Vorsicht beim Kauf von Goldmünzen

Alles was so unter den Römern geprägt wurde.

Moderator: Homer J. Simpson

Benutzeravatar
Chandragupta
Beiträge: 1531
Registriert: Mi 12.12.07 16:39
Wohnort: BRD
Hat sich bedankt: 3 Mal
Danksagung erhalten: 4 Mal

Re: Vorsicht beim Kauf von Goldmünzen

Beitrag von Chandragupta » Fr 03.05.19 08:39

Ich schließe mich zunächst mal grundsätzlich der Meinung von Homer an: Lieber eine antike (Gold-)Münze mit Loch, das ja integral zur ihrer (Überlieferungs-/Verwendungs-)Geschichte gehört, als eine mit mehr oder weniger kunstvoll gestopftem Loch. Vor allem dann, wenn's auch noch verschwiegen wird... :evil:

Andererseits ist das Stopfen von Löchern letztlich nichts anderes als eine besondere Form von Restaurierung. Bei antiken Statuen, Vasen, etc. pp. gang und gäbe - einfach, damit das Objekt in Museen/Ausstellungen "präsentabel" wird, d.h. "Otto Normalbesucher" eine Vorstellung davon bekommt, wie das ganze ursprünglich mal ausgesehen und gewirkt hat.

Insofern kaufe ich bewußt auch mal Münzen mit gestopften Löchern - wie das folgende Bsp. (Baldwin's Auction 65, May 2010, Lot 1192):
TrDec_Pannoniae.jpg
(Das ist mein einziger Aureus meines Fast-Lieblingskaisers des 3. Jh., und damit habe ich - bis auf einen der schweineseltenen Denare - vom Semis über den Doppelsesterz bis hin zum Aureus eine recht vollständige Nominalreihe seiner Münzreform in meiner Sammlung. Und der Zuschlagpreis war noch dreistellig in €, mit Aufgeld dann aber schon vierstellig. Trotzdem als Belegstück ein Schnapp. Das entschädigt für die Einschränkung; wobei diese im Katalog klar erwähnt war: "Pierced and repaired, about very fine." - also eine extrem ehrliche Beschreibung, wie von diesem Händler gewohnt.)

Vergleichsstücke:
1) Av stempelgleich:
TrDec_Pannoniae_(Av_stgl).jpg
2) Rv stempelgleich:
TrDec_Pannoniae_(Rv_stgl).jpg
Numismatische Grüße,

Euer Chandra

Benutzeravatar
shanxi
Beiträge: 3024
Registriert: Fr 04.03.11 13:16
Hat sich bedankt: 65 Mal
Danksagung erhalten: 186 Mal

Re: Vorsicht beim Kauf von Goldmünzen

Beitrag von shanxi » Fr 03.05.19 10:19

Chandragupta hat geschrieben: Andererseits ist das Stopfen von Löchern letztlich nichts anderes als eine besondere Form von Restaurierung. Bei antiken Statuen, Vasen, etc. pp. gang und gäbe - einfach, damit das Objekt in Museen/Ausstellungen "präsentabel" wird, d.h. "Otto Normalbesucher" eine Vorstellung davon bekommt, wie das ganze ursprünglich mal ausgesehen und gewirkt hat.

Bei der Restauration/Ergänzung von Vasen oder Statuen wird heute darauf geachtet das moderne Teile deutlich als Ergänzung erkennbar sind. Da sollte auch für Münzen gelten, wenn man denn unbedingt Löcher stopfen möchte.

Anbei zwei erkennbar gestopfte Löcher in einer Münze aus dem 16. Jhd.
Dateianhänge
freiburg.jpg

  • Vergleichbare Themen
    Antworten
    Zugriffe
    Letzter Beitrag
  • Anfängerfragen - Kauf/Verkauf
    von Mathias.Laufer » Mi 21.08.19 09:34 » in Gästeforum
    3 Antworten
    602 Zugriffe
    Letzter Beitrag von Mathias.Laufer
    Fr 23.08.19 09:03
  • Kauf bei CNG in Zeiten des Kulturgutschutzgesetzes Marke BRD
    von Chandragupta » Mi 22.08.18 21:37 » in Römer
    50 Antworten
    1328 Zugriffe
    Letzter Beitrag von Pinneberg
    Do 23.01.20 13:58
  • Bestimmungshilfe Goldmünzen
    von Mathias Kruse » Mo 01.10.18 14:54 » in Sonstige
    2 Antworten
    1108 Zugriffe
    Letzter Beitrag von Mathias Kruse
    Do 04.10.18 12:01
  • Goldmünzen Europa sonstige, aus meiner Slg.
    von stampsdealer » So 17.03.19 12:03 » in Sonstige
    0 Antworten
    607 Zugriffe
    Letzter Beitrag von stampsdealer
    So 17.03.19 12:03
  • USA Goldmünzen aus meiner privaten Sammlung
    von stampsdealer » Mo 28.01.19 00:25 » in Nord- und Südamerika
    3 Antworten
    962 Zugriffe
    Letzter Beitrag von stampsdealer
    Do 14.03.19 07:00

Wer ist online?

Mitglieder in diesem Forum: jschmit und 5 Gäste