.13 08:14

quisquam hat geschrieben:Die Stempel dürften beim Prägen sehr heiß geworden sein.
Völlig richtig.
Es wird allerdings auch angenommen, dass die Stempel in Wasser oder Öl gekühlt wurden, um den Verschleiß hinauszuzögern.
Der Stempelhalter könnte Handschuhe getragen haben resp. der Oberstemepl war umwickelt/ummantelt, um die Hitze abzumildern.
Einen mit Zange gehaltenen Oberstempel passgenau auf den Schrötling zu setzen halte ich für schwieriger (und auf Dauer anstrengender).
Und wie schon erwähnt: es gab ja offensichtlich auch die Art der Kaltprägung (Ae), da erübrigt sich die Frage nach heiß gewordenen Stempeln ohnehin.

Noch ein Wort zum Stempelhammer.
Auf alten zeitgenössischen Stichen hat er eine andere Form wie bspw. auf dem italienischen Rekonstruktionsrelief:
http://artgen.billerantik.de/articles/C ... fe/110.jpg
http://opac.bbf.dipf.de/bildarchiv/Jpeg ... 0_011a.jpg
Da verjüngt er sich bspw. nicht wie hier http://www.baufachhaus.de/bilder/produk ... nstiel.jpg. Beim Schlagen auf den Stempel dürfte doch eine Schlichthammerform http://werkzeugfabrik-krenzer.de/wp-con ... mer-ot.jpg oder Fäustlingform zweckdienlicher sein, oder?
quisquam hat geschrieben:Ich habe eine ähnliche Überprägung, bei der dies genauso ist, allerdings mit beiden Rückseitenabschlägen, die ich bislang als vom gleichen Stempel ansah, aus der selben Offizin.
Kannst du bitte die Münze zeigen?
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Re: Kuriosum zur Prägetechnik

Beitrag von quisquam » Mi 24.07.13 10:34

Meine Münze ist etwas früher, ein Konstantin II als Caesar, Offizin Theta der Münzstätte Konstantinopel. Ich bin immer noch der Ansicht, dass bei meiner Münze die beiden Rückseitenprägungen vom gleichen Stempel sind, wobei ich mir die Stempeldrehung um genau 180 Grad schlecht erklären kann. Eine alternierende Prägung mit zwei Rückseitenstempeln wäre plausibler.

Grüße, Stefan
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Constantinus II Konstantinopel Theta.jpg
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Re: Kuriosum zur Prägetechnik

Beitrag von Invictus » Mi 24.07.13 11:11

Danke für's Zeigen.
Denke auch, dass hier zweimal der gleiche Oberstempel zum Einsatz kam.
x.JPG
x.JPG (9.9 KiB) 1070 mal betrachtet
xx.JPG
xx.JPG (6.75 KiB) 1066 mal betrachtet
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Re: Kuriosum zur Prägetechnik

Beitrag von quisquam » Mi 24.07.13 11:32

Hast Du eine Erklärung für die Drehung des Rückseitenstempels um 180 Grad?
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Re: Kuriosum zur Prägetechnik

Beitrag von Invictus » Mi 24.07.13 12:36

Nein, überhaupt nicht.
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Re: Kuriosum zur Prägetechnik

Beitrag von Invictus » Mi 24.07.13 12:53

Es hat auch den Anschein, dass es neben dem 180°-Schalg noch einen Doppelschlag gegeben hat (die Soldatenbeine = rot und grün). Aber das müsstest du in der Hand sicher besser sehen können.
xxx.JPG
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Re: Kuriosum zur Prägetechnik

Beitrag von quisquam » Mi 24.07.13 13:27

Auch in der Hand wage ich mich nicht festzulegen ob Doppelschlag oder nicht, ich denke aber eher nicht.
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Re: Kuriosum zur Prägetechnik

Beitrag von beachcomber » Mi 24.07.13 13:56

na ja einen doppelschlag gab's in jedem fall, sieht man ja am av! die 180 grad-drehung ist eigentlich leicht zu erklären: wie man an der stempelstellung sehen kann wurde ja wohl kein freihändiger oberstempel benutzt (wie bei diesen späten münzen wohl immer, schliesslich ist die stempelstellung dort immer entweder 6 oder 12 uhr), sondern ein fest verbauter. so könnte sich der oberstempel aus der vorrichtung gelöst haben, und wurde dann um 180 grad verdreht wieder eingestzt.
grüsse
frank

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Re: Kuriosum zur Prägetechnik

Beitrag von quisquam » Mi 24.07.13 14:06

Apropos "fest verbauter Oberstempel" : Hier eine Prägezange, mit der Kleinbronzen des Constans geprägt wurden.
http://www.inumis.com/ressources/rome/b ... n/pl1.html

Und über die Suche im Forum gerade gefunden und auch im Zusammenhang mit Posas Münze sehr interessant (der gar nicht so alte Thread war mir irgendwie entgangen) :
http://www.numismatikforum.de/viewtopic ... 36#p391636

Leider nicht stempelgleich mit Posas Exemplar, wäre aber auch zu viel an Zufall gewesen.

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Re: Kuriosum zur Prägetechnik

Beitrag von Invictus » Mi 24.07.13 14:51

@quisquam: Danke für's Nachschauen & die Links.
@Frank: Eine plausible Erklärung.
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Re: Kuriosum zur Prägetechnik

Beitrag von quisquam » Mi 24.07.13 15:21

@Frank & Invictus: So ganz will mir nicht einleuchten, dass man den Oberstempel umhängt (wie auch immer die Konstruktion ausgesehen haben mag), aber die zuletzt geprägte Münze auf dem Unterstempel liegen lässt.
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