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Erledigt Bestimmungshilfe gesucht für 2 mögliche Römer (?)
Verfasst: Do 09.07.26 21:34
von bayreuth
Hallo zusammen,
brauche mal etwas Hilfe bei der Bestimmung von 2 Stücken, (Zuordnung und Echtheit) ich vermute Römer
a) 3,14 g, 20 mm Durchmesser, Bronze oder Kupfer. IMP CONSTANTINUS ... AUG
b) 1,15 g, 16 mm Durchmesser, Bronze oder Kupfer.
Sind diese Münzen echt und wenn ja, was genau habe ich da?
Besten Dank im Vorraus wenn mir hier jemand helfen kann.
Re: Bestimmungshilfe gesucht für 2 mögliche Römer (?)
Verfasst: Do 09.07.26 21:43
von Numis-Student
Das erste ist ein Constantin I., Follis aus der Münzstätte Ticinum, der ist echt.
Das zweite Stück gehört zu den Griechen, das ist (oder soll sein) eine Münze von einem Hermaios, einem der graecobaktrischen Könige.
Schöne Grüße
MR
Re: Bestimmungshilfe gesucht für 2 mögliche Römer (?)
Verfasst: Do 09.07.26 22:34
von bayreuth
Numis-Student hat geschrieben: ↑Do 09.07.26 21:43
Das erste ist ein Constantin I., Follis aus der Münzstätte Ticinum, der ist echt.
Das zweite Stück gehört zu den Griechen, das ist (oder soll sein) eine Münze von einem Hermaios, einem der graecobaktrischen Könige.
Schöne Grüße
MR
Super, danke!
Re: Bestimmungshilfe gesucht für 2 mögliche Römer (?)
Verfasst: Do 09.07.26 22:51
von bayreuth
Bezüglich dem Griechen, ist das dann diese Drachme hier?
https://en.numista.com/452190
Oder deutet das geringe Gewicht meines Stückes darauf hin das es nicht echt ist?
Re: Bestimmungshilfe gesucht für 2 mögliche Römer (?)
Verfasst: Do 09.07.26 22:54
von Numis-Student
Die Oberflächen sehen nicht besonders überzeugend aus, der Stil gefällt mir überhaupt nicht, die Münze ist zu leicht und das Original besteht aus Silber...
Sind ein paar Gründe zuviel, die da gemeinsam gegen die Echtheit sprechen.
Re: Bestimmungshilfe gesucht für 2 mögliche Römer (?)
Verfasst: Do 09.07.26 23:05
von bayreuth
Numis-Student hat geschrieben: ↑Do 09.07.26 22:54
Die Oberflächen sehen nicht besonders überzeugend aus, der Stil gefällt mir überhaupt nicht, die Münze ist zu leicht und das Original besteht aus Silber...
Sind ein paar Gründe zuviel, die da gemeinsam gegen die Echtheit sprechen.
Also der "Grieche" ein Fake, aber zumindest ein echter Römer, immerhin
Wenn ich das richtig sehe, dieser hier (P T)
https://en.numista.com/449260
Re: Bestimmungshilfe gesucht für 2 mögliche Römer (?)
Verfasst: Fr 10.07.26 08:52
von Altamura2
Numis-Student hat geschrieben: ↑Do 09.07.26 22:54
... Die Oberflächen sehen nicht besonders überzeugend aus, der Stil gefällt mir überhaupt nicht, die Münze ist zu leicht und das Original besteht aus Silber...
Die Oberfläche kann man auf dem unscharfen Foto gar nicht richtig erkennen

, der Stil passt bei Hermaios aber ins Bild, dessen Münzen sind keine Kunstwerke

=>
https://www.acsearch.info/search.html?t ... sd&order=1 ,
https://gallica.bnf.fr/ark:/12148/btv1b8511307t .
Die Münze ist mit 1,4 Gramm in der Tat zu leicht, die wiegen sonst etwa um die 2,3 Gramm. Am Rand sieht das Teil hier aber etwas abgebröselt aus (das Orangene gehört aber nicht mehr zur Münze, oder?), könnte also einen wie auch immer gearteten Materialverlust erlitten haben, die letzten drei Münzen aus meinem ersten Link haben einen etwas größeren Durchmesser. Ist es denn sicher, dass die aus Bronze oder Kupfer ist? Oder könnte es auch stark korrodiertes Silber sein (der Silbergehalt bei diesen Münzen scheint mir nämlich generell nicht wirklich hoch zu sein)?
Ganz so sicher, dass es sich hier um eine Fälschung handelt, wäre ich mir da also nicht, anhand dieser schlechten Bilder kann man das in meinen Augen aber nicht wirklich beurteilen

.
Gruß
Altamura
Re: Bestimmungshilfe gesucht für 2 mögliche Römer (?)
Verfasst: Fr 10.07.26 19:29
von bayreuth
Altamura2 hat geschrieben: ↑Fr 10.07.26 08:52
Numis-Student hat geschrieben: ↑Do 09.07.26 22:54
... Die Oberflächen sehen nicht besonders überzeugend aus, der Stil gefällt mir überhaupt nicht, die Münze ist zu leicht und das Original besteht aus Silber...
Die Oberfläche kann man auf dem unscharfen Foto gar nicht richtig erkennen

, der Stil passt bei Hermaios aber ins Bild, dessen Münzen sind keine Kunstwerke

=>
https://www.acsearch.info/search.html?t ... sd&order=1 ,
https://gallica.bnf.fr/ark:/12148/btv1b8511307t .
Die Münze ist mit 1,4 Gramm in der Tat zu leicht, die wiegen sonst etwa um die 2,3 Gramm. Am Rand sieht das Teil hier aber etwas abgebröselt aus (das Orangene gehört aber nicht mehr zur Münze, oder?), könnte also einen wie auch immer gearteten Materialverlust erlitten haben, die letzten drei Münzen aus meinem ersten Link haben einen etwas größeren Durchmesser. Ist es denn sicher, dass die aus Bronze oder Kupfer ist? Oder könnte es auch stark korrodiertes Silber sein (der Silbergehalt bei diesen Münzen scheint mir nämlich generell nicht wirklich hoch zu sein)?
Ganz so sicher, dass es sich hier um eine Fälschung handelt, wäre ich mir da also nicht, anhand dieser schlechten Bilder kann man das in meinen Augen aber nicht wirklich beurteilen

.
Gruß
Altamura
Habe mal einige weitere Fotos gemacht. Das Problem ist halt das es nur max. 150 kB sein dürfen und die Münze zudem so klein ist.
Es könnte auch stark oxidiertes Silber sein, auf der Rückseite ist eine kleine Stelle wo es etwas minimal silbrig glänzt an einer beschädigten Stelle, aber auf den Bildern kommt es nicht wirklich rüber. Vielleict ist ja anhand der neueren Fotos eine Aussage möglich?
Habe mittlwereile auch gesehen dass es wohl zeitgenössische Imitate solcher Münzen gab, evtl. ist das dann so ein Stück?
Re: Bestimmungshilfe gesucht für 2 mögliche Römer (?)
Verfasst: So 12.07.26 12:51
von Altamura2
Dann mal etwas ausführlicher zur Münze. Es handelt sich also (falls echt) um eine Drachme des indo-griechischen Herrschers Hermaios =>
https://de.wikipedia.org/wiki/Indo-Grie ... B6nigreich =>
https://de.wikipedia.org/wiki/Hermaios_(K%C3%B6nig) (die Wikipedia-Texte sind da nicht ganz so toll, reichen aber vielleicht als Einstieg

).
Immer noch eines der grundlegenden Bücher über die hellenistische Münzprägung in Baktrien ist Osmund Bopearachchi, "Monnaies Gréco-Bactriennes et Indo-Grecques - Catalogue Raisonné", Paris 1991. Dort werden die Münzen des Hermaios ab Seite 326 beschrieben, der Münztyp hier gehört bei Bopearachchi zur Serie 3 und weist das Monogramm D auf, zu sehen auf Seite 327 =>
https://gallica.bnf.fr/ark:/12148/bpt6k ... /f335.item
Auf den posthumen Münzen von Hermaios, die es eben auch gibt, kommt dieses Monogramm auf Drachmen meines Wissens nicht vor, zumindest hab' ich das nicht gefunden.
Auf den neueren Bildern kann man auf dem Revers sehen, wie am linken Rand und auch im Feld Stückchen der Oberfläche in Form einer dünnen Schicht abgeblättert sind. Aus meiner Sicht kommt das bei korrodierten Silbermünzen vor, die dann im Inneren auch spröde geworden sind. Daher neige ich inzwischen dazu, die Münze für echt zu halten

. Aber eben anhand dessen, was wir hier wissen und sehen können, eine Garantie ist das keine

.
Gruß
Altamura
Re: Bestimmungshilfe gesucht für 2 mögliche Römer (?)
Verfasst: So 12.07.26 13:22
von bayreuth
Altamura2 hat geschrieben: ↑So 12.07.26 12:51
Dann mal etwas ausführlicher zur Münze. Es handelt sich also (falls echt) um eine Drachme des indo-griechischen Herrschers Hermaios =>
https://de.wikipedia.org/wiki/Indo-Grie ... B6nigreich =>
https://de.wikipedia.org/wiki/Hermaios_(K%C3%B6nig) (die Wikipedia-Texte sind da nicht ganz so toll, reichen aber vielleicht als Einstieg

).
Immer noch eines der grundlegenden Bücher über die hellenistische Münzprägung in Baktrien ist Osmund Bopearachchi, "Monnaies Gréco-Bactriennes et Indo-Grecques - Catalogue Raisonné", Paris 1991. Dort werden die Münzen des Hermaios ab Seite 326 beschrieben, der Münztyp hier gehört bei Bopearachchi zur Serie 3 und weist das Monogramm D auf, zu sehen auf Seite 327 =>
https://gallica.bnf.fr/ark:/12148/bpt6k ... /f335.item
Auf den posthumen Münzen von Hermaios, die es eben auch gibt, kommt dieses Monogramm auf Drachmen meines Wissens nicht vor, zumindest hab' ich das nicht gefunden.
Auf den neueren Bildern kann man auf dem Revers sehen, wie am linken Rand und auch im Feld Stückchen der Oberfläche in Form einer dünnen Schicht abgeblättert sind. Aus meiner Sicht kommt das bei korrodierten Silbermünzen vor, die dann im Inneren auch spröde geworden sind. Daher neige ich inzwischen dazu, die Münze für echt zu halten

. Aber eben anhand dessen, was wir hier wissen und sehen können, eine Garantie ist das keine

.
Gruß
Altamura
Super, danke für die Einschätzung. Ich vermute mal, wenn man so eine Münze neuzeitlich fälschen wollen würde würde man vermutlich schauen das sie nicht so beschädigt aussieht und nicht so schwarz mit stellenweise silbrig durchscheinenden Stellen ist, zumal es ja anscheinend auch kein superseltenes wertvolles Stück ist.
Der Klang auf Holz ist m.E. auch heller als bei einem Kupferstück, was ja dann auch eher für Silber sprechen würde.
Ein "nicht offensichtlich falsch, möglicherweise echt" reicht mir hier aus.
Das ist dann die älteste Münze in meiner Sammlung, und die erste mit über 2000 Jahren auf der Uhr.