Zwiesel 632.6 (Funck) – Einschätzung zu Untervarianten

Privat ausgegebene Münzen, Notgeld und Münzersatzmittel

Moderator: KarlAntonMartini

Antworten
Benutzeravatar
Demolition
Beiträge: 59
Registriert: Do 14.09.23 19:38
Wohnort: Bayern
Hat sich bedankt: 45 Mal
Danksagung erhalten: 36 Mal

Zwiesel 632.6 (Funck) – Einschätzung zu Untervarianten

Beitrag von Demolition » So 01.02.26 11:12

Morgen zusammen,

ich hätte gern mal eure Meinung zur Einordnung zweier Untervarianten.

Es geht um Notmünzen der Stadt Zwiesel, genauer um Untervarianten der Nr. 632.6 nach Funck (Auflage 9, 2024 – siehe Bild). Von den vier bekannten Untervarianten habe ich aktuell zwei Exemplare in der Sammlung, die ich für mich bereits eingeordnet habe.
Durch Funck und andere Zwieseler Notmünzen glaube ich auch eine Vorstellung davon zu haben, wie die beiden fehlenden Varianten vermutlich aussehen dürften.

Trotzdem stelle ich euch hier mal ein paar Bilder ein und bin gespannt, wie ihr die Münzen einordnen würdet :) .
Meine eigene Einschätzung reiche ich später nach, um niemanden vorab zu beeinflussen.

Funck 632.6:
Funck 632.6.jpg
Münze 1:
Münze 1 - Avers.jpg
Münze 1 - Revers.jpg
Münze 2:
Münze 2 - Avers.jpg
Münze 2 - Revers.jpg
Schon mal vielen Dank fürs Mitmachen und einen schönen Sonntag! :mrgreen:
Viele Grüße
Demolition

Chippi
Beiträge: 8456
Registriert: Do 23.06.05 19:58
Wohnort: Bitterfeld-Wolfen
Hat sich bedankt: 10989 Mal
Danksagung erhalten: 6343 Mal

Re: Zwiesel 632.6 (Funck) – Einschätzung zu Untervarianten

Beitrag von Chippi » So 01.02.26 12:00

Hallo Demolition, ich habe mir jetzt nur das obere Exemplar angeschaut und wurde es der Variante c zuordnen.

Gruß Chippi
Folgende Benutzer bedankten sich beim Autor Chippi für den Beitrag:
Demolition (So 01.02.26 13:35)
Wurzel hat geschrieben:@ Chippi: Wirklich gute Arbeit! Hiermit wirst du zum Byzantiner ehrenhalber ernannt! ;-)
Münz-Goofy hat geschrieben: Hallo Chippi, wenn du... kannst, wirst Du zusätzlich zum "Ottomanen ehrenhalber" ernannt.

Chippi
Beiträge: 8456
Registriert: Do 23.06.05 19:58
Wohnort: Bitterfeld-Wolfen
Hat sich bedankt: 10989 Mal
Danksagung erhalten: 6343 Mal

Re: Zwiesel 632.6 (Funck) – Einschätzung zu Untervarianten

Beitrag von Chippi » So 01.02.26 12:03

Den Unteren würde ich der Variante d zuordnen, den Abstand zwischen 1-0 kann ich nicht nachmessen.

Gruß Chippi
Folgende Benutzer bedankten sich beim Autor Chippi für den Beitrag:
Demolition (So 01.02.26 13:35)
Wurzel hat geschrieben:@ Chippi: Wirklich gute Arbeit! Hiermit wirst du zum Byzantiner ehrenhalber ernannt! ;-)
Münz-Goofy hat geschrieben: Hallo Chippi, wenn du... kannst, wirst Du zusätzlich zum "Ottomanen ehrenhalber" ernannt.

Benutzeravatar
Lutz12
Moderator
Beiträge: 2829
Registriert: Fr 10.01.03 11:24
Wohnort: Leipzig
Hat sich bedankt: 56 Mal
Danksagung erhalten: 114 Mal

Re: Zwiesel 632.6 (Funck) – Einschätzung zu Untervarianten

Beitrag von Lutz12 » So 01.02.26 13:22

Ich habe vor 2005 mal Archiv-Recherchen zum Notgeld des damaligen Kreises Calbe (Saale), später Kreis Schönebeck (Elbe), heute Salzlandkreis und durchgeführt und eine Broschüre dazu veröffentlicht. Vielleicht sind ein paar Aussagen daraus für Dich hilfreich (hat nicht direkt mit Deiner Anfrage zu tun). Es geht um das 10 Pfennig-Stück Groß Salze 1918 in Eisen, 20 mm, Auflage: 100.000 Stück
Es erklärt die Entstehung der Varianten und läßt Rückschlüsse auf die Auflagenhöhe zu.

"Das Auftreten von insgesamt 5 verschiedenen Varianten (die Unterschiede sind gering) der 10
Pfennig-Stücke ist durch die relativ hohe Auflage bedingt. Die Varianten lassen darauf schließen, dass
für die Wertseite (Revers) 4 verschiedene Stempel und für die Wappenseite mit der Inschrift „STADT
GROSS-SALZE“ (Avers) 2 verschiedene Stempel verwendet wurden.
Da die Hersteller von Notgeldmünzen auch für zahlreiche andere Städte Notgeld produzierten, wurden
für die Wertseiten oftmals die gleichen Stempel verwendet. Viele Städteausgaben unterscheiden sich
nur durch die Wappenseite. Die Haltbarkeit eines Stempels wird mit durchschnittlich 30 bis 50
Tausend Prägungen angegeben (abhängig vom Münzmetall und Durchmesser). Anderseits kann beim
Prägen ein Prägestempel auch „außerplanmäßig“ springen, was im Fall der 10 Pfennig-Stücke von
Groß Salze offenbar auch eintrat.
Einige der umlaufenden Stücke zeigen auf der Wappenseite einen Stempelriss beim 2.Buchstaben T
des Wortes STADT. Auch die Stempel der Wertseiten zeigen in vielen Fällen Stempelrisse, man
gebrauchte eben einen Stempel so lange es ging und nahm dann den nächsten. Ein Umstand der
nachzuvollziehen ist, da die Herstellung von Präge-Stempeln kostenintensiv ist. Nicht zu
unterschätzen ist auch der gleichzeitige Massenbedarf an Notmünzen in allen Teilen des Deutschen
Reiches. Für private Präge- und Druckfirmen eine riesige Anforderung und ein ebenso riesiges
Geschäft. Um alle Aufträge abzuarbeiten waren alle Mittel recht, also auch die Verwendung von
Stempeln, die bereits mehr oder wenige Abnutzungserscheinungen zeigten."

Gruß Lutz
Folgende Benutzer bedankten sich beim Autor Lutz12 für den Beitrag:
Demolition (So 01.02.26 13:35)
"Wenn Sie glauben, mich verstanden zu haben, dann habe ich mich falsch ausgedrückt" ( Alan Greenspan)

Benutzeravatar
Demolition
Beiträge: 59
Registriert: Do 14.09.23 19:38
Wohnort: Bayern
Hat sich bedankt: 45 Mal
Danksagung erhalten: 36 Mal

Re: Zwiesel 632.6 (Funck) – Einschätzung zu Untervarianten

Beitrag von Demolition » So 01.02.26 13:35

Hallo Chippi,
danke für deine Rückmeldungen :D .
Chippi hat geschrieben:
So 01.02.26 12:00
Hallo Demolition, ich habe mir jetzt nur das obere Exemplar angeschaut und wurde es der Variante c zuordnen.

Gruß Chippi
Ja sehe ich genauso.
Chippi hat geschrieben:
So 01.02.26 12:03
Den Unteren würde ich der Variante d zuordnen, den Abstand zwischen 1-0 kann ich nicht nachmessen.

Gruß Chippi
Hier stimme ich dir ebenfalls zu, habe ich auch als Variante d eingeordnet.

Benutzeravatar
Demolition
Beiträge: 59
Registriert: Do 14.09.23 19:38
Wohnort: Bayern
Hat sich bedankt: 45 Mal
Danksagung erhalten: 36 Mal

Re: Zwiesel 632.6 (Funck) – Einschätzung zu Untervarianten

Beitrag von Demolition » So 01.02.26 13:42

Lutz12 hat geschrieben:
So 01.02.26 13:22
Ich habe vor 2005 mal Archiv-Recherchen zum Notgeld des damaligen Kreises Calbe (Saale), später Kreis Schönebeck (Elbe), heute Salzlandkreis und durchgeführt und eine Broschüre dazu veröffentlicht. Vielleicht sind ein paar Aussagen daraus für Dich hilfreich (hat nicht direkt mit Deiner Anfrage zu tun). Es geht um das 10 Pfennig-Stück Groß Salze 1918 in Eisen, 20 mm, Auflage: 100.000 Stück
Es erklärt die Entstehung der Varianten und läßt Rückschlüsse auf die Auflagenhöhe zu.

"Das Auftreten von insgesamt 5 verschiedenen Varianten (die Unterschiede sind gering) der 10
Pfennig-Stücke ist durch die relativ hohe Auflage bedingt. Die Varianten lassen darauf schließen, dass
für die Wertseite (Revers) 4 verschiedene Stempel und für die Wappenseite mit der Inschrift „STADT
GROSS-SALZE“ (Avers) 2 verschiedene Stempel verwendet wurden.
Da die Hersteller von Notgeldmünzen auch für zahlreiche andere Städte Notgeld produzierten, wurden
für die Wertseiten oftmals die gleichen Stempel verwendet. Viele Städteausgaben unterscheiden sich
nur durch die Wappenseite. Die Haltbarkeit eines Stempels wird mit durchschnittlich 30 bis 50
Tausend Prägungen angegeben (abhängig vom Münzmetall und Durchmesser). Anderseits kann beim
Prägen ein Prägestempel auch „außerplanmäßig“ springen, was im Fall der 10 Pfennig-Stücke von
Groß Salze offenbar auch eintrat.
Einige der umlaufenden Stücke zeigen auf der Wappenseite einen Stempelriss beim 2.Buchstaben T
des Wortes STADT. Auch die Stempel der Wertseiten zeigen in vielen Fällen Stempelrisse, man
gebrauchte eben einen Stempel so lange es ging und nahm dann den nächsten. Ein Umstand der
nachzuvollziehen ist, da die Herstellung von Präge-Stempeln kostenintensiv ist. Nicht zu
unterschätzen ist auch der gleichzeitige Massenbedarf an Notmünzen in allen Teilen des Deutschen
Reiches. Für private Präge- und Druckfirmen eine riesige Anforderung und ein ebenso riesiges
Geschäft. Um alle Aufträge abzuarbeiten waren alle Mittel recht, also auch die Verwendung von
Stempeln, die bereits mehr oder wenige Abnutzungserscheinungen zeigten."

Gruß Lutz
Hallo Lutz,

danke dir für deine Antwort und das Teilen deiner Recherchen. Ja etwas ähnliches wird auch bei den Notmünzen der Stadt Zwiesel der Fall gewesen sein. Ich tippe auch darauf, dass manche Untervarianten von Zwiesel auf Nachprägungen der Münzen zurückzuführen sind, da bei manchen Münzen bis zu drei Auflagen herausgegeben wurden. Da können sich die Stempel dann auch mal minimal unterschieden haben.

Gruß
Demolition

Benutzeravatar
Demolition
Beiträge: 59
Registriert: Do 14.09.23 19:38
Wohnort: Bayern
Hat sich bedankt: 45 Mal
Danksagung erhalten: 36 Mal

Re: Zwiesel 632.6 (Funck) – Einschätzung zu Untervarianten

Beitrag von Demolition » So 01.02.26 13:51

Bezüglich der noch fehlenden Untervarianten wäre meine Einschätzung wie folgt:

Die Variante b würde sich von der Variante c, relativ leicht anhand der Anzahl der Perlen und der Positionierung der "7" unterscheiden lassen.

Bei der Variante a habe ich keine weiteren Informationen, aber meine Vermutung wäre in dem Fall, dass der lange und dünne Anstrich der "1" dann vielleicht Ähnlichkeit mit der Darstellung der "1" auf dem Revers der Münze 632.12 haben würde.
Funck 632.12b - Revers.jpg
Vielleicht wurde im Zuge einer der Nachprägungen ein anderer Stempel mit einer solchen "1" verwendet. Genau werde ich das vermutlich erst wissen, wenn ich so eine 632.6a Variante einmal irgendwo sehe, aber es würde mir plausibel erscheinen.

Oder was denkt Ihr?

VG Demolition

Antworten
  • Vergleichbare Themen
    Antworten
    Zugriffe
    Letzter Beitrag

Wer ist online?

Mitglieder in diesem Forum: 0 Mitglieder