Reichsrömische Gegenstempel

Kaiser, Dynastien und Münzstätten

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Lucius Aelius
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Re: Reichsrömische Gegenstempel

Beitrag von Lucius Aelius » So 22.02.26 20:44

Lackland hat geschrieben:
So 22.02.26 19:46

Es könnte hier auch mehrere RICHTIGE Erklärungen geben…
Aber, wie ich finde, nicht bei dem Sesterzen von Dittsche 😉
Gruss
Lucius Aelius

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Zwerg
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Re: Reichsrömische Gegenstempel

Beitrag von Zwerg » So 22.02.26 21:48

Ich habe mich einmal in der gedruckten Literatur umgesehen
Im BMC (1923) löst Mattingly als N(ero) C(aesar) A(ugustus) PR(obavit) auf mit der hübschen Anmerkung
"Various other suggestions will be found in articles given in the bibliography, but none of them is worth serious consideration"
Carson (Coins of the Roman Empire, 1990 - sehr zu empfehlen für kurze Überblicke) löst dann (unter Berufung of Kraay 1956) das PR als POPVLO ROMANO auf, da dieser Gegenstempel viel auf recht gut erhaltenem claudischem Aes auftaucht. Steht möglicherweise in Zusammenhang mit dem Congiarium von 57
Soviel ich weiß, ist dies auch die aktuelle Lehrmeinung.

Grüße
Klaus

Im Studium habe ich übrigens noch Version1 gelernt!
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Re: Reichsrömische Gegenstempel

Beitrag von Dittsche » Mo 23.02.26 19:16

Ich habe bewusst die Variante von Werz aus 2004 übernommen, da es meine jüngste vorliegende Quelle ist. Werz bezieht sich hierzu auf P. Kos 1995.

Eigentlich müsste die Lesart Nero hinfällig sein, seitdem der Stempel auf einem Dupondius des Vespasian gefunden wurde. Somit wäre Nerva wahrscheinlicher.

M. W. sind unabhängig von der Lesart "PR" für beide Variante noch die "NVMMVS" Varianten im Rennen. Siehe hierzu auch Pangerl.
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Lucius Aelius
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Re: Reichsrömische Gegenstempel

Beitrag von Lucius Aelius » Mo 23.02.26 19:43

Dittsche hat geschrieben:
Mo 23.02.26 19:16

Eigentlich müsste die Lesart Nero hinfällig sein, seitdem der Stempel auf einem Dupondius des Vespasian gefunden wurde. Somit wäre Nerva wahrscheinlicher.

Mac Dowall schreibt in "The economic context of the Roman Imperial countermark NCAPR" [die Textpassage ins Deutsche übersetzt]:
Nur sehr wenige Beispiele des Gegenstempels finden sich auf anderen Ausgaben. Er kommt auf einem Dupondius des Vespasian im Musée at Saintes vor, aber Kraay hat gezeigt, dass es sich um einen gegengestempelten Dupondius handelt, der später von Vespasian neu geprägt wurde.

Hier der Aufsatz von Kraay (besagter Dupondius Abb. 3):
https://share.google/pDETnXYOdtkL89yq2
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Re: Reichsrömische Gegenstempel

Beitrag von Dittsche » Mo 23.02.26 20:41

Pangerl listet 2025 im Zusammenhang der neuen Gegenstempel weiterhin den Hinweis!?

Und was hälst Du von der NVMMVS-Variante?
Dateianhänge
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Re: Reichsrömische Gegenstempel

Beitrag von Lucius Aelius » Di 24.02.26 04:58

Von der nummus-Variante halte ich gar nichts.
Wozu muss eine Münze, bei der Gewicht und Legierung (anhand der Messingfarbe erkennbar) schon auf den ersten Blick stimmig sind, mit "geprüft" gegengestempelt werden? Ist doch überflüssig.

Eine Probatus-Kennzeichnung auf (z.T. stark) untergewichtigen britannischen Assen bspw. ist hingegen absolut nachvollziehbar.
Gruss
Lucius Aelius

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Re: Reichsrömische Gegenstempel

Beitrag von Dittsche » Di 24.02.26 08:04

Hier noch die Beschreibung von G&M zu dieser Münze:

Der rechteckige Gegenstempel NCAPR, der gedeutet wurde als Abkürzung für NERONIS CAESARIS AVGVSTI POPVLIQVE ROMANI oder NVMMVS CAESARE AVGVSTO PROBATVS, wurde von der Regentschaft Neros bis zu derjenigen Vespasians (ca. 54 - 79(?) v. Chr.) verwendet.

Das Argument "Gewicht und Farbe" ist doch klar, überzeugt mich nicht so. Interessant bleibt es weiterhin.

Besten Dank für den Austausch

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Re: Reichsrömische Gegenstempel

Beitrag von quinctilius » Di 24.02.26 16:20

Ich habe einmal meine -CAESAR in Ligatur- Gegenstempel zusammengestellt, die in den letzten 20 Jahren zusammengekommen sind, alle auf Münzmeister Assen.
Es ist der Typ Werz 61, den er Germanicus zuschreibt - wie ich denke zu Recht. Im Katalog S. 307 begründet er seine Meinung. Ich hoffe man kann es lesen. Berger kam vor ihm auch schon zu dieser Annahme.
Hier findet sich auch wieder die Hypothese von Geldgeschenken einer Person. Der Gegenstempel wäre dann als (Gabe von) Caesar zu lesen.

VG
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