von Deutschland mit Münzen fliegen.

Kulturgutschutzgesetz

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digenisakritis
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von Deutschland mit Münzen fliegen.

Beitrag von digenisakritis » Fr 19.02.16 23:22

Hi

Ich bin neu zum Forum, also bitte anweisen falls jemand etwas ähnliches gefragt hat.

Seitdem ich 17 bin, sammle ich Münzen und im Lauf der Zeit habe ich mich in byzantinischen Münzen spezialisiert. Seit 2012 wohne ich hier in Deutschland für meinen Studium und habe meine Sammlung mit mir gebracht. Es ist keine große Sammlung (15 Münzen aus Bronze) und auch nicht besonder wertvolle. Neulich aber lese ich eine paar Dinge über eine Verschärfung des Kulturgütergesetzes und es macht mir gerade Sorge, ob ich überhaupt meine Sammlung zurück nach Hause bringen können werde. In der heutigen Lage des Gesetzes kann ich mit meiner Sammlung aus dem Land fliegen?

Ich freue mich auf Rückmeldungen.

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Posa
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Re: von Deutschland mit Münzen fliegen.

Beitrag von Posa » So 21.02.16 06:00

Hallo und willkommen!

Generell ist hier bei den Byzantinern kein guter Platz für solche Fragen. Das Kulturgüterchutzgesetz wird hier: http://www.numismatikforum.de/viewforum.php?f=88 eher diskutiert.

Gruß Posa

digenisakritis
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Re: von Deutschland mit Münzen fliegen.

Beitrag von digenisakritis » So 21.02.16 23:23

Vielen Dank.

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Re: von Deutschland mit Münzen fliegen.

Beitrag von Numis-Student » So 21.02.16 23:28

ich verschiebe; du musst die Frage nicht erneut stellen.

MR

digenisakritis
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Re: von Deutschland mit Münzen fliegen.

Beitrag von digenisakritis » So 21.02.16 23:43

Danke.

Ich habe mir auch überlegt, meine Münzen per Post nach Hause zu schicken, bevor das neue Gesetz verabschiedet wird.

Wäre es eine gute Idee?

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Re: von Deutschland mit Münzen fliegen.

Beitrag von Numis-Student » Mo 22.02.16 00:00

Dem Namen nach soll die Sammlung nach Griechenland ? Wie sieht es denn dort aus mit Kuturgutschutzbestimmungen, Einfuhr- und Besitzbestimmungen ?

Ich würde, wenn es keine besonders umfangreiche/wertvolle Sammlung ist, die Münzen per Post verschicken (wenn die Post im Zielland zuverlässig ist), oder die Münzen im Koffer (nicht im Handgepäck, da gibt es Kontrollen und evl. lästige Fragen, auch wenn es bisher nicht verboten ist) mitnehmen.

Schöne Grüße,
MR

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Re: von Deutschland mit Münzen fliegen.

Beitrag von digenisakritis » Mo 22.02.16 00:12

Hi.

Der Name ist griechisch aber ich bin nicht. Das Zielland wäre Brasilien. Dort ist überhaupt kein Problem. Hier macht mir Sorge.

Ich habe einen Freund von mir, der aus Belgien dorthin (Brasilien) fliegen wird. Ich konnte ihn darum bitten, meine Münzen mitzunehmen, aber ich habe überhaupt keine Ahnung über die Gesetzgebung in Belgien.

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Re: von Deutschland mit Münzen fliegen.

Beitrag von Numis-Student » Mo 22.02.16 00:14

die belgische Gesetzgebung kenne ich auch nicht :(

MR

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Re: von Deutschland mit Münzen fliegen.

Beitrag von digenisakritis » Mo 22.02.16 00:19

Aber ist es noch nicht verbotten, eine Sammlung wie meine im Gepäck mitzubringen?

VG

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Re: von Deutschland mit Münzen fliegen.

Beitrag von Numis-Student » Mo 22.02.16 00:33

in Deutschland auf jeden Fall nicht.
In Belgien würde ich vermuten, dass es ähnlich ist, aber versprechen kann ich es nicht. Notfalls mal den deutschen Zoll anrufen und fragen, ob die das wissen können ? Oder auf der Webseite vom belgischen Zoll nachlesen ?

MR

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Chandragupta
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Re: von Deutschland mit Münzen fliegen.

Beitrag von Chandragupta » Mo 22.02.16 18:18

@digenisakritis: Zunächst einmal würde ich abwarten, wie sich das Gesetzgebungsverfahren weiter entwickelt. Spätestens aber, wenn der Bundestag das Gesetz final (nach der dritten Lesung) beschlossen und anschließend auch der Bundesrat zugestimmt hat, wird's eilig. Die "Ausfertigung" durch den Bundesgauckler geht dann nämlich ganz schnell, das ist eine reine Formsache. (Näheres dazu hier: https://de.wikipedia.org/wiki/Gesetzgeb ... schland%29 )
 
Meine Meinung: Wenn Du nicht vor hast, hier in der BRD heimisch zu werden, würde ich die Sachen besser gestern als heute noch aus dem Land schaffen. Bei Byzanz ist eben problematisch, daß da fast alles aus Münzstätten in der heutigen Türkei stammt (Constantinopel, Antiochia/Theoupolis), und die Türken könnten von der BRD nicht nur verlangen, ihre "überzähligen" syrischen/etc. Flüchtlinge aufzunehmen, sondern auch "alle illegal seit dem 19. Jh. aus der Türkei ausgeführten" antiken/byzantinischen/… Münzen aus dortigen Prägestätten wieder "zurückzugeben". (Wobei ich das aber zunächst nur für Goldmünzen vermute, denn ein echtes Interesse an ihrer christlichen Vergangenheit haben Erdo-Khans Muselmänner dort eh nicht; denen geht's primär um den Materialwert zum Einschmelzen...)
 
Du könntest auch nach Inkrafttreten vor Deiner Ausreise aus der BRD in ein Land der noch freien und zivilisierten Welt (wie hier Brasilien) eine "Spezifische offene Genehmigung" gemäß § 26 KGSG für jede Deiner Münzen beantragen. Mußt ja nicht vorher dazu sagen, daß Du gar nicht vor hast, wiederzukommen. ;) Außerdem ist lt. derzeitigem Entwurf (soweit ich als Nichtjurist ersehe) noch keine Strafnorm dafür festgelegt, wenn gegen die die Pflicht zur "Rückführung" des "Kulturgutes" gemäß dieser (befristeten) Genehmigung verstoßen wird; d.h. Du dürftest dann durchaus später selbst ohne das "Kulturgut" in die BRD einreisen, ohne sofort im Zuchthaus zu landen. Allerdings bezweifle ich, daß BRD-Beamte bei Dir als Ausländer gemäß § 26 Abs. 3 KGSG annehmen werden, daß Du als "Antragsteller die Gewähr dafür bietest, dass das zur vorübergehenden Ausfuhr bestimmte Kulturgut in unbeschadetem Zustand und fristgerecht wiedereingeführt wird".
 
Ja, es wird spannend werden. :roll:
 
Ich werde jedenfalls für meine "Hosentaschenmünzen", die ich als Talisman immer mit mir rumtrage (und damit z.B. auch mal „exportiere“: z.B. bei einem Bummel auf die östliche Seite der Oder), mal eine solche "Spezifische offene Genehmigung" beantragen; siehe hier: http://www.numismatikforum.de/viewtopic ... 88&t=53674
 
Die beiden Kandidaten liegen schon fest:
 
1) Einer meiner ersten Münzkäufe in der weiland DDR (Sept. 1977), wo ich noch eine hochoffizielle Rechnung des "Staatlichen Kunsthandels der DDR“ aus Dresden habe, auf der allerdings nur steht: "antike röm. Münze 30,- M" (ein AE-Antoninian des Aurelianus in s-fss, heutiger Marktwert vielleicht 3....5,- €). Dabei ist spannend, daß in der BRD die DDR ja pauschal als "Unrechtsstaat" verunglimpft wird. Demnach verstießen alle Käufe dort vor dem 03.10.1990 (oder von mir aus auch vor dem 01.07.1990: Einführung der DM) gegen § 29 Abs. 1 KGSG, da ich daran ja nach BRD-licher Rechtsfiktion überhaupt kein "richtiges" Eigentum habe erwerben können, sich das "Kulturgut" mithin nunmehr "unrechtmäßig im Bundesgebiet befindet". Mal sehen, wie die damit umgehen. Und ob denen dieser Wisch vom „Staatlichen Kunsthandel der DDR“ ausreicht… immerhin toll gestempelt und mit altertümlichem Registrierkassenaufdruck.
 
2) Ein 20-Goldmark-Stück Friedrich III 1888. Mit zwar perfekter Provenienz - aber gerade dadurch auch recht spannend: Meine trotz christlicher Taufe von demjenigen deutschen Staat, als dessen Rechtsnachfolger/-fortsetzer sich die BRD ja permanent selber bezeichnet, als "Jüdin" deklarierte Großmutter hat diese Münze um 1938 herum nämlich mal vergraben, als ihre "Deportation" bevorstand. Das war jedoch ein Verstoß gegen geltendes Recht und somit illegal; sie hätte diese „Devisenwerte“ nämlich abgeben müssen. Durch verschiedene aus ihrer Sicht sehr glückliche (für typisch toitsche Beamte aber wohl eher unglückliche...) Umstände hat sie jene "1000 Jahre[tm]" dann überlebt und Mitte der 50er Jahre die Münze wieder ausgebuddelt. Damit handelt es sich nun nachweislich um "archäologisches Kulturgut" i.S. § 2 Nr. 1 KGSG, da sie auch älter als 100 Jahre ist. Auch hier ist fraglich, ob ich daran habe rechtmäßig "Eigentum erwerben" können, als Oma Ruth mir 1988 diese "Blutmünze" schenkte und ich sie am 03.10.1990 in das Staatsgebiet der BRD importierte. Denn ich habe nie eine "Exportbescheinigung des Herkunftsstaates/Staates der letzten Belegenheit" eingeholt - obwohl eine solche ja bis 1989 in der "Staatlichen Münze der DDR - Berlin, Hauptstadt der DDR" (als direkter Nachfolger des Herstellerbetriebes aus Kaisers Zeiten) sicher recht leicht zu bekommen gewesen wäre. Aber im Trubel der "Wende" hatte ich anderes zu tun; außerdem: Wer konnte damals ahnen, daß ich das unter der FDJ-Sekretärin „IM Erika“ und dem Herrn „IM Larve“ ca. 25 Jahre später mal brauchen würde...
 
Numismatische Grüße,

Euer Chandra

digenisakritis
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Re: von Deutschland mit Münzen fliegen.

Beitrag von digenisakritis » Di 23.02.16 00:47

Vielen Dank für die Beiträge.

Ich bin davon überzeugt, dass das beste wäre, wenn ich meine Sammlung aus dem Land schaffe. Wie läuft es beim Post? Wie schicke ich die Münzen per Post, damit ich (relativ) sicher sein kann, dass kein Problem mir entsteht?

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Re: von Deutschland mit Münzen fliegen.

Beitrag von KarlAntonMartini » Di 23.02.16 09:48

Ich finde, daß du dir wegen deiner kleinen Sammlung zu viel Gedanken machst. Kommt Zeit, kommt Rat. Das größte Risiko ist immer noch, daß die Münzen bei einem Einbruch gestohlen werden, vermutlich in Brasilien noch eher als hier. Grüße, KarlAntonMartini
Tokens forever!

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justus
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Re: von Deutschland mit Münzen fliegen.

Beitrag von justus » Mi 24.02.16 09:20

Da kann ich KarlAnton nur recht geben. Jetzt macht doch nicht immer gleich die Pferde scheu. Man sollte sich nicht gleich durch das Gerede mancher Zeitgenossen nervös machen lassen. :wink:
mit freundlichem Gruß

IVSTVS
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Re: von Deutschland mit Münzen fliegen.

Beitrag von olricus » Mi 24.02.16 22:34

Dem kann ich nur zustimmen, erst mal abwarten, wann das Gesetz verabschiedet wird und wie die endgültige Fassung aussehen wird,
es gibt genügend Einsprüche usw., dann gibt es noch genügend Zeit bis zum Termin der Einführung.
Zum Versand kann man sich ausführlich im Internet unter " deutsche post " informieren, z.B. bei einem Wertbrief International findet
man auch die Einfuhrbestimmungen des Empfängerlandes, man kann die Sendung voll versichern und geht damit kein Risiko ein.
olricus

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