Anwendung Pariser Oxid /Färben v. Metallen

Tipps zur Reinigung, Konservierung und Photographie von Münzen

Moderator: Homer J. Simpson

Benutzeravatar
alex456
Beiträge: 1134
Registriert: Do 29.04.10 21:20
Hat sich bedankt: 5 Mal
Danksagung erhalten: 1 Mal

Re: Anwendung Pariser Oxid /Färben v. Metallen

Beitrag von alex456 » So 14.07.19 15:22

Ne, vorher war sie quasi blank. Die Bilder täuschen da.( Die letzten beiden sind die Vorherbilder. Da ist was durcheinander geraten) Fleckig ist sie auch nicht, das ist eher ein blauer Schimmer. Wie gesagt, die Bilder täuschen da etwas.
Verwendet habe ich übrigens Schwefelleber.

Gruß
Alex

Benutzeravatar
Numis-Student
Moderator
Beiträge: 11447
Registriert: Mi 20.02.08 22:12
Wohnort: Wien
Hat sich bedankt: 5 Mal
Danksagung erhalten: 1 Mal

Re: Anwendung Pariser Oxid /Färben v. Metallen

Beitrag von Numis-Student » So 14.07.19 23:18

Ich finde, dass durch die dunkleren Felder die Unebenheiten durch Korrosion weniger auffallen, aber im Gegensatz zu den meisten alten Sammlungstönungen hat die Münze keine Hell-Dunkel-Kontraste, also Felder dunkel, erhöhte Stellen wie Buchstaben und Kopf etwas heller...

Also hat beides seine Vor- und Nachteile. Ich hätte wohl auf natürliches Nachdunkeln gehofft und gewartet.

Benutzeravatar
alex456
Beiträge: 1134
Registriert: Do 29.04.10 21:20
Hat sich bedankt: 5 Mal
Danksagung erhalten: 1 Mal

Re: Anwendung Pariser Oxid /Färben v. Metallen

Beitrag von alex456 » Mo 15.07.19 09:11

Numis-Student hat geschrieben:
So 14.07.19 23:18
Ich finde, dass durch die dunkleren Felder die Unebenheiten durch Korrosion weniger auffallen,
Hallo Numis-Student,
genau das war meine Intention. Ich finde auch, dass dies ganz gut funktioniert hat. Aber du hast selbstverständlich recht, wenn du feststellst, dass diese „Patina“ etwas unnatürlich wirkt.
Auf eine natürliche Patinierung wollte ich nicht warten, weil ich zum einen recht ungeduldig bin und zum anderen der Erfolg nicht garantiert ist, wie nachstehende Stücke zeigen.
Der Trajan liegt seit 1997, der Balbus seit 1998 in meiner Sammlung. Beide in den gleichen Tableaus, an der selben Stelle. Wie man sieht, obwohl die Bilder schlecht sind, hat der Trajan eine schöne, sehr dunkle Tönung bekommen, während sich an dem Balbus fast nichts getan hat (Die dunkleren Stellen auf der Rückseite waren schon als ich ihn gekauft habe.).

Viele Grüße
Alex
Dateianhänge
AV.jpg
RV.jpg
DSC_1041.JPG
DSC_1043.JPG

Benutzeravatar
Chandragupta
Beiträge: 1502
Registriert: Mi 12.12.07 16:39
Wohnort: BRD

Re: Anwendung Pariser Oxid /Färben v. Metallen

Beitrag von Chandragupta » Mo 15.07.19 11:12

Das ist ein bekanntes Phänomen. Der Republik-Denar ist fast reines Silber mit höchstens 5% Legierungsanteil, und der ist i.d.R. nur Kupfer. Diese Legierung läuft recht langsam und vor allem nur leicht bläulich-bräunlich an.

Der Traian ist bloß aus ca. 75...80%igem Silber, und vor allem: als Zusatz ist nicht nur Kupfer drin, sondern auch alle möglichen "verrückten" (i.S.v. besonders unedlen) Spurenelemente: Zinn, Zink, Blei, Arsen, Eisen ... Das läuft in "normaler Deutscher Stadt- und Landluft" deutlich schneller und vor allem dunkler an als die bessere Legierung des Balbus. (BTW: Dieses Verhalten ist übrigens auch ein ergänzendes Echtheitskriterium...)

Zum Thema "künstlich nachdunkeln": Obwohl ich das hin und wieder(!) auch mal mache - bei dem seltenen Caligula-Denar hätte ich's gelassen. Gerade, weil der auch aus sehr gutem Ag ist, wo dann die Pariser "Patina" sofort auffällig unnatürlich wirkt. Tolle Ergebnisse kann man aber z.T. mit Billon erzielen. Dann muß man allerdings zum "Herausholen" des Reliefs die Münze anschließend ganz leicht nachpolieren, was viel Erfahrung verlangt.
Numismatische Grüße,

Euer Chandra

Benutzeravatar
alex456
Beiträge: 1134
Registriert: Do 29.04.10 21:20
Hat sich bedankt: 5 Mal
Danksagung erhalten: 1 Mal

Re: Anwendung Pariser Oxid /Färben v. Metallen

Beitrag von alex456 » Mo 15.07.19 23:03

Chandragupta hat geschrieben:
Mo 15.07.19 11:12
Obwohl ich das hin und wieder(!) auch mal mache - bei dem seltenen Caligula-Denar hätte ich's gelassen. Gerade, weil der auch aus sehr gutem Ag ist, wo dann die Pariser "Patina" sofort auffällig unnatürlich wirkt.
Stimmt natürlich, aber mir war eben die Retuschierung der narbigen Oberfläche wichtiger. Und wie du richtig sagst, auf natürliche Weise hätte es wohl eine kleine Ewigkeit gedauert.
Ich hoffe aber, dass die erhabenen Stellen wieder etwas an Tönung verlieren, da ich die Münze z. Z. sehr viel in der Hand habe.

Gruß
Alex

Wer ist online?

Mitglieder in diesem Forum: 0 Mitglieder und 0 Gäste