Schädigung korrekter Forschung durch Autorentätigkeit

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Schädigung korrekter Forschung durch Autorentätigkeit

Beitrag von Comthur » Do 18.07.13 11:37

WAS TUN wenn durch moderne Autorentätigkeit ältere, im Wesentlichen korrekte und belegte Forschertätigkeit zerstört wird DA Hypothesen in Zitierkatalogen "bekannten Namens..." als Tatsachen dargestellt werden, fragliche Stücke, Fälschungen und sogar Phantasieprägungen - als Originale ! - abgebildet werden ?? --- in der Folge immer weitere nachgeschlagene Stücke im ahnungslosen Handel auftauchen ?

Ruhig bleiben, alles laufen lassen oder gegen diese Machwerke vorgehen - zwangsläufig auch gegen den "bekannten Namen" mit dem das Machwerk identifiziert wird ... gegen "Sachverständige", die für "in Ordnung" halten, was da im Katalog steht ??

Der Eine oder Andere wird es sicher für generell "unanständig" halten, einen bekannten Namen direkt anzugreifen ... aber was, wenn mit dem Autor nicht zu reden ist (Gedankenaustausch rundweg abgelehnt wird !) und die nachweislich absurden / aus der Luft gegriffenen Aussagen sich in Auktionskatalogen etc. weiter verbreiten, selbst Phantasieprägungen als "Originale" durchgehen ??

Ist der NoName Autor der Fels in der Brandung oder Haus- und Hofbösewicht, Persona non Grata der möglichst zu meiden ist ?!
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Lutz12
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Re: Schädigung korrekter Forschung durch Autorentätigkeit

Beitrag von Lutz12 » Do 18.07.13 13:22

Aufgeschriebene "Fehler" ziehen sich u.U. dauernd durch die Literatur, das ist kein Einzelfall. Auf unserem Gebiet (Numismatik) gibt es zu viele Themen-Bereiche und zu wenig Experten. Eine fruchtbringende Diskussion ist mangels Masse daher oftmals nicht möglich und kann im Einzelfall zu einem Zweikampf zweier Meinungen ausarten. Eine in der Literatur vorherrschende Meinung ist nur schwer zu korrigieren, auch wenn sie falsch ist.
Bleiben für mich 2 Wege:
1. Foren wie unseres können (sachlich) Themen diskutieren - heutzutage ist das Internet auch bei Forschungen eine Standardquelle
2. Eigenveröffentlichung (egal ob als Buch oder Beitrag in Fachzeitschriften)
Bei allen Meinungsäußerungen ist der Streit vorprogrammiert, wenn man "persönlich" wird, daher ist wissenschaftlich exaktes Arbeiten (u.a. Quellenangaben, aber auch logische Argumentationsketten) vonnöten, letztlich lässt sich aber nicht alles wirklich beweisen, es ist für mich dann eine Frage der Wortwahl um auszudrücken, ob es "wahrscheinlich" ist oder "eindeutig belegbar".
@Comthur: da Du in Deinem Beitrag nichts konkretes schreibst, ist es schwer möglich fachlich die richtigen Ansprechpartner zusammenzubringen. So wie Du es oben beschreibst, scheint es einfach zu sein zu belegen, dass Aussagen "falsch zitiert" werden.
Im Übrigen glaube ich, dass Dein Beitrag eher ein Fachthema für den entsprechenden Bereich ist und kein Thema des "Autorenbereiches".
Gruß Lutz
"Wenn Sie glauben, mich verstanden zu haben, dann habe ich mich falsch ausgedrückt" ( Alan Greenspan)

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Re: Schädigung korrekter Forschung durch Autorentätigkeit

Beitrag von Comthur » Do 18.07.13 15:53

Vielen Dank für die Gedankengänge ! Mir ging es auch nur um die grundsätzliche - notwendig, kritische - Auseinandersetzung mit anderen Autoren. Von daher ist Deine Antwort super und wir sind hier genau richtig.

Alles andere wie z.B. die "vermeintlichen" Halbschoter Michael Kuchmeisters etc. sind schon im Mittelalter vorhanden.
Weitere, den Neumann-Katalog (Erich Neumann, "Die Münzen des Deutschen Ordens...") betreffende / sehr stark korrigierende Äußerungen einschl. Bildmaterial gehen derzeit in der moneytrend im Rahmen einer Serie durch alle Hochmeister in Preussen.
Da wird auch wirklich niemand wegen Kleinigkeiten "zur Schnecke" gemacht... sondern möglichst treffend argumentiert.

Viele Grüße !
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Re: Schädigung korrekter Forschung durch Autorentätigkeit

Beitrag von cepasaccus » So 28.07.13 13:28

Es gibt Muenzzeitschriften, die verbreiteter sind und die wahrscheinlich fuer (fast) jeden Artikel dankbar sind, weil sie die Zeitschriften fuellen muessen. Die waeren z.B. GN, NNB und moneytrend. Auch, wenn es fuer diese Zeitschriften nicht notwendig ist, sollte der Artikel wissenschaftlich und neutral geschrieben sein. Wenn jemand Hilfe beim Eintueten eines Artikels bei diesen Zeitschriften braucht kann ich gerne helfen.

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Re: Schädigung korrekter Forschung durch Autorentätigkeit

Beitrag von Comthur » So 28.07.13 13:59

Tja, die Geldgeschichtlichen Nachrichten hatten jedenfalls kein Interesse eine Gegendarstellung resp. einen zum Goldhofer kritischen Artikel zu veröffentlichen (...). Wie auch ein anderes Blatt aus Berlin. Das Numismatische Nachrichtenblatt kenne ich zu wenig und bei der moneytrend bin ich ohnehin stammkunde.

Was heist "neutral" geschrieben ? Man sollte Roß und Reiter schon nennen dürfen wenn man sich kritisch mit etwas beschäftigt. Nur so können auch alle anderen sich selbst ein Bild in der Sache machen indem sie sich die (z.B.) zu benennenden Veröffentlichungen des Gegenparts durch den Kopf gehen lassen können.
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Re: Schädigung korrekter Forschung durch Autorentätigkeit

Beitrag von cepasaccus » So 28.07.13 14:28

Wie ich noch gelesen habe, hast Du ja schon bei moneytrend gute Erfahrungen. Dann wuerde ich es dort versuchen. Die haben den Vorteil sich den Platz fuer grosse Fotos zu nehmen, was bei der Faelschungsargumentation sicher von Vorteil ist.

Wann war das bei der GN? Da hat sich in den letzten Jahren schon etwas (positiv) veraendert und das koennte auch die Meinung zu Artikeln geaendert haben.

Neutral waere fuer mich "Es gibt seit 2000 in groesseren Mengen auftauchende Muenzen (z.B. Auktion X, Y und Z), die vom ueblichen Stil stark abweichen (siehe Detailfotos). Argument. Argument. Argument. Ich halte sie deshalb für moderne Faelschungen und bitte besonders bei wissenschaftlichen Arbeiten um groesste Vorsicht bei diesen Stuecken." Damit wirst Du sicher auch anecken, aber nachvollziehbar und wird deshalb eher beim Leser ankommen als mit "Firma N verkauft vorsaetzlich Faelschungen, weil sie diese nicht zurueckgezogen hat, obwohl ich darauf hingewiesen habe." Das waere fuer mich nicht Neutral.

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Re: Schädigung korrekter Forschung durch Autorentätigkeit

Beitrag von Comthur » Mo 29.07.13 17:56

So einfach wie im vorletzten Satz mache ich es mir ganz sicher nicht. Würde mich glatt strafbar machen. Eher macht es sich die andere Seite (Sachverständige etc.) ganz einfach : Alt und original - Du kannst Deine Meinung(?!) haben wie Du willst ! Super !
Wenn ich jedoch eine - m.E. - Beweisführung a la moneytrend 7/8-2004 in die Welt setze, dann verlange ich schon von den Sachverständigen, die diese Teile immer noch als Original durchwinken, ihre Argumente zum Thema. Nur, da kam nichts ... . Und ich habe durchaus nicht "nur" den Anschein in breiter Form in`s Feld geführt sondern auch die technischen Daten wie Rauhgewicht, Feingehalt - meist völlig außer der Norm ! - urkundliche Vorschriften zum Schlag UND, um alles auf den Punkt zu bringen, auch Gegenrechnungen zu den gleichzeitig im Umlauf befindlich gewesenen Pfennig- und Schillingprägungen (=real vorliegend resp. theoretisch nach Dokumenten!) sowie die "Hand der Stempelschneider" angeführt.

Freilich, da fehlt nur noch der Fälscher mit dem Stempel in der Hand ! Die hochbezahlten Sachverständigen sollten allerdings mit den oben angesprochenen Argumenten genügend zu tun haben ... und das haben sie auch - ansonsten würde man mich argumentativ pulverisieren.
Übrigens, habe ich nicht schon in jedem Artikel regelrecht nach (Gegen-)Argumenten und Belegen für die absurden Zuschreibungen gebettelt ?? Ich könnte 500 Euro Preisgeld ausschreiben aber es würde sich niemand melden ... z.B. um mir Danzig als Münzstätte unter Wynrich resp. Konrad Zöllner oder Königsberg als Münzstätte unter Conrad von Jungingen zu belegen ... . Aber warum liest man diesen hier nur beispielhaft erwähnten Unsinn als Tatsache(!!) ?
Zuletzt geändert von Comthur am Mo 29.07.13 18:10, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: Schädigung korrekter Forschung durch Autorentätigkeit

Beitrag von Comthur » Mo 29.07.13 18:06

Zu den GN : Hier war man der Meinung, da meine Darstellung in der moneytrend schon veröffentlich wurde, sehe man keinen Sinn mehr darin, diesen dann auch in den GN zu veröffentlichen. Dürfte mir schriftlich vorliegen.
Nicht jeder liest eine Münzzeitschrift wie die moneytrend. Nicht jeder Moneytrend-Leser kennt die GN. Es gibt viele Zeitschriften und von daher würde ich eine Gegendarstellung in ein und demselben Magazin bevorzugen. Kein Wunder daß sich ansonsten alle möglichen Geschichten verbreiten aber keine oder kaum eine weiterbringende Auseinandersetzung erfolgt. Am Ende spricht man von "Meinungsäußerung" was aber bei genauerem Hinsehen nicht korrekt ist.
Neumann, Autor des bekannten Kataloges zu den Deutschordensmünzen, lehnte einen Meinungsaustausch rundweg ab. Warum ?
Goldhofer explodierte schon als er etwas von kritischen Anmerkungen meiner Seits zu lesen bakam --- wurde beleidigend und ich habe ihn daraufhin scharf kritisiert und - m.E. - argumentativ in der Sache (Halbschoter Michaels / Münzstätten) pulverisiert.
Hätte man alles leicht in Ruhe klären können. Nun begießen die osteuropäischen Fälscher ihren Erfolg mit hochprozentigen "Krawaldi`s" und liefern, was die Sachverständigen für "Echt" halten !
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Re: Schädigung korrekter Forschung durch Autorentätigkeit

Beitrag von Comthur » Mo 29.07.13 18:27

Ich halte es für längst nicht mehr zutreffend, daß a) Fälschungen als Messenware auftreten müssen, da haben wir genügend Gegenbeispiele und b) daß etwas "zu geringwertig" sei, um gefälscht zu werden.
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Re: Schädigung korrekter Forschung durch Autorentätigkeit

Beitrag von cepasaccus » Mo 29.07.13 18:33

Ja, ich bin ein bekennender GN- und NNB-Leser weil mich die Preistabellen nicht interessieren. Genauso wird es auch reine monetrend-Leser geben. Deswegen wuerde ich eine Publikation in mehreren Zeitschriften auch befuerworten. Ich denke man sollte es bei GN und/oder NNB nochmal versuchen. Es ist Zeit ins Land gegangen, die Posten sind neu besetzt und man kann auch etwas noch auf die Beduerfnisse eingehen, z.B. indem man nur eine Notiz mit Hinweis auf ein anderes Blatt schreibt. Ich gehe doch mal davon aus, dass die nicht spinnefeind sind. Waere echt mal schick, wenn es in einer Zeitschrift eine regelmaessige Rubrik zu Faelschungen gaebe.
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Re: Schädigung korrekter Forschung durch Autorentätigkeit

Beitrag von Comthur » Mo 29.07.13 21:39

"Viribus Unitis" ... schaffen wir es !
Kommt natürlich darauf an, welche Abhängigkeiten sich bei den Magazinen auftun.
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