Sammlung Timestheus

Alles was so unter den Römern geprägt wurde.

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jschmit
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Re: Sammlung Timestheus

Beitrag von jschmit » Do 25.11.21 11:38

Ich hoffe ich verstehe das falsch und du willst nicht sie 2750,- bezahlen ;-)
Zum Thema Lanz, doch definitiv. Tolle Provenienz, zu der Zeit war Lanz eine Institution. Heute nicht mehr, aber das ändert nichts daran ;-)

Perinawa
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Re: Sammlung Timestheus

Beitrag von Perinawa » Do 25.11.21 11:44

Sehr gut recherchiert!

Eine klitzekleine Anmerkung:
Timestheus hat geschrieben:
Do 25.11.21 11:34
Cognomen Macedonicus
Agnomen passt hier besser... :wink:

Grüsse
Rainer

PS. Ich finde die Familie schon deswegen spannend, weil es in Rom an der Via Appia Antica ein Grabmal gibt. Leider konnte ich dort trotz intensiver Suche nichts finden, was an die Elefanten erinnert.
Unanfechtbare Wahrheiten gibt es überhaupt nicht, und wenn es welche gibt, so sind sie langweilig

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Timestheus
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Re: Sammlung Timestheus

Beitrag von Timestheus » Do 25.11.21 11:56

Perinawa hat geschrieben:
Do 25.11.21 11:44
Sehr gut recherchiert!
Danke.
Perinawa hat geschrieben:
Do 25.11.21 11:44
Agnomen passt hier besser...
Danke! Kritik und Einwände sind sehr erwünscht. Ich werde es gleich korrigieren.
Perinawa hat geschrieben:
Do 25.11.21 11:44
PS. Ich finde die Familie der Meteller schon deswegen spannend, weil es in Rom an der Via Appia Antica ein Grabmal gibt. Leider konnte ich dort trotz intensiver Suche nichts finden, was an die Elefanten erinnert.
Da war ich auch, aber da wusste ich noch nichts von den Elefanten - daher hatte ich das Grabmal "nur" so aus allgemeinen Interesse besucht. Genauso wie der Portikus der Octavia. Da habe ich auf die Metaller auch nicht geachtet.
Perinawa hat geschrieben:
Do 25.11.21 11:44
...weil es in Rom an der Via Appia Antica ein Grabmal gibt. Leider konnte ich dort trotz intensiver Suche nichts finden, was an die Elefanten erinnert.
Mich erinnert die Via Appia Antica an eine Heimfahrt mit Handy, Geldbeutel und dem was ich noch an Kleidung an mir getragen habe für die rund 15 stündige Heimfahrt. Wir kamen auf der Heimfahrt auf die glorreiche Idee nach dem Auschecken aus dem Hotel noch bei der Via Appia Antica vorbei zu schauen - als krönender Abschluss. Und da wie Du weißt die Parkplatz Situation vor Ort nicht so prickelnd ist - haben wir den vollgepackten Wagen in einer Seitenstraße abgestellt. Wie dumm und gedankenlos von uns. Wie das geendet hat, muss ich nicht weiter ausführen denke ich.


So und jetzt muss ich mal eben die Denare aus der Lucernae Auktion sichten die DHL Express endlich gebracht hat :)
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Re: Sammlung Timestheus

Beitrag von Timestheus » Fr 26.11.21 13:27

denar_marcus_vargunteius_m0023.jpg



Münze:
Marcus Vargunteius 130 v.Chr.
Denar der Römischen Republik
Material: Silber
Durchmesser: 20mm
Gewicht: 3,94g
Münzstätte: Rom
Erhaltung: EF
Rare: –
Provenienz: Lucernae, Alcalá la Real, 07.11.2021
Referenz: Crawford RRC 257/1

Avers:
Zu sehen ist der Kopf der Roma mit geflügeltem Helm nach rechts blickend. Dahinter befindet sich ein Stern (X) als Wertmarke. Die Inschrift lautet M VARG.

Im römischen Reich war Roma eine Gottheit, die als Personifikation den römischen Staat oder die Stadt Rom symbolisierte. Ihr waren einige Tempel und heilige Plätze geweiht. Roma wird 269 v.Chr. erstmals auf As-Münzen aus Rom erwähnt sowie 204 v.Chr. auf römischen Münzen aus Locri in Kalabrien, woraus geschlossen wird, dass die nichtrömische Bevölkerung Roma ebenfalls religiös verehrt haben könnte. Tatsächlich sind die ersten sicher belegten Kulte für Roma in der griechischen Welt zu finden. In diesen Zusammenhang passt, dass ihr in Smyrna 195 v.Chr. ein Tempel errichtet wurde. Ferner wird von Roma-Kulten auf Ephesos, Sardes und Delos berichtet.

Dies Ausschmückung eines Helmes findet sich oft in antiken Darstellungen von Göttern und Göttinnen. So wird der griechische Gott Hermes (lateinisch Mercurius) regelmäßig mit einem Flügelhelm dargestellt. Auch Roma trägt auf Münzen oftmals einen Flügelhelm, wie auch hier auf unserem vorgestellten Denar.

Die Inschrift M VARG identifiziert den Münzmeister des Denars, Marcus Vargunteius.

Revers:
Zu sehen ist Jupiter mit Blitzbündel in einer Quadriga nach rechts fahrend. Die Inschrift lautet ROMA.

Einer der wohl wichtigsten Götter in der römischen Mythologie und Religion war Jupiter. Über den Ursprung des Namens gibt es viele Theorien. Im Uritalienischen steckt die Vorsilbe „di“ als Bezeichnung für den lichten Himmel in allen Dialekten. In Rom wurden zudem viele männliche Götter mit Vater, weibliche Gottheiten mit Mutter angerufen. Dieu-Pater bedeutet also „leuchtender göttlich verehrter Himmel und leuchtender Tag“. Es gibt allerdings auch noch eine andere Deutung. So soll der Name aus Iuovo (ich helfe) und Pater (Vater) zusammengesetzt sein und so viel wie „helfender Vater“ bedeuten.

Die Jupiter Kulte sind im alten Rom vielzählig. Für die Landarbeiter ist Jupiter der Wettergott, jedoch sind die einzelnen Funktionen des Wetters wieder abgespaltet. Jupiter Veiovis ist zum Beispiel der Gott des Wetters, das man sich erhofft, sich aber nicht erfüllt hat. Jupiter Fulgur ist für Blitze verantwortlich, während Jupiter Pluvalis der Gott ist, welcher es regnen lässt. Jupiter Serenus war der Gott, welcher den Himmel auflichtete und Sonnenschein schickte. Eine besondere Stellung nahm jedoch Jupiter Optimus Maximus ein, denn dieser war der Haupt- und Staatsgott. Optimus Maximus bedeutete „der Beste und Größte“. Er wurde so genannt, weil er unter etruskischem Einfluss Mars als obersten Gott der Römer abgelöst hatte.

Unter den Eigenschaften, welche man in Rom mit Jupiter verband, muss man auch an die kriegerischen denken. Jupiter wurde im ganzen Imperium neben Mars als eigentlicher Entscheider der Schlachten und Gott des Sieges verehrt. Die wichtigsten Kulte kriegerischer Jupiter sind die des Jupiter Stator, Jupiter Feretrius und des Jupiter Victo. Im Kult um den Gott Jupiter war der Lorbeerkranz ein Zeichen des Siegers. Er war bei der Rückkehr von Feldherren nach Rom Zeichen des militärischen Siegers (Corona triumphalis), während die Führer von Heeren, die einen weniger bedeutenden Erfolg erlangt hatten, sich bei einer ovatio mit einem Myrtenkranz begnügen mussten.

In der Antike war das, auch hier auf der Münze dargestellte, Blitzbündel ein Sinnbild für den Himmelsgott, der als Blitzeschleuderer und Donnerer über Götter und Menschen herrschte. Ein Blitzbündel bestand aus 2 oder 3 meist zickzack- oder wellenförmigen Strahlen, die durch einen Griff zusammengehalten wurden. Zwei Blitzbündel konnten gegenständig zu einem doppelten Blitzbündel zusammengefasst werden, so dass sich in der Mitte ein Griff ergab.

Hintergrund:
Über Marcus Vargunteius ist so gut wie nichts bekannt. Vargunteius war wohl um 130 v.Chr. Münzmeister und ließ diese Denare prägen. Die Gens Vargunteia fand erst im letzten Jahrhundert der Republik bei den Historikern Erwähnung. Vielleicht war der Münzmeister der Vater des Lucius Vargunteius, dem Komplizen von Catalina. Dessen Rolle bestand bei der Catilinarischen Verschwörung darin, Cicero zu töten.

Ein anderer der Familie Vargunteius war Offizier im Dienste Crassus beim desaströsen Feldzug im Jahr 54 v.Chr. gegen die Parther. Er befehligte vier Kohorten und ließ sich beim Rückzug vom Feind überraschen, wodurch auch er sein Leben lassen musste.

Die Familie scheint also nicht besonders erfolgreich durch die Jahrzehnte der römischen Republik gekommen zu sein. Inwiefern auch die historisch bekannten Vargunteius mit dem Münzmeister in Verbindung stehen, ist nicht gesichert



---
Heute möchte ich Euch den Silberdenar des Marcus Vargunteius aus dem Jahr 130 v.Chr. vorstellen, welcher vorgestern in der Post war. "Leider" ist der Denar geschichtlich / darstellerisch der VW Golf unter den Denaren. Zuverlässig, gut, aber langweilig. Ich hoffe ich trete keinem Golf Fahrer auf die Füße :) ... Roma auf der Vorderseite und Jupiter in der Quadriga reißen es halt jetzt nicht raus zum "oha" Effekt.

Und auch die Familie selbst - weiß man nicht viel. Und wenn man denkt was zu wissen, war es keine erfolgreiche Sippe. Sollte es da ein Verwandtschaftsverhältnis zum Münzmeister gegeben haben, so scheiterte ein späterer Vargunteius an der Ermordung des Cicero, der andere Vargunteius ging sang und klanglos mit Crassus im Parther Feldzug von dannen.

Aber - so wie auch ein Golf was Gutes hat, der Denar ist halt in vorzüglichem optischen Zustand, was bei Stücken um die 150 v.Chr. plus/minus nicht immer der Fall ist. In Real ist das Profil der Roma noch erhabener und mit noch mehr Tiefe als man auf den Bildern erkennen kann. Und auch die Rückseite ist einfach wunderschön erhalten. So hat es der eigentlich historisch langweilige Denar dennoch berechtigt in die Sammlung geschafft.

Hier der Link zum Original:
https://roma-aeterna.de/roemische-repub ... ius-m0023/
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Re: Sammlung Timestheus

Beitrag von Timestheus » Fr 26.11.21 15:26

denar_gaius_vibius_cfcn_pansa_caetronianus_m0020.jpg


Münze:
Gaius Vibius C. f. C. n. Pansa Caetronianus 48 v.Chr.
Denar der Römischen Republik
Material: Silber
Durchmesser: 18mm
Gewicht: 4,04g
Münzstätte: Rom
Erhaltung: EF-
Rare: –
Provenienz: Lucernae, Alcalá la Real, 07.11.2021
Referenz: Crawford RRC 449/1a

Avers:
Zu sehen ist der Kopf des Pan nach rechts blickend. Die Inschrift lautet PANSA.

Pan ist in der griechischen Mythologie der Hirtengott. Seiner Gestalt nach ist er ein Mischwesen aus Menschenoberkörper und dem Unterkörper eines Widders oder eines Ziegenbocks. Er ist oft daran erkennbar, dass er auch ein Horn hat und manchmal eben auch einen Ziegenbart. Pan gilt als eigenwillig und auch als lüstern. Er steht für Freude an der Musik, Tanz und Fröhlichkeit. Pan gehört zum Kult des Dionysos, dem Gott der Fruchtbarkeit und der Ekstase. Und so steht Pan auch für die urtümliche, die archaische Spiritualität, auch für die Spiritualität der Ekstase und der Intensität.

Plutarch überliefert, dass zur Zeit des Tiberius ein ägyptischer Steuermann namens Thamus vor der griechischen Küste eine Stimme gehört habe, die ihm befahl, in Palodes kundzutun, dass „der große Pan gestorben sei. Sobald das Schiff auf der Höhe von Palodes gewesen sei, habe der Steuermann die Nachricht über das Wasser gerufen, wonach ein Wehklagen vieler Stimmen zu hören gewesen sei. Nach der Rückkehr habe Tiberius davon gehört und die Geschichte so ernst genommen, dass er Untersuchungen anstellen ließ. Somit wäre Pan der einzige Gott, der in irdischen Zeiten starb.

Pan scheint die Schutzgottheit der Gens Vibius Pansa gewesen zu sein, worauf auch die Abbildung des Gottes und die Inschrift PAN(SA) hindeutet. Auch der Adoptivvater des Münzmeisters ließ auf seinen Münzen die Gottheit prägen (RRC 342/1 und RRC 342/2). Da die Gens Vibia sich erst viel später in Rom niederließ, könnte spekuliert werden, dass die Familie einen ländlichen Ursprung hatte und Hirten waren. Hier bestand eventuell der Bezug zum Schutzgott der Hirten und damit zur Familie selbst.

Revers:
Zu sehen ist Jupiter Anxur (sitzend) mit Patera (flache Trinkschale für das Trankopfer) und Zepter nach links. Die Inschrift lautet Inschrift C VIBIVS C F C N IOVIS AXVR.

Einer der wohl wichtigsten Götter in der römischen Mythologie und Religion war Jupiter. Über den Ursprung des Namens gibt es viele Theorien. Im Uritalienischen steckt die Vorsilbe „di“ als Bezeichnung für den lichten Himmel in allen Dialekten. In Rom wurden zudem viele männliche Götter mit Vater, weibliche Gottheiten mit Mutter angerufen. Dieu-Pater bedeutet also „leuchtender göttlich verehrter Himmel und leuchtender Tag“. Es gibt allerdings auch noch eine andere Deutung. So soll der Name aus Iuovo (ich helfe) und Pater (Vater) zusammengesetzt sein und so viel wie „helfender Vater“ bedeuten.

Die Jupiter Kulte sind im alten Rom vielzählig. Für die Landarbeiter ist Jupiter der Wettergott, jedoch sind die einzelnen Funktionen des Wetters wieder abgespaltet. Jupiter Veiovis ist zum Beispiel der Gott des Wetters, das man sich erhofft, sich aber nicht erfüllt hat. Jupiter Fulgur ist für Blitze verantwortlich, während Jupiter Pluvalis der Gott ist, welcher es regnen lässt. Jupiter Serenus war der Gott, welcher den Himmel auflichtete und Sonnenschein schickte. Eine besondere Stellung nahm jedoch Jupiter Optimus Maximus ein, denn dieser war der Haupt- und Staatsgott. Optimus Maximus bedeutete „der Beste und Größte“. Er wurde so genannt, weil er unter etruskischem Einfluss Mars als obersten Gott der Römer abgelöst hatte.

Auf diesem Silberdenar wird Jupiter Anxur oder auch Jupiter Axurus dargestellt. Er ist der „Jupiter des Kindes“. Der Name geht auf die ursprüngliche Bezeichnung von Terracina zurück. Als Rom 329 v.Chr. die Volsker besiegte, wurde aus der volskischen Stadt Anxur die Stadt Terracina. Auf dem Berg Sant Angelo befindet sich der Tempel des besagten Jupiter Anxur.

Der Tempel wurde zwischen der Mitte des zweiten und der Mitte des ersten Jahrhunderts v.Chr. erbaut und ist Jupiter gewidmet, dem Beschützer von Anxur. Das Gelände mit mehreren Heiligtümern wurde auf einer terrassierten Plattform errichtet. Der größte der Tempel ist dem Jupiter Anxur geweiht, während ein kleinerer Tempel der Venus Obsequens (der Willfährigen) gewidmet ist. Leider wurde nach der Römerzeit das Heiligtum zerstört. Die Überreste waren im Mittelalter als Palast Theoderichs bekannt. Im frühen Mittelalter befand sich im kleineren Tempel ein Kloster, das dem Heiligen Erzengel Michael geweiht war. Das Innere wurde in eine Kirche umgewandelt, und im Inneren sind noch Fresken aus dem 9. Jahrhundert zu sehen.

Die Inschrift identifiziert den Namen des Münzmeisters Gaius Vibius C. f. C. n. Pansa Caetronianus mit der Legende C VIBIVS C F C N. Der Kult um Jupiter Anxur wird durch die Inschrift IOVIS (Jupiter) AXVR (Axur) identifiziert.

Hintergrund:
Über die Gens Vibia und damit ihrer Familiengeschichte ist recht wenig bekannt. Ein Vibius Accuaeus aus der Stadt Accua in Appulien war 212 v.Chr. Kommandant von sieben Kohorten bei Sulmona. Ein Vibius Virro aus Capua überzeugte seine Landsleute Partei für Hannibal zu ergreifen. Ein anderer Vibius von den Brutti bat 209 v.Chr. den Konsul Quintus Fabius Maximus Verrucosus um Milde nach der Eroberung Tarrents. Dies liegt allerdings alles im historischen Dunkeln. Fest steht, dass die Familie sich erst lange Zeit später in Rom niederließ.

Gaius Vibius Pansa Caetronianus war der Adoptivsohn des Gaius Vibius Pansa, eines Münzmeisters des Jahres 90 v.Chr. und Anhängers von Gaius Marius. Vater und Sohn waren, wie Marius Neffe Gaius Iulius Caesar, Parteigänger der Popularen. Als solche wurden sie von Marius Gegenspieler Sulla geächtet und mussten aus Rom fliehen. Nach Sullas Tod kehrte Pansa zurück und machte, von Caesar gefördert, politische Karriere.

In den Jahren 54 und 53 v.Chr. diente Pansa im Heer Caesars im Gallischen Krieg. Als Volkstribun legte er 51 v.Chr. mehrmals sein Veto gegen caesarfeindliche Senatsbeschlüsse ein. Auch im Bürgerkrieg, der 49 v.Chr. ausbrach, stand Pansa auf der Seite Caesars. Da in seinem Namen geprägte Münzen seine Anwesenheit in Rom für das Jahr 48 v. Chr. belegen, bekleidete er in diesem Jahr möglicherweise das Amt eines Prätors. Von 47 bis 46 v.Chr. diente er, wohl mit dem Imperium eines Prokonsuls ausgestattet, als Statthalter der Provinz Bithynia et Pontus. Vor Ende 46 v.Chr. kehrte er nach Rom zurück und war im Jahr 45 v.Chr. Statthalter der Gallia cisalpina, wahrscheinlich ebenfalls als Prokonsul.

Vermutlich in diesem Jahr wurde Pansa auch Augur. Da für den 21. April 44 v. Chr. sein Aufenthalt in Kampanien belegt ist, muss er seine Provinz spätestens auf die Nachricht von Caesars Ermordung am 15. März 44 v.Chr. hin verlassen haben. Zuvor hatte Caesar Pansa und Aulus Hirtius noch für das Konsulat des folgenden Jahres nominiert. So gerieten beide in die Auseinandersetzungen zwischen Anhängern und Gegnern des toten Diktators hinein.

Pansa trat nach dem Tod Caesars für die Rückkehr zur republikanischen Staatsform und die Wiederherstellung der Senatsherrschaft ein. Da Caesars Erbe und Adoptivsohn Octavian, der spätere Augustus, sich im Bündnis mit Cicero ebenfalls auf die Seite des Senats stellte, unterstützten ihn die Konsuln in seinem Kampf gegen Marcus Antonius, der die Führung der caesarischen Partei für sich beanspruchte.

Pansa und Hirtius erhielten im Januar 43 v.Chr. vom Senat den Oberbefehl über die senatorischen Truppen, die Antonius Belagerung der Stadt Mutina, des heutigen Modena, aufheben sollten. Während Hirtius sofort nach Oberitalien ging, blieb Pansa zunächst in Rom zurück und kümmerte sich im Senat um Maßnahmen gegen Antonius. Etwa am 19. März brach Pansa mit vier neu ausgehobenen Legionen nach Mutina auf. Kurz bevor sie dort eintrafen, gerieten die Truppen am 14. oder 15. April bei Forum Gallorum in einen Hinterhalt des Antonius. Pansa wurde durch einen Speer schwer verwundet. Der mit zwei Legionen zum Entsatz herbeigeeilte Hirtius konnte das Blatt schließlich wenden; Antonius musste sich zurückziehen.

Am 23. April erlag Pansa seinen Verletzungen, nur zwei Tage nachdem in der Schlacht von Mutina auch Hirtius gefallen war. Der gleichzeitige Tod beider Konsuln der Republik eröffnete Octavian die Chance, eines der frei gewordenen Konsulate für sich zu fordern. Da der Senat dieser Forderung zunächst nicht nachgeben wollte, unternahm Octavian einen Staatsstreich. Er marschierte mit seinen Truppen in Rom ein und zwang die Senatoren am 19. August 43 v.Chr. ihn trotz seines jugendlichen Alters zum Konsul zu wählen.

Es ist anzunehmen, dass sein Agnomen Caetronius sein Geburtsname war. Sein Adoptivvater wurde offiziell C. Vibius C. f. Pansa tiuliert. Unser Münzmeister verband dann den Namen seines Adoptivvaters mit seinem Geburtsnamen zu C. Vibius C. f. C. n. Pansa Caetronianus.



----
Und dann möchte ich Euch heute noch eine letzte Münze vorstellen, welche ich bei Lucernae auf der Auktion erworben habe - einem Denar des Gaius Vibius C. f. C. n. Pansa Caetronianus von 48 v.Chr. - sein und Hieraus Tod waren die Basis der späteren macht des Octavius. Was für ein Schicksal, dass gerade die zwei siegreichen Generäle den Tod fanden und der Dritte diesmal wirklich der lachende Profiteur war.

Interessant finde ich auch die Darstellung des Jupiter Anxur. Auf dem Berg Sant Angelo in Terracina war ich auch schon, schade das ich damals nicht den Denar kannte und mich mit dem Kult und dem Hintergrund auseinander gesetzt habe, als ich durch die Ruinen gewandert bin.



Und hier wieder mal zum Original:
https://roma-aeterna.de/roemische-repub ... nus-m0020/
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Re: Sammlung Timestheus

Beitrag von Timestheus » Fr 26.11.21 19:42

denar_manius_fonteius_gaius_f_m0021.jpg


Münze:
Manius Fonteius C. f. 85 v.Chr.
Denar der Römischen Republik
Material: Silber
Durchmesser: 20mm
Gewicht: 3,84g
Münzstätte: Rom
Erhaltung: VF
Rare: –
Provenienz: Lucernae, Alcalá la Real, 07.11.2021
Referenz: Crawford RRC 353/1a

Avers:
Zu sehen ist der Kopf des Veiovis (oder Apollo) mit einem Lorbeerkranz nach rechts blickend. Darunter befindet sich ein Blitzbündel. Davor ein Monogramm, das als ROMA oder AP gedeutet wird. Die Inschrift lautet MN FONTEI C F.

Die Deutung dieses Denars hat sehr viele unterschiedliche Theorien, was sowohl die Vorder- als auch die Rückseite angehen.

Dies beginnt mit dem abgebildeten Kopf. Viele Experten sehen darin die Darstellung des Apollo. In dieser Theorie wird das Monogramm unterhalb des Portraits auch als AP gedeutet, welches wiederum auf Apollo zuzuschreiben wäre. Gegner dieser Theorie weißen jedoch darauf hin, dass AP ein Kürzel für „de argento publico“ wäre. Damit bezeichnete man die Herkunft des Silbers aus dem Aerarium Sanctius in Zeiten großer finanzieller Schwierigkeiten (siehe Münzen des Lucius Titurius Sabinus in meiner Sammlung). Hier lautet allerdings wiederum der Einwand, dass das Monogramm dann APV (Argentum PVbicum) lauten müsste, wie auf den Münzen in den Jahren zuvor.

Ich sehe hier ebenso kein Monogramm mit AP und erst recht keinen Bezug auf Apollo. Gottheiten, so mein Wissenstand, werden mit ihren Attributen identifiziert. Mir wäre keine Münze der römischen Republik bekannt, auf der eine Gottheit durch die Darstellung von Buchstaben-Kürzel kenntlich gemacht wurden. Ich belasse es schlichtweg dabei, dass das Monogramm, wie viele Andere auch der Meinung sind, auf ROMA deutet.

Eine schlüssigere Theorie und Deutung von Experten ist die Darstellung des Veiovis. Er war einer der vielen kleinen Götter der römischen Religion. Er war wohl ursprünglich der Privatgott der patrizischen Julier in Bovillae, welche den Kult nach der Zerstörung von Alba Longa nach Rom brachten. Über Veiovis ist nur wenig Genaues bekannt. Sein Name bedeutet so viel wie Anti-Jupiter, womit ein Jupiter der Unterwelt gemeint sein könnte. Die Vorsilbe ve- kann als Verkleinerungsform interpretiert werden, also als kleiner Jupiter – oder als Negation des semantischen Wertes, so wäre Veiovis der Jupiter, „der nicht hilft“, eine negative Version der Göttlichkeit, die besänftigt werden muss.

Er wurde aber auch mit dem jungen Jupiter oder aufgrund seines Aussehens mit Apollo in Verbindung gebracht. Er hatte seit dem 7. März 192 v.Chr. einen offiziellen Tempel zwischen den beiden Gipfeln des Kapitolbergs in Rom. Seine Statue, die neben der einer kleinen Ziege stand, hatte ein bartloses Gesicht und ein Bündel Pfeile in der Hand. Es wird angenommen, dass er der Gott der Sühne und der entlaufenen Verbrecher oder der Heilung war. Seine Feste wurde am 1. Januar, am 7. März und am 21. Mai gefeiert, während der Feste wurden ihm Ziegen als Opfer dargebracht.

Die Kultstatue im Tempel auf dem Kapitol wird von Aulus Gellius als die eines jungen Gottes, neben einer Ziege, wahrscheinlich einer Opfergabe für den Kult der Gottheit, beschrieben. Der Lorbeer und die Pfeile erinnern an die Darstellungen von Apollo, von dem jedoch Veiovis ein Vorgänger sein sollte, da diese Gottheit im italischen Land viel älter ist. Zwischen Pfeilen (Apollo) und Blitzen (Jupiter) ist der Schritt kurz, tatsächlich werden die Blitze des Jupiters oft auf ähnliche Weise dargestellt, um die Anerkennung von Veiovis als Darstellung der Unterwelt, der dunklen und unheilvollen Seite des großen Gottes zu unterstützen.

Ein weiteres Element, das für eine Deutung des Veiovis spricht, ist die Anwesenheit der Ziege auf der Rückseite der Münze. In der griechischen Mythologie ist Amaltheia eine Nymphe, die den Gott Zeus (römisch Jupiter) mit der Milch einer Ziege aufzog. Nach anderen Quellen war sie die Ziege selbst. Dennoch, die Zweifel und Unsicherheiten an der Identifizierung des Portraits bleiben bestehen.

Die Inschrift MN FONTEI C F identifiziert Manius Fonteius C. f. als Münzmeister des Denars.

Revers:
Zu sehen ist ein geflügelter Schutzgeist (Genius) oder Amor (Cupido) auf einer Ziege (Amaltheia?) nach rechts reitend. Darüber zwei phrygische Mützen oder Pilei. Darunter ein Thyrsus (Thyrsosstab, Bacchusstab). Umrandet im Ganze mit einem Lorbeerkranz außen.

Die Rückseite der Münze strotzt geradezu voller Symbolik. Schauen wir uns erst die einzelnen Elemente nacheinander an. Beginnen wir mit der Darstellung der Ziege, wie oben bereits beschrieben. In der griechischen Mythologie ist Amaltheia eine Nymphe, die den Gott Zeus (römisch Jupiter) mit der Milch einer Ziege aufzog. Nach anderen Quellen war sie die Ziege selbst. Sie ist also die Amme des Zeus, oder römisch, des Jupiters.

Der Genius war in der römischen Religion der persönliche Schutzgeist eines Mannes und Ausdruck seiner Persönlichkeit, seiner Schicksalsbestimmung und insbesondere seiner Zeugungskraft. Mit dem Tod des Mannes erlosch der Genius. Ursprünglich waren die Genien Ahnengeister, die über ihre Nachkommen wachten. Aus diesen entwickelten sich persönliche Schutzgeister, denen man opferte und von denen man sich Hilfe und Inspiration in schwierigen Lebenssituationen erhoffte. Das Fest des Genius war der Geburtstag des Trägers. In der römischen Kunst werden Genien auch als Knabe und geflügelte Wesen dargestellt. Daher könnte die Gestalt auf der Münze ein Genius darstellen.

Amor, oft auch Cupido genannt, ist in der römischen Mythologie der Gott und die Personifikation der Liebe (des Sichverliebens) und wird als halbwüchsiger Knabe nicht ohne schalkhafte Bosheit aufgefasst, der mit seinen Pfeilen ins Herz trifft und dadurch die Liebe erweckt. Widerstehen kann man ihm nicht: Omnia vincit amor („Amor besiegt alles“, wobei das lateinische Wort „amor“ auch direkt mit „Liebe“ übersetzt werden kann). Auch Amor wird oft als nackter, geflügelter Knabe dargestellt.

Eine phrygische Mütze wurde ursprünglich von den antiken Phrygern getragen. Sie bestand aus Wolle oder Leder und besaß einen längeren runden Zipfel, der meist nach vorn geschlagen wurde, beziehungsweise in Richtung Stirn fiel. Sie konnte auch mit seitlich herabfallenden Bändern unter dem Kinn festgebunden werden. Der Nackenteil bedeckte zuweilen die Schläfen und reichte manchmal bis auf die Schultern. Die phrygische Mütze war ursprünglich ein gegerbter Stier-Hodensack samt der umliegenden Fellpartie. Nach der Vorstellung der Griechen sollte ein solches Kleidungsstück die besonderen Fähigkeiten des Tieres auf seinen Träger übertragen. In der Antike war, wie auch heute noch bei vielen Naturvölkern, der Glaube verbreitet, dass die Eigenschaften von Tieren auf Menschen übergingen, wenn diese sich in deren Häute kleideten. Aus diesem Grund trug z. B. Herakles das Fell eines Löwen. Auch der Stier galt als die Verkörperung besonderer Stärke, vor allem der Zeugungskraft, und spielte eine wichtige Rolle gerade in den vorderasiatischen Kulten.

Der Pileus, eine auf dem Scheitel getragene Kappe aus Filz, stammte ursprünglich wohl aus Kleinasien, kam danach aber sowohl in der griechischen als auch in der römischen Kultur vor. Bekannte Gestalten der griechischen Mythologie, die den Pileus trugen, waren Odysseus, unter den Göttern Hephaistos, Charon und die Dioskuren. Im Altertum wurde der Pileus hauptsächlich von Seeleuten, Fischern und Handarbeitern getragen. Er wurde vor allem bekannt, weil freigelassene Sklaven im alten Rom diese Kopfbedeckung nach ihrer Freilassung aufsetzen durften (Freiheitsmütze).

Der Thyrsos, seltener Thyrsosstab oder Bacchusstab ist in der griechischen Mythologie ein Stab, der als Attribut von Dionysos und seinen Begleitern, den Mänaden und den Satyrn, getragen wird. Der Thyrsos war ein Stab, der aus einem Stängel des Riesenfenchel bestanden haben soll, jedenfalls wird die Bezeichnung Narthex (Fenchelstängel) von Euripides als Synonym für Thyrsos gebraucht. Der Thyrsos wird meist mit Binden oder mit Weinlaub umwunden dargestellt. An der Spitze befand sich eine Bekrönung aus Efeu oder Weinlaub, in späterer Zeit oft auch ein Pinienzapfen. Die Darstellungen der Bekrönung sind sehr unterschiedlich. Manchmal besteht sie aus einem Zweig mit einigen Blättern, manchmal ist es eine Fencheldolde, ein andermal ein kunstvolles, buschiges Gebinde mit in regelmäßigen Reihen angeordneten Efeublättern, manchmal sind die Blätter naturalistisch ausgeführt, manchmal nur durch Punkte angedeutet. In der antiken Kunst erscheint der Thyrsos als Attribut ab 530 v.Chr. sehr häufig bei den Mänaden, gelegentlich auch bei Satyrn und Silen, dem Gott Dionysos selbst oder seiner Gattin Ariadne. Letztlich ist er das kennzeichnende Attribut des Gottes und seines Gefolges.

Der Thyrsos wird von den Mänaden auch als Waffe verwendet, bzw. sie gebrauchen als Thyrsoi getarnte Lanzen, so auf dem Indienzug des Dionysos oder sie werden bei der Tötung des Pentheus verwendet. Sogar in die politische Symbolik des römischen Imperiums konnte der Thyrsos eindringen. Als Marcus Antonius Anfang 41 v.Chr. in Ephesos einzog, wurde er als neuer Dionysos verehrt. Als Bacchantinnen gekleidete Frauen und als Pane und Satyrn kostümierte Männer trugen Thyrsosstäbe in der feierlichen Prozession vor dem Triumvirn her. Auf einer silbernen Tetradrachme aus Ephesos erscheinen auf der Vorderseite die Bildnisse von Marcus Antonius und Octavia, der Schwester des Oktavian und seit Herbst 40 v.Chr. Ehefrau des Marcus Antonius, die Rückseite zeigt Dionysos mit Thyrsos und Kantharos, auf der Cista mystica stehend und eingerahmt von zwei Schlangen.

Wir fassen die Abbildungen der Rückseite der Münze zusammen.

Eine Ziege, sehr wahrscheinlich Amalthea, wird von einem Genius oder Amor geritten. Die Darstellung der Amalthea dürfte in Verbindung der Vorderseite durch Veiovis / Apollo als ziemlich wahrscheinlich gelten. Die Darstellung Armor als Reiter ist wiederum eher unwahrscheinlich. Es gibt keinerlei bekannte Mythen, welche Armor auch nur annähernd mit irgendwelchen Ziegenfiguren in Verbindung bringt. Es kann auch nur ein Repertoirebild sein. Tatsächlich ist die Liebe in der pompejanischen Zeit auf Fresken ein sehr häufiges Motiv, ohne dass sie eine besondere Bedeutung haben (müssen).

Es spricht einiges eher für einen Genius, einen Schutzgeist. Auch in Verbindung mit dem abgebildeten Thyrsus und den phrygischen Kappen. Laut Experten müssen diese Symbole als Ganzes interpretiert werden, um sie innerhalb der Darstellung zu verstehen.

Der Thyrsus ist ein Attribut des Dionysos und damit auch der Satyrn, die seine Prozession bilden. Die phrygischen Kappen sind normalerweise das Symbol der Dioskuren, zweier göttlicher Zwillinge, Söhne von Zeus und Leda.Die Verbindung muss zwischen den Faun (einer ländlichen italischen Gottheit, die eng mit der Fruchtbarkeit und dem Wohlstand der Herden verbunden ist) und den Laren (die Schutzgötter oder Schutzgeister bestimmter Orte und Familien) gesucht werden – zufällig Zwillinge – wie die dargestellten Dioskuren und auch ihre sehr alten italischen Gottheiten, die für den Schutz des Territoriums und der dort lebenden Menschen verantwortlich sind. Zudem wurden die Faun oft mit den Satyrn verwechselt und / oder in Verbindung gebracht.

Dies sind alles jedoch Hypothesen und teils freie Interpretationen, es gibt bis dato keine Beweise. Die Darstellung und Symbole sind komplex und weit verzweigt und lassen daher viel Spielraum für die eigene Fantasie und Auslegung. Ich freue mich über weitere Ideen und Hinweise.

Hintergrund:
Fonteius war der Name einer plebejischen Familie im alten Rom, der Gens Fonteia. Außerhalb Roms sind Angehörige der Familie vor allem in Etrurien und Tusculum belegt. Im 1. Jahrhundert v.Chr. gelangten Fonteii zu senatorischen Ämtern, am Ende der Republik erstmals zum Konsulat. Über den Münzmeister ist nicht nur wenig bekannt, es ist auch nicht mit Sicherheit geklärt, welcher der historischen Manius Fonteius C. f. die Denare prägen hat lassen. Zwei Marcus Fonteius C. f. sind aus dieser Zeit historisch überliefert.

Ein Marcus Fonteius C. f. war vor dem Jahr 87 v.Chr. Triumvir Monetalis, ließ aber keine Münzen prägen. Er war Prätor und zwischen 76 bis 73 v.Chr. Proprätor in Gallia Narbonensis. Er wurde im Jahr 69 v.Chr. wegen Erpressung und Misswirtschaft angeklagt und von keinem geringeren als von Cicero verteidigt. Wie erwähnt ließ er anscheinend keine Münzen prägen, könnte aber der Geldgeber der Münzen gewesen sein und so dennoch verantwortlich für diesen Denartyp gewesen sein. Oder war der Münzmeister dieses Denars der Militärtribun Marcus Fonteius C. f. – welcher im Jahr 85 v.Chr. das Amt des Triumvir Monetalis inne hatte?



----
Jetzt hatte ich heute Abend doch noch Zeit, Lust und Laune die letzte Münze von Lucernae zu katalogisieren und dokumentieren. Eine Münze bei welcher der Münzmeister (der nichts historisch weltbewegendes zum vorweisen hat) bei der Darstellung und Symbolik der Vorder- und Rückseite in den Hintergrund gedrängt wird.

Ist es Apollo oder der kleine Jupiter? Ist es ein Schutzgeist oder Amor der da auf der Ziege reitet? Was bedeuten die zwei Dioskurenkappen und der Bacchusstab? Darüber streiten sich Experten seit Jahren und lassen viel Spielraum für eigene Interpretationen.

Hier gehts wie immer zum Original:
https://roma-aeterna.de/roemische-repub ... -cf-m0021/
Veritas? Quid est veritas?
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Re: Sammlung Timestheus

Beitrag von jschmit » Fr 26.11.21 20:29

Schöne Stücke!

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Re: Sammlung Timestheus

Beitrag von chevalier » Fr 26.11.21 21:36

#Timestheus

Äußerst interessante Beiträge. Hat bestimmt viel Arbeit gemacht. Danke! :D
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Timestheus
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Re: Sammlung Timestheus

Beitrag von Timestheus » Sa 27.11.21 13:44

caecilius_metellus.jpg



Münze:
Gaius Caecilius Metellus Caprarius 125 v.Chr.
Denar der Römischen Republik
Material: Silber
Durchmesser: 18mm
Gewicht: 3,92g
Münzstätte: Rom
Erhaltung: EF+ Kabinettstück
Rare: –
Provenienz: Palaio Dr. Gernot Heinrich, Bad Reichenhall, 24.11.2021 (engl. Privatsammlung)
Referenz: Crawford RRC 269/1

Avers:
Zu sehen ist der Kopf der Roma mit geflügeltem Helm nach rechts blickend. Davor eine Wertmarke X. Die Inschrift lautet ROMA.

Im römischen Reich war Roma eine Gottheit, die als Personifikation den römischen Staat oder die Stadt Rom symbolisierte. Ihr waren einige Tempel und heilige Plätze geweiht. Roma wird 269 v.Chr. erstmals auf As-Münzen aus Rom erwähnt sowie 204 v.Chr. auf römischen Münzen aus Locri in Kalabrien, woraus geschlossen wird, dass die nichtrömische Bevölkerung Roma ebenfalls religiös verehrt haben könnte. Tatsächlich sind die ersten sicher belegten Kulte für Roma in der griechischen Welt zu finden. In diesen Zusammenhang passt, dass ihr in Smyrna 195 v.Chr. ein Tempel errichtet wurde. Ferner wird von Roma-Kulten auf Ephesos, Sardes und Delos berichtet.

Dies Ausschmückung eines Helmes findet sich oft in antiken Darstellungen von Göttern und Göttinnen. So wird der griechische Gott Hermes (lateinisch Mercurius) regelmäßig mit einem Flügelhelm dargestellt. Auch Roma trägt auf Münzen oftmals einen Flügelhelm, wie auch hier auf unserem vorgestellten Denar des Gaius Caecilius Metellus Caprarius.

Revers:
Zu sehen ist Jupiter, bekrönt von Victoria, in einer Elefanten Biga nach links. Die Inschrift lautet C METELLVS.

Auf der Rückseite der Münze treffen mit Jupiter, Victoria und den Elefanten gleich drei Symbole geballt auf den Betrachter. Einer der wohl wichtigsten Götter in der römischen Mythologie und Religion war Jupiter. Über den Ursprung des Namens gibt es viele Theorien. Im Uritalienischen steckt die Vorsilbe „di“ als Bezeichnung für den lichten Himmel in allen Dialekten. In Rom wurden zudem viele männliche Götter mit Vater, weibliche Gottheiten mit Mutter angerufen. Dieu-Pater bedeutet also „leuchtender göttlich verehrter Himmel und leuchtender Tag“. Es gibt allerdings auch noch eine andere Deutung. So soll der Name aus Iuovo (ich helfe) und Pater (Vater) zusammengesetzt sein und so viel wie „helfender Vater“ bedeuten.

Die Jupiter Kulte sind im alten Rom vielzählig. Für die Landarbeiter ist Jupiter der Wettergott, jedoch sind die einzelnen Funktionen des Wetters wieder abgespaltet. Jupiter Veiovis ist zum Beispiel der Gott des Wetters, das man sich erhofft, sich aber nicht erfüllt hat. Jupiter Fulgur ist für Blitze verantwortlich, während Jupiter Pluvalis der Gott ist, welcher es regnen lässt. Jupiter Serenus war der Gott, welcher den Himmel auflichtete und Sonnenschein schickte. Eine besondere Stellung nahm jedoch Jupiter Optimus Maximus ein, denn dieser war der Haupt- und Staatsgott. Optimus Maximus bedeutete „der Beste und Größte“. Er wurde so genannt, weil er unter etruskischem Einfluss Mars als obersten Gott der Römer abgelöst hatte.

Unter den Eigenschaften, welche man in Rom mit Jupiter verband, muss man auch an die kriegerischen denken. Jupiter wurde im ganzen Imperium neben Mars als eigentlicher Entscheider der Schlachten und Gott des Sieges verehrt. Die wichtigsten Kulte kriegerischer Jupiter sind die des Jupiter Stator, Jupiter Feretrius und des Jupiter Victo. Im Kult um den Gott Jupiter war der Lorbeerkranz ein Zeichen des Siegers. Er war bei der Rückkehr von Feldherren nach Rom Zeichen des militärischen Siegers (Corona triumphalis), während die Führer von Heeren, die einen weniger bedeutenden Erfolg erlangt hatten, sich bei einer ovatio mit einem Myrtenkranz begnügen mussten.

Die Ursprünge des häufigsten Rückseitenmotivs der republikanischen Münzprägung finden sich nicht in Rom, sondern in den griechischen Städten Siziliens. In Qualität und Ästhetik waren die dort ausgegebenen Münzen den römischen weit überlegen, weshalb die für die Prägungen zuständigen Beamten in Rom gerne griechische Bildmotive entlehnten, auch wenn diese dabei ihre konkrete Bedeutung verloren. Die geflügelte Siegesgöttin verkündet als griechische Nike in der Münzprägung von Städten wie Syrakus und Selinunt den Sieg im Wagenrennen bei einem der großen griechischen Wettkämpfe, als römische Victoria auf dem eilenden Zweigespann verbildlicht sie auf allgemeine Weise den schnellen militärischen Sieg des Heeres (Quelle: Sonja Kitzberger). Auch auf dem Denar des Münzmeisters Gaius Caecilius Metellus Caprarius ist diese damals beliebte und häufig auftretende Symbolik der Victoria abgebildet.

Lorbeer Kranz und Palmenzweig sind die typischen Attribute der Victoria, welche die ursprünglichen Siegestrophäen bei der griechischen Palästra und den panhellenischen Spielen waren. Beides wurde im römischen Sinne assimiliert und ausgeweitet. Kranz und Palmenzweig konnte jemand auch für sich reklamieren, welcher viele ehrenvolle Taten und Siege im militärischen Sinne vollbracht hatte. Zudem ist Victoria ein geflügeltes Wesen, welches die Flüchtigkeit und Nähe von Sieg und Niederlage symbolisiert. In der römischen Siegessymbolik war es Victoria, welche die Früchte des Erfolges überreichte.

Zeitgleich mit dem ersten Venustempel, wurde im 3 Jahrhundert v.Chr. auf dem Palatin der erste Victoriatempel errichtet. Die Einweihung des ersten Tempels erfolgte am 01. August 294 v.Chr. durch den Konsul Lucius Posumius Megellus, ein zweiter Tempel wurde am 01. August 193 v.Chr. durch Marcus Porcius Cato eingeweiht. Archäologische Grabungen konnten den ersten Tempel „aedes Victoriae“ (Victoriatempel) schräg der Magna Mater lokalisieren. Während dem zweiten Punischen Krieg wurde der Meteor von Pessinus im Victoriatempel aufbewahrt.

Da Victoria keine eigentliche Göttin darstellt – sondern eine römische Personifikation des Sieges und günstigen Erfolges – konnte sie den traditionellen Gottheiten beigegeben werden und erhielt dadurch eine zusätzliche Aufwertung. Victoria besaß dabei von Anbeginn eine militärische Komponente. Abgebildet wird Victoria immer geflügelt, oft mit Kugel, Kranz, Palmzweig, Schiffsbug, Schild, Siegestrophäe.

Der Elefant, als Symbol und sogenanntes Wappen innerhalb der Gens Caecilii Metelli, ist ein sehr beliebtes und aufgrund der militärischen Erfolge der Ahnen, auch ein sehr willkommenes Mittel zu Propagandazwecken auf den geprägten Münzen. Lucius Caecilius Metellus besiegte als Konsul auf Sizilien den karthagischen Feldherrn Hasdrubal, der ihn in Panormus angegriffen hatte. Für seinen Sieg gegen die Karthager wurde er mit einem Triumphzug geehrt. Die bei seinem Sieg erbeuteten Elefanten ließ er 250 v.Chr. in Rom beim Triumphzug vorführen. Die Elefanten galten seitdem als Symbol und somit „Familienwappen“ der Gens Caecilii Metelli.

Viele Münzen der Gens Caecilii Metelli haben Symbole mit Bezug auf einen Elefanten abgebildet. So finden Sie in meiner Sammlung u.a. auch die Münze des Marcus Caecilius Metellus Q. f. aus dem Jahr 127 v.Chr. mit einem Elefantenkopf auf einem Makedonischen Schild auf der Rückseite (RRC 263/1b), die Münze des Lucius Caecilius Metellus Diadematus aus dem Jahr 128 v.Chr. mit einem Elefantenkopf unter einer Biga (RRC 262/1) und des Quintus Caecilius Metellus Pius Scipio aus den Jahren 47/46 v.Chr. mit einem Elefanten auf der Rückseite der Münze (RRC 459/1).

Die Inschrift C METELLVS identifiziert den Münzmeister Gaius Caecilius Metellus Caprarius.

Hintergrund:
Der Münzmeister Gaius Caecilius Metellus Caprarius konnte auf eine jahrzehntelange politisch und militärische erfolgreiche Familiengeschichte zurückblicken – was er dann auch mit Prägung dieses Silberdenares im Jahr 125 v.Chr. umsetzte. Er selbst war nicht minder erfolgreich, als sein Vater, Großvater oder Urgroßvater. Marcus Gaius Caecilius Metellus Caprarius war einer der vier erfolgreichen Söhne des Quintus Caecilius Metellus Macedonicus. Seine Brüder waren Lucius Caecilius Metellus Diadematus, Quintus Caecilius Metellus Balearicus und Marcus Caecilius Metellus Q. f. – deren Münzen Sie allesamt in meiner Sammlung finden.

gens_caecilia_metella_family_tree.png


Gaius Caecilius Metellus Caprarius diente im Jahr 133 v.Chr. unter Scipio Aemilianus vor Numantia. Spätestens gegen 117 v.Chr. war er Prätor und im Jahr 113 v.Chr. dann auch Konsul. In diesem Jahr und in den beiden nachfolgenden Jahren war er als Prokonsul in Makedonien und Thrakien. Für seine militärischen Erfolge in Thrakien erhielt er einen Triumph, den er im Quintilis (Juli) 111 v.Chr. abhielt. Am selben Tag triumphierte auch sein Bruder Marcus Caecilius Metellus Q. f. über Sardinien. Caprarius war im Jahr 102 v.Chr. zusammen mit seinem Vetter Quintus Caecilius Metellus Numidicus Zensor.

Sein Vater Quintus Caecilius Metellus war ein erfolgreicher General, welcher im dritten makedonischen Krieg kämpfte. Dieser war eine von 171 v.Chr. bis 168 v.Chr. dauernde Auseinandersetzung zwischen Perseus von Makedonien und dem Römischen Reich, aus der Rom am Ende siegreich hervorging. Am 22. Juni 168 v.Chr. wurde das Heer des Perseus nahe Pydna von den Römern gestellt. Den Römern gelang es, den Gegner innerhalb einer Stunde vernichtend zu schlagen. An diesem Tage wurden ca. 20.000 Makedonen getötet und 11.000 gefangen genommen. Der Krieg war damit beendet. Perseus floh mit einem Großteil seines Goldes nach Amphipolis, nahe Samothrake. Er versuchte zu Kotys nach Ostthrakien zu entkommen, wurde aber von den Römern gefangen genommen und nach Italien überführt. Quintus Caecilius Metellus war es, welcher die Siegesbotschaft von Pydna nach Rom brachte.

Im Jahr 146 v.Chr. sicherte Caecilius Metellus durch die Niederschlagung des Andriskos Aufstands die Annexion Makedoniens als römische Provinz. Fortan durfte er den Namen Quintus Caecilius Metellus Macedonicus führen. Aus der Beute ließ er die Porticus Metelli errichten, welche er mit geraubten Kunstwerken ausschmückte. Für seinen Erfolg erhielt er außerdem einen Triumph. Kaiser Augustus beließ die Porticus Metelli an Ort und Stelle und verwendete diese weiter beim Bau des Portikus der Octavia.

Im Jahr 154 v.Chr. wurde er zum Volkstribunen gewählt, im Jahr 148 v.Chr. zum Prätor. Als Konsul im Jahr 143 v.Chr. und Prokonsul im Jahr 142 v.Chr. kämpfte Macedonicus erfolgreich gegen die Keltiberer und eroberte Contrebia. Im Jahr 136 v.Chr. war er als Legat des Lucius Furius Philus in Spanien, 133 v.Chr. schlug er eine Sklavenrevolte in Minturnae nieder. Im Jahr 131 v.Chr. wurde er zum Zensor gewählt. Als konservativer Aristokrat war er ein Gegner der Gracchen. Während seiner Zeit als Zensor machte er die Ehe für Römer zur Pflicht, ein Gesetz, das jedoch nie angewandt wurde. In der Zeit von 140 v.Chr. bis zu seinem Tod 115 v.Chr. war er Augur. Seine vier Söhne Quintus, Lucius, Marcus und Gaius erreichten alle das Konsulat. Er hatte auch zwei Töchter, Caecilia Metella, die Mutter des Publius Servilius Vatia Isauricus, und deren gleichnamige Schwester Caecilia Metella, die Gattin des Konsuls von 111 v.Chr. Publius Cornelius Scipio Nasica Serapio.

Der Großvater unseres Münzmeisters, Quintus Caecilius Metellus entstammte dem römischen Plebejergeschlecht der Caecilier und war 206 v.Chr. Konsul. Der erste Teil der politischen Laufbahn des Metellus fällt in die Zeit des Zweiten Punischen Krieges, den Rom gegen Hannibal führte. Ab 216 v.Chr. übte Metellus das sakrale Amt eines Pontifex aus. Im Jahr 209 v.Chr. war er plebejischer Ädil und im Jahr darauf kurulischer Ädil. Im Jahr 207 v.Chr. diente er im Heer des Konsuls Gaius Claudius Nero und war einer der nach Rom entsandten Legaten, die die Niederlage und den Tod von Hannibals jüngerem Bruder Hasdrubal in der Schlacht am Metaurus zu verkünden hatten.

Als Marcus Livius Salinator Ende 207 v.Chr. zum Diktator zur Abhaltung der Wahlen für das nächste Jahr bestellt wurde, fungierte Metellus als dessen Magister equitum und wurde bei diesen Comitien zum Konsul von 206 v.Chr. gewählt. Sein Amtskollege war einer seiner Mitstreiter im Kampf gegen Hasdrubal, Lucius Veturius Philo. Die Konsuln erhielten als ihren Amtsbezirk (provincia) das in Süditalien gelegene Bruttium, wo sie gegen Hannibal kämpfen sollten. Ihre Amtszeit ging aber ohne größere Kämpfe vorüber. Im Folgejahr 205 v.Chr. blieb Metellus als Prokonsul weiterhin in Bruttium, wo er eine Armee in der Stärke von zwei Legionen befehligte. Er ging Ende 205 v.Chr. wieder nach Rom und leitete als Diktator die Wahlen für das nächste Jahr.

Metellus war sodann 201 v.Chr. Mitglied einer staatlichen Kommission von Decemvirn zur Verteilung öffentlichen Landes in Samnium und Apulien an jene Veteranen, die mit Scipio in Afrika gegen Hannibal gekämpft hatten. Als Leiter einer römischen Delegation vermittelte er 186 v.Chr. in einem Konflikt zwischen dem makedonischen König Philipp V. und dessen Nachbarn. Anschließend prüfte er Streitfälle auf der Peloponnes. Erst zwei Jahre später, im Jahr 184 v.Chr., konnte er sich auf den Rückweg nach Italien machen. Zuletzt wird er 179 v.Chr. erwähnt, als er versuchte, eine Verständigung zwischen dem Zensor Marcus Aemilius Lepidus und dessen ehemaligem Gegner und jetzigem Amtsgenossen Marcus Fulvius Nobilior zustande zu bringen. Er dürfte mit jenem Konsul Metellus zu identifizieren sein, der den römischen Dichter Gnaeus Naevius ins Gefängnis geworfen haben soll, da dieser heftig gegen die Meteller polemisiert habe.

Kommen wir noch zum Urgroßvater unseres Münzmeisters, Lucius Caecilius Metellus, welcher im Jahr 251 v.Chr. und 247 v.Chr. Konsul der römischen Republik war. Er besiegte als Konsul auf Sizilien den karthagischen Feldherrn Hasdrubal, der ihn in Panormus angegriffen hatte. Für seinen Sieg gegen die Karthager wurde er mit einem Triumphzug geehrt. Die bei seinem Sieg erbeuteten Elefanten ließ er 250 v.Chr. in Rom beim Triumphzug vorführen. Die Elefanten galten seitdem als Symbol der Meteller. Im Jahr 249 v.Chr. war er Magister equitum (Führer der Reiterei) des Diktators Aulus Atilius Caiatinus. Im Jahr 247 v.Chr. war Lucius Caecilius Metellus erneut als Konsul in Sizilien tätig und belagerte Lilybaeum. Im Jahr 241 v.Chr. rettete er das Palladium aus dem Vesta Tempel und erblindete angeblich dabei. Im Jahr 224 v. Chr. hielt er als Diktator die Wahlen ab (dictator comitiorum habendorum causa). Er war zudem Pontifex und von 243 v.Chr. bis zu seinem Tod im Jahr 221 v.Chr. Pontifex Maximus.

Es verwundert bei dieser Familiengeschichte nicht, dass Gaius Caecilius Metellus Caprarius als Münzmeister diese Symbole der zahlreichen militärischen Erfolge seiner Ahnen auf seinen Münzen prägen ließ um die ruhmreichen Taten der Gens Caecilii Metelli öffentlich zu propagandieren.


---
Heute möchte ich Euch den zweiten Caecilii Metelli mit seiner Elefantenbiga vorstellen. Das wäre dann Bruder Nummer #2 - der erste Bruder mit dem makedonischen Schild und Elefantenkopf war ja Marcus Caecilius Metellus Q. f. - und heute kommt der Bruder Gaius Caecilius Metellus Caprarius dran.

Im Laufe der kommenden Woche stelle ich dann noch die letzten zwei von den insgesamt vier Brüdern mit Münzen vor - es fehlen noch Lucius Caecilius Metellus Diadematus und Quintus Caecilius Metellus Balearicus. Eine recht erfolgreiche Familiengeschichte in den letzen beiden Jahrhunderten der römischen Republik.

Und hier gehst wieder zum Original:
https://roma-aeterna.de/roemische-repub ... ius-m0019/
Veritas? Quid est veritas?
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Re: Sammlung Timestheus

Beitrag von Priscus » So 28.11.21 10:01

Timestheus hat geschrieben:
Fr 26.11.21 15:26
denar_gaius_vibius_cfcn_pansa_caetronianus_m0020.jpg


Münze:
Gaius Vibius C. f. C. n. Pansa Caetronianus 48 v.Chr.
Denar der Römischen Republik
Material: Silber
Durchmesser: 18mm
Gewicht: 4,04g
Münzstätte: Rom
Erhaltung: EF-
Rare: –
Provenienz: Lucernae, Alcalá la Real, 07.11.2021
Referenz: Crawford RRC 449/1a
Den hatte ich auch auf der Liste :) - Glückwunsch!

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Re: Sammlung Timestheus

Beitrag von Amentia » So 28.11.21 10:58

Schöne Sammlung und danke für die vielen gelungenen und lesenswerten Beiträge.
Hast du eigentlich noch Zeit zum Schlafen vor lauter schreiben?
Es wäre hilfreich unten die verwendeten Quellen aufzuführen damit nachvollziehbar ist, wo was herstammt.
Nur Quellen nennen, welche zum Verfassen des Beitrages oder generell der Beiträge verwendet wurden, das sieht auch professioneller aus selbst wenn es Standardliteratur wie RIC und Crawford ist. Fußnoten sind natürlich nicht notwendig.
An der Uni im Geschichtsstudium muss man ja häufig für Hausarbeiten und Magisterarbeiten etc. Fragestellungen behandeln, welche so noch nicht behandelt wurden vorzugsweise mit Primärquellen und dann die Argumente beider Seiten gegenüberstellen und man kann oder muss da auch mal eigene Ideen/Hypthesen oder Theorien einfließen zu lassen.
Neues zu schaffen ist sehr schwierig und man kann sich da nämlich, wenn man nicht aufpasst in eine fasche Richtung verrennen oder man rennt in die richtige Richtung nur heißt das nicht, dass der Dozent oder andere das auch so sehen, es gibt auch Menschen, die von vornehrein alles negieren, was nicht der eigenen Meinung/Weltbild entspricht oder was neu ist. Daher ist es ganz wichtig, wenn man eine Eigenmeinung vertritt diese durch gute Argumente zu untermauern. Es wäre wünschenswert, wenn man eigene Gedanken oder Ideen als solche kenntlich macht und erklärt, wie man auf diese gekommen ist. Ich finde es gut, wenn man sich eigene Gedanken macht und nicht nur das bekannte Wissen in Form einer Darstellung widergibt, denn das ist genau das, was man eigentlich an der Uni lernt, selber zu denken. Weiter so und nicht entmutigen lassen!

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Re: Sammlung Timestheus

Beitrag von Timestheus » So 28.11.21 11:33

Priscus hat geschrieben:
So 28.11.21 10:01
Den hatte ich auch auf der Liste - Glückwunsch!
Danke. Wobei ich nicht ganz zufrieden bin, da die Inschrift auf der Vorderseite kaum leserlich ist - aber finde von dem Typ mal ein perfektes Stück zu einem bezahlbaren Preis.
Amentia hat geschrieben:
So 28.11.21 10:58
Hast du eigentlich noch Zeit zum Schlafen vor lauter schreiben?
Ich habe vor kurzem ein Buchprojekt abgeschlossen. Normalerweise wäre jetzt tingeln durch die Buchhandlungen und Lesungen angesagt. Aber Corona lässt 99% der Veranstaltungen ausfallen. Und da ich nach einem Buch immer so 2-3 Monate kreative Pause brauche... ja ich habe gerade nichts zu tun und muss das Hirn völlig frei bekommen. Da tut das gut. Und schreiben macht mir nix aus. Meine Schmöker haben oft 400-600 Seiten :)
Amentia hat geschrieben:
So 28.11.21 10:58
Es wäre hilfreich unten die verwendeten Quellen aufzuführen damit nachvollziehbar ist, wo was herstammt.
Da hast Du recht. Da muss ich mal schauen, wie ich das am besten umsetze. Da ich ja oft Quellen und eigene Interpretationen im Absatz vermische. Auf jedenfalls sollte ich alle Quellen angeben. Dann kann sich der Leser ein Bild machen woher das stammt - und jeder kann für sich entscheiden wie er die Quellen einordnet.

Am besten mache ich einen Block mit Infos aus offiziellen Quellen und benenne diese. Und dann mache ich einen extra Absatz, den ich klar einleite, dass das meine Interpretation / meine Gedanken sind und dann kann sich jeder seinen Teil denken dazu.

Wenn man in einem Absatz externe Quellen hat und auch eigene Gedanken einstreut - ist die Gefahr, dass man diesen Teil immer noch für eine externe (Experten) Information hält. Das wäre schlecht und natürlich nicht von mir beabsichtigt.

Experten und externe Quellen Informationen mit Quellenangaben
Eigener Absatz am Schluß mit eigenen Gedanken und das klar kennzeichnen

So könnte das dann aussehen. Finde ich eine gute Idee. Danke für den Denkanstoß.
Amentia hat geschrieben:
So 28.11.21 10:58
Weiter so und nicht entmutigen lassen!
Aber nein doch ;)
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Re: Sammlung Timestheus

Beitrag von Priscus » So 28.11.21 13:04

Timestheus hat geschrieben:
So 28.11.21 11:33
Priscus hat geschrieben:
So 28.11.21 10:01
Den hatte ich auch auf der Liste - Glückwunsch!
Danke. Wobei ich nicht ganz zufrieden bin, da die Inschrift auf der Vorderseite kaum leserlich ist - aber finde von dem Typ mal ein perfektes Stück zu einem bezahlbaren Preis.
Die Umschrift hat mich auch zögern lassen beim bieten .. - ich kann mich heute noch ärgern - ich hatte bei vcoins ein perfektes Stück für 250€ in Beobachtung ... als ich es dann kaufen wollte war es schon verkauft. Seitdem trauere ich dem Stück nach und bei jedem Stück das angeboten wird ziehe ich es als Vergleich ran und halte mich dann zurück :(

Priscus

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Re: Sammlung Timestheus

Beitrag von Timestheus » So 28.11.21 13:46

Priscus hat geschrieben:
So 28.11.21 13:04
Die Umschrift hat mich auch zögern lassen beim bieten .. - ich kann mich heute noch ärgern - ich hatte bei vcoins ein perfektes Stück für 250€ in Beobachtung ... als ich es dann kaufen wollte war es schon verkauft. Seitdem trauere ich dem Stück nach und bei jedem Stück das angeboten wird ziehe ich es als Vergleich ran und halte mich dann zurück
Ja das ist ärgerlich sowas :(

-----

Schade - hatte mir Hoffnungen auf diese zwei Stücke eben gemacht.

Onkel Iulius:
https://auksjon.oslomyntgalleri.no/Even ... ils/352814

Pompeius Fostlus:
https://auksjon.oslomyntgalleri.no/Even ... ils/352442

Ok das erste Stück von Onkel Iulius war mir dann doch zu viel und ich bin relativ schnell ausgestiegen. Die haben sich schnell ein Bieter Gefecht geliefert. Das zweite Stück von Pompeius Fostlus hätte ich schon gerne gehabt. Aber da hat der Mut gefehlt nochmal auf den Button zu drücken, weil wenn ich dann anfange zu bieten - dann kommen zu schnell Emotionen dazu und ich biete vielleicht mehr als ich wollte. Schade trotzdem.
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Re: Sammlung Timestheus

Beitrag von Timestheus » So 28.11.21 13:57

Alter Schwede! Oder eher alter Norweger in dem Fall! Wie dumm - sorry - kann man sein! Ich erwische auf dem Tablet nicht den Weiter-Button für die Vorschau auf die anderen Lots, sondern klicke mit meinen Wurstfingern auf den Bieten-Knopf. Und 3..2..1.. gewonnen. So dämlich kann man doch nicht sein?! Kommt davon wenn man 10 Tabs gleichzeitig offen hat und schnell schnell hin und her wechselt und nicht bei der Sache ist. Kopf - Tischkante - Kopf...

:mad: :mad: :mad:
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