Sammlung Timestheus

Alles was so unter den Römern geprägt wurde.

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Re: Sammlung Timestheus

Beitrag von Timestheus » Fr 07.01.22 21:11

Numis-Student hat geschrieben:
Fr 07.01.22 21:08
Die wäre bei mir in einem Lot versenkt worden.
Barbar! ;)
Numis-Student hat geschrieben:
Fr 07.01.22 21:08
Bei mir war es auch so: auf der Uni eine Vorlesung über Ephesos... Also eine Münze aus Ephesos gekauft.
Oh, gut, dass Du mich daran erinnerst! Meine allererste römische Münze war vor 30 Jahren eine Elagabal Bronze aus Ephesos an (die ich nie hätte her geben sollen - aus ideellen Gründen). Gleich mal auf die Wunschliste schreiben. Da war Elegabal abgebildet und die typische Biene - gleich mal schauen.
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Re: Sammlung Timestheus

Beitrag von Timestheus » So 09.01.22 17:10

Ich möchte Euch heute den "Elefanten-Denar" des Gaius Iulius Caesar vorstellen - irgendwann erwischt es wohl jeden Republikaner Sammler mit diesem Münztyp. Gestritten wird ja um die Deutung der "Vorderseite". Ist es eine Schlange die der Elefant zertritt, ist es ein Fabelwesen - also eine Drachenschlange? Oder handelt es sich hier um eine keltische Kriegstrompete, welche ebenso die Form einer Drachenschlange hatte?

Hier geht es zum Original: https://roma-aeterna.de/roemische-repub ... sar-m0068/

Und wie immer der Beitrag fürs Forum folgend.
Zuletzt geändert von Timestheus am So 09.01.22 17:17, insgesamt 2-mal geändert.
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Re: Sammlung Timestheus

Beitrag von Timestheus » So 09.01.22 17:14

silber_denar_gaius_iulius_caesar.jpg

Münze:
Gaius Iulius Caesar 49/48 v.Chr.
Denar der Römischen Republik
Material: Silber
Durchmesser: 19mm
Gewicht: 3,75g
Münzstätte: Mobile Militärmünzstätte (Gallia cisalpina? Hispania?)
Erhaltung: EF
Rare: –
Provenienz: Palaio Dr. Gernot Heinrich, Bad Reichenhall, 09.01.2022
Referenz: Crawford RRC 443/1

Avers:
Zu sehen ist ein Elefant nach rechts, welcher auf einer Schlange, einem Drachen oder einer Carnyx (keltische Kriegstrompete) trampelt. Die Inschrift lautet: CAESAR.

Unter Experten sind Prägeort, Prägezeitraum und die Deutung der Vorderseite umstritten. Dass es sich hier um einen Elefanten handelt, ist gewiss, zertritt dieser jedoch eine Schlange, ein Schlangenwesen in Form einen Drachen oder handelt es sich hier um eine Carnyx, einer keltischen Kriegstrompete, welche das Aussehen eines Schlangendrachen besitzt?

Experten wie u.a. Bernhard Woytek gehen von einem nicht realen Tier aus, einer sogenannten Drachenschlange. Er bekräftigt die Deutungen von Alföldi und Backendorf, welche in dem Elefanten und der Drachenschlange den Kampf „gut gegen böse“ interpretieren. Laut Backendorf zeigt die Darstellung eine bildliche Umsetzung der von Plinius (n. h. 8,32-34) berichteten Auseinandersetzung zwischen elephas und draco, welche einander perpetua discordia bekämpfen und in der Antike als klassische Duellanten im Tierreich galten. Er weist darauf hin, dass den Elefanten, die innerhalb der Tierwelt für die Griechen und Römer eine Sonderstellung einnahmen, grundsätzlich vorwiegend positive Eigenschaften – u.a. clementia (Plinius n. h. 8,23) – beigelegt wurden, wogegen ihre Widersacher als gefährliche chthonische Wesen galten.

Zu erwähnen ist auch der Zusammenhang zwischen dem abgebildeten Elefanten und den Namen Caesar. Gaius Iulius Caesar selbst bevorzugte Herleitung des Namens basierte auf einen militärischen Erfolg eines Ahnen. Dieser zufolge tötete einer von Caesars Vorfahren im Ersten Punischen Krieg einen Elefanten und erhielt für diese Tat den Beinamen Caesar – das punische Wort für Elefant. So stünde der Elefant einerseits für Caesar selbst als auch für seine Sache der Erhaltung der Republik und die Drachenschlange als gefährlicher Widersacher, den Feinden der Republik, die es galt zu zerquetschen – im Jahr 49 v.Chr. als Caesar den Rubikon überschritt und damit der Bürgerkrieg begann.

Andere prominente Experten deuten die Schlange allerdings als keltische Kriegstrompete, einer Carnyx. Backendorf selbst deutet das abgebildete Wesen als schlangenartiges Wesen mit Kamm und Bart – was man auf gut erhaltenen Münzen auch erkennen kann. Dies würde oder könnte aber eben auch auf eine keltische Carnyx zutreffen, wie sie auch auf vorherigen Denaren der römischen Republik abgebildet wurde.

Obwohl es unter Gaius Iulius Caesar noch kleinere römische Operationen in Zentralgallien gibt, ist die Provinz nach dem Gallischen Krieg 50 v.Chr. endgültig militärisch gesichert. Caesar selbst meldete Gallien als besiegt und gesichert. Der abgebildete Elefant (in Bezug auf den militärischen Erfolg seines Vorfahren) könnte also eine Carnyx zerquetschen und damit auf den militärischen Erfolg Caesars in Gallien hinweisen, während die Rückseite der Münze auf religiöse Aspekte im Zusammenhang auf sein Amt als Pontifex Maximus hinweist. Auch diese Deutung würde in das Zeitfenster vor dem Bürgerkrieg passen, um seinen Truppen und Anhänger zu zeigen, seht her, dies sind meine militärischen Erfolge, dies ist meine religiöse Legitimation.

carnyx_keltische_kriegstrompete.jpg
Keltische Kriegstrompete auf einem Denar des Brutus Albinus (links), abgebildete Drachenschlange vergrößert auf dem Elefanten Denar des Gaius Iulius Caesar (Mitte) und Nachbau einer keltischen Kriegstrompete, der Carnyx (rechts).

Meine persönliche Meinung tendiert eher zur Carnyx, welche der Elefant zertrampelt. Wir befinden uns in den Jahren 50/49 v.Chr. und Caesar befindet sich auf direktem Konfrontationskurs gegen Pompeius und den Optimaten im Senat. Im Jahr 49 v.Chr. wird er auf Rom marschieren und dabei den Rubikon überschreiten. Caesar hat Entscheidungen getroffen und einen Weg eingeschlagen, welcher gegenüber seinen Truppen und Anhängern dringend einer Legitimation benötigt. Wie sollte nun eine mögliche Propaganda zur Legitimation seines Handelns auf den ausgegebenen Münzen aussehen? Auf der einen Seite betont er den religiösen Aspekt und auf der anderen Seite ist sein Vorgehen gerechtfertigt, weil er seine Feinde zertrampeln wird? Gewalt gegenüber seinen Feinden als Legitimation?

Ein Beleg für die Richtigkeit seines Handelns könnte eher basierend auf seinen militärischen Erfolgen und der religiösen Legitimation als Pontifex Maximus propagandiert werden. Seht her, ich habe für Rom die keltische Schlange zertrampelt, ich habe Gallien besiegt und dennoch werde ich Caesar von meinen Gegnern als Feind betrachtet. Ich Caesar habe die militärische und die religiöse Legitimation für mein Handeln auf unserer Seite. Gerne könnte man auch eine Doppeldeutigkeit in der Darstellung sehen – einmal zertrampelt der der Elefant die gallischen Feinde – zum Anderem, nehmt Euch in Acht, so geht es auch meinen politischen und militärischen Gegnern.

Die Inschrift CAESAR identifiziert den Münzmeister Gaius Iulius Caesar.

Revers:
Zu sehen sind die Zeichen des Pontifikats: simpulum, aspergillum, sacena oder securis (mit Wolfskopf) und galerus (Priesterkappe) mit den oflendices (Kinnbänder) und apex (Spitze).

Anfang 73 v.Chr. wurde Caesar anstelle des verstorbenen Vetters seiner Mutter, Gaius Aurelius Cotta, in das Priesterkollegium der pontifices kooptiert. Im Jahr 69 oder 68 v.Chr. bekleidete er schließlich die Quästur, die unterste Stufe der politisch bedeutenden Ämter der Römischen Republik. Nach Bekleidung dieses Amtes wurde er in den Senat aufgenommen. Als Quästor diente er in Spanien unter dem Proprätor Antistius Vetus. Nach seiner Rückkehr aus Spanien heiratete Caesar Pompeia, eine wohlhabende Enkelin Sullas, deren Reichtum er umgehend für seinen politischen Aufstieg nutzte: 65 v.Chr. war er kurulischer Ädil und erlangte durch prachtvolle Spiele, durch die er sich hoch verschuldete, große Beliebtheit. Im Jahr 63 v.Chr. wurde er in das bedeutende Amt des Pontifex Maximus, des Oberpriesters, gewählt. Diese Wahl ist als erster außergewöhnlicher Karrieresprung Caesars anzusehen, da das Amt des Oberpriesters traditionell verdienten Consulares (ehemaligen Konsuln) vorbehalten war. Er wurde dabei, wie schon bei seinen Spielen als Ädil von Marcus Licinius Crassus, der derzeit als reichster Mann Roms galt, finanziell unterstützt, obwohl unklar ist, wie gut das Verhältnis Caesars zu Crassus zu diesem Zeitpunkt war.

Der Pontifex Maximus war der Ranghöchste im Priesterkollegium der pontifices im Römischen Reich. Seit dem 3. Jahrhundert v.Chr. wurde sein Amt durch die Wahl in einer speziellen Volksversammlung vergeben. Der Pontifex Maximus hatte offenbar die Oberaufsicht über alle sakralen Angelegenheiten in Rom, insbesondere über die Priesterinnen der Vesta. Sein Amtssitz war die Regia auf dem Forum Romanum.

Laut Cicero führte der Pontifex Maximus einst auch die annales maximi, in denen wichtige religiöse und politische Ereignisse nach Jahren geordnet gelistet worden seien. Der Pontifex Maximus war in Rom jedenfalls auch für den Kalender zuständig. Die pontifices mussten in republikanischer Zeit nach Bedarf Schalttage einfügen, wenn sich zu große Verschiebungen ergeben hatten. Allerdings nicht in seiner Funktion als Pontifex Maximus, die er auch innehatte, sondern als Römischer Diktator, führte Gaius Iulius Caesar im Jahr 46 v.Chr. den Julianischen Kalender ein, der dieses Problem beseitigte. Die letzten Pontifices Maximi zur Zeit der Römischen Republik waren Gaius Iulius Caesar und Marcus Aemilius Lepidus. Nach Lepidus Tod wurde 12 v.Chr. Caesars Adoptivsohn Augustus neuer Pontifex Maximus, und fortan hatten alle römischen Kaiser diese Funktion inne. Im Falle eines Mehrkaisertums kennzeichnete sie den ranghöchsten Herrscher, bis das Oberpontifikat 238 n.Chr. unter Pupienus und Balbinus erstmals geteilt wurde.

Abgebildet sind die vier Priesterattribute: Schöpfkelle (simpuvium, simpulum), Weihwedel (aspergillum), Beil (sacena, securis) und die Priesterkappe (galerus) mit Kinnbänder (oflendices) und Spitze (apex).

Das Simpulum (auch Simpuvium oder Simpuium) ist in der römischen Religion eine Schöpfkelle, vorwiegend aus Keramik, die den römischen Priestern und den Vestalinnen dazu diente, beim Opfer den Wein auf die Opferschale zu gießen. Es handelt sich um ein archaisches, frühzeitliches Gerät. Das Simpuvium besaß einen hohen Stellenwert innerhalb der Opfer- und Kultgeräte, was durch das Beiwort „Numae“ bezeugt ist. Sein hohes Alter bezeugen keramische simpuvia-Fragmente des 7. Jahrhunderts v.Chr. welche bei den Grabungen in unmittelbarer Nähe des Vesta-Tempels auf dem Capitol beim Comitium und in der Regia auf dem Forum Romanum gefunden wurden. Daneben wird die Bedeutung des Simpuvium dadurch bestärkt, dass es als Insignie für den Pontifex und im Vesta-Kult zu kultischen Ehren kam und auch nur von Mitgliedern der pontifikalen Vereinigungen während Opferhandlungen benutzt wurde. Wahrscheinlich wurde es sogar in dem von Numa gegründeten Vesta-Tempel aufbewahrt.

Das Aspergill (lateinisch aspergillum von aspergere „besprengen“) ist ein liturgisches Gerät, das zum Besprengen mit Weihwasser genutzt wird. Umgangssprachlich bezeichnet man das Gerät heute auch als Weihwassersprenger, Weihwasserwedel oder Sprengwedel. Allerdings stammt dieser Begriff aus der Neuzeit und nicht aus antiken Quellen! Da Angaben zum Wedel in den Quellen fehlen, kann die Benennung mit dem mittellateinischen “aspergillum“ nur ein Behelf sein, der von „aspersio“ (Besprengung) abgeleitet ist. Die Quellen nennen, wenn sie von Besprengungen sprechen, Lorbeer- oder Olivenzweige. Die Vielfalt der Darstellungen beweist aber die Notwendigkeit des aspergillum als Kultrequisite.

Gebraucht wurden der Wedel und die ihm verwandten Geräte (z.B. Zweige) zu Lustrationszwecken u.a. bei der Consecratio des neuen Tempels auf dem Kapitol, dessen Bauplatz beispielsweise die Vestalinnen mit Wasser besprengen (Tacitus hist. 4, 53). Obwohl Tacitus an dieser Stelle das Gerät zum Sprengen nicht ausdrücklich nennt, kann davon ausgegangen werden, dass hierfür ein Wedel ähnlicher Gegenstand verwendet wurde. Auch bei der Lustration, wo ebenfalls im Rahmen kultischer Reinheit Weihwasser versprengt wird, ist ein solcher vorauszusetzen. Das Benetzen oder Besprengen von Kopf und Kleidung spielte ebenfalls eine außerordentliche Rolle, wie z.B. vor Betreten eines Heiligtums (Ovid met. 1, 371-373). Als Vorbereitung auf das Opfer besprengte man sein Haupt (Ovid fast. 4, 55) und seinen Körper (Vergil Aen. 4, 635).

Wie die bei Lustrationen verwendeten Wedel ausgesehen haben und verwendet wurden, verdeutlicht das Suovetaurilium der sogenannten „Domitius-Ara“. Der hinter dem Stier schreitende Opferdiener hält zwei Zweige in den Händen, wobei er mit dem rechten Arm eine Bewegung vollzieht, die auf die Besprengung des Opferstieres hindeutet. Einen ähnlichen Zweig halt ein Lorbeer bekränzter Mann auf der Trajanssäule in der Hand. Auch hier ist ein Reinigungsritus, die Lustratio exercitus, dargestellt. Obwohl der Mann nicht in Ausübung einer konkreten rituellen Handlung gezeigt ist, deutet das Gefäß in seiner linken Hand auf Weihwasser hin, das er mit Hilfe des Zweiges versprengen wird.

Die Gruppe der Schlaggeräte kennt sechs Gerätschaften, die mit dem Opfervorgang oder dem kultischen Bereich in Verbindung gebracht werden können. Die Literatur nennt darunter vier Beiltypen für das Tieropfer (acieris, bipennis, sacena und securis), sowie eine Axt (dolobra) und einen Hammer (malleus). Die securis wird bei Opfern verwendet, während die sacena, in ihrem Ursprung ebenfalls so genutzt, in historisch-römischer Zeit eher als Kultbeil und Pontifikalabzeichen anzusprechen ist.

Umgangssprachlich werden fälschlicherweise die Priesterkappe und der Apex oftmals gleichgesetzt. Die Kappe (Pileus) ist ein jedoch Oberbegriff, die Priesterkappe ist der Galerus selbst, bestehend aus Elementen wie den Oflendices (Kinnbänder), dem Tutulus (purpurfarbene Binde) oder dem Apex.

Der Galerus (laut Sueton und Varro ein Synonym für pileus) ist die eigentliche Priesterkappe, welche aus Leder oder dem Fell der geopferten Tiere bestand. Sie hatte zwei Kinnbänder (Wollfäden?), damit die Kopfbedeckung bei religiösen Handlungen, wie zum Beispiel Opferriten, dem Träger nicht vom Kopf fiel, was als sehr böses Omen gewertet wurde. In einem übereinstimmenden Bericht des Plutarch (Marcellus 5) und Valerius Maximus (I 1,5) kostetet ein solcher Fauxpas im Jahr 211 v.Chr. dem Flamen Dialis Gaius Sulpicius den Verlust des Priesteramtes. Der Tutulus ist nach Festus eine purpurfarbene Binde als Kopfschmuck der Flaminica. Der Apex wiederum war eine auf dem Scheitelpunkt aufgesetzte Spitze mit einer unterhalb befindlichen Ringscheibe aus Bronze. (Quelle: Anna Viola Siebert, Instrumenta Sacra, Untersuchungen zu römischen Opfer-, Kult- und Priestergeräten)

Hintergrund:
Kaum eine andere historische Person dürfte so bekannt sein, wie Gaius Iulius Caesar. Seine Taten, sein oftmals herausgefordertes Glück, seine forschen Handlungen, die oft alles auf eine Karte setzten, die Affäre mit der ägyptischen Königin Kleopatra und sein tragischer Tod übersäht von Messerstichen – haben ein Epos um diesen Mann erschaffen. Sein Leben nur annähernd wieder zu geben, füllt ganze Bücherregale und würde den Rahmen hier völlig sprengen. Ich belasse es daher mit einer kurzen Zusammenfassung.

Gaius Iulius Caesar wurde etwa 100 v.Chr. als einziger Sohn einer Adelsfamilie geboren. Die Iulier waren zwar ein honorables altes Adelsgeschlecht – waren aber im Vergleich zu den anderen vorherrschenden Familien weder besonders reich noch gab es in den Jahren davor irgendwelche Familienmitglieder, welche sich politisch oder militärisch hervorgehoben hatten. Meine Vermutung ist hier – dass gerade dies einer der Gründe ist, wieso Iulius Caesar zu Lebzeiten bemüht war, die (göttliche) Abstammung seines Gens immer wieder zu betonen und hervorzuheben.

Um sich beliebt zu machen, gab er riesige Geldsummen aus. Um den Kopf aus der Schlinge zu ziehen, zog er nach Gallien, welches er für Rom eroberte und so auch seine Schulden begleichen konnte. Sein Kampf gegen die Gallier und Vercingetorix schuf das erste Epos um Iulius Caesar. Als der Senat sich gegen Caesar wandte, marschierte dieser mit seinen Legionen nach Rom. Dabei marschierte er über den kleinen Grenzfluss Rubicon mit den von Sueton erwähnten Ausspruch Iacta alea est – geworfen ist der Würfel.

Von Rom aus zog er dann Richtung Griechenland, um seine Gegner militärisch zu schlagen, was ihm letztendlich 48 v.Chr. in der Schlacht bei Pharsalos gegen Pompeius Magnus dann auch gelang. Ironie der Geschichte ist, dass er den mit Pompeius kämpfenden Marcus Iunius Brutus begnadigte, welcher vier Jahre später ihm dies mit einem Dolch dankte. Pompeius konnte fliehen, verlor aber in Ägypten seinen Kopf.

Caesar verfolgte Pompeius bis nach Ägypten, konnte dort aber nur noch feststellen, dass Pompeius auf seiner Flucht ermordet wurde. In Ägypten regelte er die Machtverhältnisse neu – und damit den Streit der Königsgeschwister Kleopatra und ihrem Bruder Ptolemaios XIII um den ägyptischen Thron. Die Geschichte sollte bekannt sein, Kleopatra landete nicht nur als Gewinnerin auf dem Thron (ihr Bruder leblos auf der Flucht irgendwo in der Wüste), sondern auch als Geliebte Caesars in dessen Nachtlager. Ein weiteres Epos – eine Romanze, die später nur noch Marcus Antonius und Kleopatra toppen sollten.

Dem römisch republikanischen Adel wurde dies wohl zu viel. Caesars gemeinsames Kind mit Kleopatra, einer Frau aus dem nicht-römischen Osten, das Gerücht, dass der gemeinsame Sohn Caesarion die Nachfolge Caesars antreten sollte, die Mutmaßungen Caesar wolle aus Rom nach orientalischem Vorbild einen Königsstaat machen – führte zu den Iden des März 44 v.Chr. Eine Gruppe von rund 80 Verschwörern, hauptsächlich angeführt von Brutus und Cassius setzten den imperatorischen Bestrebungen des Gaius Iulius Caesar ein jähes und schreckliches Ende. Das letzte Epos, der Vorhang war gefallen.
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Re: Sammlung Timestheus

Beitrag von Timestheus » Do 13.01.22 12:30

Gestern und heute sind eher "zufällig" zwei neue Münzen in meine Sammlung gekommen.

Einmal war ich auf der Suche nach einer Bronze des Antoninus Pius, da ich seine Gattin in der Sammlung habe. Dabei ist mir bei Ebay diese Münze aufgefallen - eine Bonze? Diesen Münzentyp habe ich als Denar gefunden, nicht aber als Bronze. Dazu würden dann auch die 18mm Durchmesser und 2g Gewicht passen - aber wieso so wenig? Nach ein paar PN über Ebay war der Verkäufer der Meinung, dass es sich um eine "Limesfalsa" handelt - was aber ja hier im Forum widerlegt wurde. Da der "falsche Limesdenar" aber recht nett anzuschauen ist und ich so eine antike Fälschung nicht besitze - und wir uns auf 60 Euro einigen konnten - habe ich die Münze vorher gekauft.

limesdenar antoninus pius.jpg

Das ist das original Foto des Verkäufers. Mal sehen, wie der Denar real rüber kommt. Es handelt sich hier um den Typ RIC 136 mit Antoninus Pius und der Legende ANTONINVS AVG PIVS PP auf der Vorderseite und dem Handschlag zweier Hände mit einem Merkurstab samt der Legende COS IIII. Ich weiß noch gar nichts über diese "Limesdenare", so dass ich mich da erst mal einlesen muss.




Auch überraschend kam gestern Abend eine Email eines österreichischen Händlers aus Wien rein. Bei ihm hatte ich die Barbaren Imitation des Quintus Titius über Catawiki gekauft: viewtopic.php?f=6&t=11928&start=8985#p551431

Zwischendurch bemerkt - der Händler hat den Kauf bei Catawiki sofort rückabgewickelt und sich zigmal entschuldigt das nicht selber bemerkt zu haben. Absolut seriöse schnelle Abwicklung. Und sehr netter Kontakt. Ein bisschen Werbung daher für den guten Mann - ich hoffe das ist in Ordnung: https://www.numidas.at

Auf jedenfalls hat er sich gestern per Email gemeldet, dass er einen "echten" Quintus Titius reinbekommen hat und ob ich diesen haben möchte. Welch Frage - natürlich will ich. Und so habe ich nun doch einen Pegasos des Titius. Leider ist es kein "Spitzbart" sondern nur das zweite Exemplar mit dem jugendlichen Bacchus. Nun denn - muss der Spitzbart irgendwann auch mal in die Sammlung kommen.

Freue mich aber dennoch auf den Denar und finde es toll, dass der Händler sich nochmals erinnert und sich bei mir gemeldet hat. Mit 140 Euro wie ich finde übrigens auch sehr fair be-preist, wenn man an die aktuellen Preise der Republikaner denkt.

silber_denar_quintus_titius.jpg

Quintus Titius 90 v.Chr.
Denar der Römischen Republik
Avers: Kopf des jugendlichen Bacchus mit Efeukranz nach rechts.
Revers: Pegasos nach rechts. Inschrift: Q TITI.
Crawford RRC 341/2
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Re: Sammlung Timestheus

Beitrag von Numis-Student » Do 13.01.22 14:16

Ja, der Lukas ist ein sehr angenehmer und fairer Geschäftspartner, kann ich nur bestätigen.

MR

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Re: Sammlung Timestheus

Beitrag von Timestheus » Do 13.01.22 15:27

Numis-Student hat geschrieben:
Do 13.01.22 14:16
Ja, der Lukas ist ein sehr angenehmer und fairer Geschäftspartner, kann ich nur bestätigen.
Ja habe eben auch erfahren, alter Studienkollege von Dir wie ich höre :)
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Re: Sammlung Timestheus

Beitrag von antoninus1 » Do 13.01.22 16:07

Und auf den Börsen ist er immer in der "Wiener Reihe" (Leo, Marc, Philipp) zu finden :D
Gruß,
antoninus1

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Re: Sammlung Timestheus

Beitrag von Timestheus » Do 13.01.22 17:21

silber denar republik.jpg

Manius Fonteius 108/107 v.Chr.
Silberdenar der römischen Republik
20mm, 3.96gramm
Crawford 307/1d

Av: Köpfe der Dioskuren gestaffelt, davor ein Wertzeichen
Rv: Galeere nach rechts, Inschrift MN FONTEI

Da trudelt doch gerade eine Mail von Heritage rein, da habe ich heute Nacht doch noch ein Exemplar erwischt. Die Anderen sind alle jenseits von gut und böse gelandet. Auf den hier hatte ich geboten, weil er eine kleine "Serie" an Galeeren Denkern bis zu meinem Antonius darstellt, die ich gerne in der Sammlung haben würde.
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Re: Sammlung Timestheus

Beitrag von Numis-Student » Do 13.01.22 19:17

antoninus1 hat geschrieben:
Do 13.01.22 16:07
Und auf den Börsen ist er immer in der "Wiener Reihe" (Leo, Marc, Philipp) zu finden :D
alle 4 ganz anständige Burschen, zwei davon auch hier angemeldet, aber in letzter Zeit leider etwas schweigsam...

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Re: Sammlung Timestheus

Beitrag von Timestheus » Fr 14.01.22 14:14

Numis-Student hat geschrieben:
Do 13.01.22 14:16
Ja, der Lukas ist ein sehr angenehmer und fairer Geschäftspartner, kann ich nur bestätigen.
Und dann nehmen wir "ein schneller Versender" auch noch hinzu. Gestern gekauft und natürlich auch überwiesen - und heute bereits per DHL erhalten. Der Lukas war so lieb und hat bereits gestern den Denar versendet, so dass ich ihn wie gesagt eben per DHL erhalten habe. Da sage ich dann auch tausend Dank für das Vertrauen, so kann ich jetzt schön zum WE mich zu dem Denar weiter schlau machen und in die Sammlung freudig einsortieren.

Und real schaut er auch noch etwas schöner aus als eh schon, weil er eine schöne leicht dunkle Tönung hat. Toll.
Daumen hoch & Danke an Lukas und seinen Numidas Shop.
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Re: Sammlung Timestheus

Beitrag von Timestheus » Fr 14.01.22 17:55

silber_denar_quintus_titius.jpg

Münze:
Quintus Titius 90 v.Chr.
Denar der Römischen Republik
Material: Silber
Durchmesser: 18,5mm
Gewicht: 3,94g
Münzstätte: Rom
Erhaltung: VF
Rare: –
Provenienz: Numidas Numismatic, Wien, 13.01.2022
Referenz: Crawford RRC 341/2

Avers:
Zu sehen ist der Kopf des jugendlichen Bacchus mit Efeukranz nach rechts.

Bacchus ist ursprünglich die lateinische Form von Bakchos, einem Beinamen des Dionysos, Gott des Weines, des Rausches, des Wahnsinns und der Ekstase, in der griechischen Mythologie. Bacchus war bei den Römern als Name von Liber pater, dem ursprünglichen italischen Gott des Weines und der Fruchtbarkeit, gebräuchlich.

Ein entsprechender Beiname (pacie) war schon bei den Etruskern für den Gott Fufluns gebräuchlich. Im Zusammenhang, mit dem wegen des sogenannten Bacchanalienskandals 186 v.Chr. unterdrückten Kult sind, zunächst die Bezeichnungen Baccha oder Baca für die Bacchanten, die Kultbegleiter des Gottes, und Bacchanal bzw. Bacanal für die Kultfeier belegt. Das weist darauf hin, dass mit den entsprechenden Begriffen zunächst eher ekstatische Formen des Kultes gemeint waren, im Gegensatz etwa zu den althergebrachten Kultfeiern des Liber. Das feiern der Bacchanalien, seines höchstes Festes, wurde in Rom zeitweise verboten.

Revers:
Zu sehen ist das geflügelte Pferd Pegasos nach rechts. Die Inschrift lautet: Q TITI.

Pegasos war das Kind des Meeresgottes Poseidon und der Gorgone Medusa. Die Überlieferungen über seine Geburt variieren. Eine Version berichtet, er sei aus Medusas Nacken entsprungen, als diese von Perseus geköpft wurde. Hierbei sei er als Zwilling von Chrysaor zur Welt gekommen. Eine andere erzählt, er sei aus jener Stelle der Erde entsprungen, auf welche Medusas Blut getropft sei.

Pegasos trug Bellerophon in seinem Kampf gegen die Chimära und die Amazonen. Es gibt verschiedene Geschichten, wie Bellerophon Pegasos gefunden habe: So sagen einige, dass der Held ihn trinkend am Brunnen von Peirene (am „pirenischen Quell“) gefunden habe, andere berichten, dass entweder Athene oder Poseidon Pegasos zu Bellerophon führten. Bevor er Bellerophon beistand, brachte Pegasos Blitz und Donner zu Zeus, und nach dem Tod Bellerophons kehrte er zum Berg Olymp zurück, um den Göttern zu helfen. Angeblich entstanden durch Pegasos Hufschlag zwei Brunnen. Einer auf Geheiß von Zeus auf dem Gebirge Helikon (der „helikonische Quell“, aus dem alle Dichter trinken), ein zweiter in Troizen (vgl. auch Hippokrene).

Pegasos wurde in ein Sternbild verwandelt, aber eine Feder seiner Flügel fiel nahe der Stadt Tarsos zurück auf die Erde und gab der Stadt ihren Namen. Seine Ursprünge als Mischwesen sind vermutlich orientalischer Herkunft. Er wurde häufig in der kretischen und kleinasiatischen Kunst und sogar noch bis in das dritte Jahrhundert nach Christus auf römischen Münzrückseiten dargestellt.

Die Inschrift Q TITI identifiziert den Münzmeister Quintus Titius.

Hintergrund:
Die Gens Titia war eine plebejische Familie im alten Rom. Die Gens wird in der republikanischen Zeit selten erwähnt und sind erst sehr spät aus der Dunkelheit aufgetaucht. Keines seiner Mitglieder erhielt das Konsulat unter der Republik, und die erste Person mit dem Namen, die dieses Amt innehatte, war Marcus Titius im Jahr 31 v.Chr. Das Nomen Titius ist ein patronymischer Familienname, der auf dem Promenomen Titus basiert, das dem Vorfahren der Gens gehört haben muss. Titus war ungefähr das sechsthäufigste lateinische Pränomen in der römischen Geschichte. Es wurde jedoch vermutet, dass es durch Titus Tatius, einen Sabinerkönig in der Zeit von Romulus, der mit vielen seiner Untertanen nach Rom kam, ins Lateinische eingeführt wurde. Wenn Titus ursprünglich ein Sabiner-Pränomen war, dann könnten die Titii Sabines gewesen sein. Es ist aber auch möglich, dass Titus sowohl in der lateinischen als auch in der oskanischen Sprache verbreitet war.

Quintus Titius ließ in seiner Amtszeit als Münzmeister zwei Denartypen prägen – beide sollen sich auf den Kult des Dionysos und Priapos beziehen. Priapos (latinisiert Priapus), Sohn des Dionysos und der Aphrodite, war in der griechischen Mythologie ein Gott der Fruchtbarkeit. Er erschien als Beschützer von Vieh (Schafen und Ziegen), Bienen, Fischen und Früchten. Nach der griechischen Mythologie hatte Aphrodite eine Liebesbeziehung mit Dionysos. In der Küstenregion von Abarnis bei Lampsakos gebar sie ihm den Priapos. Aufgrund der Zauberkräfte Heras war er missgestaltet. Aphrodite verleugnete deshalb ihren Sohn und setzte ihn aus.

Ein zunächst auf Lampsakos und die Dardanellen beschränkter, lokaler Kult verbreitete sich dann über die griechische, bald über die römische Welt. Man opferte ihm die Erstlingsfrucht von Feld und Garten. Priapos Statuen, ausgestattet mit einem gewaltigen Phallus, meist aus Holz und rot bemalt, sollten in Obst- und Weingärten als Glücksbringer eine reichhaltige Ernte garantieren. Sie sollten wie eine Vogelscheuche wirken und Diebe verschrecken. Nach Strabon waren die Götter Tychon, Konisalos und Orthanes ihm ähnlich.

Gedichte über den Gott nennt man Priapeen. In der Lateinischen Literatur bekannt wurde die Satire I,8 von Horaz. Zwei Priapusfragmente werden fälschlicherweise Catull zugeschrieben. Auch die beiden Priapeen des Tibull stammen nicht von dessen Hand. Leidet ein Mann unter einer dauerhaften, nicht zurückgehenden Erektion seines Penis, wird dieses Krankheitsbild heute medizinisch Priapismus genannt, benannt nach Priapos. Auch die Priapswürmer wurden nach Priapos benannt.

Wie bereits zuvor erwähnt, sollen sich beide Denartypen des Quintius Titius auf die Kulte des Dionysos und Priapos hinweisen. Hier bei diesem Denar mit dem Kopf des jugendlichen Bacchus (Dionysos) auf der Vorderseite und dem Pegasos auf der Rückseite. Auf vielen vorchristlichen griechischen Münzen sind der Kopf des Priapos und des Pegasos in Kombination abgebildet. Der Zusammenhang zwischen Bacchus (Dionysos) und dem Priapos ist offensichtlich, inwiefern spielt aber das Mischwesen Pegasos in diesen Kulten eine Rolle?

Eleutherai war ein antiker griechischer Ort an der Grenze zwischen Attika und Böotien, der durch seine Festung, als ursprünglicher Kultort des Dionysos Eleuthereus bekannt wurde. Es ist nicht zweifelsfrei belegt, warum Dionysos, der griechische Gott des Weines, auch den Namen Dionysos Eleuthereus (lateinisch Dionysos Eleutherius) oder Dionysos von Eleutherai erhielt. Die geläufigen Deutungsvarianten beruhen auf der etymologischen, mythischen bzw. historischen Herleitung des Namens.

Nach einer etymologischen Deutung erhielt Dionysos den Beinamen Eleuthereus (Befreier), weil er durch die betäubende Wirkung des Weins den Menschen von Kummer, Leid und Sorgen befreit. Eine teils etymologische, teils mythische Herleitung schreibt Dionysos den Beinamen Eleuthereus zu, weil er als Befreier vom orgiastischen Wahnsinn galt, so wie er auch Eleuthers Töchter vom Wahnsinn erlöste. Ein Scholion zu Hesiods Theogonie berichtet, dass nicht Dionysos als Befreier auftrat, sondern selbst vom Wahnsinn befreit werden musste: „Eleuther war ein König in dem Land und ein Berg mit dem Namen des Heros, Sohn von Apollon und Aithusa, eine Tochter Poseidons. Eleuther ist auch der Name einer Stadt in Böotien, wo Mnemosyne verehrt, worden sein soll. Sie [die Stadt] wird so genannt, weil Dioysos dort von seinem Wahnsinn geheilt und befreit wurde.“. Eine weitere Ableitung des Namens beruht auf einem alten Mythos. Demnach erschien Dionysos einst in einem schwarzen Ziegenfell den Töchtern von Eleuther, die ihn aber wegen seiner Kleidung verspotteten. Der Gott strafte darauf alle Männer der Stadt mit Satyrismus, einer krank- und schmerzhaften Dauererektion. In ihrer Verzweiflung befragten die Eleutherianer das Apollo-Orakel in Delphi, das ihnen riet, zur Buße die Statue des Dionysos in einer Prozession nach Athen zu geleiten. Die Herkunft der Statue aus Eleutherai veranlasste demnach die Benennung des Dionysos mit dem Beinamen Eleuthereus.

Und nun kommt Pegasos ins Spiel. Im 6. Jahrhundert vor Christus soll die Statue von Eleutherai nach Athen verbracht worden sein. Dies ist nicht nur mythisch, sondern auch historisch belegt. Der Reiseschriftsteller Pausanias berichtet im 2. nachchristlichen Jahrhundert: „In dieser Ebene [von Eleutherai] ist ein Tempel des Dionysus, und von hier haben die Athener das alte Schnitzbild geholt. Das jetzige zu Eleutherä ist jenem nachgebildet worden.“. An anderer Stelle behauptet Pausanias, dass Pegasos von Eleutherai, eine mythologische Person, den Kult nach Athen gebracht haben soll: „… Pegasus aus Eleutherä, welcher die Verehrung dieses Gottes [Dionysos] bei den Athenern eingeführt hat.“. Auch Aristophanes erwähnt das Pegasos in diesem Zusammenhang „Pegasos nahm von den Eleutheriern – das Eleutherai, welches zu den böotischen Städten zählt – das Bild des Dionysos und brachte es nach Attika.“ (Aristophanes Ach. 243).

silber_denar_ mutunus_tutunus.png
Kopf des Mutunus Tutunus (Priapos) – Silberdenar des Quintus Titius, Crawford341/1 (Bildquelle: Christiane, Numismatikforum)

Auch auf dem zweiten Denartyp des Quintus Titius besteht ein Zusammenhang – der abgebildete Kopf auf der Vorderseite – Mutunus Tutunus – ist der römische Pendant zu Priapos. Und so vereint die Münzreihe des Titius Bacchus (Dionysos), dessen Sohn Priapos und das geflügelte Pferd Pegasos. Über den Münzmeister selbst ist historisch leider nichts weiteres bekannt.




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Und hier gehts mal wieder zum Original: https://roma-aeterna.de/roemische-repub ... ius-m0072/
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Re: Sammlung Timestheus

Beitrag von Timestheus » Mo 17.01.22 11:05

Ich möchte Euch heute meinen (ersten) Gussdenar des Antoninus Pius vorstellen. In dem Zusammenhang möchte ich nochmals auf die verlinkte Publikation von Jeremie Chameroy "Münzgussformen des 3. Jahrhunderts in den Sammlungen des Römisch-Germanischen Zentralmuseums Mainz" hinweisen, welche ich in Ausschnitten in meinen Beitrag kopiert habe.

Anmerkung wegen Urheberrecht an die Moderation. Mir liegt die persönliche Erlaubnis von Jeremie Chameroy aus dem RGZM vor, dass ich seinen Text auszugsweise kopieren und auf meiner HP bzw. auch hier im Forum veröffentlichen darf.

Kann jedem Interessierten die Publikation des RGZM nur empfehlen - sie gibt sehr interessante Einblicke in die Herstellung dieser sogenannten Gussdenare.
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guss_denar_titus_aelius_hadrianus_antoninus_augustus_pius.jpg

Münze:
Titus Aelius Hadrianus Antoninus Augustus Pius 138/161 n.Chr.
Denar der römischen Kaiserzeit (antike Fälschung)
Material: Weissmetall
Durchmesser: 18mm
Gewicht: 2,00g
Münzstätte: ?
Erhaltung: EF-
Rare: –
Provenienz: Private Sammlung, 13.01.2022
Referenz: vgl. RIC 136

Avers:
Zu sehen ist der Kopf des Antoninus Pius nach rechts. Die Inschrift lautet: ANTONINVS AVG PIVS PP.

Nerva und Trajan tragen in ihren Porträts kurze Haare und sind bartlos, folgen also grundsätzlich dem seit augusteischer Zeit üblichen Habitus. Allerdings sind sie nicht klassizistisch stilisiert, ihre Gesichter zeigen ungeschönte Züge und energische Mimik, die Haare sind nicht kunstvoll arrangiert, sondern in unprätentiöse Strähnen gekämmt. Hadrian trägt als erster Kaiser einen Bart zu einer eleganten Lockenfrisur. Die Frisuren der folgenden Kaiser entwickeln dieses Modell weiter; die Locken werden immer üppiger, die Bärte länger. Die Mimik der Kaiser seit Hadrian ist entspannt, der Ausdruck souveräner Ruhe kann bis zur Entrücktheit gesteigert werden.

Die Inschrift ANTONINVS AVG PIVS PP ist zu übersetzen mit Antoninus Augustus Pius (pflichtbewusst) Pater patriae (Vater des Vaterlandes).

Revers:
Zu sehen sind zwei Hände im Handschlag (dextrarum iunctio) um einen geflügelten Merkurstab (caduceus). Die Inschrift lautet: COS IIII.

Der Caduceus wird auch Merkur-, Herold- oder Schlangenstab genannt. Die ursprüngliche Form zeigt den glatten Stab bekrönt von einem oder zwei Ringen und einem oben offenen Halbring, woraus erst in der griechischen Kunst sich Schlangenleiber bildeten.

Der Caduceus tritt schon um 3000 v.Chr. im Zweistromland auf, wahrscheinlich als Fruchtbarkeitssymbol, als welches er in einigen Varianten noch heute bei den indischen Drawida gilt. Er ist neben anderen vorderasiatischen Völkern vor allem den Phöniziern bekannt als siderisches Symbol und Attribut der Astarte. Die Frage, wann und warum der Caduceus zum Attribut des Hermes wird, hängt eng mit der Herkunft des Hermes überhaupt zusammen. Mit dem Hermeskult tritt er in die griechische Mythologie ein. Das griechische Kerykeion – bei Homer noch als Rhabdos bezeichnet (II. 24, 343; Od. 5, 47; 24, 3) – wird als Attribut des Götterboten Hermes Abzeichen der Heroldswürde und des Boten überhaupt, damit wird es auch Attribut der Iris. Es gilt dann aber weiterhin auch als Zeichen der Herrscherwürde [6 Sp. 332].

Schon in früher Zeit, vielleicht in Erinnerung an ältere, siderische Bedeutungen, hat der Schlangenstab aber die Nebenbedeutung als Glücks- und Zauberstab. So wird er – noch in Griechenland – zum Friedenssymbol, zum Attribut der Eirene wie der Nike, und als solches auch von den Römern übernommen. Die praktische Verwendung als Friedenszeichen durch die Römer ist erwiesen, eiserne und erzene Caduceus sind gefunden (s. a. Frdr. Crome in: Mitt. d. Dt. Archäol. Inst. in Athen 63/64, 1938/39, 117). Seit Mitte 3. Jh. v.Chr. wird fast immer ein Flügelpaar am Caduceus angebracht; dies geschieht in Anlehnung an Hut und Schuhe des Götterboten, in dessen Hand der Caduceus trotz allem am häufigsten ist.

Nachdem der Caduceus schon auf italischen Bronzemünzen in Vertretung des Merkur aufgetreten war, wird er in der Kaiserzeit ein nicht seltenes Münzbild, entsprechend der gewandelten Bedeutung Merkurs, der nun hauptsächlich Handels- und Verkehrsgott und Reisegeleiter ist. Von zwei verschlungenen Händen gehalten, oft in Verbindung mit Ähren, bedeutet der Caduceus auf Münzen wohl den durch die Kaiser heraufgeführten Wohlstand. So verknüpft sich der eigentliche Sinn des Caduceus mit dem des Füllhorns und anderer Attribute der Fortuna (s. E. Samter in Röm. Mitt. 10, 1895, 93f.). Folgerichtig erscheint dann der Caduceus auf Kaisermünzen auch in den Händen der Felicitas. Auch der Gottkaiser selbst trat zuweilen mit dem Caduceus in der Öffentlichkeit auf. (A. Alföldi, Insignien und Tracht der röm. Kaiser. Röm. Mitt. 50, 1935, 122).

Die Dextrarum iunctio war ein Teil eines antiken römischen Hochzeitsbrauches. Traditionell werden bei dieser Zeremonie die Brautleute durch eine verheiratete Frau zusammengeführt, sie reichen sich dann die rechten Hände. Anschließend wird ein unblutiges Opfer gebracht. Darstellungen der Dextrarum iunctio sind in der römischen Kunst geläufig, beispielsweise auf Sarkophagen. Der Handschlag findet sich auch auf kaiserzeitlichen Münzen, wie auf diesem Denar des Antoniunus Pius. Allerdings hier stellvertretend als Symbol für Einheit (unitas) und Treue (fides) zwischen dem Kaiserhaus und dem Volk von Rom.

Die Inschrift COS IIII steht für Consul Quartum – das vierte Mal Konsul.

Hintergrund:
Zur Herstellung nachgegossener Münzen wurden in der Antike meistens zweiteilige Model aus Ton verwendet, die je nach ihrer Form (rund, rechteckig) und Größe auf jeder Teilhälfte jeweils einen Münzabdruck trugen, oder aber mehrere nebeneinander gelegte Abdrücke (derselben oder verschiedener Münzen) auf einer bzw. auf beiden Seiten des Models erhielten. In den Sammlungen des Römisch-Germanischen Zentralmuseums befinden sich 39 erhaltene und vier nur noch von Bildern bekannte Münzgussformen, die eindeutig zu ein und demselben Fundkomplex gehören. Es handelt sich um Tonscheiben mit Abdrücken von Denaren der Zeit des Antoninus Pius bis Caracalla, wie sie schon aus zahlreichen anderen Funden in den westlichen römischen Provinzen bekannt sind. Der Fundort dieser 43 Münzförmchen ist leider nicht überliefert.

In den Nordwestprovinzen kamen die Tonformen in den verschiedensten archäologischen Kontexten ans Tageslicht. Nur in den seltensten Fällen wurden sie aber an ihren Herstellungs- bzw. Verwendungsorten entdeckt: z.B. in Bordeaux (in einer Töpferwerkstatt), in Damery (in einem niedergebrannten Gebäude, wo Münzförmchen, Werkzeuge und Metallreste das Nachgießen von Münzen an diesem Ort belegen), in Pachten (auf dem Werkgelände einer Schmiedewerkstatt) oder in Châteaubleau (in der Nähe der illegalen Officina 1). An den jeweiligen Fundstellen ist Begleitmaterial zu den Münzgussformen nur in wenigen Fällen bekannt. Daher scheint die Zusammensetzung des Fundkomplexes von Arras noch ein Einzelfall zu sein. Hier wurden Hunderte von Münzförmchen mit einer Eisenzange, einem Schmelztiegel, einem Schwert und einem Kettenhemd in eine Holzkiste gepackt und in einem Brunnen entsorgt.

Häufiger kamen die Münzgussformen in Abfallschichten vor, die über den ursprünglichen Ort ihrer Produktion bzw. Benutzung nichts mehr verraten: in Abfallgruben (London, Mainz-Kastel, im Lager von Niederbieber, Rottweil, Saint-Mard), in Abwasserkanälen (im castellum von Famars, Köln 1987, Rottenburg, im Theater von Vienne), in Becken (Verbe Incarné in Lyon), in Brunnen (Arras, Châteaubleau, Duston, Trier), in leer stehenden Zisternen (rue Sœur-Bouvier in Lyon), im Schuttkegel einer Gewölbeanlage (Augst 1999), mit anderem Abfall verstreut (Whitchurch), im Schutt eines Kellers (Rumst), in den Ruinen eines älteren Badegebäudes (im Kastell von Eining) und sogar in Gräbern (Le Bernard [Département Vendée], nécropole de la Favorite in Lyon, Saarlouis-Roden).

Obwohl das Vorkommen solcher Münzgussformen in eher städtischen als ländlichen Fundkontexten bereits unterstrichen wurde, bleiben die oben aufgeführten Beispiele wenig aufschlussreich, um den Charakter der Produktion nachgegossener Münzen zu erläutern. Aus dem Fundkontext allein kann man nicht erkennen, ob das Nachgießen von Silbermünzen „auf offener Straße“ stattfand, weil der Staat es als Notgeldproduktion tolerierte, oder aber in hinteren Räumen einer Werkstatt betrieben werden musste, weil es als Falschmünzerei strafbar war. Doch erbringen die bisher geführten Analysen von Gussmetall schwergewichtige Argumente zugunsten der zweiten Erklärungsmöglichkeit.

Das Herstellungsverfahren solcher Formen konnte dank der Funde aus Sousse (Tunesien), Damery (Departement Marne) und Mainz-Kastel rekonstruiert werden. Die Fläche dieser Gussformen, immer größer als die Originalmünzen, fällt durch ihre regelmäßige runde Form auf, wo der Abdruck von einem mehr oder weniger breiten Rand umgeben ist. Der Durchmesser der Scheiben des RGZM liegt zwischen 22 und 24 mm, wobei ihre Dicke drei verschiedene Arten erkennen lassen, die Plättchen herzustellen: in dünne (von 4mm), in mittlere (5mm) und dickere Scheiben (6mm). Die Kreisform der Tonscheiben weist daraufhin, dass sie mit einer Röhre ausgestochen wurden, wie z.B. die in Sousse in Bruchstücken aufgefundene Bronzeröhre. So wird nach Vorbereitung der glatten Lehmscheiben eine erste Scheibe mit dem Metallrohr ausgestochen. Eine Münze (in unserem Fall ein Denar) kommt dann von oben auf die untere Scheibe und wird angedrückt. Eine vorhin ausgestochene Tonscheibe deckt diese Münze ab, indem man die Scheibe anhand eines glatten Stempels in das untere Teil der Röhre drückt.

Das Verfahren wiederholt sich: Durch das Zwischenlegen eines Denars und einer Tonscheibe ergibt sich, dass jede Tonscheibe einen Münzabdruck auf beiden Seiten erhält, außer der untersten und der obersten Platte, die das Rohr abschließen und nur auf einer Seite ein Münznegativ zeigen. Die Abdruckkombination Vs.-Rs., die die meisten Gussformen aufweisen, lässt eine Tendenz erkennen, die Münzen in die Röhre immer gleich zu positionieren (und in der Regel mit dem Avers nach oben) 6. Eine solche Röhre konnte mindestens zwölf Münzen enthalten – wie im Fund von Damery – und bestand also aus 13 Tonplatten. In unserem Ensemble zählen wir 35 Scheiben mit doppelseitigem Abdruck und sieben Scheiben mit einseitigem Abdruck. Diese einseitig gestempelten Model beweisen die Herstellung von mindestens vier Röhren, die einer Produktion von 48 nachgegossenen Denaren entsprechen könnten.

Nach der Füllung einer Röhre schiebt man die Rolle der aufgestapelten Tonscheiben und Denare durch den Druck eines Stempels heraus. Um einen Gusskanal zu bilden wird ein dreieckiger Anschnitt in die Länge der Rolle getätigt, so tief, dass die Spitze der Kerbe die Silbermünzen erreicht. Dieser Eingriff gewährleistet, dass das Metall während des Gusses in jede Münzform einfließen kann. Links und rechts von diesem dreieckigen Anschnitt ist die Rolle manchmal mit einer oder mehreren Kerben versehen. Diese Kerben, wie auch der Anschnitt des Gusskanals, erleichtern den nächsten Arbeitsgang, wobei die Rolle Schicht für Schicht demontiert wird, um die Denare von den Tonscheiben auszulösen. Die Zeichen am Rande der Tonplättchen helfen dem Gießer, die Negative übereinander und wieder in die richtige Position zusammenzusetzen. Diese Phase erfordert höchste Geschicktheit, damit die Formen nicht miteinander verwechselt werden oder sogar Schaden erleiden. Ein Denar des Septimius Severus muss so fest an der Scheibe geklebt haben, dass der Abdruck beim Abnehmen der Münze beschädigt wurde. Nach seiner Fertigstellung zeigte der nachgegossene Denar sicherlich eine starke Wölbung an seinem Rand und wurde wahrscheinlich wieder eingeschmolzen.

Drei Rollen werden danach zusammengestellt, mit dem Anschnitt in die Mitte ausgerichtet und von Lehm ummantelt, dessen Reste auf einigen Gussformen noch zu sehen sind. Diese aus drei Rollen bestehende Säule erhält noch einen Trichter aus Lehm, den man auf den hohlen Raum zwischen die drei Rollen setzt, und kommt nach dem Trocknen in den Brennofen. Erst anschließend gießt man das Metall in den Trichter, das durch den als Gusskanal dienenden Hohlraum bis hin in die Anschnitte jeder Tonscheibe rinnt und alle Münznegative ausfüllt. Nach Erkalten des Metalls, wenn man die Säule aufschlägt, sind die drei Rollen durch den Eingusskanal miteinander verbunden, sodass die aufgestapelten Formen aufgebrochen werden müssen. In der Regel waren tatsächlich die Scheiben mit den Münzabdrücken nur ein einziges Mal in Einsatz. Gelegentlich kleben noch zwei Scheiben so fest aneinander, dass es nicht anders möglich ist, sie zu trennen, ohne sie zu beschädigen. Meistens zerbrechen sie an der Stelle des Gusskanals, manchmal in mehrere Fragmente. Einmal von ihren Tonformen befreit, hängen die nachgegossenen Münzen wie die Zweige eines Baumes an dem Metallstamm, den das eingeflossene Metall im Hohlraum zwischen den drei Rollen gebildet hat. Nachdem jede Münze einzeln abgelöst ist, muss schließlich ihr Gusszapfen noch abgefeilt werden, um ein halbwegs kreisförmiges Aussehen dieser Nachbildungen zu erreichen. Auf diese Weise ergibt eine Säule 36 nachgegossene Münzen.

Jeremie Chameroy, Münzgussformen des 3. Jahrhunderts in den Sammlungen des Römisch-Germanischen Zentralmuseums Mainz (Jahrbuch des RGZM 54, 2007, 533-572).

Das Originaldokument als PDF findet sich hier zum Download:
https://www.google.com/url?sa=t&rct=j&q ... aToPe3V_b8

Und hier gehts zum Original auf meinem Sammel-Blog:
https://roma-aeterna.de/roemische-kaise ... ius-m0071/
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Re: Sammlung Timestheus

Beitrag von Timestheus » Di 18.01.22 16:00

silber_denar_quintus_titius.jpg

Münze:
Quintus Titius 90 v.Chr.
Denar der Römischen Republik
Material: Silber
Durchmesser: 19mm
Gewicht: 3,76g
Münzstätte: Rom
Erhaltung: VF
Rare: –
Provenienz: Numidas Numismatic, Wien, 14.01.2022
Referenz: Crawford RRC 341/1

Avers:
Zu sehen ist der Kopf des Mutunus Tutunus (Priapos) mit Flügeldiadem nach rechts.

Mutunus Tutunus oder Mutinus Titinus war eine römische Gottheit, der mit dem Hochzeitsritus der Confarreatio verknüpft war. Er scheint ithyphallisch oder als Phallus dargestellt worden zu sein und entsprach insofern dem Priapos der griechischen Mythologie. Vermutlich war aber sein Kultbild keine menschliche Gestalt oder Herme, sondern ein Phallus mit ausgeprägten Hoden. Man hat vermutet, dass das Fascinum zu Mutunus Tutunus in ähnlicher Beziehung steht wie die Herme zu Merkur. Auf sein Kultbild soll sich christlichen Autoren zufolge die Braut im Laufe der Hochzeitszeremonien gesetzt haben, damit der Gott sie defloriere. Insbesondere die Größe des Phallus wird ausgemalt.
Ist doch auch Priapus anwesend, der übermännliche, auf dessen ungeheuerliches und abscheuliches Glied sich die Neuvermählte setzen musste, nach der höchst ehrbaren und frommen Sitte der Matronen.
Augustinus: de civitate Dei 6,9

Wie vieles aus diesen polemischen Berichten tatsächlich auf Varro zurückgeht, ist schwer zu entscheiden. Unsicher ist auch, ob tatsächlich ein Doppelname vorliegt, da Varro von einem Mutunus vel („oder“) Tutunus, die christlichen Autoren dagegen von Mutunus et („und“) Tutunus schreiben, d. h., dass eigentlich Mutunus und Tutunus zwei überlieferte Namensformen des Gottes sind, worüber schon zu Varros Zeit Unklarheit bestand. Möglicherweise hängt der Name Mutunus zusammen mit mutto, mit der Bedeutung „Penis“ bezeugt und muttonium, der Bezeichnung für ein phallisches Amulett.

Nach Festus gab es ein Heiligtum des Mutunus Tutunus auf der Velia, das von römischen Damen allein aufgesucht wurde, wobei sie eine toga praetexta, ein eigentlich hochgestellten Personen und Priestern vorbehaltenes Zeremonialkleidungsstück trugen, woraus man schließen kann, dass es sich um Vertreterinnen eines patrizischen Priestertums handelte.

Eine andere mögliche Deutung hängt wiederum mit den Hochzeitsbräuchen zusammen. Nicht nur Priester und Würdenträger trugen die Toga mit dem Purpurstreifen, sondern auch Knaben bis zum Tag ihrer Mannwerdung und dem Anlegen der toga virilis. Für Mädchen war der entsprechende Tag der Hochzeitstag, an dem sie ihre Kinderkleidung ablegten und verschleiert (capite velato) in der toga praetexta ein Opfer darbrachten, möglicherweise eben im Heiligtum des Mutunus Tutunus, wo denn auch die oben beschriebene symbolische Defloration hätte stattfinden können, das kann man aber wegen des Zustands des überlieferten Textes nicht mehr genau sagen.

Unklar ist auch das Schicksal des Heiligtums. Dieser altehrwürdige Schrein scheint von Gnaeus Domitius Calvinus niedergerissen und an dessen Stelle eine Badeanlage errichtet worden zu sein, sicherlich nicht ohne Zustimmung des Augustus, dessen getreuer Anhänger Domitius Calvinus war. Die Stelle bei Festus ist stark verdorben und der bei Paulus Diaconus überlieferte Auszug nur sehr kurz.

Revers:
Zu sehen ist das geflügelte Pferd Pegasos nach rechts. Die Inschrift lautet: Q TITI.

Pegasos war das Kind des Meeresgottes Poseidon und der Gorgone Medusa. Die Überlieferungen über seine Geburt variieren. Eine Version berichtet, er sei aus Medusas Nacken entsprungen, als diese von Perseus geköpft wurde. Hierbei sei er als Zwilling von Chrysaor zur Welt gekommen. Eine andere erzählt, er sei aus jener Stelle der Erde entsprungen, auf welche Medusas Blut getropft sei.

Pegasos trug Bellerophon in seinem Kampf gegen die Chimära und die Amazonen. Es gibt verschiedene Geschichten, wie Bellerophon Pegasos gefunden habe: So sagen einige, dass der Held ihn trinkend am Brunnen von Peirene (am „pirenischen Quell“) gefunden habe, andere berichten, dass entweder Athene oder Poseidon Pegasos zu Bellerophon führten. Bevor er Bellerophon beistand, brachte Pegasos Blitz und Donner zu Zeus, und nach dem Tod Bellerophons kehrte er zum Berg Olymp zurück, um den Göttern zu helfen. Angeblich entstanden durch Pegasos Hufschlag zwei Brunnen. Einer auf Geheiß von Zeus auf dem Gebirge Helikon (der „helikonische Quell“, aus dem alle Dichter trinken), ein zweiter in Troizen (vgl. auch Hippokrene).

Pegasos wurde in ein Sternbild verwandelt, aber eine Feder seiner Flügel fiel nahe der Stadt Tarsos zurück auf die Erde und gab der Stadt ihren Namen. Seine Ursprünge als Mischwesen sind vermutlich orientalischer Herkunft. Er wurde häufig in der kretischen und kleinasiatischen Kunst und sogar noch bis in das dritte Jahrhundert nach Christus auf römischen Münzrückseiten dargestellt.

Die Inschrift Q TITI identifiziert den Münzmeister Quintus Titius.

Hintergrund:
Die Gens Titia war eine plebejische Familie im alten Rom. Die Gens wird in der republikanischen Zeit selten erwähnt und sind erst sehr spät aus der Dunkelheit aufgetaucht. Keines seiner Mitglieder erhielt das Konsulat unter der Republik, und die erste Person mit dem Namen, die dieses Amt innehatte, war Marcus Titius im Jahr 31 v.Chr. Das Nomen Titius ist ein patronymischer Familienname, der auf dem Promenomen Titus basiert, das dem Vorfahren der Gens gehört haben muss. Titus war ungefähr das sechsthäufigste lateinische Pränomen in der römischen Geschichte. Es wurde jedoch vermutet, dass es durch Titus Tatius, einen Sabinerkönig in der Zeit von Romulus, der mit vielen seiner Untertanen nach Rom kam, ins Lateinische eingeführt wurde. Wenn Titus ursprünglich ein Sabiner-Pränomen war, dann könnten die Titii Sabines gewesen sein. Es ist aber auch möglich, dass Titus sowohl in der lateinischen als auch in der oskanischen Sprache verbreitet war.

Quintus Titius ließ in seiner Amtszeit als Münzmeister zwei Denartypen prägen – beide sollen sich auf den Kult des Dionysos und Priapos beziehen. Priapos (latinisiert Priapus), Sohn des Dionysos und der Aphrodite, war in der griechischen Mythologie ein Gott der Fruchtbarkeit. Er erschien als Beschützer von Vieh (Schafen und Ziegen), Bienen, Fischen und Früchten. Nach der griechischen Mythologie hatte Aphrodite eine Liebesbeziehung mit Dionysos. In der Küstenregion von Abarnis bei Lampsakos gebar sie ihm den Priapos. Aufgrund der Zauberkräfte Heras war er missgestaltet. Aphrodite verleugnete deshalb ihren Sohn und setzte ihn aus.

Ein zunächst auf Lampsakos und die Dardanellen beschränkter, lokaler Kult verbreitete sich dann über die griechische, bald über die römische Welt. Man opferte ihm die Erstlingsfrucht von Feld und Garten. Priapos Statuen, ausgestattet mit einem gewaltigen Phallus, meist aus Holz und rot bemalt, sollten in Obst- und Weingärten als Glücksbringer eine reichhaltige Ernte garantieren. Sie sollten wie eine Vogelscheuche wirken und Diebe verschrecken. Nach Strabon waren die Götter Tychon, Konisalos und Orthanes ihm ähnlich.

Gedichte über den Gott nennt man Priapeen. In der Lateinischen Literatur bekannt wurde die Satire I,8 von Horaz. Zwei Priapusfragmente werden fälschlicherweise Catull zugeschrieben. Auch die beiden Priapeen des Tibull stammen nicht von dessen Hand. Leidet ein Mann unter einer dauerhaften, nicht zurückgehenden Erektion seines Penis, wird dieses Krankheitsbild heute medizinisch Priapismus genannt, benannt nach Priapos. Auch die Priapswürmer wurden nach Priapos benannt.

Wie bereits zuvor erwähnt, sollen sich beide Denartypen des Quintius Titius auf die Kulte des Dionysos und Priapos hinweisen. Hier bei diesem Denar mit dem Kopf des Mutunus Tutunus auf der Vorderseite und dem Pegasos auf der Rückseite. Auf vielen vorchristlichen griechischen Münzen sind der Kopf des Priapos und des Pegasos in Kombination abgebildet. Der Zusammenhang zwischen Priapos und dem Bacchus (Dionysos) ist offensichtlich, inwiefern spielt aber das Mischwesen Pegasos in diesen Kulten eine Rolle?

Eleutherai war ein antiker griechischer Ort an der Grenze zwischen Attika und Böotien, der durch seine Festung, als ursprünglicher Kultort des Dionysos Eleuthereus bekannt wurde. Es ist nicht zweifelsfrei belegt, warum Dionysos, der griechische Gott des Weines, auch den Namen Dionysos Eleuthereus (lateinisch Dionysos Eleutherius) oder Dionysos von Eleutherai erhielt. Die geläufigen Deutungsvarianten beruhen auf der etymologischen, mythischen bzw. historischen Herleitung des Namens.

Nach einer etymologischen Deutung erhielt Dionysos den Beinamen Eleuthereus (Befreier), weil er durch die betäubende Wirkung des Weins den Menschen von Kummer, Leid und Sorgen befreit. Eine teils etymologische, teils mythische Herleitung schreibt Dionysos den Beinamen Eleuthereus zu, weil er als Befreier vom orgiastischen Wahnsinn galt, so wie er auch Eleuthers Töchter vom Wahnsinn erlöste. Ein Scholion zu Hesiods Theogonie berichtet, dass nicht Dionysos als Befreier auftrat, sondern selbst vom Wahnsinn befreit werden musste: „Eleuther war ein König in dem Land und ein Berg mit dem Namen des Heros, Sohn von Apollon und Aithusa, eine Tochter Poseidons. Eleuther ist auch der Name einer Stadt in Böotien, wo Mnemosyne verehrt, worden sein soll. Sie [die Stadt] wird so genannt, weil Dioysos dort von seinem Wahnsinn geheilt und befreit wurde.“. Eine weitere Ableitung des Namens beruht auf einem alten Mythos. Demnach erschien Dionysos einst in einem schwarzen Ziegenfell den Töchtern von Eleuther, die ihn aber wegen seiner Kleidung verspotteten. Der Gott strafte darauf alle Männer der Stadt mit Satyrismus, einer krank- und schmerzhaften Dauererektion. In ihrer Verzweiflung befragten die Eleutherianer das Apollo-Orakel in Delphi, das ihnen riet, zur Buße die Statue des Dionysos in einer Prozession nach Athen zu geleiten. Die Herkunft der Statue aus Eleutherai veranlasste demnach die Benennung des Dionysos mit dem Beinamen Eleuthereus.

Und nun kommt Pegasos ins Spiel. Im 6. Jahrhundert vor Christus soll die Statue von Eleutherai nach Athen verbracht worden sein. Dies ist nicht nur mythisch, sondern auch historisch belegt. Der Reiseschriftsteller Pausanias berichtet im 2. nachchristlichen Jahrhundert: „In dieser Ebene [von Eleutherai] ist ein Tempel des Dionysus, und von hier haben die Athener das alte Schnitzbild geholt. Das jetzige zu Eleutherä ist jenem nachgebildet worden.“. An anderer Stelle behauptet Pausanias, dass Pegasos von Eleutherai, eine mythologische Person, den Kult nach Athen gebracht haben soll: „… Pegasus aus Eleutherä, welcher die Verehrung dieses Gottes [Dionysos] bei den Athenern eingeführt hat.“. Auch Aristophanes erwähnt das Pegasos in diesem Zusammenhang „Pegasos nahm von den Eleutheriern – das Eleutherai, welches zu den böotischen Städten zählt – das Bild des Dionysos und brachte es nach Attika.“ (Aristophanes Ach. 243).




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Der Lukas (https://www.numidas.at/) war so lieb mich mit dem zweiten Exemplar des Quintus Titius heute zu "beglücken". Hat nicht ganz die Qualität des selben Denartypes von Christiane - aber ich bin bei der Preis / Leistung sehr zufrieden dieses Exemplar bekommen zu haben. Nun habe ich beide Denartypen - jetzt fehlt doch noch die barbarisierte Form - Mist - ich hätte doch vorletzte Woche die Antike Nachahmung (auch) abnehmen sollen.

Nun seien drum - sind beide Denartypen vereint.

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Re: Sammlung Timestheus

Beitrag von Altamura2 » Di 18.01.22 19:22

Timestheus hat geschrieben:
Di 18.01.22 16:00
Münze:
Quintus Titius 90 v.Chr.
Denar der Römischen Republik ...
Schön hast Du das wieder zusammenkopiert :D .
Timestheus hat geschrieben:
Di 18.01.22 16:00
... Zu sehen ist der Kopf des Mutunus Tutunus (Priapos) mit Flügeldiadem nach rechts. ...
Wenn Du schon auf Crawford verweist, hättest Du auch erwähnen können, dass der gar nicht glaubt, dass der auf dem Avers Dargestellte Mutunus Tutunus ist 8O und dabei auf Roscher verweist (der das auch nicht geglaubt hat):
"I do not know what the head on 1 is (there are no good grounds for regarding it as that of Mutunus Tutunus, so rightly Roscher ii, 207) ..."
(Seite 346 ganz oben).

Andere scheinen das übrigens auch nicht mehr zu glauben:
https://www.ikmk.uni-tuebingen.de/object?id=ID982
http://ikmk.ruhr-uni-bochum.de/object?id=ID172
https://ikmk.uni-freiburg.de/object?id=ID1519
http://numismatics.org/crro/id/rrc-341.1

Auch im Neuen Pauly steht "... er ist wohl kaum, wie bisweilen angenommen, auf einem Denarius des Q. Titius Mutto dargestellt (vgl. RRC, p. 344-347).":
https://referenceworks.brillonline.com/ ... 50?lang=de

Gruß

Altamura

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Timestheus
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Re: Sammlung Timestheus

Beitrag von Timestheus » Di 18.01.22 20:08

Altamura2 hat geschrieben:
Di 18.01.22 19:22
Schön hast Du das wieder zusammenkopiert.
Schön, dass Du einen Sinn darin gefunden hast, Dich an meinen Beiträgen abzuarbeiten. Wenn es Dir eine gewisse Befriedigung - egal welcher Art - gibt. Es sei Dir gegönnt. Wenn es Dein Leben bereichert.
Altamura2 hat geschrieben:
Di 18.01.22 19:22
Wenn Du schon auf Crawford verweist,
Falls es Dir nicht aufgefallen ist, bei allen Republikanern ist Crawford als Referenz angegeben, wie bei den Kaisern eben RIC oder den Provinzen eben RPC oder sonst was, womit man die Münzen katalogisieren kann. Aber wenn jemand eine Katalogreferenz angibt, muss deswegen noch lange nicht die Beschreibung übereinstimmen.
Altamura2 hat geschrieben:
Di 18.01.22 19:22
und dabei auf Roscher verweist (der das auch nicht geglaubt hat):
Altamura2 hat geschrieben:
Di 18.01.22 19:22
Auch im Neuen Pauly steht
Ja so wie ich bei vielen Interpretationsversuchen von Münzen bisher mitbekommen habe: Hollstein widerspricht Crawford, Alföldi glaubt Crawford, aber Woytek widerspricht beiden, Hollstein glaubt Woytek ist völlig auf dem Holzweg und spricht eher Backendorf, der wiederum Gießener auf einem völlig falschen Weg sieht. Wenn ich zu einer Münze mehrere Publikationen recherchiere - ist jeder der Experten der Meinung er (und vielleicht noch 1-2 andere Kollegen) hätten recht - die anderen nicht. Und wenn ich dann die Gegenseite lese - hat diese ebenso schlüssige Argumente, wieso die Anderen ganz sicher irren. Alles gestandene Experten - aber einig allemal nicht.

Wenn ich eines gelernt habe - viele Experten - viele Meinungen und viele Gründe, wieso jeder von ihnen Recht haben könnte. Nur bei ganz wenigen Münzen ist die Deutung 100% gesichert - beim Rest ist so ziemlich alles Interpretation die man mal etwas besser, mal etwas dürftiger begründen kann - sicherere Beweise kann aber niemand vorlegen. So schaut's aus.
Altamura2 hat geschrieben:
Di 18.01.22 19:22
Andere scheinen das übrigens auch nicht mehr zu glauben:
http://numismatics.org/crro/id/rrc-341.1
Der Link ist nicht "andere" ... das IST ein Link zu Crawford Online Katalog... ist also logisch das bei Crawford und auf der von Dir zitierten Webseite die gleiche Info steht ^^
Ja - und wenn Du mal genauer schauen würdest was Du da als Argumentationskette nimmst, wäre einem auch geholfen. Falls es Dir bei den Links nicht aufgefallen ist - kleiner Tipp "ikmk" die greifen alle auf die gleiche Datenbank zu. Natürlich ist da überall der Response gleich.

Das ist wie wenn mir jemand die deutsche Wikipedia, die englische Wikipedia und alle Webseiten die Wikipedia 1:1 kopiert / zitiert haben - als "schau die schreiben alle das Gleiche" argumentiert. Bravo.

---
Bacchus (Dionysus) & Pegasos
Bärtiger Mann & Pegasos
Wieso sollte der Münzmeister irgendeinen bärtigen Mann abbilden, wenn Mutinus Titinus genau in die Serie passen würde wie Faust aufs Auge?

Zweites Argument. Zig Münzmeister vor und nach ihm haben gerne mit ihren Gens Familiennamen auf Herkunft oder bevorzugte Götter angespielt. Wieso nicht auch mit der Gens Titia und Titinus - er wäre nicht der erste und nicht der letzte gewesen.

Das sind für mich 2 Argumente, die für Mutinus Titinus sprechen - vor allem da eine Abbildung eines einfachen bärtigen nichtssagenden Mannes unwahrscheinlich ist und mir die Aussage von Experten "das ist keinesfalls Mutinus Titinus - aber ich habe keine Ahnung was es sonst sein soll" nicht zusagt.

Für mich ist es ein Mutinus Titinus und wird es vorerst bleiben :)
Altamura2 hat geschrieben:
Di 18.01.22 19:22
Schön hast Du das wieder zusammenkopiert.
Ich gebrauche solche Wörter eigentlich nur ungerne - aber Deine andauernden einfach nur dämlichen Spitzen und Angriffe sind irgendwie "ermüdend" - auch wenn es wie gesagt Dir irgendeine Befriedigung geben zu scheint. Du kannst natürlich gerne weiter kommentieren - ich werde es aber nicht mehr lesen können - da ich jetzt den Ignore Knopf drücke. Ja - ich weiß - es ist Dir ja egal - wobei es Dir doch nicht ganz so egal ist - da Du meine Beiträge durch das ganze Forum verfolgst und meinst diese jedesmal kommentieren zu müssen. Dir egal - mir egal - aber so wie man bei der Flimmerkiste auch Inhalte abschalten kann, die man einfach nicht (an)schauen möchte - mache ich das hiermit auch. Und da es Dich auch nicht tangiert - ist ja alles gut. Eine Antwort wäre fürs breite Publikum vielleicht interessant - mich erreichst Du damit aber nicht mehr.

In diesem Sinne.
Veritas? Quid est veritas?
Sammlung: https://roma-aeterna.de/

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