Aurei, Solidi und Goldstatere

Alles was so unter den Römern geprägt wurde.

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coolcat
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Aurei, Solidi und Goldstatere

Beitrag von coolcat » Di 16.11.21 19:24

Liebe Foristen,

kann jemand von euch etwas zu folgender Beobachtung bei antiken Goldmünzen sagen:?

Es fällt mir immer wieder auf, dass goldene Solidi und Goldstatere (aus Griechenland) recht gut erhalten sind. Häufig ss/vz bis fast Stempelglanz.
Aurei - besonders die aus der frühen Kaiserzeit - hingegen kommen sehr abgenutzt daher! Da ist die Erhaltung "schön-sehr schön" fast schon Standard.
Gibt es eine sinnvolle Erklärung, warum das so ist?

Viele Grüße
Coolcat

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Erdnussbier
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Re: Aurei, Solidi und Goldstatere

Beitrag von Erdnussbier » Di 16.11.21 21:19

Hm...
Es wurden mehr Goldstater und Solidi sofort gehortet und haben uns als Schatzfunde erreicht während die Aurei öfter bereits umgelaufen bis auf den heutigen Tage überdauert hat? (Auch als Schmuchstück zu dem diese ja gerne verarbeitet wurden nutzen sich die ja auch ab).

Ist aber nur dahingedacht. Ich habe keine wirkliche Ahnung über Fundverteilung.

Grüße Erdnussbier
Täglich grüßt das Erdnussbier...

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Mynter
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Re: Aurei, Solidi und Goldstatere

Beitrag von Mynter » Mi 17.11.21 07:00

Das heutige Vorkommen an Aurei steht sicher mit der Münzverschlechterung, die unter Nero begann, im Zusammenhang. Laut Howgego kann man zudem ab 215-225 davon ausgehen, dass der Aureus zum " Tageskurs " gehandelt wurde und das alte Wertverhältnis zum Silber nicht mehr angewandt wurde. Der Aureus war zu diesem Zeitpunkt also zum Barren geworden, so dass sich spätestens zu diesem Zeitpunkt ein Einschmelzen höhergewichtiger Münzen lohnend war.
Viele Aurei sind sicher auch der Umstellung auf den Solidus zum Opfer gefallen.

Mit griechischen Münzen und mit Spätrom kenne ich überhaupt nicht aus
Grüsse, Mynter

coolcat
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Re: Aurei, Solidi und Goldstatere

Beitrag von coolcat » Mi 17.11.21 20:20

Erdnussbier hat geschrieben:
Di 16.11.21 21:19
Hm...
Es wurden mehr Goldstater und Solidi sofort gehortet und haben uns als Schatzfunde erreicht während die Aurei öfter bereits umgelaufen bis auf den heutigen Tage überdauert hat? (Auch als Schmuchstück zu dem diese ja gerne verarbeitet wurden nutzen sich die ja auch ab).

Ist aber nur dahingedacht. Ich habe keine wirkliche Ahnung über Fundverteilung.

Grüße Erdnussbier
Hallo Erdnussbier,
deine Überlegungen klingen prinzipiell logisch. Ich hatte auch schon daran gedacht, dass gerade die goldenen Statere gar nicht für den Umlauf verwendet wurden, sondern - wie auch immer mal in der Literatur zu lesen - eher eine Recheneinheit war, die zu seltenen Anlässen auch ausgeprägt wurde. Bei den Solidi erschließt es sich mir trotzdem noch nicht. Eine "Umprägen" von Aureus zu Solidus, wie Mynter geschrieben hat, dürfte Sinn machen, aber das erklärt trotzdem nicht die sehr gute Erhaltung der meisten Solidi...

Viele Grüße
Coolcat

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antoninus1
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Re: Aurei, Solidi und Goldstatere

Beitrag von antoninus1 » Mi 17.11.21 20:53

Mynter hat von Umstellung, nicht Umprägen geschrieben. Ich denke, er meint, dass da sehr viele noch vorhandene Aurei aus dem Verkehr gezogen und eingeschmolzen wurden, um sie durch leichtere Solidi zu ersetzen.
Gruß,
antoninus1

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