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Groschen Unna Gold - NACHPRÄGUNG
Verfasst: Di 09.12.14 16:45
von justus
Ich habe hier eine Goldmünze, bei deren Bestimmung ich nicht weiterkomme. Da ich überwiegend im antiken Bereich tätig bin, fällt es mir doch etwas schwer, bei diesem Stück selbst die Legenden zu entziffern. Daher möchte ich um eure Unterstützung bitten. Zur Münze selbst kann ich nur sagen, dass es sich um Gold handelt. Gewicht 9,92 g (Einstempelung 1000), Durchmesser 27 mm, Achse 6 Uhr. Das einzige, was ich glaube entziffern zu können ist ein [...]CLEV E[...] ?
Re: Goldmünze - Bitte um Bestimmungshilfe
Verfasst: Di 09.12.14 16:51
von Numis-Student
Hallo,
MONETA NOVA FACTA IN VNNA / GERHard De CLEVE COMes MARKa
Damit solltest du weiterkommen
Und noch etwas, obwohl dir das wohl selbst bewusst ist: mittelalterliche/frühneuzeitliche Münzen tragen keine Feingehaltsangaben in dieser Form

Es ist also eine moderne Nachprägung, die ich gleich zu den Medaillen schieben werde.
Schöne Grüße,
MR
Re: Goldmünze - Bitte um Bestimmungshilfe
Verfasst: Di 09.12.14 17:13
von Zwerg
Darf ich das Fragezeichen auflösen ?
MONETA NOVA FACTA IN VNNA
Grüße
Zwerg
Re: Goldmünze - Bitte um Bestimmungshilfe
Verfasst: Di 09.12.14 17:16
von Numis-Student
Hallo Zwerg,
danke für deine Korrektur, ich habe sie oben eingefügt.
Schöne Grüße,
MR
Re: Goldmünze - Bitte um Bestimmungshilfe
Verfasst: Di 09.12.14 17:27
von justus
Erdnussbier hat mich auf einen Groschen aus der Münzstätte Unna hingewiesen, der offenbar identisch mit der vorliegenden Münze ist. Kann es also sein, dass es sich um eine moderne Nachprägung dieses Groschens in Gold (Gerhard von der Mark ?) handelt ?
http://www.medievalcoinage.com/saurma/s ... g/r533.htm
Re: Goldmünze - Bitte um Bestimmungshilfe
Verfasst: Di 09.12.14 17:51
von Numis-Student
ja, das soll wohl das Vorbild für deine Prägung sein.
Allerdings solltest du doch evtl auf Gold testen lassen, oder die Dichte überprüfen... Denn ein 5-DM-Silberadler hat 29 mm Durchmesser und bringt 11,1 Gramm auf die Waage. Also entweder sollte dein Stück DEUTLICH dünner sein als ein 5-DM-Stück, oder du hast eine Prägung aus Feinsilber, vergoldet. (Für Gold wären auch 900 oder 986 typischer).
Schöne Grüße,
MR
Re: Goldmünze - Bitte um Bestimmungshilfe
Verfasst: Di 09.12.14 18:10
von justus
Es ist wirklich deutlich dünner. Ich kann es schlecht abschätzen, aber ca. 1/2 so dick könnte ein ungefährer Richtwert sein.
Re: Goldmünze - Bitte um Bestimmungshilfe
Verfasst: Di 09.12.14 18:16
von Numis-Student
Na dann hoffen wir das Beste
MR
Re: Goldmünze - Bitte um Bestimmungshilfe
Verfasst: Di 09.12.14 23:15
von justus
Numis-Student hat geschrieben:ja, das soll wohl das Vorbild für deine Prägung sein.
Allerdings solltest du doch evtl auf Gold testen lassen, oder die Dichte überprüfen... Denn ein 5-DM-Silberadler hat 29 mm Durchmesser und bringt 11,1 Gramm auf die Waage. Also entweder sollte dein Stück DEUTLICH dünner sein als ein 5-DM-Stück, oder du hast eine Prägung aus Feinsilber, vergoldet. (Für Gold wären auch 900 oder 986 typischer).
Schöne Grüße,
MR
Hier noch einmal ein Photo, welches den Unterschied in der Dicke zwischen der NP und einem 5-DM-Silberadler zeigt. Sind damit deine Bedenken bezüglich des Gewichts ausgeräumt ? Was aber kann eigentlich diese seltsame "Goldpunze 1000" bedeuten, wenn ein solcher Reinheitsgrad eigentlich nicht vorstellbar erscheint ?
Re: Goldmünze - Bitte um Bestimmungshilfe
Verfasst: Mi 10.12.14 21:20
von Numis-Student
Hallo,
das sieht dann wirklich gut aus. 1000 für 999er oder 999,9er Gold ist schon möglich. Nur kenne ich die 1000 eher für Feinsilber, Goldmedaillen sind üblicherweise aus Dukatengold (986) oder 900. Aber da jeder Medaillen herstellen darf, kann es auch immer solche Abweichungen von der Norm geben.
Schöne Grüße,
MR
Re: Goldmünze - Bitte um Bestimmungshilfe
Verfasst: Do 11.12.14 03:00
von justus
Die 1000er Goldpunze hat mich auch zuerst stutzig gemacht. Der Händler, der das Stück im Angebot hatte, ist mir allerdings schon seit Jahren als untadelig bekannt. Allerdings frage ich mich immernoch, wer bringt so etwas in Umlauf und warum ?

Re: Goldmünze - Bitte um Bestimmungshilfe
Verfasst: Do 11.12.14 07:50
von Numis-Student
justus hat geschrieben:1) wer bringt so etwas in Umlauf
2) und warum ?

1) Sparkassen und andere Banken
2) weil es sich gut verkaufen lässt (oder liess ?)
Viele Banken haben in den 60ern-80ern solche "heimatbezogenen" Serien an Nachprägungen angeboten, oft auch in mehrstufigen Metallvariationen (Silber - Silber vergoldet - Gold). Einerseits waren und sind diese Stücke gute Lückenfüller, wenn das Original finanziell nicht zu erreichen ist, andererseits haben diese Stücke wohl aber überwiegend "normale" Bankkunden angesprochen, die mit Numismatik nichts am Hut hatten (und entweder aus "Geschichtsinteresse" oder "Anlagegründen/Wertsteigerungspotenzial" gekauft haben).
Ich muss gestehen, dass ich diese Gepräge meiner Heimatstadt auch sammle
Schöne Grüße,
MR