Frage zu einer DDR Goldmünze

Münzen der DDR
Sebulon
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Frage zu einer DDR Goldmünze

Beitrag von Sebulon » Sa 22.04.06 00:45

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Die Qualität meiner Kamera ist zwar ziemlich schlecht, aber man kann, glaube ich erkennen, dass es sich um eine goldene 10 Mark Gedenkmünze von 1985: "40. Jahretag des Sieges über den Hitlerfaschismus und der.." handelt.
Über dem Wappen steht ein A und rechts daneben ein P.
Auf dem Siegel, mit dem die Box verschlossen ist steht: "VEB Münze der DDR"

meine Frage ist nun, ob es sich hierbei wirklich um eines von den 266 Exemplaren handelt, die hergestellt wurden? und ob vielleicht jemand weitere Informationen zu dieser Münze hat (Wert)?

Vielen Dank!!
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mnze5tv.jpg
mnze2hx.jpg

mfr
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Beitrag von mfr » Sa 22.04.06 11:18

Bei den Gold-Proben befindet sich ein "P" rechts neben dem Staatswappen.
Dein Bild ist leider zu unscharf und klein um das erkennen zu können.

Die letzte Goldprobe wurde im November 2005 bei Peus versteigert, Schätzpreis: 3000 €, Zuschlag: 4600 €
Weitere Exemplare im Oktober 2005 bei Meister & Sonntag, Schätzpreis: 5000 €, Zuschlag: 4500 €.
Und bei Lanz in der 103. Auktion (Mai 2001). Schätzpreis: 15.000 DM, Zuschlag: 9.000 DM.
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1603P1.jpg
Lot 2888 von der 3. Auktion Meister & Sonntag

Sebulon
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Beitrag von Sebulon » Sa 22.04.06 12:36

Vielen Dank für die Auskunft!

Ich habe meine Münze mit dem Bild verglichen und es handelt sich dann wirklich um diese Goldprobe. (mein Photo hat leider keine Makrofunktion)

Wie kommt es zustande, dass die Münze einmal einen Schätzpreis von 3000€ , 5000€ oder sogar ca. 7500€ hatte?
Die Erhaltungszustand wird doch nicht so stark variiert haben?

mfr
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Beitrag von mfr » Sa 22.04.06 13:26

Tja, jeder schätzt den Wert seiner Münzen anders ein.

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mumde
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Beitrag von mumde » Sa 22.04.06 15:42

Aber interessant sind die hier genannten Ergebnisse:
1) Zuschlag 4600.- €, 2) 4500.- €, 3) 9000.- DM = 4500 €, Ergebnisse also sehr einheitlich, wobei das am billigsten geschätzte Exemplar den höchsten Preis gebracht hat - eine Erscheinung, der man immer wieder begegnet: Wenn der Preis von vornherein hoch angesetzt wird, bieten die meisten Sammler erst gar nicht.
Gruß mumde

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Pflock
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Beitrag von Pflock » So 23.04.06 16:32

Du solltest Dir Deine Münze noch mal genauer ansehen. Irgendwo habe ich mal von einem Fall mit einer gefälschten Münze gelesen.

Das "P" für Probe muß erhaben sein.

Bei o.g. Fälschung wurde in die motivgleiche 10-Mark-Gedenkmünze zum "40. Jahrestag der Befreiung vom Faschismus" (siehe Weltmünzkatalog, DDR-Nr. 102) das "P" nachträglich eingeschlagen (es war also vertieft) und diese dann vergoldet. Da diese Münze, wie bei Dir, in einer verplompten Hülle war, konnte man das Gewicht nicht eindeutig prüfen und so hatte der Fälscher beim verscherbeln wohl erfolg.

Ah ja, hier habe ich auch den Link wo ich es gelesen habe: http://www.gietl-verlag.de/rundumssamme ... s-111.html

P.S. Mich würde noch interessieren, wie Du an das Stück rangekommen bist?

Sebulon
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Beitrag von Sebulon » So 23.04.06 23:02

Vielen Dank für den Hinweis!
hab gleich mit der Lupe nachgeschaut: und das das A über und das P rechts neben dem Wappen sind eindeutig erhaben.

Wie ich zu der Münze gekommen bin? Also mein Vater hatte noch zu DDR-Zeiten mit "Überläufern" aus der damaligen DDR-Regierung zu tun. Einer von denen hat meinem Vater einige Gedenkmünzen geschenkt, die er dann mir und meinem Bruder geschenkt hatte. Wir haben natürlich gleich in einem (wohl nicht vollständigen) Münzkatalog geschaut, was die Wert sind, damit keiner ungerecht behandelt würde. In dem Katalog stand jedoch nichts von Probeprägungen und deren immensen Wert.
Und nachdem die Münzen jetzt sicher schon 10 Jahre bei mir rumgammeln und ich mich mal wieder mehr dafür interessiert habe, hab ich mich mal im Internet schlau gemacht...
und mich ziemlich gefreut :-)

Reudnitz
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Beitrag von Reudnitz » Fr 28.04.06 22:11

Hallo,
habe soebend den Beitrag gelesen, und kann Dich nur zu solch einem
Stück beglückwünschen. Wenn du nicht unbedingt Geld brauchst, solltest Du solch eine Münze auf keinen Fall verkaufen. Das Geld ist schnell ausgegeben, eine solche Münze wirst du aber nie wieder Dein Eigen nennen. Denn der Preis wird mit Sicherheit gerade bei DDR Münzen Immer weiter steigen. Wenn Du einen Ferari besitzen würdest, würdest du ihn auch nicht mehr hergeben.
Mfg Reudnitz :?

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Beitrag von mfr » Sa 25.11.06 23:02

Ich bin gerade auf einen älteren Zeitungsartikel von 1991 gestoßen, in welchem unter anderem auch die hier angefragte Münze erwähnt wird. Auch wenn die Frage schon ein paar Monate her ist, will ich ihn euch nicht vorenthalten.
Der ein oder andere interessiert sich vielleicht nicht nur für den Wert, sondern auch dafür, wie man seinerzeit überhaupt an solche Stücke herankam.

Allerdings zeigt der Artikel auch, daß die Preisentwicklung bei Münzen nicht nur in eine Richtung geht... ;)
Von 24.000 Ostmark auf 32.000 DM und zurück auf 4500 €. Aber das waren eben die 90er, da hatten die Menschen noch Illusionen vom wilden Osten und blühenden Landschaften... :wink:
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Pflock
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Beitrag von Pflock » So 26.11.06 22:50

Na, der Autor war aber auch kein Numismatiker.
Der Tagesspiegel hat geschrieben:... Auftraggeber seinerzeit war das SED-Politbüro. Die Münze zeigt deshalb ein klitzekleines "P", für Sammler von erheblichen Wert. ...
Das "P" steht doch für "Probe" und nicht für "Politbüro". :roll:
Gruß Pflock

Ich sammel Münzen und Medaillen aus Mühlhausen in Thüringen, vom Mittelalter bis heute.
Freue mich immer über Angebote.
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