Fragen zu Solidi

Alles was so unter den Römern geprägt wurde.

Moderator: Homer J. Simpson

stilgard
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Fragen zu Solidi

Beitrag von stilgard » Mi 27.06.18 13:59

Hallo Sammlergemeinde,

zu gegebener Zeit möchte ich mir endlich eine römische Goldmünze zulegen, da mir ein Aureus zu teuer ist, wird es wohl ein Solidus werden.
Die Firma Degussa, die auch im MA-Shop römische Münzen anbietet, hat einige Solidi, die mir gut gefallen würden. Degussa ist ja was Gold angeht eine top Adresse, gilt das auch für römische Goldmünzen?

https://www.ma-shops.de/shops/search.ph ... ctshop=282

Welche Adressen für Goldmünzen sind noch zu empfehlen?

In welchem Umfang werden römische Solidi gefälscht? Worauf sollte man beim Kauf achten?


Gruß
Alex

antoninus1
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Re: Fragen zu Solidi

Beitrag von antoninus1 » Mi 27.06.18 14:33

Degussa ist sicher seriös. Aber wenn ich mir z.B. diesen als vz- beschriebenen Solidus des Theodosius II ohne Gesicht ansehe und den Preis dafür, dann würde ich Degussa für sehr teuer halten.

https://www.ma-shops.de/degussa-muenzka ... hp?id=2430

Oder der Leo:

https://www.ma-shops.de/degussa-muenzka ... php?id=962

Die beiden würde ich nie kaufen, auch nicht, wenn sie deutlich billiger wären.

Schau doch mal auf Vcoins oder Sixbid Auktionsergebnisse für Solidi durch, um ein Gefühl für Preise zu bekommen. Die Erhaltung ist bei diesen Münzen sehr wichtig, da sie sehr häufig sind. Platte Nasen z.B. sind gar nicht beliebt :)
Und dann könntest Du Dein Glück bei einer Auktion selbst versuchen. Die üblichen Kandidaten wie Künker, Gorny&Mosch, Naumann,... sind da schon verlässlich.
Gruß,
antoninus1

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beachcomber
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Re: Fragen zu Solidi

Beitrag von beachcomber » Mi 27.06.18 14:53

schau mal bei CNG e-auctions rein, da gibt'0s immer wieder günstige solidi! (läuft heute gerade eine aus!)
grüsse
frank

stilgard
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Re: Fragen zu Solidi

Beitrag von stilgard » Mi 27.06.18 18:12

danke euch für die Infos zum Solidus. Mit Auktionen habe ich bisher noch gar keine Erfahrung, ich gehe mal davon, dass man sich registrieren muß?!

Gruß
Alex

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antinovs
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Re: Fragen zu Solidi

Beitrag von antinovs » Mi 27.06.18 18:28

Degussa: erstklassige wahl bei modernem edelmetall. weit weniger erstklassig bei antikem edelmetall.

gruesse a.
LXVIII

stilgard
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Re: Fragen zu Solidi

Beitrag von stilgard » Mi 27.06.18 20:29

@antinovs
warum ist Degussa bei antiken Münzen weniger empfehlenswert?

Mal eine allgemeine Frage, sind die Angebotenen Stücke bei Auktionen qualitativ hochwertiger als im MA-Shop, oder ist da nur die Chance sie günstiger zu bekommen? Oder werden im MA-Shop eher die nicht versteigerten Stücke angeboten?

Gruß
Alex

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Re: Fragen zu Solidi

Beitrag von antinovs » Mi 27.06.18 20:56

stilgard hat geschrieben:@antinovs
warum ist Degussa bei antiken Münzen weniger empfehlenswert?
ueberteuert.
LXVIII

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Re: Fragen zu Solidi

Beitrag von Numis-Student » Mi 27.06.18 21:02

Hallo,

es gibt Händler, die haben nur schwache Qualitäten, es gibt Händler mit billigeren = schwächeren und teureren = besseren Qualitäten, und es gibt Händler, die nur die feinsten Spitzenstücke zu Spitzenpreisen führen.

Genauso gibt es Auktionshäuser, die nur Spitzenstücke führen, dann gibt es die Auktionshäuser, die von mittelprächtiger bis zu guter Ware alles anbieten (und dann gibt es ganz wenige schwarze Schafe).

Händler kaufen sowohl von Privat als auch auf Auktionen, genauso wie bei Auktionen Händler UND private Einlieferer Münzen zur Versteigerung einbringen. Der Händler wird eher einen höheren Verkaufspreis ansetzen und entweder warten oder reduzieren... Bei einer Auktion wird in der Regel eher günstig angesetzt, damit das Stück sicher verkauft wird... Der Preis regelt sich in erster Linie durch die Nachfrage.

Also einen durchschnittlichen Solidus um ss herum gibt es immer wieder mal zwischen 300 und 500€.

Schöne Grüsse,
MR

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Re: Fragen zu Solidi

Beitrag von Peter43 » Mi 27.06.18 21:32

Meine preiswertesten Solidi waren
(1) Theodosius II. 665.-, 650.-, 530.- (Schnitt 615.-), alle VZ
(2) Honorius 574.-, 535.- (Schnitt 554.-), beide VZ

Daneben habe ich aber auch Solidi für 3.300.- und 2.200.- (Constantin I., Honorius)

Mit freundlichem Gruß
Omnes vulnerant, ultima necat.

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Re: Fragen zu Solidi

Beitrag von stilgard » Mi 27.06.18 21:54

ich lasse mir auf jeden Fall Zeit bei der Suche nach einem schönen Solidus, so selten sind die ja zum Glück nicht. Das Stück sollte mindestens im Zustand vz sein.

Gruß
Alex

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Re: Fragen zu Solidi

Beitrag von Homer J. Simpson » Do 28.06.18 09:53

Zeit lassen! Das ist nun wirklich nichts, wo man zuschlagen muß, weil das nicht wiederkommt.

Homer
Wo is'n des Hirn? --- Do, wo's hiig'hört! --- Des glaab' i ned!

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Chandragupta
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Re: Fragen zu Solidi

Beitrag von Chandragupta » Do 05.07.18 07:39

@stilgard: Ich kann mich den obigen Einschätzungen zu Degussa, was antike Goldmünzen angeht, nur anschließen. Diese Fa. ist zwar höchstgradig seriös (im Sinne von sauberer Geschäftsabwicklung und Einhaltung von Verträgen) - aber bzgl. "goldiger" "Echt"-Numismatik (also alles abseits von absoluter Massenware wie Wilhelm II 20 M übliche Jahrgänge, Sovereigns ab ca. 1900 und LMU-20ern Frankreich und Belgien ab ca. 1850) sind die selbst bei modernen Goldmünzen eindeutig überteuert. Preiswert (i.S. von nahe am Spot) bekommt der Goldbug dort nur Barren oder Krügerrand bzw. Maple Leaf Unzen.
Peter43 hat geschrieben:Meine preiswertesten Solidi waren
(1) Theodosius II. 665.-, 650.-, 530.- (Schnitt 615.-), alle VZ
(2) Honorius 574.-, 535.- (Schnitt 554.-), beide VZ

Daneben habe ich aber auch Solidi für 3.300.- und 2.200.- (Constantin I., Honorius)
Das kann ich deutlichst unterbieten. Mein Solidus mit am wenigsten Aufschlag auf den Materialwert (der sich von ca. 1999, als der Goldpreis ganz weit unten war, bis heute knapp vervierfacht hat) war ein Phocas (okay, ist schon "richtig" Byzanz - aber die meisten preiswerten Solidi sind eh aus Constantinopel) mit einem einzigartigen Schrötlingsfehler, der das Stück zwar optisch unattraktiv macht, dafür aber zu einem sagenhaften "Technicum": für diesen Schrötling wurden ganz offensichtlich zwei Gold-Walzbleche vor dem Ausstanzen und der Prägung zusammengeschmiedet, was eine riesige "Naht" ergibt, die schräg durch die ganze Münze läuft und deshalb Teile des Motivs kaum ausgeprägt sind. Ansonsten aber mit 4,55 g sogar fast schon übergewichtig. Hat genau 30,- € über Spotpreis von 4,5 g Feingold gekostet.

Ansonsten habe ich in den letzten Jahren diverse Solidi von Honorius, Arcadius, Leo, ... für zwischen 270,- und ca. 400,- € gekauft: jeweils fast vz. Und also so roundabout 100,- bis knapp 300,- € "für die Münze", also über den Materialwert. Man muß ja nicht mehr ausgeben als nötig... :wink: :lol:
Numismatische Grüße,

Euer Chandra

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Re: Fragen zu Solidi

Beitrag von Xanthos » Do 05.07.18 08:20

Chandragupta hat geschrieben:Ansonsten habe ich in den letzten Jahren diverse Solidi von Honorius, Arcadius, Leo, ... für zwischen 270,- und ca. 400,- € gekauft: jeweils fast vz. Und also so roundabout 100,- bis knapp 300,- € "für die Münze", also über den Materialwert. Man muß ja nicht mehr ausgeben als nötig... :wink: :lol:
Fast vorzügliche Solidi für 270 EUR? Da haben wir eindeutig eine unterschiedliche definition von "fast vorzüglich" oder aber von "in den letzten Jahren" :D

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Chandragupta
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Re: Fragen zu Solidi

Beitrag von Chandragupta » Do 05.07.18 09:30

Xanthos hat geschrieben:
Chandragupta hat geschrieben:Ansonsten habe ich in den letzten Jahren diverse Solidi von Honorius, Arcadius, Leo, ... für zwischen 270,- und ca. 400,- € gekauft: jeweils fast vz. Und also so roundabout 100,- bis knapp 300,- € "für die Münze", also über den Materialwert. Man muß ja nicht mehr ausgeben als nötig... :wink: :lol:
Fast vorzügliche Solidi für 270 EUR? Da haben wir eindeutig eine unterschiedliche definition von "fast vorzüglich" oder aber von "in den letzten Jahren" :D
Mutmaßlich letzteres - eine bekannte Alterserscheinung ... die Jahre fliegen so dahin ... :wink: 8) 8O

Ganz ernsthaft jetzt wieder: Ich schrieb die Erhaltung des Prägebildes mit besonderem Schwerpunkt auf evtl. Abnutzungen, was "sonstige Macken" der Münze nicht ausschließt. Das besagte "Technicum" - das ich übrigens hierzuforum mal unter dem Aspekt "Prägetechnik" detailliert präsentieren werde: versprochen! :mrgreen: - ist so gesehen zweifelsfrei vz (in den fehlerfrei ausgeprägten Partien noch voller Original-Stempelglanz, da die Münze allenfalls in einem Schatz überlebt hat und deshalb keinerlei Zirkulationsspuren aufweist: Im normalen Geldverkehr hätten die meisten Leute dunnemals die Nase gerümpft und stattdessen "eine ordentliche Münze" verlangt...).

Und glaub mir: Um 2002 herum (als für die Preise bei unserem Hobby noch NICHT galt "1,- DM = 1,- €", sondern die Händler brav und ehrlich aus im Altbestand ausgerufenen "480,- DM" halt "240,- €" machten und dann noch Rabatt gaben...) gab's für 200,-...250,- € ("das waren mal" immerhin 400,-...500,- DM :wink: ...) nahezu perfekte Solidi, allerdings nur die Massenware der Ostkaiser von Valens bis Anastasius. Oder sie hatten bei solchen Preisen eben mal eine kleine Henkelspur bzw. waren (antik) beschnitten.

Mein letzter Kauf im eben genannten Sinne: Solidus Marcianus, fvz (saubere Prägung, nur ganz leicht antik befeilt: 4,36 g...) im Okt. 2016 (also noch gar nicht soooo lange her...) bei Rauch/Wien für 280,- €.
Und kurz vorher im Mai auf der Münzbörse Hannover ein Megaschnapp: je ein vz+(!) Solidus von Arcadius und Honorius von einem Besucher erworben, der die Stücke aus einer Erbschaft bei einem Händler für moderne(!) Anlagegoldmünzen verscherbeln wollte, der aber mangels Ahnung von Antike den Kauf ablehnte. Preis war "nicht verhandelbar: ich will wenigstens den EK haben". Gekauft wurden die Stücke vom Vorbesitzer für 680,- und 530,- DM um 1970(!!!) herum; Unterlegzettel waren dabei. Wechselten zusammen für entsprechend 600,- € den Besitzer. Und wir haben uns garantiert beide gefreut... :mrgreen:
Numismatische Grüße,

Euer Chandra

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