Schönheiten unter den Spätrömern (nach der constantinischen Dynastie)
Moderator: Homer J. Simpson
- Lucius Aelius
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Re: Schönheiten unter den Spätrömern (nach der constantinischen Dynastie)
Dieser nummus mit der "Hand Gottes" aus den Wolken zeigt die Konsekration von Constantin dem Großen. Vormals war die Aufnahme verstorbener Mitglieder der Kaiserfamilie ein häufiges Münzmotiv (man denke nur an das verstorbene Söhnchen Kaiser Domitians, der nackt auf dem Himmelsglobus zwischen den Sternen sitzt). Mit der hier vorgestellten Münze endete diese Jahrhunderte alteTradition.
Die Averslegende spricht vom "Divus Constantinus, Vater der beiden Augusti" (= Constans und Constantius II.). Damit lässt sich das Münzlein in die Zeit nach Constantinus II. Tod Jan. 340 n.Chr. datieren. Auf dem Reversbild verschmelzen alte und neue Religion: der verhüllte Kaiser fährt noch in der Quadriga gen Himmel, die früher von Sol gelenkt wurde (vgl. Münzdarstellungen des rogus bei den Antoninen).
Im vierten Jahrhundert verbreitete sich das Motiv der „Hand Gottes“ auf Münzen. Ein Medaillon von Constantius II. (330 n. Chr.) ist das erste erhaltene numismatische Beispiel (MacIsaac 1975: 324). Nach Constantins Tod wurde das Bild der Hand Gottes erneut auf Münzen verwendet, diesmal um Constantins Himmelfahrt und die Aufnahme durch Gott im Himmel darzustellen. Eine ähnliche Darstellung ist die "Himmelfahrt Jesu" als Elfenbeinschnitzerei aus Mailand (heute im Bayrischen Nationalmuseum München) aus der Zeit um 400 n.Chr.
Recht interessant ist die Tatsache, dass die Hand Gottes schon 100 Jahre vorher ein bekanntes und beliebtes Motiv war. Bereits die Synagoge von Dura Europos, ein Glücksfall der Archäologie, zeigte sie mehrfach auf ihren Wandmalereien. Der Bau konnte aufgrund der Dachziegelstempel in die Zeit von Philippus (244-249 n.Chr.) datiert werden. Dass die Synagoge in alter unversehrter Pracht 1932 ausgegraben wurde verdankte sie dem Umstand, dass sie an der Stadtmauer von Dura stand: als die Perser in den 50er Jahren des 3. Jh. n.Chr. die Stadt bedrohten (und letztendlich auch eroberten und zerstörten), verstärkte man die Stadtmauern dadurch, dass alle in ihrem Schatten stehenden Häuser mit Erde verfüllt wurden.
Die Averslegende spricht vom "Divus Constantinus, Vater der beiden Augusti" (= Constans und Constantius II.). Damit lässt sich das Münzlein in die Zeit nach Constantinus II. Tod Jan. 340 n.Chr. datieren. Auf dem Reversbild verschmelzen alte und neue Religion: der verhüllte Kaiser fährt noch in der Quadriga gen Himmel, die früher von Sol gelenkt wurde (vgl. Münzdarstellungen des rogus bei den Antoninen).
Im vierten Jahrhundert verbreitete sich das Motiv der „Hand Gottes“ auf Münzen. Ein Medaillon von Constantius II. (330 n. Chr.) ist das erste erhaltene numismatische Beispiel (MacIsaac 1975: 324). Nach Constantins Tod wurde das Bild der Hand Gottes erneut auf Münzen verwendet, diesmal um Constantins Himmelfahrt und die Aufnahme durch Gott im Himmel darzustellen. Eine ähnliche Darstellung ist die "Himmelfahrt Jesu" als Elfenbeinschnitzerei aus Mailand (heute im Bayrischen Nationalmuseum München) aus der Zeit um 400 n.Chr.
Recht interessant ist die Tatsache, dass die Hand Gottes schon 100 Jahre vorher ein bekanntes und beliebtes Motiv war. Bereits die Synagoge von Dura Europos, ein Glücksfall der Archäologie, zeigte sie mehrfach auf ihren Wandmalereien. Der Bau konnte aufgrund der Dachziegelstempel in die Zeit von Philippus (244-249 n.Chr.) datiert werden. Dass die Synagoge in alter unversehrter Pracht 1932 ausgegraben wurde verdankte sie dem Umstand, dass sie an der Stadtmauer von Dura stand: als die Perser in den 50er Jahren des 3. Jh. n.Chr. die Stadt bedrohten (und letztendlich auch eroberten und zerstörten), verstärkte man die Stadtmauern dadurch, dass alle in ihrem Schatten stehenden Häuser mit Erde verfüllt wurden.
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Gruss
Lucius Aelius
Lucius Aelius
- Fortuna
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Re: Schönheiten unter den Spätrömern (nach der constantinischen Dynastie)
Meine nächste Münze soll laut Verkäufer ein Eugenius sein.
Handelt es sich hier wirklich um einen Eugenius oder ist es eine zeitgenössische Prägung?
Beschreibung des Verkäufers:
Monnaie Romaine Nummus Eugène R3.
1,39 gr
11/12 mm
R3 extrêmement rare
TB
Atelier incertain
Handelt es sich hier wirklich um einen Eugenius oder ist es eine zeitgenössische Prägung?
Beschreibung des Verkäufers:
Monnaie Romaine Nummus Eugène R3.
1,39 gr
11/12 mm
R3 extrêmement rare
TB
Atelier incertain
Gruß Fortuna
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Chippi
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Re: Schönheiten unter den Spätrömern (nach der constantinischen Dynastie)
Also offiziell sieht mir das Stück nicht aus. Welche Reverslegende soll das Stück denn haben? Lese da "..ANCT..", was mir nichts sagt.
Gruß Chippi
Gruß Chippi
Wurzel hat geschrieben:@ Chippi: Wirklich gute Arbeit! Hiermit wirst du zum Byzantiner ehrenhalber ernannt! ;-)
Münz-Goofy hat geschrieben: Hallo Chippi, wenn du... kannst, wirst Du zusätzlich zum "Ottomanen ehrenhalber" ernannt.
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Re: Schönheiten unter den Spätrömern (nach der constantinischen Dynastie)
Moin zusammen,
Ich mag nicht beurteilen, ob das gezeigte Stück ein Eugenius ist. Interessant ist es allemal!
Geschichtlich hab ich gelernt, dass man einen Honorius einsetzen kann um einen Eugenius zu verängstigen und das Volk zu beruhigen. Das möchte ich hiermit auch tun und zwar in Form eines Honorius-Pacmans
Nein, ernsthaft, dass Teil hier zeigt tatsächlich eines der Besten Honorius Porträts aus meiner Sammlung und auch die Kleidung des Kaisers auf dem Rv. ist schön ausgearbeitet. Schwierig zu fotographieren, weil glänzende schwarzbraune Patina. Die Fehlstelle muss ich wohl leider akzeptieren, denn aussortien mag ich dieses Charakterteil irgendwie nicht.
RIC X, Nic. 63 / 2,69 g, 18 mm.
Schönen Abend,
Dionysus
Ich mag nicht beurteilen, ob das gezeigte Stück ein Eugenius ist. Interessant ist es allemal!
Geschichtlich hab ich gelernt, dass man einen Honorius einsetzen kann um einen Eugenius zu verängstigen und das Volk zu beruhigen. Das möchte ich hiermit auch tun und zwar in Form eines Honorius-Pacmans
Nein, ernsthaft, dass Teil hier zeigt tatsächlich eines der Besten Honorius Porträts aus meiner Sammlung und auch die Kleidung des Kaisers auf dem Rv. ist schön ausgearbeitet. Schwierig zu fotographieren, weil glänzende schwarzbraune Patina. Die Fehlstelle muss ich wohl leider akzeptieren, denn aussortien mag ich dieses Charakterteil irgendwie nicht.
RIC X, Nic. 63 / 2,69 g, 18 mm.
Schönen Abend,
Dionysus
Zuletzt geändert von dionysus am Di 31.03.26 21:27, insgesamt 1-mal geändert.
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Wer nicht von dreitausend Jahren
sich weiß Rechenschaft zu geben,
bleib im Dunkeln unerfahren,
mag von Tag zu Tage leben. - Goethe -
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- Numis-Student
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Re: Schönheiten unter den Spätrömern (nach der constantinischen Dynastie)
Honorius ist alles andere als selten, aber wirklich schöne Portraits findet man kaum !
Diese Münze würde ich auch nicht aussortieren.
Probiere mal, die Münze auf dunklem Untergrund zu fotografieren, in der Regel kann man damit noch einiges rausholen
Schöne Grüße
MR
Diese Münze würde ich auch nicht aussortieren.
Probiere mal, die Münze auf dunklem Untergrund zu fotografieren, in der Regel kann man damit noch einiges rausholen
Schöne Grüße
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- dionysus (Di 31.03.26 21:35)
Immerhin ist es vorstellbar, dass wir vielleicht genug Verstand besitzen, um,
wenn nicht ganz vom Kriegführen abzulassen, uns wenigstens so vernünftig zu benehmen wie unsere Vorfahren im achtzehnten Jahrhundert. (A.H. 1949)
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- dionysus
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Re: Schönheiten unter den Spätrömern (nach der constantinischen Dynastie)
Hatte ich tatsächlich schon probiert und war damit mäßig erfolgreich.
Ich muss mich tatsächlich bei den Bildern derzeit noch umstellen. Früher hatte ich ja immer gescannt, mittlerweile ist mir das zu umständlich geworden (und auch die Bildqualität ist teils schlechter, grad bei komplexen Patinae z.B.) und ich versuche mich ans Fotografieren zu gewöhnen. Ein Standardablauf hat sich auf jeden Fall noch nicht eingestellt, ich hoffe, dass ich mal durchgängig das Niveau wie bei der Provinzmünze aus dem 25 Euro Thema halten kann.
LG
Ich muss mich tatsächlich bei den Bildern derzeit noch umstellen. Früher hatte ich ja immer gescannt, mittlerweile ist mir das zu umständlich geworden (und auch die Bildqualität ist teils schlechter, grad bei komplexen Patinae z.B.) und ich versuche mich ans Fotografieren zu gewöhnen. Ein Standardablauf hat sich auf jeden Fall noch nicht eingestellt, ich hoffe, dass ich mal durchgängig das Niveau wie bei der Provinzmünze aus dem 25 Euro Thema halten kann.
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