Wert meiner Münzsammlung???

Münzen aus der BRD von 1948 - 2001

Moderator: Wurzel

polyphamos
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Re: Wert meiner Münzsammlung???

Beitrag von polyphamos » Sa 20.04.13 19:50

Wurzel hat geschrieben:
Letztenendes ist auch Gold nur deshalb wertvoll, weil die Menschen glauben das es wertvoll ist.
Daher besteht für mich kein Unterschied zu Papiergeld
Naja das mag ein Aspekt sein. Aber industriell gesehen ist das weitaus wichtiger als schnödes Papier. die speziellen Eigenschaften, die auf ein einziges Metall zusammentreffen, maches es so wertvoll.
Aus deiner Sicht müsste dann Silber teuer sein und Palladium/Platin wertlos. Da die meisten Menschen, die damit nichts am Hut haben Platin an sich kaum kennen

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klunch
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Re: Wert meiner Münzsammlung???

Beitrag von klunch » Sa 20.04.13 22:56

Wurzel hat geschrieben:Letztenendes ist auch Gold nur deshalb wertvoll, weil die Menschen glauben das es wertvoll ist.
Daher besteht für mich kein Unterschied zu Papiergeld
Na, dann sage ich es mal so: Es gab nur wenige Kulturen und Epochen, in denen Gold keinen Wert besitzt (und dennoch bekannt ist). Und als universales Tauschmittel besteht es für sich allein. Es bedarf für sich keiner Erklärung. Es bleibt eben einfach so liegen, rostet nicht, vergilbt nicht, wird nicht von den Motten gefressen, es ist inert, wie der Chemiker trocken feststellen würde. Und nicht nur diese Eigenschaft machen es zu etwas Einzigartigem. (Und zeigen einen sichtbaren Unterschied zum Papiergeld.)

Daß der Wertmaßstab dieser Einzigartigkeit auch mit realen Größen und Prozessen koreliert, wie z.B. Krisensituationen oder mittelfristige Notenbankpolitik, das sieht man deutlich an den Schwankungen. Ob deren Dynamik der letzten Zeit manipuliert ist, oder ob einfach in größerem Umfang Entscheidungen diskret getroffen wurden, die kurzfristig die Verfügbarkeit erhöhen oder die Nachfrage senken, darauf will ich nicht eingehen. Es gibt auf jeden Fall Kopplungen an Prozesse, aber es gibt keinen totalen Flop. Aktien können auf 0 sinken, Papiergeld wird manchmal stark abgewertet und muß bei Reformen irgendwie vorgezeigt, kontrolliert und geprüft werden. Gerade in diesen Zeiten, ist der Goldwert oft recht hoch, solange kein extremer Mangel herrscht. Sobald es an dem nötigsten mangelt, kippt der Preis enorm oder - in Infaltionszeiten - steigt der Wert fast aller anderer Sachen stark an. Interessanterweise ist gerade dann Gold auch recht beliebt, zumindest ist es ein Garant dafür, überhaupt etwas zu bekommen, sofern etwas da ist.

Dann wechselt es physisch den Besitzer, und man kann sich bildlich vorstellen: man be-sitzt das Vermögen bis man damit etwas vermag :D

Der sogenannte "Glaube" an den Wert bildet sich aus der historischen Erfahrung, daß es regelmäßig zu Situationen kommt, in denen der Besitz von Gold i.W.S. "Ressourcenzugang" sichert. Das ist für mich weniger ein Glaube, sondern historisch belegt. Unsere Großväter sind die letzten, die so etwas noch persönlich erlebt haben, es kann jederzeit wieder passieren. Das hofft niemand, aber so ganz unvorbereitet sollte man nie sein. :wink:

Gruß klunch
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fareast_de
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Re: Wert meiner Münzsammlung???

Beitrag von fareast_de » So 21.04.13 18:41

Niemand sollte sich von der relativen Geldwertstabilität, die wir seit 1948 haben, einlullen lassen. Wir haben in diesem Land seit fast 70 Jahren in einer historischen Ausnahmesituation gelebt: kein Krieg, wirtschaftliche Prosperität, stark gestiegene Massenkaufkraft zumindest in den 70er/ 80er Jahren.
Dies muß und wird nicht zwangsläufig so bleiben. Schlagworte wie Globalisierung, Deklassierung von Teilen der ehemaligen Industriearbeiterschaft (in jeder dt. Großstadt zu besichtigen), der sog. "demographische Wandel" und eine politische Kaste, die zumindest teilweise nationale Interessen zugunsten "übergeordneter" Ziele vernachlässigt, sind Zeichen für einen vielfältigen Umbruch. Für mich war die Zeit des Erwachens spätestens mit der quasi Aufhebung der Maastricht- Kriterien gekommen.
Die Konsequenz für mich war eine Umschichtung der Anlageform meiner Spargroschen:
- raus aus Zinspapieren aller Art und Lebensversicherungen,
- Keine Investitionen in "Betongold" mit Ausnahme einer kleinen, selbstgenutzten Immobilie. Der Grund: Immobilienbesitzer sind staatlicherseits über die Grundsteuer etc. zu sehr angreifbar. dazu kommen zu weitgehende Rechte von Mietern bis hin zu der Problematik von Mietnomaden.
- Vorhalten eines gewissen Bargeldbestandes für Situationen aller Art,
- Einstieg in Edelmetalle, davon ca. 70- 80 % physisch, der Rest in Aktienfonds,
- generelle Vorsicht bei anderen Aktieninvestments aufgrund des zunehmenden Hochfrequenzhandels und Insiderinfos, über die Aktionäre i.d.R. nicht oder zu spät verfügen.
Immer mal wieder empfohlen wird auch die Anlage in "Ackerland". Ich persönlich, obwohl weitgehend aus der Branche kommend, rate davon ab. Den meisten Mitmenschen fehlen heute die Grundkenntnisse zur Eigenbewirtschaftung. Desweiteren kann es in Krisenzeiten mit Mangel an Nahrungsmitteln zu erheblichen "Verteilungskämpfen" zwischen Landwirten und Städtern kommen. Zwischen 1945 und 1948 hat es derartiges in Deutschland schon einmal gegeben.

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