römische Objekte und Artefakte.

Alles was so unter den Römern geprägt wurde.

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Tejas552
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Re: römische Objekte und Artefakte

Beitrag von Tejas552 » Sa 20.08.16 12:49

Könnte man die Verkrustungen am Oberkörper und dem Kopf nicht reinigen lassen? Ich glaube übrigens auch, dass die Figure nie Beide hatte.

Ich möchte hier auch mal einige Artefakte aus meiner Sammlung zeigen. Diese Gegenstände sind natürlich nicht römisch sondern ostgermanisch. Diese komplette weibliche Trachtausstattung stammt aus der Zeit von um 400 n.Chr. und kann den Goten zugerechnet werden. Die Fibeln sind in perfektem Zustand, d.h. sie sind voll funktionsfähig, was man sehr selten antrifft. Die kleinen Fibeln hielten ein leichtes Peplosgewand. Die grosse Fibel könnte ein Schultertuch gehalten haben. Das runde Objekt mit dem Loch ist ein Spinnwirtel aus Blei. Bei den beiden Objekten oben links handelt es sich um typische Amulette in Form eines Hammers und eines Siebes. Die Kette ist für die Tschernjachov-Kultur typisch und besteht aus einer Art Chalzedon. Die grünen Objekte sind Schnalle und dazugehöriges Riemenendstück.
Das oberste Bild zeigt ein ähnliches Ensemble - ähnliche Fibulae und Kette- aus einem Museumskatalog.

Gruss
Dirk

PS Falls sich jemand fragt - die Stücke wurden legal erworben.
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Screen Shot 2016-08-20 at 15.11.44.png
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justus
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Re: römische Objekte und Artefakte

Beitrag von justus » Sa 20.08.16 13:54

Das macht mich doch neugierig ! Wo kann man denn die komplette Trachtausstattung eines gotischen Frauengrabes heutzutage noch >legal< erwerben ? :o

P. S. Schöne Stücke. :wink:
mit freundlichem Gruß

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Tejas552
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Re: römische Objekte und Artefakte

Beitrag von Tejas552 » Sa 20.08.16 14:52

Bei internationalen Auktionshäusern wie Spink und Sotheby's in London. Ein auf diese Art der Objekte spezialisiertes Auktionshaus ist Timeline Originals, ebenfalls aus England. Daneben gibt es noch viele andere. Siehe zum Beispiel hier:

http://www.ancienttouch.com/early-medie ... ibulae.htm


Zwar sind diese Stücke ganz besonders gut erhalten und somit auch besonders selten. Allerdings sind solche Fibeln usw. an sich nicht seltener als viele römische Münzen, die regelmässig gehandelt werden. Die vorliegende Gruppe ist übrigens bei einem Museum registriert und dokumentiert.


Gruss
Dirk
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Re: römische Objekte und Artefakte

Beitrag von Tejas552 » Sa 20.08.16 15:04

Richtig selten sind Fibeln wie diese hier. Eine angel-sächsische Prunkfibel aus der Zeit um 500 n.Chr. Ebenfalls aus meiner Sammlung. Aber auch solche Stücke kann man problemlos im Kunsthandel kaufen. Auch diese Fibel ist samt Fundort und Fundumstände bei einem Museum registriert. Die Ausfuhr aus England ist sowieso nur möglich nachdem das British Museum das betreffende Objekt freigegeben hat.

Gruss
Dirk
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Re: römische Objekte und Artefakte

Beitrag von schnecki » Sa 20.08.16 15:10

Ist ja alles OK , aber mir wäre das zu heiss , abgesehen davon wüsste ich gar nicht , in welchem Tresor ich das Zeugs verstecken soll !!!

m.f.g Alex
SI DEVS PRO NOBIS , QVIS CONTRA NOS ?

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Tejas552
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Re: römische Objekte und Artefakte

Beitrag von Tejas552 » Sa 20.08.16 15:22

Die Lagerung ist sicher ein Problem, aber ich glaube ihr habt falsche Vorstellungen was die Preise angeht. Die angelsächsische Fibel hat GBP 800 gekostet, die gotischen Objekte kosteten zusammen weniger als 1000 euro. Münzen sind im direkten Vergleich zu Artefakten viel viel teuerer. Da zahlen Sammler für winzige Bronzekrümmelchen auf denen man nahmen wie Avitus oder Johannes nur erahnen kann hunderte oder tausende von Euros. Zwar kann man diese Bronzekrümmel besser verstauen, aber wertmässig stehen sie in keinem Verhältnis zu Kunstobjekten aus dieser Zeit. Die Freude an solchen Objekten ist ungleich grösser. Ich habe sie übrigens einfach in einem Klemmrahmen an der Wand. Ich freue mich jeden Tag drüber und wenn sie gestohlen werden habe ich Pech gehabt.

Gruss
Dirk

PS Ich habe natürlich selber Bronzekrümmel-artige Münzen :)

PPS Eigentlich ist auch nichts "heiss" dran. Ich habe zu jedem Objekt eine Bestätigung des British Museum, dass das Stück legal gekauft und ausgeführt wurde. Das kann man bei Münzen in der Regel nicht vorweisen.

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chinamul
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Re: römische Objekte und Artefakte

Beitrag von chinamul » Di 23.08.16 14:41

Vielleicht sollte man bei aller Furcht vor Beraubung auch mal dies bedenken: Wenn man seine Sahnestücke freizügig im Forum zeigt, bietet das möglicherweise einen gewissen Schutz, zumindest gegenüber denjenigen Spitzbuben, die sich im Forum ihre Informationen darüber abgreifen, wo sich ein Bruch lohnen könnte. Ein Objekt, das hier mal veröffentlicht wurde, birgt angesichts der großen Zahl der vielen aufmerksamen und sachkundigen Mitleser bei uns für den Dieb beim Versuch, es nach einem Diebstahl weiterzuverkaufen, ein erhebliches Risiko, zumal es sich bei mit Bild vorgestellten Antiken immer um eindeutig wiedererkennbare Stücke handelt.

Und hier eine weitere Bronzestatuette (Höhe 77 mm) aus der Sammlung meiner Frau, diesmal eine der Isis-Tyche (bzw. Isis-Fortuna). Die Göttin führt ihre üblichen Attribute mit sich, d. h. das Steuerruder in der Rechten und das Füllhorn in der Linken. Daß es sich hier um eine Isis-Tyche handelt, wird an ihrem hohen Kopfputz deutlich, der Isiskrone.
isis-tyche.jpg
Gruß

chinamul
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Alm-Öhi
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Re: römische Objekte und Artefakte

Beitrag von Alm-Öhi » Di 23.08.16 16:14

Tejas552 hat geschrieben:Ich freue mich jeden Tag drüber
Das würde mir bei so einem tollen Stück wie der angelsächsischen Prunkfibel ganz genauso gehen!
Wunderschön!
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Re: römische Objekte und Artefakte

Beitrag von hjk » Di 23.08.16 21:56

@chinamul

8O RICHTIG schön! Zeig' ruhig mehr aus der Sammlung Deiner Ehefrau ... würde ihr sicher auch gefallen ....

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Re: römische Objekte und Artefakte

Beitrag von Posa » Di 23.08.16 23:57

Tejas552 hat geschrieben:Richtig selten sind Fibeln wie diese hier. Eine angel-sächsische Prunkfibel aus der Zeit um 500 n.Chr. Ebenfalls aus meiner Sammlung. Aber auch solche Stücke kann man problemlos im Kunsthandel kaufen. Auch diese Fibel ist samt Fundort und Fundumstände bei einem Museum registriert. Die Ausfuhr aus England ist sowieso nur möglich nachdem das British Museum das betreffende Objekt freigegeben hat.

Gruss
Dirk
Lieber Dirk,

das ist ja wirklich ein Kracher! Meinen Glückwunsch zu dieser Kreuzfibel... die Angelsachsen waren einfach großartige Handwerker! Darf ich fragen, wie groß das Stück ist? Du datierst es auf 500 - ich hätte es spontan schon deutlicher ins 6.Jhdt gelegt... bin aber nicht der große Kreuzfibelkenner. Die müssten doch wissenschaftlich im Inselreich ganz gut aufgearbeitet sein...

Bin beeindruckt!

Gruß Marcus

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Re: römische Objekte und Artefakte

Beitrag von Master-Jeffrey » Mi 24.08.16 19:30

@Chinamul: Ich kann mich hjk nur anschließen. Die bisher und in den letzten Jahren ab und an gezeigten Stücke aus der Sammlung deiner Frau sind wahre Augenweiden. Ich bin ein großer Fan solcher Bronzefiguren - Leider reicht es bei mir nur zum Pendant aus Ton.

Dafür sitze ich aber gerade in Trier im Hotel und konnte mich heute in der Neroausstellung des Landesmuseums an der ein oder andere Rundplastik ergötzen. Morgen kommen noch die beiden anderen Museen dran. Manchmal wünschte sich das Sammlerherz in mir kleine Preisschilder an den einzelnen Exponaten der Ausstellung. Aber wahrscheinlich würde ich ob der Preise, die dort draufstehen würden, nur traurig werden. :wink:

mfg

Master-Jeffrey

ps. Eine Reise nach Trier lohnt immer aber während der Neroausstellung ganz besonders. Am besten für mehr als einen Tag.

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Re: römische Objekte und Artefakte

Beitrag von Tejas552 » Sa 27.08.16 12:10

Posa hat geschrieben:
Tejas552 hat geschrieben:Richtig selten sind Fibeln wie diese hier. Eine angel-sächsische Prunkfibel aus der Zeit um 500 n.Chr. Ebenfalls aus meiner Sammlung. Aber auch solche Stücke kann man problemlos im Kunsthandel kaufen. Auch diese Fibel ist samt Fundort und Fundumstände bei einem Museum registriert. Die Ausfuhr aus England ist sowieso nur möglich nachdem das British Museum das betreffende Objekt freigegeben hat.

Gruss
Dirk
Lieber Dirk,

das ist ja wirklich ein Kracher! Meinen Glückwunsch zu dieser Kreuzfibel... die Angelsachsen waren einfach großartige Handwerker! Darf ich fragen, wie groß das Stück ist? Du datierst es auf 500 - ich hätte es spontan schon deutlicher ins 6.Jhdt gelegt... bin aber nicht der große Kreuzfibelkenner. Die müssten doch wissenschaftlich im Inselreich ganz gut aufgearbeitet sein...

Bin beeindruckt!

Gruß Marcus

Hallo Marcus,

die Abmessungen sind 5 mal 10 cm. Vielleicht ist 500 zu früh angesetzt, vermutlich eher Mitte des 6. Jahrhunderts. Dieser Fibeltyp stammt aus der Gegend von Norfolk. Bei den Gesichtern soll es sich um Wodan handeln. Allerdings ist das reine Spekulation. Interessant ist noch, dass die merkwürdige Darstellung der Augenbrauen und der Nase dieses Gesichts aussieht wie die Baumdarstellung auf einem Relief an den Externsteinen, in dem einige die sächsische Irminsul erkennen wollen. Was man aber sicher erkennen kann, ist das die drei Gesichter am Kopf der Fibel geschlossene Münder haben, während das Gesicht am Fibelfuss etwas auszuspeien scheint, bzw. auszuatmen scheint. Diese Darstellung hat man auf Odin-Wodan bezogen, ich erinnere mich aber gerade nicht an den genauen Zusammenhang.

Gruss
Dirk

Hier ist ein ähnliches Stück das einfach als "500s" datiert wird, also 6. Jahrhundert.
http://www.clevelandart.org/art/1980.3? ... ection:836


Die Postkarte in diesem Link zeigt mit der oberen Fibel ein Stück, dass meinem sehr ähnelt.
http://www.ebay.com/itm/Postcard-Rutlan ... 1900163754

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Re: römische Objekte und Artefakte

Beitrag von Tejas552 » Sa 27.08.16 12:24

chinamul hat geschrieben:Vielleicht sollte man bei aller Furcht vor Beraubung auch mal dies bedenken: Wenn man seine Sahnestücke freizügig im Forum zeigt, bietet das möglicherweise einen gewissen Schutz, zumindest gegenüber denjenigen Spitzbuben, die sich im Forum ihre Informationen darüber abgreifen, wo sich ein Bruch lohnen könnte. Ein Objekt, das hier mal veröffentlicht wurde, birgt angesichts der großen Zahl der vielen aufmerksamen und sachkundigen Mitleser bei uns für den Dieb beim Versuch, es nach einem Diebstahl weiterzuverkaufen, ein erhebliches Risiko, zumal es sich bei mit Bild vorgestellten Antiken immer um eindeutig wiedererkennbare Stücke handelt.

Und hier eine weitere Bronzestatuette (Höhe 77 mm) aus der Sammlung meiner Frau, diesmal eine der Isis-Tyche (bzw. Isis-Fortuna). Die Göttin führt ihre üblichen Attribute mit sich, d. h. das Steuerruder in der Rechten und das Füllhorn in der Linken. Daß es sich hier um eine Isis-Tyche handelt, wird an ihrem hohen Kopfputz deutlich, der Isiskrone.
isis-tyche.jpg
Gruß

chinamul

Das sehe ich ganz genauso. Je bekannter die Stücke sind umso grösser ist die Wahrscheinlichkeit, dass man sie nach einem möglichen Diebstahl zurückbekommt. Die Statuetten sind toll! Ich würde gern mehr davon sehen.

Gruss
Dirk

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Re: römische Objekte und Artefakte

Beitrag von Alm-Öhi » Sa 27.08.16 16:40

Tejas552 hat geschrieben:während das Gesicht am Fibelfuss etwas auszuspeien scheint, bzw. auszuatmen scheint. Diese Darstellung hat man auf Odin-Wodan bezogen, ich erinnere mich aber gerade nicht an den genauen Zusammenhang.
Es ist naheliegend anzunehmen, dass man hierbei den Bezug zur germanischen Urmythologie herstellen wollte. Als Seelenführer fuhr Wodan im Winde durch die Luft, so wie auch der griechische Hermes die Seelen als Windgott in den Hades führte. Da nach altem Volksglauben die Fruchtbarkeit der Felder vom Wind abhing war es folgerichtig, Wodan auch als Fruchtbarkeitsgott anzunehmen, bis er schließlich bei den germanischen Völkern zum Kriegsgott avancierte. Ob auf der Fibula nun stilisierte Barthaare oder ausgsestossener Atem (Wind) gemeint ist - wer will das beweiskräftig darlegen können?

Letztendlich aber scheint die Deutung solcher Gesichter eher Makulatur zu sein.

Im Britischen Museum gibt es bspw. eine vergoldete Silber-Fibula aus der frühen angelsächsischen Zeit (6. Jh.), wo man das behelmte Gesicht (face mask) aufgrund der beiden darüberliegenden Vögelköpfe (Raben) als Wodan/Odin anspricht.
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Re: römische Objekte und Artefakte

Beitrag von chinamul » Mo 29.08.16 14:54

Die Gesichter auf der von Dirk vorgestellten wundervollen Prunkfibel erinnern mich an die Groteskmasken, die seit der Antike, besonders aber in und nach der Renaissance bis ins späte 19. Jahrhundert nicht nur viele Bauwerke, sondern auch so manches Möbelstück des Großbürgertums in Europa zierten. Allem Anschein nach hatten sie ursprünglich einen apotropäischen – also dämonenabwehrenden - Zweck. Weiteres bei Wikipedia unter MASKARON.
Hier einige Maskarons vom Pont Neuf in Paris:
maskarons.jpg
Auf Wunsch einiger Forumsfreunde setze ich hiermit die Vorstellung von Artefakten aus der Sammlung meiner Frau mit dieser auf einem Globus stehenden kleinen Victoriastatuette (Höhe insgesamt 58 mm) fort. Sie scheint nicht besonders häufig zu sein. Jedenfalls ist sie mir bisher nur einmal begegnet, und deshalb habe ich sofort zugegriffen, als sie angeboten wurde.
vict auf globus.jpg
Der abgebrochene rechte Arm war mit einiger Sicherheit erhoben und trug wohl die Hand mit dem obligatorischen Siegerkranz. Bei dem Gebilde im linken Arm des Figürchens scheint es sich um einen Palmzweig zu handeln, das andere häufige Attribut der Siegesgöttin.

Gruß

chinamul
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