Historisch interessante Münzen

Alles was so unter den Römern geprägt wurde.

Moderator: Homer J. Simpson

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Homer J. Simpson
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Re: Historisch interessante Münzen

Beitrag von Homer J. Simpson » Do 16.05.19 22:03

Na ja, die römische Geschichtsschreibung bestand schon damals großenteils aus Fake News. Die meisten Geschichtsschreiber waren Senatoren oder auf der Seite des Senats, d.h. ein "guter" Kaiser war einer, der möglichst wenig Eigenleben oder eigene Ideen hatte und hauptsächlich den Senat machen ließ. Von Volk und (später) Militär wurden viele Kaiser ganz anders beurteilt als von den heute überlieferten Historikern.

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Re: Historisch interessante Münzen

Beitrag von quinctilius » Do 16.05.19 22:29

Homer J. Simpson hat geschrieben:Na ja, die römische Geschichtsschreibung bestand schon damals großenteils aus Fake News.
Homer
stimmt und der angebliche "Caesarenwahn" Caligulas ist ja auch eher fraglich. Viele seiner Aktionen sind durchaus logische Versuche, sich den verhassten Senat vom Hals zu schaffen
und beim Volk dürfte ihn das nicht unbedingt unbeliebt gemacht haben.

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Re: Historisch interessante Münzen

Beitrag von richard55-47 » Fr 17.05.19 09:20

Wer sich über Caligula ein Bild machen will, den bitte ich um die Lektüre von "Caligula" von Aloys Winterling, erschienen im verlag C.H.Beck, ISBN 3 406 50206 7.
Ich fand die Biographie interessant.
do ut des.

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Re: Historisch interessante Münzen

Beitrag von quinctilius » Fr 17.05.19 10:16

...danke für den Tipp, das werd ich lesen.

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Re: Historisch interessante Münzen

Beitrag von quinctilius » So 30.06.19 18:10

Hallo
gestern habe ich mal Schwein gehabt bei Ebay.
Die obere (ex Savoca) hat mich 12 EUR gekostet, die untere EUR 35 per Sofortkauf bei Ebay.com.

Vgl.

https://www.acsearch.info/search.html?t ... d&company=

GRIECHISCHE MÜNZEN UNTER RÖMISCHER HERRSCHAFT
SYRIEN
ANTIOCHIA AM ORONTES
Augustus, 27 v. Chr. -14 n. Chr.
Bronze, Ära des Actium Jahr 27, 5/4 v. Chr. Prägung des Quinctilius Varus als Statthalter für Augustus. Kopf des bärtigen Zeus mit L. n. r. Rv. (ANTIOXEΩN) EΠI OΥAΡOΥ Tyche n. r. thronend, Palme haltend; zu ihren Füßen Flussgott Orontes, im Felde r. ZK (= Jahr 5/4 v. Chr.). 6,91 g. RPC I, 4252, BMC 59; siehe S. 158, SNG Cop. 92, McAlee 88,87. Dezentriert.
Knapp sehr schön P. Quinctilius Sex. f. Varus war legatus von Syrien 7-4 v. Chr. Später starb er im Kampf gegen die Cherusker in der Schlacht im Teutoburger Wald im Jahr 9 n. Chr.


Beide Verkäufer wussten nicht was sie da hatten, Glück für mich :-)

Das EΠI ist ein griechisches Präfix und bedeutet (übertragen) auf Grund, zu dem Zweck, darüber, hinzu
Also die Antiochier auf Grund (einer Veranlassung) des Varus oder ähnlich.
Was den Legaten der Provinz Syrien veranlasst hat in seinem Namen Münzen prägen zu lassen, ist unbekannt. Auch spätere Legaten haben das noch gemacht (z.B. Silanus)
Denkbar wäre Entlohnung von Truppen o.ä, reine Freundlichkeit war es sicher nicht. :-)

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Re: Historisch interessante Münzen

Beitrag von Peter43 » Mo 01.07.19 08:31

Glückwunsch!

Jochen
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Re: Historisch interessante Münzen

Beitrag von Mynter » Mo 01.07.19 16:29

Herzlichen Glückwunsch auch von mir ! Ich habe gleich mal rumgeschaut und sofort ein versandpatiniertes Teil für 350 Euro gefunden, eben tauchte dann auch ein Exemplar für 185 Pfund auf. Kann das als Beleg dafür gelten, dass dieses Münzen nicht selten sind ?
Mein Jagdfieber ist auf jeden Fall geweckt !
Vielleicht lässt sich die Nennung des lokalen Repräsentanten aus dem Staatsdenken in den Polleis heraus erklären ? Ich habe den Eindruck, in der Pollis war der direkte Bezug zur Autorität vor Ort wichtig, daher vielleicht auch die ganzen Stadtgötter ? Varus soll doch ein harter Knochen gewesen sein, der von einer Kreuzigung nur dan abbliess, wenn kein Holz da war. Stadtgottheit und Nennung des Varus auf derselben Seite könnte nahelegen, eine direkte Verbindung zwischen beiden herzustellen. Nur so eine Idee, diejenigen unter Euch, die etwas von der Materie verstehen, mögen mich korrigieren.
Zuletzt geändert von Mynter am Mo 01.07.19 20:07, insgesamt 1-mal geändert.
Grüsse, Mynter

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Re: Historisch interessante Münzen

Beitrag von quinctilius » Mo 01.07.19 17:20

Mynter hat geschrieben: Ich habe gleich mal rumgeschaut und sofort ein versandpatiniertes Teil für 350 Euro gefunden, eben tauchte dann auch ein Exemplar für 185 Pfund auf. Kann das als Beleg dafür gelten, dass dieses Münzen nicht selten sind ?
sie sind auf jeden Fall nicht mehr so selten wie früher. Während des Krieges in Syrien (und auch jetzt noch) wurde/wird fleißig
gegraben und gesondelt. Das hat sich auch am Markt bemerkbar gemacht.
Freut mich, dass Dein Jagdfieber geweckt wurde :-) Ich hab schon 7 Stück davon jetzt - so langsam hab ich genug.
Es gibt übrigens auch Bronzen von Varus aus Berytus - mit Legionsadlern, sehr anschaulich, wenn man seine weitere persönliche Entwicklung betrachtet ;-)

VG
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Re: Historisch interessante Münzen

Beitrag von Mynter » Mo 01.07.19 18:53

quinctilius hat geschrieben:
Mynter hat geschrieben: Ich habe gleich mal rumgeschaut und sofort ein versandpatiniertes Teil für 350 Euro gefunden, eben tauchte dann auch ein Exemplar für 185 Pfund auf. Kann das als Beleg dafür gelten, dass dieses Münzen nicht selten sind ?
sie sind auf jeden Fall nicht mehr so selten wie früher. Während des Krieges in Syrien (und auch jetzt noch) wurde/wird fleißig
gegraben und gesondelt. Das hat sich auch am Markt bemerkbar gemacht.
Freut mich, dass Dein Jagdfieber geweckt wurde :-) Ich hab schon 7 Stück davon jetzt - so langsam hab ich genug.
Es gibt übrigens auch Bronzen von Varus aus Berytus - mit Legionsadlern, sehr anschaulich, wenn man seine weitere persönliche Entwicklung betrachtet ;-)

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Danke für den Tip. Bei Vcoins fanden sich gleich drei Stück, zwei schrottig und teuer, das dritte schrottig und billig. Die Legionsadler erscheinen ja schon fast als ein Omen .
Grüsse, Mynter

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Re: Historisch interessante Münzen

Beitrag von quinctilius » Mo 01.07.19 19:34

Mynter hat geschrieben:Die Legionsadler erscheinen ja schon fast als ein Omen .
die beziehen sich auf die syrischen Legionen, deren Oberkommandierender er war.
Ich hab es aber auch immer wie ein Omen wahrgenommen ;-)

Hier ein Exemplar aus meiner Sammlung.

Ich würde das schrottige, billige bei Vcoins in Erwägung ziehen.
Man sieht die nur selten und evtl. kannst Du durch geschickte Reinigung noch was rausholen.

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Re: Historisch interessante Münzen

Beitrag von Mynter » Mo 01.07.19 20:09

quinctilius hat geschrieben:
Mynter hat geschrieben:Die Legionsadler erscheinen ja schon fast als ein Omen .
die beziehen sich auf die syrischen Legionen, deren Oberkommandierender er war.
Ich hab es aber auch immer wie ein Omen wahrgenommen ;-)

Hier ein Exemplar aus meiner Sammlung.

Ich würde das schrottige, billige bei Vcoins in Erwägung ziehen.
Man sieht die nur selten und evtl. kannst Du durch geschickte Reinigung noch was rausholen.

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Ein Prachtstück ! Leider bin ich kein guter Handwerker, ich fürchte, ich würde da noch mehr kaputtmachen.
Grüsse, Mynter

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Re: Historisch interessante Münzen

Beitrag von Peter43 » Fr 04.10.19 11:06

Der Faustkampf in der Antike

Die folgende Münze hat mich dazu veranlaßt, mich etwas mit dem Boxen in der Antíke zu beschäftigen.

Die Münze:
Ionien, Smyrna, 75-50 v.Chr.
AE 15, 3.24g, 14-99mm, 0°
Av.: Belorbeerter Kopf des Apollo n.r.
Rv.: li. IATPOΔΩPOΣ, re. ΣMYPNAIΩN, beide von oben nach unten
Hand in Caestus, re. Palmzweig
Ref.: SNG Copenhagen 1216; BMC 52
fast SS, schwarzgrüne Patina

Anmerkung:
(1) Der Name des ausgebenden Magistrats ist etwas unsicher. Eine Alternative wäre Metrodoros. Am wahrscheinlichsten aber ist Iatrodoros.
(2) Caestus (als Plural mit langem u gesprochen) waren die Kampfriemen der Faustkämpfer. Wahrscheinlich waren sie identisch mit den griech. μυρμεκιδες (Plural zu μυρμεξ). Der Palmzweig auf der Rs. ist ein Hinweis auf einen Wettkampf.

Geschichte der Caestus:
Caestus waren in der ersten Zeit Lederriemen, die mehrmals um die Fingerknöchel gewunden wurde, und Bandagen um das Handgelenk und den Unterarm des Faustkämpfers. In römischer Zeit war es ein halbrunder, gefütterter Lederhandschuh, der die Fingerenden und den Daumen frei ließ. In drer Kaiserzeit war der Boxhand-chuh mit Metall beschwert (Pauly). Der Caestus hatte seinen Zweck weniger darin, die Hand des Kämpfers zu schützen, als vielmehr seine Schläge wirkungsvoller zu machen. Die getrockneteten, ungegerbten Lederriemen zerschnitten die Haut wie Messer.

Der antike Faustkampf:
Pygme (lat. pugilatus, von daher Pugilist als heute ungebräuchlicher Ausdruck für Boxer) war der griechische Name für den Boxkampf. Er stammt von πυγμη = Faust, und war auch der Name für ein Längenmaß von 18 Fingerbreit, gemessen vom Ellbogen bis zu den Fingerknöcheln der geballten Faust, also so etwas wie eine Elle. Von hier haben auch die Pygmäen ihren Namen bekommen, die ja gerade eine Elle groß gewesen sein sollen. Beschreibungen des Faustkampfs finden sich bei Theokrit, der selbst Augenzeuge war, ausführlich in der Argonautika des Apollonios Rhodos (II, 1-98) und in Vergils Aeneis (V, 425-467). Dabei handelte es sich um altgriechische bzw. hellenistische Kämpfe.

Bei diesen war mehr erlaubt als heute. Vor allem wurde gegen empfindliche Körperteile geschlagen, z.B. Zähne, Ohren und Nase. Die Kämpfer durften hochspringen und von oben zuschlagen. Wichtig war auch die Fußarbeit. So gab es z.B. Fußtritte gegen das Schienbein. Es gab keine Einteilung in Gewichtsklassen und oftmals führte der Kampf zu schweren Verletzungen. Es gab keine Runden mit Ruhepausen dazwischen, sondern der Kampf ging ununterbrochen weiter bis zum Sieg des einen Boxers. Das konnt mehrere Stunden dauern, besonders wenn die Kämpfer gleich stark waren. Deswegen waren Schläge gegen den Hals sehr beliebt.

Der Kampf wurde beendet, wenn der Unterlegene seine Hand erhob und den Zeigefinger ausstreckte. Dann hatte der Sieger aufzuhören, sonst schritt ein Schiedsrichter ein und schlug ihn mit einem Stock. Endete ein Kampf tödlich, wurde der Täter bestraft.

Sokrates kritisierte die unverhältnismäßig starken Schultern bei den dünnen Beinen der Boxer, was dem griech. Schönheitsideal der Harmonia widersprach. (Xen. symp. 2, 14). Wir müssen dabei auch an das Zitat des Juvenal denken: "Ein gesunder Geist in einem gesunden Körper (mens sana in corpore sano)", welches tatsächlich aber heißt "Beten sollte man darum, daß ein gesunder Geist in einem gesunden Körper sei".

Der Boxkampf bei Homer:
Im 23. Gesang der Ilias, also ziemlich am Ende des trojanischen Krieges, beschreibt Homer einen Boxkampf zwischen Epeios, der später das Trojamische Pferd baut, und Euryalos, einem Argonauten. Dieser Boxkampf fand statt während der Leichenspiele zu Ehren des gefallenen Patroklos. Der Preis für den Sieger war der Maulesel des Patroklos, der Verlierer erhielt einen Becher. Hier spielt der Boxkampf eine symbolische Rolle, es ist ein ritualer Akt. Dadurch, daß die Gewalt bestimmten Regeln unterworfen wird, soll gezeigt werden, daß auch die gesellschaftliche Gewalt kanalisiert werden muß. Damit sollte die Ausbreitung der Gewalt verhindert werden.

Wie alt der Faustkampf wirklich ist, läßt sich nicht genau bestimmen. Bereits 3000 v.Chr. gab es in Ägypten Faustkämpfe zur Unterhaltung von Zuschauern. Aber auch in Mesopotamien oder Kreta wurden ähnliche Kämpfe ausgetragen. In den darauffolgenden zwei Jahrtausenden breitete sich das Boxen im gesamten ägäischen Raum aus. 688 v.Chr. wurde der Faustkampf bei den 23. Olympischen Spielen der Antike eingeführt (Pausanias).

Die Römer haben das Boxen aus Etrurien übernommen. Es entsprach dem hellenistischen Boxen. Vorgeführt wurde es vor allem bei Gladiatorenkämpfen. Dabei wurden die Lederriemen auch mit Metalldornen besetzt. In den Gladiatorenschulen, z.B. in Capua, wurde das Boxen trainiert. Durch die Weiterentwicklung der Kampftechniken kamen nun auch Defensiv- und Kontertaktiken zur Anwendung,

In der griechischen Antike war dieser Sport wegen seiner Gefährlichkeit besonders hoch angesehen. Allerdings lehnten die Spartaner (wie auch die Römer) die Beteiligung bei Boxkämpfen ab und rechtfertigen sie nur zur Ausbildung der Krieger (Tacitus, Annalen, 14, 20). Dazu paßt gut, daß von den Dioskuren Polydeikes (lat. Pollux) als Boxkämpfer weniger hoch angesehen war als Kastor der Reiter.

Der berühmteste Faustkämpfer der Antike mit glaubhaft überlieferten 1200-1400 Siegen war Theogenes von Thasos, Sohn des Timoxenos, der bei den olympischen Spielen 480 v.Chr. gegen Euthymos von Lokroi gewann. Pausanias überliefert, Theogenes habe nur an dem Wettkampf teilgenommen, um Euthymos zu verletzen, und sei deshalb zu einer Geldstrafe verurteilt worden. Theogenes trat in den folgenden Olympischen Spielen nicht mehr im Faustkampf an. Andere berühmte Faustkämpfer waren Pythagoras von Magnesia und Diagoras von Rhodes.

Einige Anmerkungen zum modernen Boxen:
Das moderne Boxen stammt aus England. Dort fanden bereits im 17. und 18. Jahrhundert regelmäßig Preiskämpfe statt, auf die die Zuschauer wetteten. 1867, etwa 100 Jahre nach Einführung der ersten Regeln, wurden sie von einem Bekannten des Marquess of Queensberry so verändert, daß daraus die ersten Boxregeln für das Boxen mit Handschuhen, die sog. Queensbury-Regeln, hervorgingen, die im Prinzip noch heute gelten. Der erste offizielle Boxweltmeister nach den neuen Regeln wurde am 7. September 1882 John L. Sullivan. Er kämpfte aber auch noch teilweise bare-knuckle, letztmals 1889 gegen Jack Kilraine (Wikipedia). 1904 wurde der Boxsport bei den 3. Olympischen Spielen der Neuzeit in St. Louis über 1500 Jahre nach dem Ende der antiken Olympischen Spiele 393 n.Chr. wieder als olympische Sportart aufgenommen.

Kunstgeschichte:
Ich habe 2 Bilder hinzugefügt:
(1) Der Faustkämpfer vom Quirinal, auch Thermenboxer genannt, aus der Zeit des
Hellenismus, 3.-2. Jhdt. v.Chr., gefunden 1885 auf dem Quirinal in Rom und
heute im Palazzo Massimo alle Terme. Es zeigt den Boxer nach einem Kampf
erschüpft auf einem Felsen sitzend. Das Gesicht, umrahmt von perfekt frisiertem
Haar, ist zerschundenes Fleisch: ein entstelltes Antlitz mit einem zugeschwollen-
en Auge und klaffenden Platzwunden. Heute wird diskutiert, ob es sich bei ihm
um den bebrykischen König Amykos handelt, der während der Argonautenfahrt
von Polyneikes besiegt und getötet worden war. Bis auf den Felsen handelt es sich
bei dieser beeindruckenden Skulptur um eines der seltenen griech. Bronze-
originale. Insgesamt sind nur 7(!) erhalten. Die römischen Kopien waren immer
aus Marmor, den die Römer über alles liebten.

(2) Attische schwarzfigurige Halsamphore, 510-500 v.Chr., aus Vulci (Etrurien),
zugeschrieben der sog. Gruppe von Kopenhagen (ein Notname, da der Künstler
unbekannt ist), heute in der Staatlichen Antikensammlung, Berlin. Abgebildet ist
die Seite A:
Der rechte Boxer geht zu Boden und gibt mit ausgestreckter Hand und Finger das
Zeichen zur Aufgabe. Sein Gegner dringt trotzdem weiter auf ihn ein und wird
deshalb vom Kampfrichter mit einer langen Gerte geschlagen.

Quellen:
(1) Homer, Ilias 23
(2) Homer, Odyssee 8, 120-130
(3) Theokrit
(4) Xenophon, Symposion
(5) Apollonius Rhodos, Argonautika
(6) Vergil, Aeneis
(7) Valerius Flaccus
(8) Pausanias, Reisebeschreibungen V 8, 7
(9) Juvenal, Satiren
(10) Tacitus, Annalen

Literatur:
(1) Rudolf Münsterberg, Die Beamtennamen auf den griechischen Münzen,
1911-1927 (auch online)
(2) Der kleine Stowasser, Lateinisch-deutsches Schulwörterbuch, 1960
(3) Gemoll, Griechisch-deutschen Schul- und Handwörterbuch, 1959
(3) Der Kleine Pauly, Lexikon der Antike, 1979
(4) Duden, Wortfriedhof, 2012

Online-Quellen:
(1) Wikipedia
(2) Luigi Moretti, Liste der Sieger der Olympischen Spiele der Antike
(3) Über die Bedeutung des Boxkampfes in der Ilias von Homer, bei
"Betker.wordpress.com"

Mit freundlichem Gruß
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smyrna_SNGcop1216.jpg
800px-Boxer_of_quirinal.jpg
514px-Boxers_Staatliche_Antikensammlungen_1538.jpg
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Re: Historisch interessante Münzen

Beitrag von alex456 » Fr 04.10.19 17:41

Danke für den interessanten Beitrag!

Gruß
Alex

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Re: Historisch interessante Münzen

Beitrag von Homer J. Simpson » Fr 04.10.19 18:04

Absolut!

Homer
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Altamura2
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Re: Historisch interessante Münzen

Beitrag von Altamura2 » Sa 05.10.19 08:19

Sehr interessant, besten Dank! :D

Zwei kleine Ergänzungen:

Das Standardwerk zu den griechischen Münzen aus Smyrna ist trotz seines Alters immer noch J. G. Milne, "The Autonomous Coinage of Smyrna", NC 1923, 1927, und 1928. Dort ist die Variante mit IATPOΔΩPOΣ (die ich auch für die wahrscheinlichere halte) die Nummer 405. Zur Verwendung dieses Motivs auf den Münzen sagt Milne aber leider nichts :? .

Beim Faustkämpfer vom Quirinal hast Du die Abbildung einer modernen Kopie erwischt, deshalb sieht der auch wie frisch aus der Gußform und neu patiniert aus.
Bilder des Originals sieht man beispielsweise hier: https://en.wikipedia.org/wiki/Boxer_at_Rest

Gruß

Altamura

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