Verlag oder Selbstverlag

Buchvorstellungen usw.

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Lutz12
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Verlag oder Selbstverlag

Beitrag von Lutz12 » Do 16.05.13 19:33

Jeder der etwas veröffentlichen will steht irgendwann vor dieser Frage. Hier können wir über Vor- und Nachteile der Möglichkeiten diskutieren und die Vorgehensweise bei Veröffentlichungen bereden.
Hier als Anstoss meine Erfahrungen:
Durch die Digitaldrucktechnik ist es heute möglich selbst Kleinstauflagen kostengünstig drucken zu lassen. Der "alte" Offsetdruck ist für große Auflagen die bessere Wahl. Wer nicht gerade ein Massenthema veröffentlichen will, wird sich im Kleinauflagenbereich (Digitaldruck) bewegen. Farbdruck ist deutlich teurer als Schwarz-weiß, aus meiner Sicht reicht für Münzen und Medaillen meist schwarz-weiß. Wer Notgeldscheine veröffentlichen will muss sich aber wohl mit Farbdruck auseinandersetzen.
Ein Verlag bietet die besten Vermarktungsmöglichkeiten (Werbung) und geringes finanzielles Risiko für den Autor, allerdings auch nur geringe Autorenhonorare. Allerdings muss man generell feststellen, dass man mit Hobby-Veröffentlichungen kein Geld verdienen kann - hier ist Idealismus gefragt. Vorausgesetzt es findet sich ein Verlag ist dies aus meiner Sicht die Möglichkeit sein Werk am weitesten zu verbreiten. Ein Verlag als Wirtschaftsunternehmen wird allerdings die Verkaufsmöglichkeiten abschätzen und sich daher nur bei "sehr überzeugenden" Themen engagieren.
Selbstverlag bedeutet, dass man sich um alles selber kümmern muss. Die Vorbereitungen des Manuskriptes (am besten als pdf) ist da (PC-Kenntnisse vorausgesetzt) das kleinste Problem. Mit dem Druck geht man dann in Vorkasse und muss eine Entscheidung über die zu beauftragende Auflage treffen. Beim Druck fällt der Preis je Exemplar mit höherer Auflage (wenn 100 Exemplare z.B. 1000,- Euro kosten, sind es bei Auflage von 200 Exemplaren vielleicht nur noch 1400,- Euro). Höhere Auflagen reizen wegen des günstigeren (Einzel-) Preises natürlich, man sollte die Verkaufsmöglichkeiten aber nicht überschätzen, vor allem nicht, wenn man den Verkauf selber organisieren will. Eine weitere Entscheidung muss man treffen wegen der ISBN-Nummer, die Geld kostet, aber die Bestellung über den Buchhandel möglich macht.
Nur mal aus meiner bisherigen Autorentätigkeit: 3 Bücher sind über Verlag erschienen, 2 im Selbstverlag.
Gruß Lutz
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Re: Verlag oder Selbstverlag

Beitrag von antikpeter » Mo 10.06.13 22:46

hallo Lutz, das war schon einmal ein toller Überblick . Es ist schwer einen richtigen Buchverlag
für ein Münzthema zu begeistern. Ich habe gerade einen Anfrage gestartet und die Antwort erhalten.
Ich möge einmal ein Kurzmanuskript einreichen und dann bis zu 1/2 Jahr warten.
Wenn es ein richtiges Buch -so um die 150 Seiten wird , ist ein Verlag der beste Ansprechpartner.
Es gibt ja auch Angebote von Verlagen, die auch Münzzeitschriften rausbringen ein Buch mit Münzthema zu veröffentlichen.
Auflagen bewegen sich um 300 Stück .

Eigenverlag habe ich auch schon überlegt , aber da muss mann alles selber machen -und teuer darf das Buch auch nicht sein.
Ist m.E. geeignet für Broschüren .
Wer hat Erfahrung ???

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Comthur
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Re: Verlag oder Selbstverlag

Beitrag von Comthur » Fr 12.07.13 18:08

Beim Einreichen der Manuskripte ... für ein halbes Jahr (?!) wäre ich schon mal wieder äußerst misstrauisch ... ob da nicht Wissen an vermeintlich (besser)Wissende "zur Durchsicht" weitergegeben wird ?! Dann heben oder senken andere den Daumen über das eigene Werk, u.U. mit der Folge, daß die eigenen Ideen - umgeschrieben - aus "bekannterer" Feder fließen. Dann hätte man den Frust des Lebens.

Auch wenn man ein Buch / Artikel mit eigenem Titel über einen Verlag veröffentlicht - gehen dann die Rechte am Titel nicht auch auf den Verlag über ? Hintergedanke hierbei spätere, ggf. erweiterte und verbesserte Auflagen im günstigeren Eigenverlag. Wie sollte der (1.) Vertrag mit einem Verlag gestaltet werden ?
Die erste Publikation über einen Verlag herauszubringen wäre sicher schon wegen der (maximalen) Erhöhung des Bekanntheitsgrades eine sinnvolle Sache.

Die richtigen Geschichtsfreunde unter uns haben natürlich auch schon Bücher in den Händen gehalten oder in der eigenen Bibliothek ... die schon gut 100 ... sogar 500 Jahre existieren. Da fragt man sich natürlich, ob nicht auch die eigene Publikation zukünftig einen standardmäßigen Charakter bekommen könnte und somit "für die Ewigkeit" in entsprechend robuster und qualitätsvoller Ausgabe erscheinen sollte.
Der Gedanke, daß wichtige Erkenntnisse aufgrund säurehaltiger Bestandteile des Papieres etc. in wenigen Jahrzehnten vernichtet wären, Bücher regelrecht zerfallen weil sie eben nur geheftet sind und der Druck "verschwindet" ... lässt mich an den Errungenschaften der Neuzeit erheblich zweifeln. Vieles erfährt man ja auch erst im Nachhinein. Auch hierzu wären Tipps von Erfahrenen Autoren wichtig und wünschenswert.

Format, Umfang und ggf. Farbe sind dann eine Sache des Preises, wurde schon angesprochen.

Zur ISBN gibt es wohl schon Erweiterungen. Eine interessante Seite : http://www.german-isbn.org/ . Recht interessant, was man hier sicher auch selbst schon nutzen kann (ISBN-A). Hier gibt es auch weitere Informationen zur (Eigen-) Verlagsgründung. 10 ISBN-A würden einmalig 100 Euro kosten ; Eine Einzel-ISBN, bestellt von einem Selbstverlag, würde derzeit 85 Euro kosten.
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Re: Verlag oder Selbstverlag

Beitrag von Comthur » Fr 12.07.13 18:14

@Lutz12
Könntest Du uns vielleicht kurz Deine persönlichen Beweggründe für oder gegen Verlag / Eigenverlag nennen ? Waren das verschiedene Bücher und/oder Auflagen ?
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Lutz12
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Re: Verlag oder Selbstverlag

Beitrag von Lutz12 » Fr 12.07.13 22:30

Hallo Comthur,
ich würde schon einen Verlag favorisieren, nur ist das Interesse an Themen mit geringer Auflage nicht hoch. Da bleiben dann 2 Wege: betteln gehen oder selber machen. Ersteres gehört nicht zu meinem Lebensmodell, weshalb ich nach 3 Büchern über einen Verlag nun eines (mit anderem Thema) im Selbstverlag am laufen habe.
Die Zusammenarbeit wurde vom Verlag wegen geringer Verkaufszahlen (je Buch rund 200 Exemplare) beendet, wofür ich aber auch Verständnis habe - also bitte nicht als Kritik an Verlagen verstehen! Mit Beendigung der Zusammenarbeit habe ich die Rechte an meinen Büchern vom Verlag zurückerhalten und könnte nun z.B. Nachauflagen drucken lassen.
Natürlich käme auch Sponsoring in Frage, aber ich selber habe auch dort eine sehr zurückhaltende Meinung, da es nun mal Hobby-Literatur ist für die ich "öffentliche" Förderungen gleich welcher Art für unangemessen halte. Bei meiner ersten Veröffentlichung (2005) über regionales Notgeld hatte ich mal einen Versuch gemacht ein regionales Geldinstitut dafür zu begeistern - null Reaktion - dann habe ich es halt selber veröffentlicht :-).
Zukünftig werde ich wohl nur noch im Selbstverlag veröffentlichen, weil es einfacher ist 1 Weg zu gehen. Alternative wäre, die auflagestarken Bücher über einen Verlag laufen zu lassen (z.B. Medaillen des Deutschen Reiches 1871 - 1945) und Themen mit geringem Interesse (z.B. Städtemedaillen von z.B. Sachsen-Anhalt) im Selbstverlag. Da dies aber zuviel Organisationsaufwand erfordert, bleibt für mich der erstgenannte Weg (Selbstverlag).
Gruß Lutz
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Re: Verlag oder Selbstverlag

Beitrag von Comthur » So 14.07.13 13:54

Hallo Lutz,
was Bettelei bei Händlern (Finanzierung über Werbung) oder gar öffentliche Mittel angeht, empfinde ich ganz wie Du. Ersteres konnte ich Live bei der Numismata erleben -- da wollte einer ein Buch veröffentlichen und schlich alleruntertänigst von Stand zu Stand um sich entweder "weniger begeisterte" Kommentare zum Thema oder ein herzzerreißendes Klagelied des kurz vor dem Ruin stehenden Händlers anzuhören ---- Wahrhaft unwürdige Szenen - auch nichts für mich !
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Re: Verlag oder Selbstverlag

Beitrag von Comthur » Di 16.07.13 13:21

Bei mir musste der Druck in Buchform aus finanziellen Gründen (vorerst) ausgeschlossen werden.
Da blieb die bewährte Methode einer Veröffentlichung in einem Münzmagazin. Bei mir die Moneytrend der Favorit, da die Mitarbeiter dort mir von Anfang an meine Artikel annahmen und selbst unendlich viel Arbeit hineinsteckten. Ich hatte nicht einmal einen Computer ... und war wohl maximal ein paar Händlern als Sammler/ Käufer von Münzen bekannt. In Deutschland bin ich bei 2, 3 Magazinen auf weniger Interesse / Unterstützung gestoßen.

Da die Moneytrend sehr verbreitet ist, ist dieser Weg der Veröffentlichung erst einmal nicht schlecht. Man wird, wenn etwas Anständiges zustande kommt, "bekannt" ... oder in der Luft zerrissen ;-) ... UND man bekommt über die Provision sofort ein paar Kreuzer in die Hand, was bei einer Buchveröffentlichung erst einmal durch einen geglückten Verkauf sowie eine Unkostendeckung verdient werden will.

Das Hauptargument eines Verlages - Bekanntheit und Vertriebsweg - wird also durch diesen Kompromiss ausgehebelt. Eine Ad-hoc-Veröffentlichung als "Noname" wäre sicher wesentlich schwerer und mit größerem finanziellem Risiko verbunden.

Theoretisch könnte man also, wie es sich wohl in meinem Falle abzeichnet, bei (nach) entsprechender Bekanntheit gleich im Eigenverlag herausgeben. Der Vertrieb resp. die Vertriebskanäle wären dann noch zu erkunden und eine ISBN(-A) wäre durchaus zu überdenken. Aber hier sind wir dann schon bei den Themen, inwieweit ein Gebiet weitestgehend als abgeschlossen betrachtet werden kann (Zitierkatalog oder eine Art standardmäßiges Werk mit dauerhaft gültigem Inhalt) oder späterhin auf Neuauflage resp. "Entwertung" der Altauflagen ausgerichtet ist (z.B. Preiskatalog). Dies ist dann schon wieder sehr individuell.

In jedem Falle strebe ich etwas an, was auch späterhin einen bleibenden inhaltlichen Wert hat.
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Re: Verlag oder Selbstverlag

Beitrag von Marc » Mi 17.07.13 07:59

Die ich kenne haben früher im Eigenverlag die Bücher über Münzhändler mit Literaturlisten verkauft (und auf Numismatik spezialisierte Versandbuchhändler), selbst mit ISBN kamen nur Anfragen vom 'normalen Buchhandel' wenn ein Kunde das Buch bestellte. Unsere Bücher sind zu Fachspezifisch als das ein Buchhändler in der Innenstadt ohne Numismatische Abteilung sich die auf Lager legt. Heute kommt das I-Net dazu, bedenke aber das Händler wie Amazon ihre Marktmacht ausnützen, so das die meisten Eigenverlage auf diesen Vertriebsweg verzichten. Artikel werden in der Regel gut bezahlt, da die Zeitschriften interessanten Lesestoff brauchen damit sie gekauft werden, aber mit numismatischen Büchern verdienst du kaum Geld, jedenfalls solange du dir nicht einen Namen wie Jäger oder Schön gemacht hast.

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Re: Verlag oder Selbstverlag

Beitrag von Comthur » Mi 17.07.13 15:45

Ich denke auch, mein eingeschlagener Weg - über Artikel im Münzmagazin - ist vorerst der richtige, zumal auch meinen derzeitigen Verhältnissen angepasst. Dies also eine dritte Möglichkeit für Autoren mit geringerem Bekanntheitsgrad bzw. weniger günstigen finanziellen Verhältnissen.
Nach Abschluß werden wir dann sehen, was wir daraus machen.
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Re: Verlag oder Selbstverlag

Beitrag von cepasaccus » So 28.07.13 13:54

Hier wurde noch garnicht book-on-demand erwaehnt. Ich habe damit keine Erfahrung, aber zumindest mal haette es den Vorteil keine paar Hundert Buecher daheim einlagern zu muessen bis sie abverkauft sind.

Ein Freund hat ein Buch im Selbstverlag "publiziert" und die Auflage nach den Vorbestellungen im oertlichen Muenzverein geplant.

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Re: Verlag oder Selbstverlag

Beitrag von Peter43 » Mo 24.08.15 22:22

Ich habe diesen Thread soeben gerade entdeckt. Er ist zwar schon etwas älter, aber da ich selbst 2 Bücher herausgegeben habe, möchte ich hier über meine Erfahrungen berichten.

Über 5 Jahre hatte ich in diesem Forum Artikel über mythologisch interessante Münzen eingestellt. Dann haben mich Forumsmitglieder gefragt, ob ich diese Artikel nicht zu einem Buch zusammenfassen könnte. Da ich diese Idee gut fand, habe ich damit begonnen.

Das ganze Layout, von dem ich keine Ahnung hatte, mußte ich natürlich selbst machen. Zunächst mußte ich die Artikel aus dem Forum in Open Office übertragen. Dann war das Format gefragt: 2-spaltig im Blocksatz. Die Bilder mußten an den richtigen Stellen eingefügt werden, usw. usw. Dann wurde alles ins PDF-Format übertragen. Das war schwierig, weil die Bilder ständig verrutschten, z.T. verschwanden und erst mühevoll wieder gesucht werden mußten. Der Grund war dann, daß die Datei zu groß war! Es waren insgesamt 450 DIN-A4 Seiten. Ich mußte die Datei also stücklen und hinterher wieder zusammenheften. Das hat mich 1/2 Jahr gekostet.

Dann kam die Suche nach einem Verlag. Gietl lehnte ab, weil die Kosten im Vergleich zum Gewinn zu hoch gewesen seien. Andere lehnten ab, weil ich nicht bei jedem Bild die Erlaubnis es abzubilden hinzugefügt hatte. So blieb nur der Selbstverlag. Das kostete beim Ordnungsamt €10.-. Auf eine ISBN wollte ich nicht verzichten, weil der Titel des Buches dann im Anzeigenblatt des Buchhandels erschien. So mußte ich mich jetzt nach einer Druckerei umsehen, die mir das Buch als Hardcover im Vierfarbdruck zu einem vernünftigen Preis drucken konnte, sodaß es auc noch verkäuflich war. Unsere lokale Druckerei verlangte €80.-/Ex. Absolut unmöglich! Andere Kostenvoranschläge lagen ähnlich hoch. Natürlich habe ich auch Print on Demand kontaktiert. Aber die wollten selbst Gewinn machen!
Ich fand dann eine Digitaldruckerei in Dresden (sehr freundliche Leute!), die es mir für 30.- druckten. Sie verlangten dafür eine CD mit den PDF-Files, Cover und Revers, die sie einfach in ihren Drucker einschieben konnten. Die Kalkulation der Druckanzahl war nicht einfach. Aufgrund des Interesses in diesem und dem amerikanischen Forum bestellte ich zunächst 100 Ex. Bei der Festlegung des Preises wollte ich schon meine Unkosten herausbekommen. meine Gesamtausgaben beliefen sich auf ca. €3500.- einschließlich MWSt, die ich im Voraus bezahlen mußte. Ich kalkulierte einen Preis von 72.-. Damit mußte ich 47 Ex. verkaufen, um meine Kosten zu bestreiten. Alles was darüber war, war Gewinn (ohne die aufgewendete Zeit zu berücksichten!). Mehrere Ex. schickte ich zur Rezension gratis an verschiedene Münzzeitschriften. Wegen der ISBN gingen auch 3 Ex. gratis an die deutschen Staatsbibliotheken. Aber auch Dank der Forumsmitglieder waren die 100 Ex. schnell verkauft, sodaß ich noch eine 2. Auflage mit 50 Ex. nachdrucken ließ. Die waren etwas teurer wegen der geringeren Anzahl. Aber durch die durchweg guten Rezensionen in den Münzzeitschriften bekam ich auch Aufträge von wissenschaftlichen Buchhandlungen, z.B. Harrassowitz in Wiesbaden, sodaß Ex. meines Buches jetzt u.a. in der Library of Modern Art in New York, in der Library of the University of Princeton, in der Library of the University of Michigan, in der Bibliothek National de France in Paris oder der Bayerischen Staatsbibliothek in München liegen. Ja selbst BCD in Athen hat das Buch von mir gekauft.

Insgesamt gesehen kann man davon nicht leben oder gar reich werden. Aber die Erfahrungen, die ich gemacht habe, möchte ich nicht missen. Der Nachfolgeband, das Supplement, ging dann natürlich schneller. Auch hier habe ich inzwischen alle 100 Ex. verkauft.

Vielleicht habe ich dem einen oder dem anderen mit diesem Bericht helfen können.

Jochen
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Re: Verlag oder Selbstverlag

Beitrag von cepasaccus » Sa 29.08.15 14:00

Fuer Leute, die so grosse Werke erstellen, kann es auch sinnvoll sein sich LaTeX anzusehen. Es ist ist anders als Word/LIbreOffice, da man das Dokument in einem beliebigen Editor "programmiert", d.h. statt einer dicken, fetten Kapitelüberschrift steht da \chapter{Kapitelüberschrift}. Alle Nummerierungen sind zuverlaessig, die LaTeX-Datei ist immer oeffenbar, 500 Seiten sind kein Problem und es verschwinden nicht einfach Bilder.

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Re: Verlag oder Selbstverlag

Beitrag von Altamura2 » So 30.08.15 13:35

cepasaccus hat geschrieben:... Fuer Leute, die so grosse Werke erstellen, kann es auch sinnvoll sein sich LaTeX anzusehen. ...
Ansehen alleine reicht da aber nicht :wink: . Der Umgang mit LaTeX ist schon deutlich anders als der mit Word oder OpenOffice (wobei meine Erfahrungen mit LaTeX allerdings schon ein paar Jahre alt sind :? , aber am Grundlegenden wird sich da nichts geändert haben). Man muss schon Zeit investieren, um damit zurecht zu kommen, hat dann aber ein erheblich stabileres System.

Ob das unterm Strich dann insgesamt besser ist, scheint aber auch noch nicht raus zu sein: https://de.wikipedia.org/wiki/LaTeX#Verbreitung

Gruß

Altamura

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