Fragen zur Arbeit der Stempelschneider

Alles was von Europäern so geprägt wurde
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Bertolt
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Fragen zur Arbeit der Stempelschneider

Beitrag von Bertolt » Fr 21.06.13 10:33

Hallo Forum,

neue Fragen zur Arbeit der Stempelschneider im 12. Jahrhundert, also der Zeit des Prägens mit freiem Hammerschlag.
Wie muss man sich den Arbeitsvorgang vorstellen, wenn der Stempelschneider beginnt die Umschrift in den Münzstempel einzuschneiden.
Wie hat er es hinbekommen, dass die Abstände zwischen den Buchstaben relativ gleich waren.
Wurde unter Umständen die Umschrift vor dem Einschneiden auf das Münzeisen auf- oder vorgezeichnet?
Oder gab es andere Arbeitstechniken, Schablone oder so?
Weis jemand etwas darüber, gibt es Literaturverweise?
Gruß Bertolt
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Marc
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Re: Fragen zur Arbeit der Stempelschneider

Beitrag von Marc » Fr 21.06.13 14:01

Da muss man zeitlich und regional unterscheiden. Vorweg Stempelschneider kamen meist aus der künsterischen Ecke (Goldschmiede/Silberschmiede) als aus der groben Eisen-Verarbeitung, auch wenn die Stempel aus Eisen/Stahl waren.

Der wichtigste Unterschied ist die Verwendung von Schrift-Punzen. Die lohnen erst richtig bei Metallstempeln (Brakteaten können mit Hartholz/Leder ggf. in Prägeboxen hergestellt werden). Richtig setzen sich Schriftpunzen erst mit den Groschen (letzte Jahrzehnte des 12. Jahrhunderts) durch, vorher nur bei großen Münzstätten mit hohem Stempelverschleiß. Aber schon hundert Jahre später (Turnose, Prager Groschen und die dazugehörigen Pfennige) sind Schriftpunzen üblich und handgeschnittene Schrift nur noch bei kleinen Münzstätten zu finden. Punzen haben genormte Größe, und können deshalb ohne groß die Abstände auszumessen gesetzt werden, wenn man unpräzise arbeitet lässt man halt den letzten Buchstaben weg. Schaut man sich Stempelvarianten des Spätmittelalters an fällt sofort auf, das meist das letzte Wort unterschiedlich stark gekürzt ist. Hingegen auf den meist sehr sauber gearbeiteten Stücken des 12. und 13. Jahrhunderts ist das letzte Wort fast nie gekürzt. Man schaue nur mal das die Umschrift 'benedictus sit nomen domini nazareni regis iudaeorum ihesu christi' im 13./14. Jahrhundert fast immer in der gleichen geplanten Kürzung gelang, hingen im 15. Jahrhundert bei 'grossus landgravie hassie' teilweise die fünf letzten Buchstaben fehlen, der nächste Stempel dann alle Buchstaben und sogar Platz am Ende hat.

Es ist also nicht generell zu sagen, Es gab Schablonen, Müsterstücke aber nicht alle Münzstätten nutzten sie. Fast immer wurden aber auf dem Rohling Hilfslinien eingezeichnet (z. B. Lage des Perlkranz) aber eben regional und zeitlich unterschiedlich wieviel und wie präzise sich daran gehalten wurde.

PS: Da gerade das 12. Jahrundert eine Zeit des übergangs ist, Brakteaten und Groschen geprägt werden welche völlig unterschiedliche Prägetechnik haben, ist mir keine Literatur die alles abhandelt bekannt. Es gibt aber gute Arbeiten zur Brakteatenherstellung und zur Herstellung von Stempeln von Groschen.

Andechser
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Re: Fragen zur Arbeit der Stempelschneider

Beitrag von Andechser » Fr 21.06.13 20:54

Vor allem im Übergang zwischen 12. und 13. Jahrhundert finden sich zunehmend Belege für die Verwendung verschieden großer Bildpunzen, während die Buchstabenpunzen im 12. Jahrhundert schon weit verbreitet waren. Die Erfahrung Marcs mit den Kürzungen kann ich nur bestätigen. Allerdings haben dafür die Pfennige des 12. und 13. Jahrhunderts in bestimmten Währungsräumen vollkommen entstellte und damit sinnlose Umschriften.
Leider ist Marc ein kleiner Flüchtigkeitsfehler unterlaufen, da die Groschenprägung erst im 13. Jahrhundert in Norditalien begonnen hat.

Viele Grüße
Andechser

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Marc
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Re: Fragen zur Arbeit der Stempelschneider

Beitrag von Marc » Fr 21.06.13 21:33

Andechser hat geschrieben:Leider ist Marc ein kleiner Flüchtigkeitsfehler unterlaufen, da die Groschenprägung erst im 13. Jahrhundert in Norditalien begonnen hat
Nein sie begann früher. Wobei dann der Begriff Groschen erst mal zu klären ware. Traditionell gilt das späte 12. Jahrhundert als Beginn der Italianischen Groschenprägung, wobei ich das nicht als Beginn der Groschenprägung ansehe, aber das führte zu weit hier. Also wenn man die norditalianischen Groschen als die ersten betrachtet, gilt folgende Zeitstellung:

1. Genoa (spätes 12. Jhd.) Groschen zu 4 Pfennigen
2. Genoa (spätes 12. Jhd.) Groschen zu 6 Pfennigen
3. Mailand 1190/(97?) Groschen zu 20 Pfennigen
4. Mailand 1190/(97?) Groschen zu 12 Pfennigen
5. Venedig 1202 Groschen zu 24(?) Pfennigen
(Quelle: Symposium: Les commencements de la grosse monnaie et de la monnaie d'or en europe centrale (1250-1350), Prag 1970; Vortrag: The origins of the Grosso and gold coinage in italy, Prof. Philip Grierson (Cambridge))

Der erste im Europa erfolgreiche Großgroschen (über 3 g) wurde in Rom 1253 geprägt ist aber ein Beischlag zu einer Kreuzfahrermünze aus dem späten 12. Jahrhundert.

Andechser
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Re: Fragen zur Arbeit der Stempelschneider

Beitrag von Andechser » Fr 21.06.13 21:54

Da muss ich zugeben, dass ich die ersten Prägungen in Venedig in den 1190er Jahren nicht auf dem Schirm hatte, da ich vor allem den Tiroler Raum bearbeite, in dem die Veroneser und Trienter Prägung die Vorlage für den Meraner Groschen bildete.
Du sagst ja auch selbst, dass du diese frühen Grossi nicht als Groschen ansiehst. Liegt dieses Bezeichnungsproblem bei dir an dem Feingewicht dieser Stücke, dass sich im Bereich oder knapp oberhalb der schweren Pfennige nördlich der Alpen bewegte?

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Re: Fragen zur Arbeit der Stempelschneider

Beitrag von Bertolt » Fr 21.06.13 22:14

Hallo, sorry und vielen Dank für eure Antworten, ich glaube aber, das die Anwendung von Punzen für meine Dünnpfennige (von 1115 - 1150) noch nicht in Frage kommt. Bei allen von mir untersuchten Münzen dieses Gebietes gibt es keinen einzigen Anhalt auf den Einsatz von Punzen. Das Einschneiden der Buchstaben in das Münzeisen ist eindeutig Handarbeit mit Stichel oder was weis ich für spezielle Werkzeuge zum Einschneiden derselben. Die Groschenzeit kann für die Beantwortung meiner Fragen überhaupt nicht angewandt werden. Dein Hinweis Marc, auf das Anbringen von Hilfslinien für den Perlkreis z. B. der würde meiner Meinung nach in diese Richtung führen. Mal sehen, eventuell gibt es ja noch weitere antworten.
Viele Grüße Bertolt
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Re: Fragen zur Arbeit der Stempelschneider

Beitrag von Marc » Sa 22.06.13 01:49

Andechser hat geschrieben:Du sagst ja auch selbst, dass du diese frühen Grossi nicht als Groschen ansiehst. Liegt dieses Bezeichnungsproblem bei dir an dem Feingewicht dieser Stücke, dass sich im Bereich oder knapp oberhalb der schweren Pfennige nördlich der Alpen bewegte?
Doch ich und alle Fachleute sehen sie als Groschen an, ich sehe sie nur nicht als erste Groschen an.

Auch wenn es etwas vom Thema abschweift, kurz zum Groschen. Im frühen Mittelalter geht im Westen aufgrund der zusammenbrechenden Geldwirtschaft das Währungssystem verlohren (verschiedene Nominale welche im festen Verhältnis zueinander stehen z. B. 1 € sind 100 Cent). Es beibt eine Silbermünze und eine Goldmünze übrig deren Verhältnis sich nach den Siber-Gold-Kurs richtet. Die Karolinger ordnen das Münzwesen neu, und verzichten auf Goldmünzen, einziges Nominal wird der Denar zu ca. 2 g. Dieser gilt zunächst Reichweit. Im Verlauf des Hochmittelalters entwickeln sich lokale Währungen und das Gewicht der lokalen Währungen variiert stark. So ist irgendwann ein Kölner Pfennig 20 Veroner Pfennige wert. Das hätte sich irgendwann selbst korrigiert, wie im Hochmittelalter schon mehrfach: Münzreform z. B. 12 alte Pfennige sind ein neuer schwerer Pfennig, die alten werden eingezogen und umgeprägt.
Jedoch die Zeit war Reif, durch den wirtschaftlichen Aufschwung im 11. und 12. Jahrhundert nimmt das Geldwesen stark zu. Es wäre von allein geschehen, aber als zusätzlicher Katalysator reisen wegen der Kreuzüge viele 'Franken' in den Osten und lernen dort die Vorzüge eines Währungssystems kennen, welches das Ostreich zumindest in abgespeckter Form erhalten hat. Dieses Wissen nehmen sie wieder mit in ihre Heimat.

Als Groschen werden 'Pfennigsvielfache aus Silber' im Mittelalter bezeichnet, das kann ein Vierpfennigsstück sein genauso wie ein vielfach Guldengroschen (Taler), erst in der Neuzeit wird der Taler zum eingenen Nominal. Werden die alten Pfennige eingezogen, und nur neue schwerere Pfennige geprägt sieht man das neue Stück als neuen schweren Pfennig an. Laufen die alten Pfennige weiter um, die neuen Münzen gelten als ein fest definiertes vielfaches der umlaufenden Pfennige des gleichen Münzstandes, so sieht man sie als Groschen an, egal welches Gewicht sie haben. Grierson z. B. definierte nicht anhand des Gewichtes was er als Groschen ansah, sondern anhand von Urkunden etc. in welchen die Stücke als Pfennigsvielfache definiert wurden. Nun gibt es verschiedene Mischformen, z. B. in einem Gebiet laufen die Pfennige des Nachbarn mit Zustimmung des Münzherrn um, zu diesen prägt er Pfennigsvielfache ohne das er selbst die umlaufenden Pfennige prägt oder seit Beginn der Groschenprägung werden kaum noch Pfennige geprägt welche mit den Jahrzehnten aus dem Umlauf verschwinden.

Sicher ist das in Norditalien Ende des 12. Jahrunderts silberne Pfennigvielfache neben den weiter gültigen Pfennigen umliefen, diese also Groschen waren. Nun hatte man in Westeuropa über ein halbes Jahrtausend keine Münzen mehr geprägt welche über 2,5 g wogen, dafür braucht man eine eigene Prägetechnik. Deshalb entstanden die frühen Groschen meist dort wo der Pfennig deutlich unter 1 g wog, da dort der Groschen mit der bekannten Technik hergestellt werden konnte. Diese Groschen nennt man häufig Kleingroschen, sie sind aber vollwertige Groschen, da nicht das Gewicht sondern die Eigenschaft ein Pfennigsvielfache zu sein den Groschen ausmacht.

Die Kreuzfahrer lehrnten aber bei ihren Verbündeten die Technik um größere Münzen herzustellen, diese nützen sie ab 1253 in Italien (aber auch Portugal und Spanien lernen in dieser Zeit von ihren Nachbarn, das lasse ich mal beiseite). Diese Groschen ab 3,5 g (zu denen auch ab 1266 der Turnose und ab 1300 der Pager Groschen zählen) nennt man auch Großgroschen. Einen nicht zu verachtenen Anteil am Wissenstransfer hatter der Kreuzfahrerstaat Klein-Armenien. Nachdem die byzanzfeindlichen Roupeniden an die Macht kamen stellten sie die Währung auf ein auf Silber basierendes Währungssystem um, und suchten die nähe der Kreuzfahrer. Das größte Nominal war der Doppeltram, 1196 krönten sie sich selbst zu Königen und 1199 waren sie am Ziel. Kanzler Conrad Erzbischof von Mainz krönte Levon erneut zum König und somit wurde Klein-Armenien zu einem Teil des Römischen Reiches deutscher Nation und damit völlig unabhöngig vom Ostkaiser in Byzanz. Das ärgerte aber den Papst welcher in den folgenden Jahrzehnten erfolgreich versuchte den Lehnseid zum Kaiser zu schwächen und Klein-Armenien wie die anderen Kreuzfahrergebiete zu Lehnsabhängigen des Papstes zu machen (Investiturstreit und so...). Mitte des 13. Jahrhunderts waren deshalb viele Delegationen aus Rom in Armenien und umgekehrt.

Nun mache man sich selber ein Bild:

Armenischer Doppeltram (1196-99, letzer nicht als Vasall des 'deutschen' Kaisers gepägter Doppeltram):
[ externes Bild ]
http://www.mcsearch.info/ext_image.html?id=80275

Römischer Groschen (dieser ab 1266):
[ externes Bild ]
http://www.mcsearch.info/ext_image.html?id=420822

Es gibt frühe Stücke die noch ähnlicher sind und die Herkunft noch deutlicher zeigen, ich finde sie aber so schnell nicht im Netz
Zuletzt geändert von Marc am Sa 22.06.13 02:04, insgesamt 1-mal geändert.

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Re: Fragen zur Arbeit der Stempelschneider

Beitrag von Marc » Sa 22.06.13 01:55

@Bertolt

sry für den Exkurs. Also ich bin mehr in der Groschenprägung als bei den Dünnpfennigen vertraut. Aber ich weis das zumindest im 13. Jhr. Hilfslinien (vierteln oder achteln in Sektoten) und Kreise (für Perlkreise) üblich waren.

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Re: Fragen zur Arbeit der Stempelschneider

Beitrag von Bertolt » Sa 22.06.13 04:05

Hallo Marc, ist schon ok, bei den Groschen scheinst du ja sehr bewandert zu ein. Gruß Bertolt
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Re: Fragen zur Arbeit der Stempelschneider

Beitrag von Andechser » Sa 22.06.13 19:29

@Marc
Vielen Dank für deinen sehr aufschlussreichen Exkurs.

@Bertolt
Für welche Region betrachtest du denn die Dünnpfennigprägung? Das ist entscheidend, da sich Techniken unterschieden und unterschiedlich schnell entwickelt haben.

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Re: Fragen zur Arbeit der Stempelschneider

Beitrag von Bertolt » Sa 22.06.13 22:51

Hallo Andechser, du meinst also, das es unterschiedliche Techniken bei der Prägung von Dünnpfennigen gibt? Meine Dünnpfennige für die Stadt Halberstadt entstanden von der Region her betrachtet im damaligen Herzogtum Sachsen. Ich meine mit meinen Fragen folgendes, wie haben die Stempelschneider ( ganz egal ob es nun Eisenschneider, Goldschmiede, Siegelstecher, Kupfertreiber oder was weiß ich für Gewerke waren) mit welcher Methode die Umschrift in den Stempel geschnitten? Wie haben sie das gemacht? Haben sie sich hingesetzt, den Prägestempelrohling in die eine Hand und den Stichel (oder so etwas ähnliches) in die andere Hand genommen und begonnen die einzelnen Buchstaben in das Eisen zu schneiden, oder haben sie in irgendeiner Art und Weise Hilfsmittel benutzt, wie Marc zum Beispiel in Form von Hilfslinien für den Perl Reif anführt. Wenn du darüber etwas weist, das wäre toll. Gruß Bertolt.
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Re: Fragen zur Arbeit der Stempelschneider

Beitrag von Andechser » So 23.06.13 17:29

Hallo Bertholt,
im Raum Halberstadt kenne ich mich nicht aus, aber für den Süddeutschen Raum gibt es deutliche Hinweise auf eine frühe Punzenverwendung. Am wahrscheinlichsten ist, denke ich, dass der zu schneidende Stempel irgendwie fixiert wurde und die Hilfskreise mit einem Zirkel oder einem vergleichbaren Gerät vorgeritzt wurden. Wenn keine Punzen verwendet wurden, dürfte ein Stichel Verwendung gefunden haben. Allerdings haben wir hier im Forum einen Experten für solche Fragen, der aber leider nur selten online ist. Vielleicht kannst du cepasaccus einfach mal per PN anschreiben.

Viele Grüße
Andechser

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Re: Fragen zur Arbeit der Stempelschneider

Beitrag von Bertolt » So 23.06.13 22:22

Hallo Andechser, der Hinweis auf Cepasaccus ist gut, ich habe mit ihm schon viele ergiebige Dialoge geführt, hoffte auch das er sich einklinkt. Der PN Gedanke ist aber gut. Das im Süddeutschen Raum deutliche Hinweise auf eine frühe Punzenverwendung vorhanden sind, ist schon sehr interessant, kannst du mir sagen woran man das erkennt? Das von dir angeführte Fixieren und eventuelles Vorritzen sind auch schon gute Hinweise, mit denen ich was anfangen kann.
Gruß Bertolt.
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Re: Fragen zur Arbeit der Stempelschneider

Beitrag von bernima » Mo 24.06.13 08:07

Hallo, Bertolt

Jahrbuch für Numismatik und Geldgeschichte 62, 2012

Über die gemeinsame Verwendung von Punzen und Stempeln im Raum Nürnberg-Eger-Regensburg im 13. Jahrhundert


Vieleicht hilft dir der Hinweis ein wenig, zwar ist die " Dünnpfennigzeit " fast schon vorbei, jedoch ist es genau diese thematik.

mfg. bernima

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Re: Fragen zur Arbeit der Stempelschneider

Beitrag von cepasaccus » Di 30.07.13 01:33

In Nuernberg faengt es mit Punzen bei Barbarossa auf den Duennpfennigen an. Da sind aber keine Umschriften vorhanden. Die Nuernberger vor Barbarossa haben gemeisselte Umschriften. Im Gegesatz zu Erlanger lese ich da aber nur +HTHTHTHTH oder +HHHHHHH. Ich kann mir nicht vorstellen, dass sich da jemand ueber eine gezielte Buchstabenaufteilung Gedanken gemacht hat. Die erste richtige Umschrift nach den Duennpfennigen findet sich in Nuernberg AFAIR auf den Sigismund-Gulden. Da ist die Umschriften hinten zu sehr volatil. Ueber die Laufweite hat man sich da bestimmt auch keine Gedanken gemacht. Die Kreisse ausserhalb und innerhalb der Schrift duerfte Hilfe genug gewesen sein. Hab auch noch keine Vorzeichnung darauf gesehen.

Cepasaccus
kitty mea felis duodeviginti annos nata requiescat in pace. laeta gaudiumque meum erat. desiderio eius angor.

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