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Clovius Julius Caesar Dupondius komischer Rand

Verfasst: Fr 12.01.24 09:44
von Amentia
Ich habe besagte Münze als angebliche Fälschung erworben.
In Hand bin ich mir da aber nicht so sicher ob die falsch sein muss, habe am Rand zur Sicherheit getestet mit 100% Aceton ob das Schwarze Farbe sein könnte aber das zeigte sich unbeeindruckt vom Aceton.
Der Rand sieht ähnlich aus wie bei meinem echten Ptolemaios IV Trihemiobol.
Also vom Rand zu Mitte hin immer spitzer werdend.
Das Messing scheint von der Fabe und von der Schärfe her am Rand nicht frisch bearbeitet worden zu sein.
Bei Güssen versuchen Fälscher ja eigentlich die Gussnaht zu entfernen und nicht stark zu betonten, außerdem, wie oben erwähnt sollte man dann solche frischen Bearbeitungen sehen können.

Manche Nemausus Asse scheinen ja auch einen ähnlichen Rand zu haben

viewtopic.php?f=6&t=61539&hilit=Nemausus

Was sagt ihr zu der Münze und zum Rand?
Sind solche spitzen Ränder von meinem Münztyp bekannt oder noch von weiteren römischen Münztypen?

Re: Clovius Julius Caesar Dupondius komischer Rand

Verfasst: Fr 12.01.24 10:06
von Stefan_01
Hier hat sich ein "Experte" nur auf den Rand fixiert.
Die sieht verdammt echt aus.

Bei Zeugitania bronze münzen sieht der Rohling auch oft so aus.

Ich hatte bereits mehrere echte Münzen mit solch einem Rand. Römer jedoch keine.

Hast du nicht ein Metallanalyse Gerät ? Was sagt dieses?

Re: Clovius Julius Caesar Dupondius komischer Rand

Verfasst: Fr 12.01.24 10:19
von richard55-47
Ich spare mir die "".
Ich bin kein Experte, aber die durchgehende Naht macht mich stutzig.
Falls es sich um eine Fälschung handelt, dann um eine sehr schöne. Die Münze lohnt immer für eine Sammlung.

Re: Clovius Julius Caesar Dupondius komischer Rand

Verfasst: Fr 12.01.24 10:43
von andi89
Mit diesem Münztyp hatte ich noch nicht wirklich oft zu tun, da kann ich nichts spezielles sagen. Es ist für mich an der Münze selbst aber absolut nichts auffällig. Zum Rand: Wie du ja schon selbst gesagt hast ist diese Art der Randgestaltung gerade bei den Assen aus Nimes sehr typisch. Für mich kein Anzeichen für eine Fälschung.

Andreas

Re: Clovius Julius Caesar Dupondius komischer Rand

Verfasst: Fr 12.01.24 11:26
von Stefan_01
Ich weiß nicht ob du bereits auch mittels UV Licht prüfst. Oftmals erkennt man da viele Sachen die man so nicht wahrnimmt.

Zb. Pinselstriche vom auftragen von künstlichen Korrosionsmedien oder Lacke.

Wenn man viele Münzen damit überprüft hat, weiß man auch wie die versch. Patina Betandteile sich verhalten müssen auf echten Stücken.

Manche sind fluoreszierend und leuchten unter UV Licht in versch. Farben. usw.
Auch Restaurationen ect. sind oftmals erkennbar.

Deine Münze zeigt aber bis auf den Rand nichts abnormales.

Ich wäre sehr gespannt was die RFA Analyse zeigt.
Ein hochinteressantes Stück und wenn echt in super Zustand. sehr scharfe Details was bei dem Münztyp selten ist.

Re: Clovius Julius Caesar Dupondius komischer Rand

Verfasst: Fr 12.01.24 12:13
von mike h
Du sagst es doch selbst:
Die Nemausus-Asse haben auch diesen gefeilten Rand.
Meine auch.

Du solltest Dich also mehr auf das restliche Erscheinungsbild konzentrieren.

Re: Clovius Julius Caesar Dupondius komischer Rand

Verfasst: Fr 12.01.24 12:16
von Lucius Aelius
Glückwunsch zu diesem tollen Stück 👍
Diese Ausgabe stellte zu ihrer Zeit eine große Neuheit dar, da die reguläre Produktion bereits vier Jahrzehnte zuvor eingestellt worden war und erst mit der augusteischen Reform um 19–18 v. Chr. wieder aufgenommen werden sollte.
Das Stück besteht aus Messing, der Schrötling wurde in der Art der Nemausus-Asse hergestellt und anschließend mit Hammerprägung vollendet.
Ein echtes Stück - unzweifelhaft wie ich finde.

Re: Clovius Julius Caesar Dupondius komischer Rand

Verfasst: Fr 12.01.24 17:39
von Altamura2
Zu diesem Münztyp gibt es einen neueren Artikel von Marta Barbato, "The Coins of Clovius and Oppius (RRC 476/1 and 550/1-3): New Evidence from Find-spots", NC 175, 2015, S. 103-116:
https://www.academia.edu/20944105/The_C ... Find_spots
Über die Schrötlinge dieser Serie steht da leider nichts, auch eine Klärung der Münzstätte gibt es nach wie vor nicht :? .

Derartig schräg angefeilte Schrötlinge gibt es beispielsweise auch bei den größeren mithridatischen Bronzen aus Pontos und Paphlagonien, wie diese hier: https://www.acsearch.info/search.html?id=7344419 (das sieht man jetzt natürlich nicht, ich hab' aber eine solche :D ).
Die sind jedoch nicht aus Messing, sondern aus Bronze: http://www.s391106508.websitehome.co.uk ... =0901_1260

Auch bei diesen Messingmünzen aus Apameia in Phrygien treten solche Ränder auf: https://www.acsearch.info/search.html?id=432092
Im Artikel von Richard Ashton über diese Münzen aus Apamei lässt er sich zwar häufig über die Größe der Schrötlinge aus, nicht jedoch über die Gestalt der Ränder. Das scheint allgemein ein noch mangelhaft untersuchtes Thema zu sein :? .

Gruß

Altamura

Re: Clovius Julius Caesar Dupondius komischer Rand

Verfasst: Fr 12.01.24 20:23
von kiko217
Ob die Randbefeilung für diesen Typ normal ist oder Sorgen machen sollte, kann ich leider nicht sagen. Mein eigener hat diese Befeilung nicht.

Ansonsten sieht die Münze aber ehrlich aus, finde ich.

Kiko

Re: Clovius Julius Caesar Dupondius komischer Rand

Verfasst: Sa 13.01.24 09:34
von Amentia
Dieser Münze könnte einen ähnlich spitzen Rand haben, ist immer schwer so was von Bildern in Draufsicht zu interpretieren.

https://nnc.dnb.nl/dnb-nnc-ontsluiting- ... /1973-0319

Re: Clovius Julius Caesar Dupondius komischer Rand

Verfasst: So 09.11.25 17:19
von Tiziana
Ein schönen Sonntag an alle.
Ein Bild von einem Stück aus meiner Sammlung – mit dem im Forum bereits angesprochenen angespitzten Gurt/Rand. Nicht das detailreichste Exemplar, aber mit Stern, was mir immer noch ein Rätsel ist, ob dies die zweite Emission darstellt.

Bis weitere Stücke zur Sammlung kommen, folgen auch weitere Metalltests, auch wenn nur oberflächlich und Rand Fotos.
Dieses Stück stammt aus der eBay-Bucht Spanien.

RÖMISCHE REPUBLIK
Julius Caesar, 49–44 v. Chr. Edit prägehistorische Periode
Dupondius, Orichalcum, 46–45 v. Chr.
Unter Präfekt C. Clovius.
Av.: CAESAR DICTER, drapierte Büste der Victoria nach rechts, dahinter Stern.
Rv.: C - CLOVI PRAEF, Minerva steht nach links mit Trophäe, Speer und Schild, davor Schlange.
13,48 g.
Crawford 476/1 b.
Dupondius_C_Clovius_Gurt.jpg
Dupondius_C_Clovius_Merged_Forum.jpg
LG Tiziana

Re: Clovius Julius Caesar Dupondius komischer Rand

Verfasst: So 09.11.25 22:24
von Peter43
Ich habe diese Münze auch in meiner Sammlung. Pedigree; ex Glendining, 25.Juni 1997, lot 45; ex. CNG Auction 147, lot 17.
Bei der finde ich keine scharfe Kante am Rand.

Liebe Grüße
Jochen

Re: Clovius Julius Caesar Dupondius komischer Rand

Verfasst: Mo 10.11.25 00:48
von Tiziana
Hier: viewtopic.php?f=6&t=70009 " Trommel " :rainbowafro:

wird das Thema der angefeilten Münzen ebenfalls besprochen, und der Dupondius des C. Clovius kommt dort auch vor, da Ibanez aus dem Ancient Forum ein solches Exemplar ( o. Stern soviel ich erkennen konnte, da wo der Stern sein sollte ist bei ihm eine Wölbung ) mit angefeiltem Rand gezeigt hat. Ich kann nur sagen, dass dies das einzige Stück in meiner Sammlung ist, das einen solchen Rand aufweist, die anderen haben einen flachen Rand. Es ist nun offenbar auszuschließen, dass nur die Variante mit Stern einen solchen angespitzten Rand hat (das wäre ja zu simple gewesen) 8) . Könnte es wahrscheinlicher sein, dass die Prägung an zwei unterschiedlichen Münzstätten erfolgte, oder ergeben sich die Unterschiede vielleicht aus der Verwendung verschiedener Schrötlinge welche an unterschiedlichen Orten hergestellt wurden ?