Spezialkatalog Platinprägungen

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platinrubel
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Spezialkatalog Platinprägungen

Beitrag von platinrubel » Di 30.04.13 08:55

Hallo Freunde der Numismatik

Ich arbeite seit geraumer Zeit an einem Spezialwerk zu meinem Sammelgebiet und möchte hier schon einmal darauf aufmerksam machen.
Ein Erscheinungstermin steht noch nicht fest, wohl aber, dass es im Eigenverlag veröffentlicht werden wird.

Thematik ist, wie sollte es anders sein, Platinmünzen und Medaillen.
Allerdings wird es eine zeitliche Eingrenzung geben - es werden nur die Münzen und Medaillen, geprägt bis zum Jahre 1899, erfasst.
Das Datum ist bewusst so gewählt, da es ab 1900 bis in die 1950er Jahre kaum Platinausgaben gab. Erst dann setzte eine umfangreiche Prägetätigkeit ein.
Kursmünzen, Proben, Fälschungen von Goldmünzen, Gefälligkeitsprägungen, Medaillen und Nachprägungen/Novodels werden/wurden komplett erfasst und beschrieben.
Ebenso enthalten, ein kurzer Überblick über das Metall und seine Geschichte als Münzmetall, Hintergrundgeschichten, die Geschichte der Platinrubel.

Alle bekannten Münzen und Jahrgänge werden aufgeführt, inkl. Mass und Gewichtsangaben. Katalogpreise wird es bewusst keine geben, da ich von diesen kein Freund bin.
Wohl aber für jede Münze eine Auswahl erzielter Auktionspreise.
Der Großteil des Projektes ist schon beendet und die Recherche weitestgehend abgeschlossen, die Bildrechte eingeholt, jetzt müssen noch die Feinarbeiten gemacht werden.
Grüsse
Thomas Anton

GeneralMF
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Re: Spezialkatalog Platinprägungen

Beitrag von GeneralMF » Mi 01.05.13 09:37

Jetzt mal eine blöde Frage: Sind Auktionspreise eigentlich nicht das selbe wir Marktpreise? Oder suchst du dir jeweils das teuerste Auktionsergebnis raus?

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platinrubel
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Re: Spezialkatalog Platinprägungen

Beitrag von platinrubel » Mi 01.05.13 19:58

Richtig: Auktionspreise sind Marktpreise, aber Katalogpreise sind keine wirklichen Marktpreise, sondern eher ein Verkaufsrichtwert für Händler. (Nicht Ankaufsrichtwert)
Auktionspreise werden von der Nachfrage gesteuert und sind von einigen Faktoren abhängig. Dazu gehören neben der Seltenheit, dem Edelmetallpreis und der Beliebtheit des Sammelgebietes auch, ob bei der entsprechenden Auktion die richtigen Interessenten in ausreichender Zahl vorhanden waren, um den Preis zu treiben, oder das Stück unverkauft blieb.

Eine Münze, sagen wir einen 8 Escudo- Goldmünze von 1798, gefälscht aus Platin muss nicht zwingend nur für den Sammler von Platinmünzen interessant sein. Hier kommt auch der Spaniensammler aller möglichen Fachgebiete, der Onza-Spezialsammler, oder auch der Sammler zeitgenössischer Fälschungen zum Zuge.

Heute, bedingt durch das Internet und Seiten wie numisbids oder sixbid ist der Bieterkampf härter geworden. Man muss nicht mehr vor Ort sein, sondern kann bequem vom Sofa aus online ordern und bieten. Auktionskataloge sind überflüssig, da Sie online abrufbar sind und man kann kostengünstig mitbieten ohne um die halbe welt jetten zu müssen. Gleichzeitig erfährt man direkt von jeder anstehenden Auktion.

Ich suche mir nicht das teuerste Ergebnis aus, sondern versuche möglichst die drei aktuellsten Auktionen zu berücksichtigen.
ist teilweise etwas schwierig, weil viele Stücke seit Jahrzehnten entweder nicht oder erst ein oder zwei mal versteigert wurden. Ein Beispiel: ein Stück hat bei Auktion 1 einen Rufpreis von 200 Euro. es wird um 280 Euro zugeschlagen. Drei Wochen später ein ähnliches Stück (Jahrgang, Gewicht, Erhaltung) Rufpreis: 150 Euro, Zuschlag bei 220 Euro. In Auktion 3, ca. ein halbes Jahr später: Rufpreis 180 Euro Zuschlag: Unverkauft. Ach ja: Metallwert jeweils: 115 Euro.

Ist etwas schwierig, hier eine sinnvolle Preisbewertung vorzunehmen, oder? Ein Mittelwert wäre nichtsagend. Deswegen ist eine Ergebnisaufführung mit einer Auswahl aus 3-5 Auktionen meiner Meinung nach, sinnvoller.

Ein guter (Spezial) - Katalog zeichnet sich auch nicht unbedingt durch seine Preis und Wertangaben aus, sondern durch seinen Informationsgehalt.
Sammlerkataloge wie Schön, Krause-Mishler, Battenberg, etc. bieten allgemeine Informationen und Richtpreise, aber wenig Hintegründiges. Das ist die Aufgabe von Spezialwerk/Monographie/Corpus, in welchen Preisangaben eher weniger wichtig sind, da der wissenschaftliche Aspekt im Vordergrund steht. Als dieses ist auch das entstehende Werk zu betrachten.

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Re: Spezialkatalog Platinprägungen

Beitrag von GeneralMF » Do 02.05.13 19:36

Ich glaube du hast mich missverstanden. natürlich steht bei einem Katalog die Information im Vordergrund.

Aber ich möchte dir widersprechen, dass Katalogpreise Händlerpreise darstellen müssen. Bei den großen katalogen hat es sich zwar eingebürgert, dass die angegebenen Preise für den Realen Verkaufspreis kaum eine ROlle spielen, aber nur weil es anderstwo falsch läuft heißt es ja noch lange nciht das man es selbst auch falsch machen muss.

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platinrubel
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Re: Spezialkatalog Platinprägungen

Beitrag von platinrubel » Do 02.05.13 20:24

naja, in den meisten fällen ziehen die händler schon die katalogpreise beim verkauf hinzu, nicht jedoch beim ankauf. ist ja auch ihr kaufmännisches recht.
ich glaube der ansatz war von meiner seite aus falsch gewählt.
es soll eben kein sammlerkatalog werden, wie die bekannten standardkataloge wie krause, battenberg oder schön. (das war kein affront gegen diese werke ;-) )
die meisten zitierwerke und spezialabhandlungen numismatischer fachbereiche kommen erfahrungsgemäss auch ohne preisangaben aus. und in dem bereich soll dieses werk auch angesiedelt sein. vom aufbau wie ein CORPUS NUMMORUM AUSTRIACORUM (CNA) weil eben der wissenschaftliche aspekt und die historische aufarbeitung ebenso im vordergrund stehen wie die erfassung möglichst aller gepräge.

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Re: Spezialkatalog Platinprägungen

Beitrag von Comthur » Fr 12.07.13 16:40

@GeneralMF
Bin zwar heute etwas spät dran mit einem Kommentar zum Thema Auktionsergebnisse, aber vielleicht doch überdenkenswert : Ich bin mittlerweile der festen Überzeugung, daß der Markt (egal welcher Bereich) durchaus mindestens in Teilbereichen preislich massiv durch den Handel manipuliert wird. Eigenhandel ist das Zauberwort und da wird keine Rücksicht genommen, ob da vielleicht der kleine Spezialsammler ein wichtiges Stück für seine Sammlung / Forschung benötigen könnte ---- und wenn es der einzige (Gegen-)Bieter ist, ein "angemessener" Zuschlag für den kleinen Sammler möglich wäre ... Der profitorientierte Händler wird den Sammler überbieten und dieses Stück zu einem erheblich höheren Preis in die eigene Auktion geben (...). Ähnlich bei Einlieferungen ... wenn ein befreundeter Händler etwas günstig brauchen könnte ... dann gehts in die andere Richtung, die bei der Übernahme noch umjubelte Sammlung zum Nullevent und en Block verschleudert ... um schon in den nächsten Auktionen per Einzelverkauf zu super Preisen zugeschlagen zu werden ! Habe ich selbst (-an mir selbst!) schon erlebt und werde es sicher nie vergessen.
Die vielen Auktionen werden m.E. doch nur zum Bruchteil aus Einlieferungen bestückt ... die Masse der Stücke wurde anderswo vom Kollegen ersteigert !

Von daher ist es korrekt, Preise eher außen vor zu lassen. Hinweise auf die Seltenheit (ggf. Prägezahlen / wieder eingezogene Stücke?) sind allerdings von größter Wichtigkeit. Vielleicht kommen sogar einige Hinweise auf die Herkunft des Metalles ? Dies könnte eine Hilfe für spätere metallurgische Untersuchungen sein. Stichwort Spurenelemente.
HONOR MAGRI JVDICIVM DILIGIT

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