Münzen – kurzfristige Bekanntschaft oder lebenslange Begleiter?

Alles was so unter den Römern geprägt wurde.

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Amenoteph
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Münzen – kurzfristige Bekanntschaft oder lebenslange Begleiter?

Beitrag von Amenoteph » Mo 04.05.26 13:40

Hallo zusammen,

mich beschäftigt schon länger eine Frage: Wie lange bleiben Münzen eigentlich in euren Sammlungen?

Ein konkreter Anlass ist für mich die große Alexandria-Sammlung von Herrn Wishnevsky, deren erster Teil Ende 2024 versteigert wurde.
Ich beobachte den Markt für Alexandriner recht genau und war ehrlich gesagt überrascht, wie schnell viele Stücke aus dieser Auktion wieder aufgetaucht sind. Darunter waren auch ausgesprochen seltene und hervorragend erhaltene Exemplare. Dass sie schlicht „nicht gefallen haben“, halte ich daher für eher unwahrscheinlich.
Das wirft für mich die grundsätzliche Frage auf: Wie „dauerhaft“ sind unsere Sammlungen eigentlich noch?
Im Austausch mit anderen Sammlern habe ich gemerkt, wie unterschiedlich die Herangehensweisen sind: Für die einen ist die Sammlung ein stetiger Prozess, Stücke kommen und gehen, Schwerpunkte verschieben sich, und für neue Desiderate wird Altes wieder abgegeben.
Für die anderen sind Münzen eher langfristige Begleiter, die man nur ungern wieder hergibt (hier ordne ich mich ein).

Wo steht ihr da?

Ist eure Sammlung eher im permanenten Wandel – oder baut ihr bewusst etwas auf, das bleiben soll? Und wie leicht fällt es euch, euch wieder von Stücken zu trennen?

Beste Grüße
Robert

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Re: Münzen – kurzfristige Bekanntschaft oder lebenslange Begleiter?

Beitrag von Lackland » Mo 04.05.26 13:57

Hallo Robert,

ich habe mich nach und nach von für mich uninteressant gewordenen Gebieten getrennt. Damit meine ich vor allem das 20. Jahrhundert.
Ansonsten sehe ich die meisten meiner Münzen tatsächlich als lebenslange Begleiter an. Ein paar alten Stücken, die ich trotzdem zum Beispiel aus finanziellen Gründen abgegeben habe, trauerte ich sehr lange nach…

Mit fortschreitendem Alter - mittlerweile bin ich 57 - sehe ich die Sache etwas entspannter und freue mich auch, wenn ich die eine oder andere Münze in gute dankbare Hände abgeben kann.

Und trotzdem sammle ich stetig weiter. Aber ich muss nicht mehr alles haben und freue mich auch ehrlich, wenn ich hier schöne Stücke in anderen Sammlungen sehen darf!

Viele Grüße

Ulrich
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Re: Münzen – kurzfristige Bekanntschaft oder lebenslange Begleiter?

Beitrag von Chippi » Mo 04.05.26 14:03

Für mich sind meine Münzen auch eher langfristige Begleiter, die ein oder andere Münze wird schon mal gegen eine Bessere ausgetauscht.

Gruß Chippi
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Wurzel hat geschrieben:@ Chippi: Wirklich gute Arbeit! Hiermit wirst du zum Byzantiner ehrenhalber ernannt! ;-)
Münz-Goofy hat geschrieben: Hallo Chippi, wenn du... kannst, wirst Du zusätzlich zum "Ottomanen ehrenhalber" ernannt.

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Re: Münzen – kurzfristige Bekanntschaft oder lebenslange Begleiter?

Beitrag von Arthur Schopenhauer » Mo 04.05.26 14:18

Grüß dich, Robert.

Mein Plan heißt "lebenslänglich", weshalb ich auch möglichst nur das sammle, womit ich auf Dauer zufrieden sein kann.
Das hält die Sammlung klein und nötigt schließlich nicht dazu, aus Platzgründen, etwas abgeben zu wollen oder zu müssen. :wink:

Beste Grüße
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Re: Münzen – kurzfristige Bekanntschaft oder lebenslange Begleiter?

Beitrag von stilgard » Mo 04.05.26 14:27

Hallo zusammen,

ich werde meine Münzsammlung, nach aktuellem Stand, nicht verkaufen, auch wenn ich irgendwann mal nicht mehr sammeln sollte. Entweder führt meine Familie nach meinem Ableben die Sammlung weiter, was mich freuen würde, oder sie wird zu Geld gemacht....

Grüße
Alex
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Re: Münzen – kurzfristige Bekanntschaft oder lebenslange Begleiter?

Beitrag von Braunschweiger » Mo 04.05.26 14:52

Bei mir ist es etwas anders. Ich muss zugeben, dass es bei mir eher einen steten Wandel gibt. Angefangen habe ich vor über 40 Jahren mit den deutschen Münzen des 20. Jahrhunderts und auch anderen Gedenkmünzen aus dem Ausland. Diese habe ich tatsächlich nach ca. 20 Jahren alle verscherbelt. Dafür habe ich dann mit altdeutschen und antiken Münzen angefangen. Die altdeutschen habe ich letztes Jahr auch fast alle abgegeben (habe nur noch ein paar Brakteaten, für die ich bisher noch keinen Abnehmer habe). Bei den antiken habe ich zunächst auch alles gesammelt, was ich (billig) bekommen konnte. Über die Jahre habe ich mich aber zunehmend fokussiert und spezialisiert, so dass ich aktuell noch 4-5 Teilgebiete anstrebe, wo ich sammeln will (und wo mir teilweise nur noch eine Handvoll bedeutender Stücke fehlen). Der Grund dafür ist, dass ich mich dann beim Suchen auch auf wenige Stücke fokussieren kann, das passt auch besser zu meinen Geldbeutel. Weiterhin ersetze ich auch weniger schöne Exemplare durch qualitätvollere, auch dadurch gebe ich einzelne Stücke wieder ab. Ich habe aber die Hoffnung, dass die allermeisten Stücke, die ich jetzt noch in der Sammlung habe, mich noch die nächsten 10-20 Jahre begleiten werden.
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Herzliche Grüße
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Re: Münzen – kurzfristige Bekanntschaft oder lebenslange Begleiter?

Beitrag von richard55-47 » Mo 04.05.26 17:45

Ich habe vor rund 24 Jahren mit dem Sammeln römischer Münzen angefangen, als mir eine Freundin meiner Mutter einige Spätrömer schenkte. Anfangs habe ich "Bildchen" gesammelt, dann habe ich vor der Vielzahl kapituliert und mich etwas auf Gallienus und Familie fokussiert. Mittlerweile ertappe ich mich dabei, über diesen Tellerrand zu schauen, dies aber nur sehr sparsam.
Sonstige Berührungspunkte mit der Numismatik habe ich nie gehabt. Die von Braunschweiger gehegte Hoffnung hege ich angesichts der ständigen Annäherung an eine gewisse biologische Veränderung nicht. Et kütt wie et kütt. :)
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do ut des.

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Re: Münzen – kurzfristige Bekanntschaft oder lebenslange Begleiter?

Beitrag von Amenoteph » Mo 04.05.26 19:32

Zuerst vielen Dank euch allen – ich habe mich über jede einzelne Antwort sehr gefreut.

Ich freue mich ebenfalls, dass ihr eure Münzen auch als lebenslange Begleiter seht. Dass natürlich manchmal Stücke verkauft werden, weil sich Schwerpunkte ändern, ist verständlich.
Lackland hat geschrieben:
Mo 04.05.26 13:57
Aber ich muss nicht mehr alles haben und freue mich auch ehrlich, wenn ich hier schöne Stücke in anderen Sammlungen sehen darf!
So sehe ich das auch, darum schaue ich auch so gern ins Forum.

Habt vielen Dank!!
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Re: Münzen – kurzfristige Bekanntschaft oder lebenslange Begleiter?

Beitrag von dictator perpetuus » Mo 04.05.26 19:37

Ihr könnt davon ausgehen, dass meine Münzen die nächsten 40-50 Jahre vom Markt sind, außer ich brauche das Geld aus einem wie auch immer gearteten Grund. Ganz gleich ist dabei, ob es eine häufige 15€-Münze in schlechter Erhaltung aus meiner Anfangszeit ist oder eine meiner hochwertigeren Münzen.
Mindestens vier Wishnevsky-Münzen werden also so schnell in keiner Auktion auftauchen. Eine davon hat dann gute Chancen, in 100 Jahren nur zwei Leuten gehört zu haben.

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Re: Münzen – kurzfristige Bekanntschaft oder lebenslange Begleiter?

Beitrag von andi89 » Mo 04.05.26 19:44

Für mich sind bei weitem nicht alle meiner Münzen langfristige Begleiter. Wenn ich ein Stück interessante finde, oder auch ein bestimmtes Gebiet, kaufe ich und versuche zu lernen. Wenn mich dann aber der Rappel packt, verkaufe ich die aber auch wieder. Bei bestimmten Gebieten (Alexandria, Provinz der Severer) verkaufe ich nur in Ausnahmefällen, die sind wirklich die Kernsammlung.
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Re: Münzen – kurzfristige Bekanntschaft oder lebenslange Begleiter?

Beitrag von Numis-Student » Mo 04.05.26 20:17

Wie ihr alle wisst, bin ich münzverrückt und sammle sehr breit :roll:

Da gibt es also Gebiete, die mir sehr wichtig sind, wie die römische Kaiserzeit, meine Sammlung zeitgenössischer Falsa (von antik bis modern), meine Heimatsammlung, und Gebiete, die ich nicht mehr so aktiv verfolge.

Trotzdem stoße ich keins dieser Gebiete ab, oder verkaufe daraus die schönsten Stücke, um freie Finanzmittel für Neuzugänge zu bekommen.

In allen Gebieten gibt es vereinzelte Münzen, die mir in diesem Exemplar etwas bedeuten, zB weil sie eine besondere Provenienz haben (zB von verstorbenen Freunden o.ä.), ein besonders schönes Portrait, eine tolle Patina... und Stücke, die ich als Typ in der Sammlung habe und weiterhin haben möchte. Bei solchen Stücken tut es mir dann aber nicht weh, ein abgenütztes Stück durch ein schöneres zu ersetzen und das schlechtere zu vertauschen.

Wenn ich ein Lot kaufe, weil ich 2 Münzen daraus für meine Sammlung unbedingt haben möchte, und die anderen 7 sind doppelt, dann können die Dubletten in den Tausch gehen (oder mein Exemplar wird verbessert, sollte das neue Stück schöner sein).

Ein schönes Stück, was ich mir bewusst für meine Sammlung gekauft habe, habe ich zB jetzt bereits seit knapp 25 Jahren in der Sammlung 8O und hoffe, dass es noch einmal 50 Jahre dort bleibt. 8)

Was ich grundsätzlich nicht mehr mache: einen Typ (Jahrgang/Prägestätte), den ich schon besitze, wieder hergeben und dadurch wieder ein "Loch" in die Sammlung zu reissen, was schon gestopft war.
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Re: Münzen – kurzfristige Bekanntschaft oder lebenslange Begleiter?

Beitrag von jschmit » Mo 04.05.26 20:24

Ich habe immer gerne viel gesammelt und dann auch öfter mal verkauft ;-) dann kam eine nette Summe rein und die wurde wieder investiert.

Ich bin aber jetzt dabei eine bestimmte Trajanserie zu sammeln, und die wird ziemlich sicher bleiben. Ich werde den Fokus auch danach auf Trajan legen, vor allem Bauwerke. Dieses von allem ein wenig sammeln, hat mich nicht wirklich glücklich gemacht.
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Amenoteph (Mi 06.05.26 19:38)
Grüße,

Joel

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Re: Münzen – kurzfristige Bekanntschaft oder lebenslange Begleiter?

Beitrag von Numis-Student » Mo 04.05.26 20:43

jschmit hat geschrieben:
Mo 04.05.26 20:24
Dieses von allem ein wenig sammeln, hat mich nicht wirklich glücklich gemacht.
Jeder Mensch ist anders, und jeder muss genau die Art und Weise des Sammelns finden, die ihn selber glücklich macht. DAS ist dann die "richtige" Art des Sammelns.

Es gibt keine objektiv bessere oder schlechtere Art zu sammeln. Höchstens Arten, wo man prozentual mehr oder weniger des investierten Geldes zurückbekommt. ;-)

Aber wenn man nicht plant, zu verkaufen (oder noch schlimmer: später darauf angewiesen ist), kann man doch rein nach Vergnügen und frei von finanziellen Zwängen sammeln.
Immerhin ist es vorstellbar, dass wir vielleicht genug Verstand besitzen, um,
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Re: Münzen – kurzfristige Bekanntschaft oder lebenslange Begleiter?

Beitrag von Lackland » Mo 04.05.26 20:53

Ich suche stets nach neuen Herausforderungen, ohne dabei das Interesse an anderen Gebieten komplett zu verlieren…
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Re: Münzen – kurzfristige Bekanntschaft oder lebenslange Begleiter?

Beitrag von dictator perpetuus » Mo 04.05.26 21:01

Numis-Student hat geschrieben:
Mo 04.05.26 20:43

Jeder Mensch ist anders, und jeder muss genau die Art und Weise des Sammelns finden, die ihn selber glücklich macht.
Zustimmung mit wenigen Ausnahmen, wenn man z.B. "Sesterzenschnitzer" ist.
Numis-Student hat geschrieben:
Mo 04.05.26 20:43


Es gibt keine objektiv bessere oder schlechtere Art zu sammeln. Höchstens Arten, wo man prozentual mehr oder weniger des investierten Geldes zurückbekommt. ;-)

Und ich versuche schon meist, das für den Preis beste zu bekommen. Aber ich bereue auch nicht, wenn ich mal etwas zu viel zahle, weil ich unbedingt eine Münze haben möchte. Und wenn man die Münze viele Jahrzehnte behalten möchte, ist das eh wie Würfeln, ob die Investition gut ist oder nicht.

Ich habe in 6 Jahren und 2 Monaten 105 antike Münzen gekauft, von denen ich jede einzelne noch habe. Das Behalten aller Münzen funktioniert bei mir halt besonders gut, weil ich das Prinzip "Von allem etwas, aber Fokus auf..." verfolge. Ich werde bestimmt keinen Diokletian mehr kaufen, trotzdem mag ich meinen Diokletian.
Und meine Sammlung ist halt nach dem Prinzip aufgebaut:
Antike - Fokus auf späte Republik bis Commodus - noch mehr Fokus auf julisch-claudische Dynastie und imperatorische Prägungen - noch mehr Fokus auf Augustus und Tiberius.

Da muss keine Münze weg.
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