lt. Wolfgang Hahn handelt es sich mit sehr hoher Wahrschbeinlichkeit um eine Imitation des 6. Jh. einer byzantinischen Münze aus dem Bereich Zentralasien/Seidenstrasse.
Dort sind diese Brakteaten häufig gehenkelt aus Grabzusammenhängen bekannt.
Etwas ungewöhnlich und daher eher selten ist, wie gesagt, das Fehlen eines Henkels, vor Allem aber die Viktoria-Darstellung einer Rückseite.
Dies spricht dafür, dass die Hersteller eher handelsferner anzusiedeln sind und mit der byzantinischen Ikonographie weniger vertraut waren.
In den 1990er Jahren kamen während der Talibanherrschaft entsprechende Stücke, ähnlich wie die, welche als Grabbeigaben aus dem chinesischen Teil Zentralasiens (Xinjiang) bekannt waren, auch aus Nordafghanistan durch den Handel von Exilafghanen in deutsche Antikenmessen.
Ein dem vorgelegten recht ähnliches Stück ist abgebildet in dem Aufsatz Gerd G. Koenig, Frühbyzantinische uns sassanidische Münzen in China, in Geld aus China, Ausstellung Rheinisches Landesmuseum 12. Mai bis 28. Juni 1982, Bonn 1982, S. 96 Abb. 7 rechts.
In der Tübinger Uni-Sammlung gibt es ebenfalls eine zentralasiatische brakteatenförmige Solidusnachahmung (Avers des Mauricius Tiberius) von 0,50 g.
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