Trennungspunkte in Legenden

Alles was so unter den Römern geprägt wurde.

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drakenumi1
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Trennungspunkte in Legenden

Beitrag von drakenumi1 » Mo 31.12.18 17:09

Als kürzlich der Beitrag zu möglichen kreisförmigen Hilfslinien hier vorüberflimmerte, hat mich das zum Suchen nach ähnlichen bisher unerwähnten Sonderheiten ermuntert, - und m. M. nicht ganz erfolglos, allerdings waren in meiner Sammlung keine Kreise, sondern nur 2 Punkte, wenn auch recht markante, zu entdecken. Nur an einem Exemplar, auch weiteres Suchen in vielerlei Katalogen hatte keinen Erfolg mehr, bis auf ein Stück des Ant. Pius mit nur einem Punkt (zwischen IMPERATOR und II). Ich frage mich nun, ob es legitim ist, solche in Legenden vorkommenden Trennungspunkte zu ignorieren? Etwa wegen ihrer geringen Bedeutung?
Ich habe in der Vergangenheit auf Münzen verschiedenster Kaiser ab und an solche Punkte gesehen, aber häufig war das nicht. Und interessiert hatte es mich damals auch nicht sonderlich....
Aber seht selbst meinen "Stolperstein", und wenn Ihr eine Meinung dazu haben solltet, schreibt's bitte hier nieder.

Ach ja, ich muß noch die Papierschlangen bereitlegen, den Sekt kühlstellen und etwas Stimmung auftanken und noch nicht zuletzt Euch einen guten und sicheren Rutsch wünschen, wie auch Erfolg und Kraft im neuen Jahr bei all Euren Projekten, die zu erledigen Ihr Euch als gute Vorsätze für 2019 vorgenommen habt :D :drinking:

drakenumis beste Wünsche Euch und Euren Familien begleiten Euch.....
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Denar Antoninus Pius C. 437 Rv. IMPERATOR II. Viktoria m. Kranz li. stehd..jpg
Denar Antoninus Pius C. 437 Av. ANTONINVS AVG PIVS PP TR P COS III..jpg
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Re: Trennungspunkte in Legenden

Beitrag von Mynter » Mo 31.12.18 21:07

Salve Drakenumi,
ich finde Du hast recht.Die Punkte links und recht von der Iterationsziffer fallen ins Auge. Solche Trennungselemente lassen unmittelbar an moderne Münzen erinnern. Vielleicht hat der Legendenschneider solche Punkte überall da angebracht, wo er einen Zwischenraum zwischen zwei Worten/Zahlen anstrebte und nur diese beiden Punkte sind erhalten geblieben, da sie zu tief in den Stempel geschnitten wurden ?
Zuletzt geändert von Mynter am Di 01.01.19 11:17, insgesamt 1-mal geändert.
Grüsse, Mynter

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Re: Trennungspunkte in Legenden

Beitrag von Peter43 » Mo 31.12.18 22:49

Bei Provinzialmünzen gibt es da öfter. Z.B. hier (HrHJ (2018) 8.14.1.5

Jochen
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nikopolis_sept_severus_HrHJ(2018)8.14.1.5.jpg
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Re: Trennungspunkte in Legenden

Beitrag von beachcomber » Di 01.01.19 10:48

es wird wohl eine lesehilfe sein, damit man nicht IMPERATORII liest, sonder eben IMPERATOR 2 !
grüsse
frank

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Re: Trennungspunkte in Legenden

Beitrag von alex456 » Di 01.01.19 10:57

Moin,
diese Punkte zwischen den Wortabkürzungen führte Claudius ein, um das Lesen zu vereinfachen. Auf Claudius-Münzen findet man diese Lesehilfe, ab einem gewissen Zeitpunkt, fast flächendeckend, danach nur noch sporadisch. Hat sich wohl nicht durchgesetzt.

Ein gesundes neues Jahr wünscht
Alex

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Re: Trennungspunkte in Legenden

Beitrag von drakenumi1 » Di 01.01.19 13:50

Damit wurde die Sinnhaftigkeit dieser 2 Punkte wohl ausreichend erklärt. Aber was dann mit EINEM Punkt, wenn er am Ende einer Legende steht? Hier wird er recht sinnlos, wenn er nicht aus ästhetischem Gesichtspunkt eine zufällig entstandene Lücke schließen sollte? Auch für diesen Fall fand ich bei Traian einen Beleg am Ende der Av-Legende (und in meiner Erinnerung noch einige weitere wenige):
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Denar Traianus C. 274 Rv. P M TR P COS VI PP SPQR. Virtus r. steh..jpg
Denar Traianus C. 274 Av. IMP CAES NERVA TRAIANO OPTIMO AVG GER DAC.jpg
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Re: Trennungspunkte in Legenden

Beitrag von ischbierra » Di 01.01.19 14:23

Vielleicht steht der Punkt für den Parthicus, der nicht mehr hinpaßte.

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Re: Trennungspunkte in Legenden

Beitrag von drakenumi1 » Di 01.01.19 15:19

Damit die Vielzahl der Hypothesen so richtig in den infight kommt, hier noch eine gerade entdeckte weitere Möglichkeit für die seinerzeitigen Stempelschneider, einen Punkt sinnvoll in die Legende zu applizieren: Als Trennung zwischen Anfang und Ende einer solchen, sofern die beiden sich gefährlich näherkommen und die schnelle Auffassung der Legende darunter leiden könnte:
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Denar Hadrianus C. 1109 Rv. PM TR P COS III. Oceanus li. lagernd, auf Delfin gestützt..jpg
Denar Hadrianus C. 1109 Av. IMP CAESAR TRAIAN HADRIANVS AVG.jpg
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Re: Trennungspunkte in Legenden

Beitrag von shanxi » Di 01.01.19 16:25


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Re: Trennungspunkte in Legenden

Beitrag von drakenumi1 » Mi 02.01.19 16:03

Damit sollte das Thema ausgereizt sein. Dank Euch für Eure Meinungen. Der Hinweis auf die Konsequenz bei den Republikanern rundet das Bild zu Sinn und Zweck der Punkte (bis hin zu massiven "Kugeln") in den Legenden vollends ab. Bedauerlich die Inkonsequenz in der num. Literatur, deren jeweiliges Vorkommen auch zu benennen. Ich empfinde das als unschöne Vernachlässigung, aber was einmal eingerissen ist, ist kaum mehr zu korrigieren. Ist ja auch nur eine unbedeutende Kleinigkeit....

Gruß von drake
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Re: Trennungspunkte in Legenden

Beitrag von Peter43 » Do 03.01.19 10:44

Bei den Provinzialmünzen gibt es stempelgleiche Typen, bei denen alle Legendenteile durch einen Punkt getrennt sind, oder nur einige, oder nur einer oder gar keiner. Diese alle aufzuführen wäre doch sehr mühsam. Und wäre es sinnvoll?

Jochen
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Re: Trennungspunkte in Legenden

Beitrag von antoninus1 » Do 03.01.19 14:35

Ich stelle mir die gleiche Frage wie Jochen und denke, dass kein System dahinter steckt. Warum hat der eine dieser so ähnlichen Denare einen Punkt nach der Vorderseiteninschrift und der andere nicht? Vielleicht nur eine persönliche Eigenheit des Stempelschneiders?
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Gruß,
antoninus1

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Re: Trennungspunkte in Legenden

Beitrag von chevalier » Fr 04.01.19 19:47

antoninus1 hat geschrieben:Ich stelle mir die gleiche Frage wie Jochen und denke, dass kein System dahinter steckt. Warum hat der eine dieser so ähnlichen Denare einen Punkt nach der Vorderseiteninschrift und der andere nicht? Vielleicht nur eine persönliche Eigenheit des Stempelschneiders?
Ich denke das ist auf die falsche Raumaufteilung der Umschrift zurückzuführen. Spätestens beim N von Antoninus hat er versucht die Abstände zwischen den restlichen Buchstaben zu vergrößern, um eine beidseitig mit dem Halsansatz abschließende Umschrift hinzubekommen. Trotz des relativ weit gewählten Abstands zwischen V und S ist ihm dies nicht gelungen. Daraufhin hat er einfach einen Punkt in die Lücke gesetzt. Ganz schön rafiniert dieser Legendenschneider. :wink:

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