Brandenburg

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jot-ka
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Re: brandenburgische Pfennige

Beitrag von jot-ka » Mi 27.08.14 22:36

Hallo SPQR, der Denar Da. 77 / Bf. 443 ist doch sehr schön.
Den Unbestimmten halte ich ich für Da. 146B - einseitige Prägung?.
Ich sehe unten Türme.
Vergleiche mal Gewicht und Durchmesser mit den Angaben bei Dannenberg.
Im Anhang das bearbeitete Bild, mehr ließ sich da nicht herausholen.
Für eine möglichst exakte Bestimmung brauchen wir hier im Forum
1. ein brauchbares Bild,
2. das Gewicht und
3. den Durchmesser.

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Denar unbestimmt_Da-146B.jpg

jot-ka
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Re: brandenburgische Pfennige

Beitrag von jot-ka » Mi 27.08.14 23:02

Hier kommt ein weiterer Neuzugang, diesmal aus der Fundgruppe L2, etwa 1375-1385/90,
ein Pfennig aus der Denarserie III
Da. 274 / Bf. 719, um1375, 0,70 g, 16 mm
Vs. Markgraf mit zwei böhmische Helmen zwischen zwei Schilden
Rs. Zwei halbe Adler nach außen blickend
Dannenberg: "0,58g (0,41-0,63), 14,8mm"
Gewicht und Durchmesser sind größer als die Angaben von Dannenberg.
(Die Münze ist aus den MA-Shops, 18 Euro + anteiliges Porto)

SG, jot-ka
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D274_B719_comb_red.jpg

SPQR
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Re: brandenburgische Pfennige

Beitrag von SPQR » Do 28.08.14 16:14

ohh das hatte ich wohl vergessen der 443 wiegt 0,71g und Durchmesser ca 14mm
der unbestimmte wiegt 0,48g und Durchmesser 12mm

habe nochmal ein paar bessere Fotos gemacht. Schade das man sie verkleinern muss.
Verfolge die Brb Pfennige schon ne weile mit großer Begeisterung.
Gibts nirgends so eine schöne Bildersammlung wie hier :) Farbige Fotos und nicht die Hand gezeichneten Abbildungen.

Beste Grüße SPQR
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Denar Unbestimmt2.JPG

jot-ka
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Re: brandenburgische Pfennige

Beitrag von jot-ka » Fr 29.08.14 19:17

Hallo SPQR,
das neue Foto ist viel besser!
Von dem brandenburgischen Denar Da. 146 / Bf. 567 (um 1305/10)
gibt es mehrere leichtere Varianten und Beischläge:
Da. 146A "Vermutlich Denarschlag auf kleinerem Schrötling" (AS 244)
"0,27-0,395 g, 11,5-13,2 mm"
Da. 146B "neue Variante"
"0,40-0,50 g, um 13mm"
Da. 147 "Kleinerer Nachschlag" (AS 245), die Adlerköpfe nach rechts!
"0,28 g, 12,8 mm"

Wegen der unkenntlichen Rs. ist eine genaue Zuweisung zu Da. 146B oder AS 245/Da. 147 nicht möglich,
es dürfte sich aber um einen anhaltischen Beischlag aus der Zeit 1340-50 handeln.
Gewicht und Durchmesser passen auch.
Die Türme ähneln der Darstellung bei AS 245.

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Re: brandenburgische Pfennige

Beitrag von jot-ka » Fr 29.08.14 19:19

Hier gehr es mit einem Pfennig aus der Zeit Friedrich I., 1415-1440, weiter.
In der Zeit 1427/29 wurden zur Finanzierung des Heeres gegen die Hussiten in Stendal und Tangermünde
Kriegsmünzstätten eingerichtet, die Stadt Gardelegen erhielt das Recht, eigene Pfennige zu schlagen
(S. 1 in diesem Thema) sowie der Statthalter des Kurfürsten, Markgraf Johann,
in der Stadt Brandenburg das Münzrecht.
Bei dem hier vorgestellten Pfennig ist das 't' oben auf dem Rand nur noch zu erahnen.
Diese Pfennige Waren schlechter als die Pfennige davor und durch Manipulationen am Mzz.
ließen sich diese Stücke "aufwerten".
Oben auf dem Rand ist eine leichte Beule zu erkennen, das 't' wurde glattgedrückt.
Durch den Punkt links vom Hals läßt sich das Stück dennoch eindeutig zuweisen:
T 7a / Bf. 4c, 0,22 g, 16 mm
Adler mit Fänge nach links, links vom Hals ein Punkt, oben auf dem Rand 't'

SG, jot-ka
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Tangermünde_T7a_B4c.jpg

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Re: brandenburgische Pfennige

Beitrag von jot-ka » Fr 12.09.14 19:21

Hallo,
heute kommt hier noch ein Denar aus der askanischen Zeit,
Da. 79 / Bf. 339, 0,60 g, 14-15,5 mm, um 1275.
Die beiden Schlüssel stellen die Erzkämmererwürde der brandenburgischen Markgrafen dar.
Auf diesen Reichstitel wurde großer Wert gelegt.
Das ist mein erster Angeritzter! Von WAG-Online.
SG, jot-ka
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D79_B339.jpg

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Re: brandenburgische Pfennige

Beitrag von fareast_de » Fr 12.09.14 20:00

Schönes Stück mit Altpatina. Bei der Ritzung bin ich mir nicht sicher, ob das die Vorbereitung zum Hälbling darstellt oder ganz einfach nur die Echtheit getestet wurde.

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Re: brandenburgische Pfennige

Beitrag von jot-ka » Sa 13.09.14 18:34

Heute möchte ich hier einen ebenso seltenen wie interessanten Pfennig vorgestellen.

Da. 354 / Dbg. 65, 0,40 g, 11,8-13 mm, Prägezeit etwa 1295-1300
Vs.: Unter einem hohen Lilienkreuz zwei gekrönte Köpfe
Rs.: A in einem Kreis aus 15 Ringen
Fund Hohenwalde Nr. 6 (47 Ex., Ø aus 10 Ex. 0,393 g)

Die Vs. entspricht der des brandenburgischen Denartypen Da. 149 / Bf. 613.
Zum Buchstaben A:
"Es drängt sich uns fast dessen Deutung durch das in unmittelbarer Nähe des Fundortes belegene
Arnswalde auf.", Hermann Dannenberg in Bezug auf Fd. Hohenwalde, S. 51
Arnswalde gehörte seit 1281 zur Neumark (Brandenburg), Hermann Dannenberg, S. 52.
Hans-Dieter Dannenberg erwähnt für den Buchstaben A auch noch andere Deutungsmöglichkeiten
u.a. Albrecht III. (S. 171, 172).

Ein weiteres Exemplar in ähnlicher Erhaltung und noch ähnlicherer Färbung befindet sich z.Z.
im Handel (ma-shops, ID 111013088).
Dieser Pfennig hier stammt von der Münzhandlung Olding (muenzauktion) und kostete 15 Euronen komplett.

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Da354_Dbg65.jpg

Büffel
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Re: brandenburgische Pfennige

Beitrag von Büffel » So 14.09.14 20:48

jot-ka hat geschrieben:Den nächsten Denar schreibe ich Johann I., Otto IV. & Conrad, 1266-1281 (um 1274) zu.
Dannenberg Nr. 89, Bahrfeldt Nr. 190, 0,60 gr
Markgraf sitzt mit 2 Helmen in den Händen auf einer Bank / 2 sitzende Markgrafen halten gemeinsam einen schlanken Turm
(Die Helmfedern in der Mitte oben sind ein Prägeunfall.)
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@Büffel: D86/B205 ist von Herrn Dr. Lanz (ebay 07/2008, 45 Euro).
Wenn der Markt und die Portokasse es hergeben, tausche ich auch mal Erhaltungen aus.
Hallo jot-ka,

ich habe hier einen geschnittenen(und leider zerbrochenen) Dannenberg Nr. 89.
Du schreibst ja das die Datierung von dir kommt, kannst du die Gründe nennen?
Was schreibt Dannenberg zu dem?
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IMG_0603.jpg
IMG_0601.jpg

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Re: brandenburgische Pfennige

Beitrag von jot-ka » Sa 20.09.14 18:38

@Büffel: Bei Dannenberg steht zum Typ Da. 89 "um 1280".
Meine Zeitrechnung verläuft ab der Mitte des 13. Jh. etwas anders.
Ich vermute, daß es ab dieser Zeit eine gleitende Verschiebung der Funddatierungen nach hinten gibt.
Wegen fehlender wissenschaftlicher Untermauerung kann das hier nicht näher erörtert werden.

Mein 2. Tangermünder will sich immer noch nicht fotografieren lassen und deshalb kommt jetzt
ein anderes Stück aus der Zeit Friedrich I., 1415-1440.
Das ist die zweite unedierte Münze von mir in diesem Thema und wahrscheinlich ein Unikum.
Der Pfennig stammt aus den MA-Shops von der Münzhandlung Brom.

Hohlpfennig, 0,28 g, 15-16,5 mm
Auf den ersten Blick sieht der Pfennig aus wie die ganz normalen aus der Stendaler städtischen Prägung.
Halber Adler nach links, rechts vier Steine als redendes Wappen für Stendal ('Steen Dal' =Steintal).
Über dem Flügel, links vom Kopf, hat dieser Hohlpfennig ein Beizeichen.
Vielleicht hat jemand dazu eine Ansicht?
Bis auf Weiteres ist es für mich die gotische Minuskel 't'.

Hypothese:
-
Während der Kriegsprägungen in Tangermünde zur Vorbereitung der Hussitenkriege gab es einen Stempelengpaß.
Zur Überbrückung wurde aus dem nahegelegenen Stendal ein Stempel der Stendaler städtischen Prägungen geholt.
Der städtische Pfennigschlag war in Stendal ohnehin zugunsten der dortigen kurfürstlichen Kriegsprägungen
eingeschränkt bzw. ausgesetzt.
Zur Unterscheidung von den städtischen Stendaler Pfennigen wurde dieser Stempel mit dem gotischen 't' versehen.
-
Auch wenn diese Hypothese danebengehen sollte, bleibt es ein interessantes Stück,
das der Öffentlichkeit nicht vorenthalten werden sollte.

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Tangermünde_1427-comb.jpg

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Re: brandenburgische Pfennige

Beitrag von Büffel » Di 23.09.14 21:42

Bei dem Brakteaten hier bräuchte ich Hilfe.
Ich vermute einen Otto II., aber exakt diesen hier kann ich nicht finden.

Durchmesser 21mm
Gewicht: 0,60g
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IMG_0656.jpg

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Re: brandenburgische Pfennige

Beitrag von jot-ka » Mi 24.09.14 07:38

Hallo Büffel,
das ist kein Brandenburger.
Erzbistum Magdeburg, Willebrand, 1235-1254
"Unter einem mit drei Kuppeltürmen besetzten Dreibogen des Erzbischofs Brustbild zwischen Krummstab und Buch
0.480-0.780, i. D. 0.662 Gm."
Mader 34
Bahrfeldt, Trebbin 6
Menadier, Trebbin 7
Fd. Borne Nr. 35
Angaben nach Emil Bahrfeldt, Der Bracteatenfund von Borne, in: Mittelaltermünzen
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Re: brandenburgische Pfennige

Beitrag von Büffel » Mi 24.09.14 08:13

Hallo jot-ka,
super,vielen Dank.

Kann ein Mod das bitte verschieben?

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Re: brandenburgische Pfennige

Beitrag von jot-ka » Mi 24.09.14 13:51

@Büffel:
Hier die Abb. aus der Fundbearbeitung Fd. Borne.
Vielleicht kann jemand die Mehl-Nr. herausfinden?
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IMG_0656_a.jpg

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Re: brandenburgische Pfennige

Beitrag von jot-ka » Sa 04.10.14 19:37

Heute kommt hier ein Denar der Fundgruppe A 4, etwa 1225-1260/65.

Da. 69 / Bf. 405, 0,75 g, 16,5 mm, Prägezeit um 1260/65

Stehender Markgraf mit aufgesetztem Helm, Fahne und Schild haltend
"im Schild anscheinend ein halber Adler"
"Im Innenkreis ein Tatzenkreuz, außen vier Ringel mit Innenpunkt im Wechsel mit vier kleinen,
vierteiligen Quadraten. 0,666g (0,54-0,77), 16,7 mm"

Das Münzbild ist in der Reihe der Denare der Fundgruppe A 4 ungewöhnlich.

"Verbirgt sich hinter diesem auffallenden Münzbild
ebenfalls ein historisches Ereignis, vielleicht die schon
erwähnte Teilnahme Ottos III. am Kreuzzug ins
Preussen-Gebiet von 1254/55 (oder von 1265/66)
oder die von Markgraf Johann I. ein Jahr später?"

Zitate aus: Dannenberg, Die brandenburgischen Denare ...

Mit etwas Phantasie kann man auf dem Schild tatsächlich einen halben Adler erkennen.
Das ist Bahrfeldt wohl entgangen.

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D69_B405.jpg

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