Historisch interessante Münzen

Alles was so unter den Römern geprägt wurde.

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quinctilius
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Re: Historisch interessante Münzen

Beitrag von quinctilius » Di 18.05.21 13:05

Altamura2 hat geschrieben:
Di 18.05.21 12:44

Ich halte das also für ein Stück merkantil getriebener numismatischer Folklore :D .

Gruß

Altamura
so ganz glauben kann ich es auch nicht
aber zumindest bei dem CNG Stück hat der Glaube
ja nicht nur Berge versetzt sondern sogar eine
Brieftasche geöffnet 😆

VG
Quinctilius
Münzen sind Zeitzeugen, nicht nur Objekte.

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Peter43
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Re: Historisch interessante Münzen

Beitrag von Peter43 » So 28.11.21 12:09

Die  Tektosagen

Vor kurzem bekam ich von einem Freund eine kleine Silberdrachme der Volcae Tectosages geschenkt. Dies gibt mir den Anlaß, etwas über dieses keltische Volk zu schreiben.  Doch  zunächst  die  Münze

Keltische  Stämme  in  Gallien,  Volcae  Tectosages,  2.-1. Jh.  v.Chr.
AR - Drachme,  3.33g,  12.57mm
Av.: Kopf  im  kubistischen  Stil  n.l.
Rv.: Kreuz mit elliptischen Symbolen in 3 Ecken und einer  Axt  in  der  vierten.
Ref.: Monnaies  XV  241;  De  La  Tour  3132
fast VF
sog.  Monnaies  a  la  Croix,  Cubist  type
Pedigree:
ex  Archer  M.  Huntington  Coll.,  HSA  1001  57.5803  *

Es handelt sich um eine Münze der Tektosagen, einem Stamm der keltischen Volcae aus Südfrankreich, aus dem 1. Jh. v. Chr. Die Münzen sind angelehnt an die Silberdrachmen von Rhoda, einer spanischen Hafen-stadt im Nordosten. Ursprünglich zeigte die Vorderseite ein Porträt der Ceres n. l. und die Rückseite die sog. "Rose von Rhoda". In dem abstrakten Stil, der den Kelten eigen war, wurde daraus ein eher kubistisches Porträt und die Rosenblätter wurden zu Buckeln, bis sich daraus das Kreuz entwickelte mit verschiedenen Gegenständen in den Winkeln.

Die  Tektosagen
Schon früh hatte ich mich gewundert, daß die Statue des "Sterbenden Galliers", das sich heute in den Kapitolinischen Museen in Rom befindet, aus den Jahren 230/220 v.Chr. stammt, obwohl Caesar Gallien erst 57-53 v. Chr. erobert hat, also fast 200 Jahre später. Dieser Widerspruch  soll  hier  aufgeklärt  werden.

Bereits Eratosthenes kannte die Tektosagen und dann wurden sie von Livius und ausführlich von Caesar erwähnt. Ihr Name stammt nach dem Keltologen Helmut Birkhan vom lateinischen "tecto-sag = nach einem Dach (einer Heimat) suchend)", ist ihnen also von den Römern gegeben worden. Bei den Germanen wurden die Volker (oder Volken) Welsche genannt. Von daher stammt die Bezeichnung Welschland und heute noch die Welschschweiz für die französische Westschweiz oder der Name der Walnuß, die eigentlich Welsche Nuß heißt.

Zug  nach  Gallien
Die Volcae waren ein wichtiges keltisches Volk und stammten ursprünglich aus dem Gebiet nördlich der Donau und östlich des Rheins, das in der Antike als Hercynischer Wald bezeichnet wurde. Dazu gehörte damals das ganze Gebiet vom Schwarzwald bis zum Thüringer Wald. Zwischen 250 und 230 v. Chr. fielen sie in Gallien ein und wandten sich ins südliche Gallien. Um 215-200 erschienen sie am Ufer der Garonne und besetzten schließlich die Gallia Narbonensis nördlich der Pyrenäen, zwischen Rhone, Garonne und den Cevennen, dem heutigen Languedoc. Sie setzten sich aus verschiedenen Volksstämmen zusam-men, u.a. den Volcae Arecomici, deren Hauptort Nemausus (Nimes) wurde, und den Volcae Tectosages, deren Hauptort Toulouse wurde. Bei ihrer Landnahme zerstörten sie die dortigen iberischen Oppida, übernahmen aber ihre Münzen. Livius beschreibt, wie Hannibal auf seinem Marsch nach Rom ihr Gebiet durchquerte. 121/118 wurden sie von den Römern unterworfen, erhielten aber eine gewisse Autonomie (Strabo). Im römischen Bürgerkrieg standen sie gegen Pompeius, wie wir bei Caesar lesen können. Sie wurden romanisiert, gingen in der kelto-romanischen Kultur auf und verschwanden aus der Geschichte. Das Problem der Kelten war, daß sie niemals in der Lage waren, ein einheitlich-geschlossenes Volk zu bilden. Das widersprach ihrem angeborenenFreiheitsdrang.
Die Wanderungen der Tektosagen (David Descamps, Wikipedia)

Zug  nach  Griechenland
Die Geschichte der Tektosagen wäre aber unvollständig, ohne den Zug nach Griechenland zu erwähnen, der schließlich in Kleinasien endete. 258(?) brach nämlich ein anderer Teil der Volcae nach Südosten auf. An dieser Wanderung nahmen auch die Tektosagen teil. Durch Thrakien gelangten sie unter Führung des Brennus unter Umgehung der Thermopylen bis nach Delphi, wie erzählt wird, wo sie den Tempel plünderten. Dabei fielen ihnen riesige Schätze in die Hände, das sog. "Gold von Tolosa", weil sie es nach Toulouse brachten und dort in einem See versenkten. Dabei kann es sich aber auch um reine Phantasie handeln. Dieser Brennus ist aber ein anderer als der, der 387 v.Chr. nach der Schlacht an der Allia ("dies ater") Rom plünderte ("Vae victis!"). Deshalb wird heute auch angenommen, daß Brennus keine Person war, sondern ein keltischer Herrschertitel. Schließlich wurden sie 277 von Antigonos Gonatas bei Lysimacheia geschlagen und zogen sich nach  Thrakien  zurück.

Die  Galater
Ein anderer Teil der in Griechenland eingedrungenen Kelten wurde von Nikomedes I. von Bithynien eingeladen, ihm als Söldner gegen seinen Bruder Zipoites zu helfen. Darauf fielen sie in Kleinasien ein. Es waren ungefähr 20000 Menschen, die Hälfte von ihnen Krieger. Nachdem Nikomedes sie entlassen hatte, begannen sie, die Länder Kleinasiens zu verwüsten. So fiel ihnen z.B. der große Tempel des Apollo von Didyma zum Opfer. Die Tektosagen verheerten das Gebiet der Phryger. 268 v.Chr. zog Antiochos I. gegen sie zu Felde. In der sog. "Elefantenschlacht" siegte er gegen die zahlenmäßig überlegenden Galater, wie sie jetzt genannt wurden, indem er Kriegselefanten einsetzte. Danach wies er ihnen feste Wohnsitze zu (Wikipedia).

Die 3 großen Völker, aus denen die Galater (= Gallier!) bestanden, waren die Tolistobogier um Gordion und Pessinus, die Tektosagen mit ihren 3 Teilstämmen Ambitouti, Toutobodiaci und Voturi um Ankyra (dem heutigen Ankara), und die Trokmer um Tavium. Dabei wurden diese Städte von den Galatern wiederholt belagert, aber nicht eingenommen. Nach ihnen wurde
dieses  Gebiet  Galatien  genannt.

Galatien war landwirtschaftlich schwierig, im Sommer zu heiß und in den langen Wintern zu kalt. So lebten die Galater weiterhin von Überfällen und Plünderungen der benachbarten Gebiete und begannen sich auszubreiten. Dabei kamen sie in Konflikt mit dem Reich von Pergamon unter den Attaliden. Unter Attalos I. wurden die Tolistobogier 230, und 228 diese und die Tektosagen  besiegt.

Aus dieser Zeit stammen auch die berühmten Skulpturen "Der Sterbende Gallier" in den Kapitolinischen Museen in Rom und "Der Gallier Ludovisi", der sich und seine Frau tötet, heute im Museo Nazionale Romano. Beide Skulpturen waren Teil eines großen Siegesdenkmals, das im Athenatempel in Pergamon errichtet wurde. Bei den in den Ludovisischen Gärten in Rom gefundenen Skulpturen handelt es sich um römische Marmorkopien  der  griechischen  Originalbronzen.

Die Darstellung beider Skulpturen erniedrigt den Feind nicht, sondern stellt ihn als ernst zu nehmenden Krieger dar.  Das  erhöht  natürlich  den  Ruhm  des  Siegers.

Nach weiteren Siegen seines Sohnes Eumenes II. über die Galater wurde auf dem Burgberg von Pergamon der berühmte Zeusaltar errichtet, der sich heute im Pergamonmuseum auf der Museumsinsel in Berlin befindet. Der Fries des Altars stellt die Gigantomachia dar, die Schlacht zwischen den Olympischen Göttern und den Giganten. Dieser Fries feiert den Sieg des Eumenes über die Galater - man erkennt einige keltische Waffen, die von Giganten getragen werden - aber es ist gleichzeitig eine Überhöhung und feiert den Sieg der griechischen  Zivilisation  über  die  Barbarei.

Nachdem die Tolistobogier 196 Lampsakos überfallen hatten, riefen deren Bewohner die Römer um Hilfe. Antiochos III. aber, ein Feind der Römer, verbündete sich mit den Galatern gegen die Römer. Diesen jedoch gelang es, die Tolistobogier zu zwingen, sich in ihrer Fluchtburg auf dem Olympos, und die Tektosagen, sich auf dem Magaba bei Ankyra zu verschanzen. Dort wurden sie fast gänzlich vernichtet und in die Sklaverei verkauft.

Danach mußte die Galater ihre Raubzüge aufgeben und sich in ihren Grenzen aufhalten. Sie wurden zu treuen Anhängern der Römer. So kämpften sie gegen Mithradates VI., den sie aber nach seinen Siegen als Herrn anerkannten (Pauly), Nach Sullas Sieg 86 ließ Mithradates den gesamten galatischen Adel ermorden, bis auf 3 Tetrarchen. 64/63 ordnete Pompeius die Verhältnisse neu: Anstelle der 4 Tetrarchen für jeden Volksstamm, setzte er einen an die Spitze jedes Volkes und machte Galatien zu einem Klientelstaat Roms. Nach dem Tod Caesars vereinigte Deiotaros die Tektosagen mit den übrigen Galatern und wurde ihr gemeinsamer König. Nach dem Tod ihres letzten Königs Amyntas machte Augustus Galatien 25 v. Chr. zu einer römischen Provinz, die von kaiserlichen Legaten regiert wurde.

Galatien stellte den Römern stets gute Truppen und noch 200 n. Chr. adlige Führungskräfte, z.B. römische Konsuln wie 155 den galatischen Gaius Iulius Severus.

(Fortsetzung folgt)
Dateianhänge
Gallien_keltische Stämme_Tectosagen_De_La_Tour3132.jpg
de la Tour 3132
Wanderungen der Tektosagen.jpg
Wanderungen der Tektosgen
Dying_Gaul.jpg
Sterbender Gallier
800px-Ludovisi_Gaul_Altemps_Inv8608_n3.jpg
Ludovisischer Gallier
Omnes vulnerant, ultima necat.

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Re: Historisch interessante Münzen

Beitrag von Peter43 » So 28.11.21 12:16

(Fortsetzung)

Es gibt sogar römische Münzen, auf denen die Tektosagen namentlich erwähnt werden. Dies ist eine Provinzialmünze des Titus (69-79 n.Chr.) aus Sebaste in Phrygien mit der Legende ΣΕΒΑΣΤΗΝΩΝ - ΤΕΚΤΟΣΑΓΩΝ, SNG von Aulock 6132 (Kölner Münzkabinett Tyll Kroha Nachfolger, Auktion 112, Los 186).

Der  Galaterbrief  des  Paulus
Im Neuen Testament ist ein Brief des Paulus an die Galater erhalten, den er um 100 n. Chr. an die Heidenchristen der Galater geschrieben hat. Diese standen zu der Zeit stark unter dem Einfluß von juden-christlichen Missionen. In diesem Brief wendet er sich stark polemisch gegen die Einhaltung von jüdischen Riten und die Beschneidung. Paulus bestand demgegenüber darauf, daß der Heilscharakter nur aus dem Glauben käme und nicht durch die Befolgung von Gesetzen erworben werden könnte. Durch diesen Brandbrief wurde letzlich verhindert, daß das Christentum eine juden-christliche Sekte  wurde.

Die Galater behielten noch lange ihre keltischen Sitten. So brachten sie Menschenopfer und kämpften nackt, wie berichtet wird und wie sie auch auf den erhaltenen Skulpturen dargestellt werden. Sie trugen mächtige rote Schnauzbärte, die sie mit Gips weiß färbten, und um den Hals einen gedrehten Goldreif, den Torques. Dieser scheint bei den Kelten ein Herrschaftszeichen gewesen  zu  sein.

Aber nicht nur die keltischen Männer waren tapfere Krieger. Plutarch (45-125) schildert in seinen "Moralia" Kamma als Beispiel für Charakterstärke und eheliche Treue. Kamma, eine Artemispriesterin, war die Frau des Tolistobogierkönigs Sinatus, der von Sinorix getötet wurde. Danach zwang er Kamma, ihn zu heiraten. Bei der Hochzeit war es üblich, daß beide aus demselben Kelch tranken. Diesen hatte Kamma vorher vergiftet, so daß sie den Mörder ihres Ehemannes richtete, selbst aber auch Selbstmord machte, den sie der gewaltsamen Ehe vorzog. Das Gemälde von Charles  Poerson  (1609-1667)  zeigt  diese  Szene:

Telesphoros, der pergamenische Begleiter des Asklepios, wurde von der keltischen Kapuzengottheit Cucullatus übernommen. 400 n. Chr. soll in Phrygien noch Keltisch gesprochen worden sein, wie der Kirchenvater Hieronymus berichtet: Neben Griechisch sprächen sie noch eine Sprache ähnlich der Sprache der Treverer! Von der Sprache der Galater ist heute nichts mehr erhalten außer einigen Orts- und Personennamen, die  auf  das  Keltische  zurückgehen.

Anmerkung:
Archer Milton Huntington (1870-1955) war ein US-amerikanischer Multimillionär, Philanthrop, Museumsgründer,  Dichter,  Bibliophiler  und  Hispanist.

Quellen:
(1)  Gaius  Julius  Caesar,  De  bello  Gallico
(2)  Gaius  Julius  Caesar,  De  bello  civile
(3)  Plutarch,  Moralia
(3)  NT,  Paulus,  Brief  an  die  Galater

Sekundärliteratur:
(1)  Der  Kleine  Pauly
(2)  Robert  Forrer,  Keltische  Numismatik  der  Rhein- und  Donaulande, 1908  (Habe ich nicht gelesen. Ein Reprint  von  Band  1  kostet  108.-)
(3)  Wikipedia:  Tectosagen,  Volcae,  Galater
(4)  http://www.wikimoneda.com/croix.php
(5)  https://de.wikisource.org/wiki/RE:Tektosagen
(6)  https://de.wikipedia.org/wiki/Tolistobogier
(7)  https://de.wikisource.org/wiki/RE:Galatia_1
(8)  https://de.wikisource.org/wiki/RE:Deiotarus_2

Mit freundichen Grüßen
Dateianhänge
Phrygien_Sebaste_Titus.jpg
Phrygien, Sebaste, Titus
Kamma und Sinorix.jpg
Kamma und Sinorix
Omnes vulnerant, ultima necat.

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Re: Historisch interessante Münzen

Beitrag von Altamura2 » Mi 01.12.21 12:20

Peter43 hat geschrieben:
So 28.11.21 12:09
... Keltische Stämme in Gallien, Volcae Tectosages, 2.-1. Jh. v.Chr. ...
Die "monnaies à la croix" sind ja eine Wissenschaft für sich, auf Französisch gibt es da inzwischen Literatur ohne Ende :D . Einen ganz guten Überblick bietet Michel Py, "Les monnaies préaugustéennes de Lattes et la circulation monétaire protohistorique en Gaule méridionale - Tome 1", Lattara 19, Lattes 2006, ab Seite 499:
https://www.academia.edu/5905982/Lattar ... ale_tome_1
Peter43 hat geschrieben:
So 28.11.21 12:09
... Ref.: Monnaies XV 241; De La Tour 3132 ...
"Monnaies" ist vermutlich Georges Savès, "Les monnaies gauloises "à la croix" et assimilées du Sud-Ouest de la Gaule", Toulouse 1976, oder?
Ob die Münze hier nun wirklich de la Tour 3132 oder eine der anderen abgebildeten Varianten ist, ist schwer zu sagen :? :
https://gallica.bnf.fr/ark:/12148/bpt6k ... s%20Gaules

Interessant ist bei diesen Münzen auch, dass bei den meisten der Schrötling wohl von einer Leiste oder Platte abgemeißelt wurde. Daher haben die oft diese viereckige Gestalt.

Gruß

Altamura

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Re: Historisch interessante Münzen

Beitrag von antoninus1 » Mi 01.12.21 12:34

Monnaies XV ist ein Auktionskatalog von "Comptoir Général Financier" (Samuel Gouet, Michel Prieur, Laurent Schmitt) vom 30.09.2002. Das ist jetzt CGB.
Da wurden 1514 Münzen der Kelten (incl. ein paar römische Vorbilder) versteigert. Das ist ein prima Referenzwerk für Bestimmungen und es gibt zu jedem Münztyp Erläuterungen.
Auf der Homepage von CGB kann man die Münzen mit Ergebnissen immer noch finden (ist aber etwas schwer zu bedienen, zumindest für mich).
Gruß,
antoninus1

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Re: Historisch interessante Münzen

Beitrag von shanxi » Mi 01.12.21 12:45

antoninus1 hat geschrieben:
Mi 01.12.21 12:34
Auf der Homepage von CGB kann man die Münzen mit Ergebnissen immer noch finden (ist aber etwas schwer zu bedienen, zumindest für mich).

Auch auf acsearch:

Der ganze Katalog

https://www.acsearch.info/search.html?t ... sd&order=0

und nur 241:

https://www.acsearch.info/search.html?id=108898

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Re: Historisch interessante Münzen

Beitrag von Altamura2 » Mi 01.12.21 15:23

antoninus1 hat geschrieben:
Mi 01.12.21 12:34
... Monnaies XV ist ein Auktionskatalog von "Comptoir Général Financier" (Samuel Gouet, Michel Prieur, Laurent Schmitt) vom 30.09.2002. ...
Ah, das kannte ich noch nicht, besten Dank! Wieder was dazugelernt :D .

Gruß

Altamura

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Re: Historisch interessante Münzen

Beitrag von Peter43 » Sa 04.12.21 21:50

Rhoimetalkes I.

1. Münze:
Königreich Thrakien, Rhoimetalkes I., 21 v. Chr.-12 n. Chr.
AE 19, 4.81g, 19.04mm, 180°
Av.: BAΣIΛEΩΣ POIMHTAΛKOV
       diademierter Kopf des Rhoimetalkes n .r.
Rv.: KAIΣAPOΣ ΣEBAΣTOV
       Bloßer Kopf des Augustus n. r.
Ref.: Youroukova 200 (Rhoimetalkes II.); RPC 1718;
        SNG Copenhagen 1192; BMC 7-9
SS, dunkelgrüne Patina

Rhoimetalkes (lat. Rhoemetalces) ist ein häufiger Name in Thrakien. Hier handelt es sich um Rhoimetalkes I.

Rhoimetalkes I. war als Nachfolger seines Neffen Rhaskuporis I. von 12 v. Chr. bis 12 n. Chr. der König des sapäischen Königreichs in Thrakien.

Rhoimetalkes I. war ein loyaler Verbündeter des Kaisers Augustus. Er war ein direkter Nachkomme des thrakischen Königs Kotys I. und der mittlere Sohn des früheren thrakischen Königs Kotys IV. Sein jüngerer Bruder war Rhaskuporis II.

Als Kotys VII um 48 v. Chr. starb, wurde Rhoimetalkes der Vormund seines Neffen Rhaskuporis I., des jungen Sohns und Erben seines Bruders. Rhaskuporis starb 13 v. Chr. als er von Vologases in einer Schlacht besiegt und getötet wurde. Vologases war der Häuptling der thrakischen Bessi und der Anführer des Aufstands ge-gen die Römer in diesem Jahr.

Während dieses Aufstandes floh Rhoimetalkes und seine Familie aus Thrakien in den Chersonnesos und kehrte erst wieder zurück, als der Aufstand durch L. Calpurnius Piso, den Prätor von Pamphylien nieder-geschlagen woden war und Augustus das Königreich seiner Familie zurückgab. Da Rhaskuporis I. keine Erben hatte, wurde Rhoimetakles 12 v. Chr. König von ganz Thrakien, wie Tacitus ihn nennt. Außerdem beschreibt er ihn als „attraktiv und kultiviert“. Seine Frau und die Mutter seiner Nachkommen., bekannt nur durch Münzen, war Pythodoris I.

2. Münze
Königreich Thrakien, Rhoimetalkes I., 11 v.Chr.-12 n.Chr.
AE - AE 30, 14.63g, 29.54mm, 210°
Av.: BAΣIΛEΩΣ  POIMHTAΛKOV
Die Büsten des Rhoimetalkes I., diademiert, und der Pythadoris, drapiert, hintereinander
Rv.: KAIΣAPOΣ  ΣEBAΣTOV
Die Büsten des Augustus, barhäuptig, und der Livia hintereinander, davor Steinbock mit Globus zwischen
den Vorderfüßen n.r.
Ref.: Lindgren 911; cf. RPS 1708(?); Jurukova 182(?)

Rhoimetalkes herrschte in Thrakien bis zu seinem Tod 12 n. Chr. Danach teilte Augustus das Reich in 2 ge-trennte Königreiche. Die südliche Hälfte gab er seinem Sohn Kotys VIII, die nördliche Hälfte, die Ripa Thraciae, das spätere Moesia inferior, Rhoimetalkes' Bruder Rhaskuporis II. Tacitus bemerkt dazu, daß Kotys die kultivierten Teile erhielt, die meisten Ort-schaften und die meisten griechischen Städte, während Rhaskuporis den wilden und unzivilisierten Teil erhielt, mit Feinden an seinen Grenzen

Karte von Thrakien (Wikipedia)

Daß Rom dem nördlichen Teil Thrakiens andere Herrscher gab als dem südlichen Teil, führte zu ständigen Unruhen und Morden.

Rhoimetalkes III., der Enkel von Rhoimetalkes I., wuchs in Rom auf und wurde zusammen mit Kaiser Caligula erzogen. 38 n. Chr. wurde er von ihm als König von Thrakien eingesetzt. Als er 46 einem Mordkomplott seiner Frau zum Opfer fiel, machte Caligula Thrakien zur römischen Provinz 
Thracia.

Die Klientelkönigreiche
Die Klientelkönigreiche waren ein wichtiges Instrument der römischen Außenpolitik. Mit ihnen verband Rom mehrere Ziele: Es setzte ihm genehme Herrscher ein, die die Aufgabe hatten, Roms Grenzen nach außen zu verteidigen, z.B. gegen die Parther. Und im Gegensatz zu einer Provinz vermied es Rom, als Besatzer aufzutreten und hielt so den Anschein eines selbständigen Königreiches aufrecht.

„Ich liebe den Verrat, aber ich hasse den Verräter”
Dieses berühmte Zitat wird oft dem Julius Caesar zuge-schrieben. Aber tatsächlich stammt es von Augustus, der sich nach seiner Adoption im Testaments Caesars Gaius Iulius Caesar nannte. Dieses Zitat findet sich bei Plutarch.in seinen Moralia (Aussprüche der Könige und Feldherren).

Die Situation, in der es fiel, war ein Trinkgelage und die Aussage bezog sich auf das Verhalten des Thrakerkönigs Rhoimetalkes, der mit seiner Truppe zunächst Marcus Antonius unterstützte, aber kurz vor der Seeschlacht bei Actium (2. September 31 v. Chr.) zu Octavian überging. Ins Lateinische übersetzt heißt das Zitat "proditionem amo, sed proditores non laudo”, also “ich lobe die Verräter nicht”. Augustus soll weiter über die Verräter gesagt haben: “Solange man Nutzen aus ihnen zieht, hat man sie gern, haßt aber ihre Gemeinheit, wenn man sein Ziel erreicht hat.“ Rhoimetalkes soll vorher Marcus Antonius geschmäht haben.

Rhoimetalkes I. hatte zunächst 48 Pompeius bei Pharsalos geholfen, dann 42 den Caesarmördern bei Philippi, trat dann aber vor der Seeschlacht von Actium zu Octavian über (Pauly).

Anmerkungen:
(1) Es gibt auch den Namen Rheskuporis. Dabei  handelt es sich um Herrscher des bosporanischen Reiches, Der thrakische Name ist Rhaskuporis     (Pauly).
(2) Die Namen Moesia superior (Obermoesien) und Moesia inferior (Untermoesien) gab Domitian den beiden Teilen Thrakiens nach dem Lauf der
Donau:  Oberlauf und Unterlauf.

Quellen:
(1) Tacitus, Annalen II.64
(2) Dion Cassius, Lib. 20, 34
(3) Plutarch, Moralia
(4) comp. Velleius . Paterculus. II, 98

Sekundärliteratur:
(1) Der Kleine Pauly
(2) William Smith (Ed.), Dictionary of Greek and Roman Biography and Mythology, 1867
(3) Wikipedia

Mit freundlichen Grüßen




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thrakien_rhoemetalkes_RPC1718.jpg
Pythodoris_2.jpg
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Re: Historisch interessante Münzen

Beitrag von richard55-47 » So 05.12.21 09:13

Ich finde, Rhoimetalkes ist ein absolutes Muss in Sachen Augustus.
Hier mein Exemplar.
Dateianhänge
228 AugustusRhoimetalkes.jpg
228 AugustusRhoimetalkesR.JPG
do ut des.

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Re: Historisch interessante Münzen

Beitrag von Peter43 » Do 16.12.21 21:32

Themistokles – der Held von Salamis

Diese wundervolle Münze liegt wie Blei in meiner Sammlung, weil ich bisher die Inschrift auf dem Schild nicht entziffern konnte. Diese Inschrift aber ist entscheidend für die Bedeutung dieser Münze.

1. Münze:
Ionien, Magnesia ad Maeandrum, Antoninus Pius, 138-161
AE 34, 26.53g, 33.3mm, 210°
geprägt unter dem Grammateus L. Dioskourides GratosMetr.
Av.: [T AI]ΛIOC KAICAP - ANTΩNEINO[C]
        Büste, drapiert und cürassiert, belorbeert,  n.r.
Rv.: EΠI ΔIOCKOVPIΔ[OV] ΓP - MAΓ -NHTΩN
        Themistokles, nackt bis zur Hüfte, auf einem Thron mit Löwenfüßen n.l. sitzend, vor sich auf einer Stele einen Schild haltend mit der Inschrift .EM / .AN / OC (?), die li. Hand an einem Kurzschwert, das an seiner'
        li. Hüfte hängt; re. Hinter ihm ein Pferd, das den Kopf n.l. gedreht hat.
Ref.: RPC IV online 11511 (diese Münze; cf. Schultz 104 (V3)
extrem selten, fast SS

Anm.:
Es handelt sich wohl um einen Thron in Pferdegestalt.

2. Münze:
Meine wichtigste Quelle ist Sabine Schultz. Unter
Antoninus Pius (Nr. 102A, S. 61) beschreibt sie ein Pentassarion mit der gleichen Vorderseite (V2A, Abb. 7).
Die Rückseite (R5, Taf. 7) zeigt eine Statue des Themistokles li., nackt; seine linke Hand ergreift das Schwert in der Scheide mit herabhängendem Schwertgürtel, mit der rechten Hand hält er eine Patera über einem brennenden Altar, vor ihm liegt das Vorderteil eines Buckelrindes n.l. Die Legende lautet:
EΠI ΔIOCKO(YPIΔOY) ΓPATOY MHTP (MAΓNH)
im linken Feld Θ(E)M - ICTOKΛH-(C).

Die Figur des Themistokles ist nackt, wie es sich für einen Heroen gehört, und er hält das Schwert an der Seite in der gleichen Haltung wie auf meiner Münze. Die anatomisch merkwürdige Form könnte sogar für denselben Stempelschneider sprechen!

Daraus folgt:
(1) Meine Münze ist tatsächlich aus Magnesia ad Maeandrum.
(2) Sie ist unter demselben Magistrat geprägt worden.
(2) Es handelt sich tatsächlich um Themistokles.

Nachdem Themistokles, der Held von Salamis, von den Athenern durch das berüchtigte Scherbengericht (Ostrakismos) ins Exil getrieben wurde, floh er nach Persien, wo er laut Thukydides von König Artaxerxes I. zum Satrap von Lampsakos, Myos und Magnesia ad Maendrum ernannt wurde, der ihn ehrenvoller behandelte als seine eigenen Landsleute. Schließlich verlegte Themistokles seinen Wohnsitz nach Magnesia ad Maeandrum, wo ihm Artaxerxes aufgrund seiner Loyalität und seiner strategischen Ratschläge eine dauerhafte Versorgung garantierte.

Vor allem in der römischen Kaiserzeit, als die Unabhängigkeit der griechischen Städte praktisch aufgehoben war, hatten sie das Bedürfnis, ihre große antike Geschichte zu betonen. Diesem Umstand verdanken wir die schönsten mythologischen Münzdarstellungen. Auf unserer Münze ist Themistokles abgebildet. Aber seine Gestalt hat sich von der eines griechischen Feldherrn zu einem mythologischen Helden gewandelt.

Warum ein Pferd? Magnesia wurde von Magneten aus Thessalien (nach anderen Angaben von Leukippos aus Karien) gegründet. Und Thessalien war bekannt für seine Pferde. Die weiten Ebenen des thessalischen Kernlandes waren für die Pferdezucht besser geeignet als jeder andere Teil Griechenlands. Die thessalische Kavallerie war berühmt. Das Pferd war das Symbol von Thessalien. Daher ist die Betonung des Pferdes auf dieser Münze nicht überraschend.

Die Inschrift auf dem Schild:
Die bei Schultz abgebildete Münze des Antoninus Pius mit der Statue des Themistokles trägt im linken Feld die Inschrift Θ(E)M-ICTOKΛH-(C). Dies paßt eigentlich gut zu unserem Schild:
1. Zeile: [..]H
2. Zeile; [.]AN
3. Zeile: OC.

Geschichte:
Jeder geschichtlich Interessierte kennt natürlich Themistokles als Held von Salamis und Retter Griechenlands vor den Persern.

Der Athener Themistokles (um 524 v.Chr.-um 459 v.Chr.), ein radikaler Demokrat, war vielleicht die wichtigste und sicherlich eine der mächtigsten politischen Persönlichkeiten im Athen des frühen fünften Jahrhunderts. Seit 493 arbeitete er unbeirrbar an der politischen und sozialen Umwandlung Athens in eine Seemacht. So überredete er die Athener, den neu entdeckten Reichtum aus den Silberminen von Laureion für den Bau einer Flotte zu verwenden. Er war für die Rückkehr der Verbannten und die Beilegung innergriechischer Streitereien. Mit Sparta gründete er eine Veteidigungsallianz. Durch seine Beziehungen zu Delphi erreichte er den berühmten Spruch, Athen durch hölzerne Mauern (= Schiffe) zu schützen, was kurze Zeit später für den Sieg über die Perser von entscheidender Bedeutung wurde. Nach der Niederlage des Leonidas bei den Thermopylen verleitete er Xerxes durch eine List zum Angriff in der Meerenge bei Salamis, wo er ihn vernichtend schlagen konnte.

Irgendwann in den frühen 460er Jahren v. Chr. sorgten seine politischen Feinde unter Ausnutzung seiner Geltungssucht dafür, daß er durch ein Scherbengericht (Ostrakismos) geächtet wurde und Athen verlassen mußte. In Argos traf ihn die Verurteilung wegen Hochverrats.

Das nächste Bild zeigt eine Scherbe mit dem Namen des Themistokles. Museum der antiken Agora, Stoa des Attalos, Athen. .

Auf abenteuerlichen Wegen floh er nach Kleinasien, wo er von Artaxerxes I., dem persischen König, gut aufgenommen wurde. Er machte ihn zum Statthalter von Magnesia am Maeander und übertrug ihm die Einkünfte dreier Städten - Lampsakos, Magnesia und Myos.

Nach seinem Tod 459 scheint seine Familie weiterhin die Macht in Ionien innegehabt zu haben. Sein Sohn Archepolis trat seine Nachfolge als Statthalter an. Sonst ist über seine Herrschaft wenig bekannt. Die Familie erhielt von den Magnesiern ein Stipendium. Die Söhne des Themistokles hatten eine Statue der Leukophryne, einer Epiklesis der Artemis aus Phrygien, auf der Akropolis in Athen aufstellen lassen. Plutarch berichtet, daß er 600 Jahre später in Athen einen Nachfahren des Themistokles traf, der immer noch Einkünfte aus Magnesien bezog!

Charakter:
Themistokles war ein außergewöhnlicher Mann mit hoher Intelligenz. Er konnte scharf analysieren und hatte eine Leidenschaft für die Vorausberechnung von Situationen. Wegen dieser Voraussicht faszinierte er seine Zeitgenossen, war ihnen aber auch fast unheimlich. Er war ein ausgezeichneter Redner, der überzeugen konnte. Aber durch seine Kompromißlosigkeit machte er sich eine Reihe von Gegnern.

Er besaß aber auch negative Eigenschaften. Bekannt war seine Geltungssucht und seine Gier. Ging es um Geld, soll er den größten Anteil jedesmal für sich behalten haben. Er kämpfte stets um Anerkennung und Wohl-stand.

Die Portraitbüste des Themistokles:
Seine Besonderheit ist am eindeutigsten in seinem Portrait zu erkennen. Während andere Politiker sich als griechische Adelige abbilden ließen, legte er darauf keinen Wert. Auch hierin wollte er sich von allen anderen unterscheiden. Die Bildnisherme, die seine Büste trägt, zeigt einen bulligen Mann mit niedriger Stirn und kurzen Haaren. Dies entspricht gut dem Bild, das antike Schriftsteller von ihm überliefert haben. Die Büste des Themistokles ist das älteste griechische Portrait mit individuellen Zügen. Das Original hatte er vermutlich selbst im Tempel der Artemis auf der Akropolis in Athen aufstellen lassen. Diese römische Kopie wurde 1940 in Ostia Antica, der antiken Hafenstadt von Rom gefunden und befindet sich heute im Archäologischen Museum von Ostia. Das Bild stammt aus dem Virtuelles AntkenMuseum Göttingen

Quellen:
(1) Thukydides, Der Peloponnesische Krieg
(2) Plutarch, Biographien

Literatur:
(1) Head, Historia Numorum
(2) Münsterberg, Die Namen griechischer Magistrate
(3) Sabine Schultz, Die Münzprägung von Magnesia  am Mäander in der römischen Kaiserzeit, Staatliche  Museen zu Berlin, Olms 1975
(4) Wilhelm Heinrich Roscher, Mythologisches Leikikon der griechischen und römischen Mythologie
(5) Benjamin Hederich, Gründliches mythologishes  Lexikon, Leipzig
(6) Der Kleine Pauly

Mit freundlichem Gruß
Dateianhänge
magnesia_ant_pius_unbekannt_2.jpg
1. Münze
Schultz 102A.JPG
2. Münze
Schild_a.jpg
Schild mit Inschrift
athens_agora_stoaofattalos_themistokles_ostraka.jpg
Scherbe mit dem Namen des Themistokles
Themistokles aus Ostia.jpg
Büste des Themistokles aus Ostia
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Re: Historisch interessante Münzen

Beitrag von Altamura2 » Fr 17.12.21 08:50

Peter43 hat geschrieben:
Do 16.12.21 21:32
... Ref.: RPC IV online 11511 (diese Münze; cf. Schultz 104 (V3) ...
Das kann man dann hier sehen :D : https://rpc.ashmus.ox.ac.uk/coins/4/11511
RPC online scheint sich hier aber nicht einmal sicher zu sein, ob es sich auf dieser Münze tatsächlich um Themistokles handelt, da wird auch noch Leukippos in Erwägung gezogen :| .

Themistokles ist aber nicht nur auf Münzen dargestellt, er hat in Magnesia auch selbst welche prägen lassen :D .
Dazu und zu seiner Geschichte überhaupt siehe Johannes Nollé und Alois Wenninger, "Themistokles und Archepolis: Eine griechische Dynastie
im Perserreich und ihre Münzprägung", JNG 48/49, 1998/9, S. 29-70:
https://www.academia.edu/8316787/Themis ... _Wenninger_

Peter43 hat geschrieben:
Do 16.12.21 21:32
... Diese römische Kopie wurde 1940 in Ostia Antica, der antiken Hafenstadt von Rom gefunden und befindet sich heute im Archäologischen Museum von Ostia. Das Bild stammt aus dem Virtuelles AntkenMuseum Göttingen ...
Ja, die haben in Göttingen eine schöne Gipsabgusssammlung :D : http://viamus.uni-goettingen.de/fr/mmdb ... es&start=0
Bilder vom Original aus Ostia kann man beispielsweise hier sehen:
https://www.ostia-antica.org/vmuseum/FO ... E23886.jpg
https://www.ostia-antica.org/vmuseum/FO ... E23887.jpg
https://www.ostia-antica.org/vmuseum/FO ... E23888.jpg
https://www.ostia-antica.org/vmuseum/FO ... E23889.jpg

Gruß

Altamura

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Re: Historisch interessante Münzen

Beitrag von Peter43 » Fr 17.12.21 16:08

Danke für die Links zur Originalbüste. Ich habe das Bild schon ausgetauscht.

Jochen
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Re: Historisch interessante Münzen

Beitrag von Orecic » Fr 21.01.22 10:59

Hallo zusammen,

ich bin neu im Forum und habe angefangen römische Münzen, und im speziellen Denare der Republik zu sammeln.
Was mich daran besonders fasziniert sind die histrorischen Hintergründe der Münzmotive.

Jetzt zu meiner eigentlichen Frage:

Gibt es Literatur, welche sich mit dem geschichtlichen Hintergrund der Münzmotive beschäftigt?
Richard Stoll hat hierzu bereits einige Themen bearbeitet (Tiere, Frauen, Herakles, Architektur).
In Rainer Albert´s "Die Münzen der Römischen Republik" sind immer wieder kleine Anmerkungen zu den Münzabblidungen und deren historische Hintergründe zu finden. Genau solche Beschreibungen interessieren mich und so etwas suche ich.

Könnt Ihr mir hier weiterhelfen?

Mit freundlichen Grüßen

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antoninus1
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Re: Historisch interessante Münzen

Beitrag von antoninus1 » Fr 21.01.22 11:07

Sehr schön finde ich "Im Schatten der Adler Roms" von Ursula Kampmann, das die republikanischen Münzen der Sammlung von Kurt Wyprächtiger vorstellt.
Viele toll erhaltene Münzen mit Erläuterungen der Rückseiten.
Gruß,
antoninus1

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Timestheus
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Re: Historisch interessante Münzen

Beitrag von Timestheus » Fr 21.01.22 11:19

Orecic hat geschrieben:
Fr 21.01.22 10:59
ich bin neu im Forum und habe angefangen römische Münzen, und im speziellen Denare der Republik zu sammeln.
Orecic hat geschrieben:
Fr 21.01.22 10:59
Gibt es Literatur, welche sich mit dem geschichtlichen Hintergrund der Münzmotive beschäftigt?
Manfred Miller - Die Münzen der Römer Band I (Römische Republik)
Florian Haymann - Die Münzen der Römischen Republik
Wilhelm Hollstein - Die stadtrömische Münzprägung der Jahre 78-50 v.Chr (sehr detaillierte Hintergrundinfos!)


Spezieller:
Bernhard Woytek - Forschungen zur römischen Finanzgeschichte 49 bis 42 v.Chr.
Tom Hölscher - Die Bedeutung der Münzen der späten römischen Republik
David Biedermann - Sterne in der Münzprägung der Römischen Republik
Frank Ryan - Der Sonnengott auf den Münzen der römischen Republik
David Woods - Fulvia und der Löwe
Florian Haymann - Der Persusinische Krieg und die Münzen für Marcus Antonius
Jannike Riecksesmann - Die Darstellung Caesars auf den städtischen Münzen
Richard Witschonke - Die Zeichen auf den Münzen der römischen Republik
Roberta Stewart - Opferkrug und Krummstab auf Münzen der römischen Republik
Veritas? Quid est veritas?
Sammlung: https://roma-aeterna.de/

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