frühe Judenburger Prägungen ? - erbitte preisliche Einschätzung

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Fortuna
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frühe Judenburger Prägungen ? - erbitte preisliche Einschätzung

Beitrag von Fortuna » Sa 28.09.19 15:59

P1200385.JPG
P1200388.JPG
Hallo,

Bei diesen Münzen kann ich leider selbst keine Werteinschätzung machen.
Die Münze stammen angeblich aus einem Hortfund der in den Kriegsjahren bei Knittelfeld gemacht worden sein soll.

Welchen Wert haben diese Münzen in etwa?

Danke
Gruß Fortuna
Zuletzt geändert von Fortuna am So 06.10.19 11:49, insgesamt 2-mal geändert.

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Fortuna
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Re: erbitte preisliche Einschätzung

Beitrag von Fortuna » Di 01.10.19 07:30

https://m.ebay.at/itm/Haelbling-1202-12 ... r=1&_rdt=1

Habe bei Ebay ein Angebot von einem anderen Hälbling gefunden.

Daher würden mich aktuelle Auktionsergebnisse zu meinen Münzen sehr interessieren.

Kennt wirklich niemand aktuelle Preise?

Gruß Fortuna

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bernima
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Re: erbitte preisliche Einschätzung

Beitrag von bernima » Di 01.10.19 07:45

Hallo Fortuna
Gib mal Durchmesser und Gewicht.

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ischbierra
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Re: erbitte preisliche Einschätzung

Beitrag von ischbierra » Di 01.10.19 09:07


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Fortuna
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Re: erbitte preisliche Einschätzung

Beitrag von Fortuna » Di 01.10.19 09:20

Danke ischbierra.

Hier noch das Gewicht: links oben 0,5 Gramm (D16,3mm),oben rechts 0,63 Gramm (D15,2mm)
links unten 0,35 Gramm (D14mm),unten mitte 0,98 Gramm (D20,2mm),unten rechts 0,61 Gramm (D16,9mm)

Habe Hinweise erhalten das einige dieser Münzen möglicherweise fälschlicherweise der Münzstätte Graz zugeschrieben werden.
Es könnte sich möglicherweise um frühe JUDENBURGER !!! Prägungen handeln !!!

Bedanke mich für die Hinweise beim Numismatiker Herbert B. sowie beim Forums Mitglied Otakar.

Bitte schreibt hier alle Hinweise zu diesem Thema.
Falls wir bei dieser Sache weiterkommen würden müsste die Geschichte der Österreichischen Münzprägung neu geschrieben werden!

Ich bin als Judenburger sehr an der Lösung dieses Rätsels interessiert.

Es bringt doch nichts wenn solche Hinweise nur hinter vorgehaltener Hand weitergegeben werden.
Also Los! Haut in die Tasten! Hier gibt es noch Lorbeeren zu verdienen.

Gruß Fortuna

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Otakar
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Re: erbitte preisliche Einschätzung

Beitrag von Otakar » Mi 02.10.19 00:33

Hallo Freunde,
ich möchte mich ein wenig in die laufende Diskussion einmischen und einmal etwas zu den 5 Münzen beitragen. Die oberen beiden Münzen sind Friesacher Pfennige aus der Münzstätte Windischgraz unter dem Patriarchen Berthold von Aquilea. Im CNA mit Ch27 geführt. Diese Münzstätte wurde ab 1251 von den Kärntner Herzögen (Ulrich III.) und nach dessen Tod von Otokar II. von Böhmen (der nach Ulrichs Tod das Herzogtum "geerbt" hatte) weitergeführt.
Der Link von Fortuna bzw. ischbierra führt zu einem ganz anderen Pfennig.
Nun zu den drei unteren Münzen. Es handelt sich hier um die Grazer Pfennige CNA D7, D8, und D9.
D7 wurde in der Zeit der Reichsverwaltung nach dem Aussterben der Babenberger (Friedrich der Streitbare) 1246-1250 geprägt. Kennzeichen: Zinnenmauer mit zwei Türmchen, dazwischen stehender Panther (in der Abbildung rechts). Erstfund: Farrach
D8 (linkes Bild): Das Bild mit dem gekrönten Kopf nach links und einem Lilien- oder Kreuzstab findet sich zwar öfter (z.B. bei Ulrich III. in St Veit und Windischgraz Cb25; Ch 29), mit der Rosette hinter dem Kopf ist der Pfennig aber eindeutig als D8 identifiziert. Es drängt sich hier der Gedanke auf, dass es sich hier auch um eine Prägung Ulrichs handeln könnte. die Wissenschaftler weisen das Stück aus dem Pölser Fund aber der Reichsverwaltung um 1250 oder der Ungarnherrschaft unter Bela IV. zu. Die Ungarn besetzten die Steiermark nach dem Aussterben der Babenberger bis das Herzogtum um Vertrag von Wien 1261 an Otokar II. von Böhmen ging. In diesem Licht ist auch der Pfennig in der Mitte (D9) zu sehen, der auch im Pölser Fund aufscheint. Die beiden Gestalten könnten Bela IV. und sein Sohn Stefan V. sein. Alle drei Pfennige wurden im CNA der Münzstätte Graz zugeschrieben, da die Münzstätte Oberzeiring (Silberbergwerk) wahrscheinlich erst 1267 - 1270 errichtet wurde. Die Zuordnung mancher Prägungen ist schwierig und es gibt noch immer Diskussionen. Nun gibt es aber auch Vermutungen, dass um diese Zeit auch in Judenburg eine Münzstätte existiert haben könnte. Der im Schriftzug von D9 erwähnte Münzmeister Walkerus (WALCHVN) hat urkundlich in Graz gewirkt, hat sich aber auch in der Gegend von Oberzeiring und Judenburg aufgehalten. In einer Urkunde von König Rudolf I. aus 1277 wird für Judenburg erneut bestätigt, wie Rechtstreitigkeiten zwischen "Münzern und Wechslern" beizulegen sind. Das könnte ein Hinweis darauf sein, dass in Judenburg zu dieser Zeit eine Münzstätte bestanden hat. Eindeutige Belege aber gibt es nicht. Erst 1360 bis 1386 wurden die berühmten Judenburger Goldgulden geprägt.
Freundliche Grüße (auf die von Fortuna gespendeten Lorbeeren verzichte ich großzügig).
OTAKAR

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Re: erbitte preisliche Einschätzung

Beitrag von Fortuna » Sa 05.10.19 15:42

OTAKAR bedanke mich recht herzlich für Deinen ausführlichen Bericht zu diesem Thema.

Hier habe ich ein interessantes Buch gefunden das eventuell weiter hilft.

https://books.google.at/books?id=wNRfDw ... er&f=false

Gruß Fortuna

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Re: erbitte preisliche Einschätzung

Beitrag von Fortuna » So 06.10.19 10:23

Laut diesem Buch dürften die Münzen CNA D 6 bis 9 oder Pöls Nr. 4,5,7,8 Judenburger !!! Prägungen sein !

Wie selten ist eigentlich der von mir oben gezeigte Hälbling?
Ein Sammler hat mir ein Kaufangebot von 600 Euro für diese eine Münze gemacht.

Bei der mittleren Münze in der unteren Reihe: Spielen meine Augen nicht mehr mit oder hat diese Münze tatsächlich eine andere Rückseite als "üblich" ?


Gruß Fortuna

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Re: frühe Judenburger Prägungen ? - erbitte preisliche Einschätzung

Beitrag von Fortuna » Do 10.10.19 10:09

....eigentlich sollte die Rückseite der Pöls Nr.7 so aussehen:
P1200407.JPG

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Re: frühe Judenburger Prägungen ? - erbitte preisliche Einschätzung

Beitrag von Fortuna » Do 10.10.19 20:46

...mir ist übrigens auch diese Rückseite der Münze Pöls NR.7 bekannt:
Münze Pöls Nr.7.JPG

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Re: frühe Judenburger Prägungen ? - erbitte preisliche Einschätzung

Beitrag von Fortuna » Do 10.10.19 20:55

...und ich hoffe dass ich mit dieser Münze den Beweis der Münzprägestätte erbringen kann.

Hier haben wir nochmals eine Rückseite der "Pöls Nr.7" jedoch mit einem Wappen??? das sich bestimmt zuordnen lässt ?! :D :D :D
Vielleicht aber habe ich mich doch nur getäuscht und es ist doch nur eine der schon vorhin gezeigten Rückseiten nur eben schwach ausgeprägt?
Beweis.JPG

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