Republik - eine kleine Zeitreise
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kiko217
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Re: Republik - eine kleine Zeitreise
Hallo,
aus gegebenem Anlass (Vervollständigung einer kleinen Serie) möchte ich euch die Denare von M Volteius MF aus dem Jahre 78 v. Chr. näherbringen, auch wenn ich mir sicher bin, dass der ein oder andere hier schon einmal erschienen ist. Ich beginne mit Crawford 385/1, dem häufigsten aus dieser Serie. Bei acsearch habe ich 351 Einträge gefunden. Auf der Peusauktion hätte ich mich gerne an dieser Stelle verbessert, es gab da einen mit einer sehr schönen Tönung, der vielleicht demnächst an dieser Stelle gezeigt werden kann, denn ein Forumskollege hat ihn bekommen.
Volteius ist außer durch seine Münzprägung nicht weiter bekannt; seit Mommsen geht die Forschung (Grüber, Crawford etc) davon aus, dass mit dieser Serie von fünf Denaren die ludi publici gefeiert werden sollen. Dieser hier bezöge sich dann auf die ludi Romani, die im September begangen wurden. Der Tempel auf der Rückseite war allerdings 78 noch nicht wieder aufgebaut, er war am 6.7.83 abgebrannt und Sulla wollte ihn neu errichten.
Wilhelm Hollstein vertritt deshalb auch die These, diese Denare des Volteius bezögen sich nicht auf die Spiele, sondern allesamt auf Sulla und seine pietas gegenüber den Göttern. Auf diesen Denar könnte also beides zutreffen.
3,38 g 18 mm 4 h
Belorbeerter Jupiterkopf n.r.
Viersäuliger Tempel des Jupiter Optimus Maximus
M·VOLTEI·M·[F]
Albert 1280 Sear 312
Cr. 385/1 Syd. 774
Kiko
aus gegebenem Anlass (Vervollständigung einer kleinen Serie) möchte ich euch die Denare von M Volteius MF aus dem Jahre 78 v. Chr. näherbringen, auch wenn ich mir sicher bin, dass der ein oder andere hier schon einmal erschienen ist. Ich beginne mit Crawford 385/1, dem häufigsten aus dieser Serie. Bei acsearch habe ich 351 Einträge gefunden. Auf der Peusauktion hätte ich mich gerne an dieser Stelle verbessert, es gab da einen mit einer sehr schönen Tönung, der vielleicht demnächst an dieser Stelle gezeigt werden kann, denn ein Forumskollege hat ihn bekommen.
Volteius ist außer durch seine Münzprägung nicht weiter bekannt; seit Mommsen geht die Forschung (Grüber, Crawford etc) davon aus, dass mit dieser Serie von fünf Denaren die ludi publici gefeiert werden sollen. Dieser hier bezöge sich dann auf die ludi Romani, die im September begangen wurden. Der Tempel auf der Rückseite war allerdings 78 noch nicht wieder aufgebaut, er war am 6.7.83 abgebrannt und Sulla wollte ihn neu errichten.
Wilhelm Hollstein vertritt deshalb auch die These, diese Denare des Volteius bezögen sich nicht auf die Spiele, sondern allesamt auf Sulla und seine pietas gegenüber den Göttern. Auf diesen Denar könnte also beides zutreffen.
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kiko217
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Re: Republik - eine kleine Zeitreise
Dieser Denar ist schon etwas seltener als der gestrige mit demTempel. Bei acsearch gibt es 164 Einträge. Damit ist er mit ein bisschen Geduld gut machbar. Ich habe ihn 2014 bei einer Künker-Auktion erworben.
Laut Mommsen, Grüber und Crawford werden mit diesem Typ die ludi plebei gefeiert. Sie wurden seit 220 v. Chr. im Circus Flaminius im November für Herkules ausgerichtet. Die Verbindung zu Hercules liegt in der Tatsache begründet, dass im Circus Flaminius sowohl der Tempel des Hercules Musarum als auch der des Hercules magnus custos lagen.
Allerdings wurde am 13.11. auch ein epulum Iovis gefeiert, und Hollstein meint, die ludi plebei seien sicherlich eher für Iupiter ausgerichtet worden. Deshalb sei ein Bezug Herkules-ludi plebei fraglich. Darüber hinaus wurde der Hercules Magnus Custos-Tempel von Sulla restauriert. Wieder lassen sich also beide Deutungen der Volteius-Serie (traditionell: ludi publici - Hollstein: pro Sulla) nachvollziehen.
3,91 g 16-18 mm 6 h
Ludi Plebeii – November
Herkuleskopf mit Löwenskalp n.r.
[M]· VOLTEI· M·F
Erymanthischer Eber n.r.
Albert 1281
Sear 313
Cr. 385/2
Sydenham 775
Kiko
Laut Mommsen, Grüber und Crawford werden mit diesem Typ die ludi plebei gefeiert. Sie wurden seit 220 v. Chr. im Circus Flaminius im November für Herkules ausgerichtet. Die Verbindung zu Hercules liegt in der Tatsache begründet, dass im Circus Flaminius sowohl der Tempel des Hercules Musarum als auch der des Hercules magnus custos lagen.
Allerdings wurde am 13.11. auch ein epulum Iovis gefeiert, und Hollstein meint, die ludi plebei seien sicherlich eher für Iupiter ausgerichtet worden. Deshalb sei ein Bezug Herkules-ludi plebei fraglich. Darüber hinaus wurde der Hercules Magnus Custos-Tempel von Sulla restauriert. Wieder lassen sich also beide Deutungen der Volteius-Serie (traditionell: ludi publici - Hollstein: pro Sulla) nachvollziehen.
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Ludi Plebeii – November
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Re: Republik - eine kleine Zeitreise
Nette Wildsau... ich bekomm' sofort Hunger im doppeldeutigen Sinn.
Ach so, zum Jupitertempel: Da hatte ich ursprüngliche Münze auch zwischendurch durch ein etwas besseres Ex. ersetzt: viewtopic.php?p=509738#p509738
Und deine Münze lieber kiko ist doch prima und schön rev. zentriert.
Grüsse
Rainer
Ach so, zum Jupitertempel: Da hatte ich ursprüngliche Münze auch zwischendurch durch ein etwas besseres Ex. ersetzt: viewtopic.php?p=509738#p509738
Und deine Münze lieber kiko ist doch prima und schön rev. zentriert.
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Alles, was wir hören, ist eine Meinung, nicht ein Faktum. Alles, was wir sehen, ist eine Perspektive, nicht die Wahrheit. (Marcus Aurelius)
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kiko217
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Re: Republik - eine kleine Zeitreise
Der dritte Typ der Volteius-Serie zeigt uns die Gottheiten Liber und Ceres, diese sehr schön mit Fackeln und in einer Schlangenbiga. Mommsen sieht hier eine Anspielung auf die ludi Cereales, die im April für Ceres, Liber und Libera gefeiert wurden.Deren Tempel lag zwischen Circus Maximus und Aventin, wurde 493 v. gewiht und 84 v. bei einem Blitzeinschlag beschädigt.
Hollstein sieht hier wieder eine Anspielung auf Sulla, der geplant haben könnte, diesen Tempel zu restaurieren. Aber - und das ist für mich ein Schwachpunkt in Hollsteins Argumentation - eine solche Restaurierungsabsicht seitens Sullas ist nirgends belegt.
Was die Häufigkeit angeht, liegt dieser Typ irgendwo in der Mitte zwischen dem ersten und dem zweiten Münztyp. Acsearch verzeichnet 225 Einträge. Ich selbst habe dieses Stück 2014 bei der einzigen Auktion des Hauses Creusy, Lyon, ersteigert, zusammen mit 11 anderen Republiksdenaren. Diesen Massenkauf habe ich nie bereut, er hat meine Sammlung richtig weit nach vorn gebracht und während ich bis dahin kunterbunt gesammelt hatte, war das ein Wendepunkt zur Hingabe an die Republiksmünzen. So einen Massenkauf hatte ich auch nur noch ein einziges anderes Mal, nämlich 2025 bei der Teutoburger Münzauktion. Auch daran denke ich uneingeschränkt positiv.
3,62 g 18 mm 5 h
Liberkopf mit Efeukranz n.r.
Ceres mit Fackeln in Schlangenbiga, dahinter als Beizeichen Thyrsos, im Abschnitt [M]VOLTEI·M·F
Albert 1282
Sear 314
Cr. 385/3
Syd. 776
Kiko
Hollstein sieht hier wieder eine Anspielung auf Sulla, der geplant haben könnte, diesen Tempel zu restaurieren. Aber - und das ist für mich ein Schwachpunkt in Hollsteins Argumentation - eine solche Restaurierungsabsicht seitens Sullas ist nirgends belegt.
Was die Häufigkeit angeht, liegt dieser Typ irgendwo in der Mitte zwischen dem ersten und dem zweiten Münztyp. Acsearch verzeichnet 225 Einträge. Ich selbst habe dieses Stück 2014 bei der einzigen Auktion des Hauses Creusy, Lyon, ersteigert, zusammen mit 11 anderen Republiksdenaren. Diesen Massenkauf habe ich nie bereut, er hat meine Sammlung richtig weit nach vorn gebracht und während ich bis dahin kunterbunt gesammelt hatte, war das ein Wendepunkt zur Hingabe an die Republiksmünzen. So einen Massenkauf hatte ich auch nur noch ein einziges anderes Mal, nämlich 2025 bei der Teutoburger Münzauktion. Auch daran denke ich uneingeschränkt positiv.
3,62 g 18 mm 5 h
Liberkopf mit Efeukranz n.r.
Ceres mit Fackeln in Schlangenbiga, dahinter als Beizeichen Thyrsos, im Abschnitt [M]VOLTEI·M·F
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kiko217
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Re: Republik - eine kleine Zeitreise
Auf die Schlangenbiga folgt die Löwenbiga von Crawford 385/4. Ich werde wieder beide Interpretationsansätze kurz vorstellen.
Mommsen,Grüber, Crawford glauben, dass damit die ludi Megalenses, die im April gefeiert wurden, dargestellt werden sollen. Hollstein merkt an, dass Sulla der Bellona (vermutlich auf der Vorderseite dargestellt) im Jahre 80 einen Tempel in der Nähe des Collinischen Tores, wo er am 1.11.82 seinen Sieg errungen hatte, gebaut hat. Er gibt eine andere Version, in der Sulla nach seinem Sieg in dem Bellonatempel vor dem versammelten Senat eine Rede gehalten habe. Die Frage ist jetzt, warum Kybele in der Löwenbiga auf der Rückseite dargestellt ist. Hollstein sieht einen Grund in der Tatsache, dass in unmittelbare Nähe des Bellonatempels ein Kybele-Heiligtum gestanden habe.
Diesen Denar gibt es ungefär genauso häufig wie den gestrigen. Keine 08/15 Münze, aber mit ein bisschen Geduld gut machbar.
3,64 g 17-18 mm 9 h
Ludi Megalenses – April
Drapierte (Bellona?-)büste n.r., dahinter Bz. Reuse (?)
M·VOLTEI·M[F]
Kybele [mit Mauerkrone und] Schleier in Löwenbiga n.r., darüber ΟΘ
Albert 1283
Sear 315
Cr. 385/4
Syd. 777
Crawford nennt hier übrigens als Beizeichen "Schaufel". Das sieht für mich gar nicht so aus, vor allem aufgrund des Flechtwerks, das bei meiner Münze noch ein bisschen, auf einer acsearch-Münze dagegen sehr gut zu erkennen ist. Ich glaube, dass das am ehesten eine Reuse sein könnte, bin für anderweitige Ideen und Vorschläge von euch aber sehr dankbar!
Kiko
Mommsen,Grüber, Crawford glauben, dass damit die ludi Megalenses, die im April gefeiert wurden, dargestellt werden sollen. Hollstein merkt an, dass Sulla der Bellona (vermutlich auf der Vorderseite dargestellt) im Jahre 80 einen Tempel in der Nähe des Collinischen Tores, wo er am 1.11.82 seinen Sieg errungen hatte, gebaut hat. Er gibt eine andere Version, in der Sulla nach seinem Sieg in dem Bellonatempel vor dem versammelten Senat eine Rede gehalten habe. Die Frage ist jetzt, warum Kybele in der Löwenbiga auf der Rückseite dargestellt ist. Hollstein sieht einen Grund in der Tatsache, dass in unmittelbare Nähe des Bellonatempels ein Kybele-Heiligtum gestanden habe.
Diesen Denar gibt es ungefär genauso häufig wie den gestrigen. Keine 08/15 Münze, aber mit ein bisschen Geduld gut machbar.
3,64 g 17-18 mm 9 h
Ludi Megalenses – April
Drapierte (Bellona?-)büste n.r., dahinter Bz. Reuse (?)
M·VOLTEI·M[F]
Kybele [mit Mauerkrone und] Schleier in Löwenbiga n.r., darüber ΟΘ
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Crawford nennt hier übrigens als Beizeichen "Schaufel". Das sieht für mich gar nicht so aus, vor allem aufgrund des Flechtwerks, das bei meiner Münze noch ein bisschen, auf einer acsearch-Münze dagegen sehr gut zu erkennen ist. Ich glaube, dass das am ehesten eine Reuse sein könnte, bin für anderweitige Ideen und Vorschläge von euch aber sehr dankbar!
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stilgard
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Re: Republik - eine kleine Zeitreise
zwei Neuzugänge meiner Republikfamilie, beide Stücke stammen aus der Sammlung Dr. Fritz Reiff
Denar des M. Volteius, geprägt 78 v. Chr. in Rom
AV: Kopf des Jupiter
RV: Tempel des Jupiter Capitolinus
Cr. 385, 1, Fuchs S. 65, Syd. 774
4.00 gr. 17.6 mm
Serratus-Denar von Tiberius Claudius Nero (Großvater des späteren Kaisers Tiberius), geprägt 79 v.Chr. in Rom
AV: Büste der Diana
RV: Victoria in Biga, Stz. XVII
Cr. 383, 1, Syd. 770.
3.87 gr. 19 mm
Grüße
Alex
Denar des M. Volteius, geprägt 78 v. Chr. in Rom
AV: Kopf des Jupiter
RV: Tempel des Jupiter Capitolinus
Cr. 385, 1, Fuchs S. 65, Syd. 774
4.00 gr. 17.6 mm
Serratus-Denar von Tiberius Claudius Nero (Großvater des späteren Kaisers Tiberius), geprägt 79 v.Chr. in Rom
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RV: Victoria in Biga, Stz. XVII
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kiko217
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Re: Republik - eine kleine Zeitreise
Höhe- und Schlusspunkt zugleich ist die letzte Münze der Volteius-Serie, Crawford 385/5. Höhepunkt, weil dieser Typ wirklich schwieriger zu bekommen ist, wenn man ein bisschen aufs Geld gucken muss. acsearch zeigt 23 Stücke, Crawford spricht von 8 bzw. 7 Stempeln.
Zur Ikonographie: Seit Mommsen glauben die ludi-publici-Anhänger, dass diese Münze sich auf die ludi Apollinares, die im Juli gefeiert wurden, bezieht. Aber bei diesem Stück kann Holstein wieder einen Bezug zu Sulla herstellen: Ein Vorfahr von ihm hatte nämlich im Jahre 212 diese Spiele eingerichtet, zu deren erster Aufführung 100 Löwen unangekettet gegen Speerwerfer kämpften. Bei dem Wesen, das den Dreifuß umringelt, sieht Hollstein einen Drachen, keine Schlange, wobei mir der Unterschied in der Bedeutung allerdings nicht klargeworden ist. Zudem sieht man die spitzen Ohren und die schuppige Haut, die für ihn auf einen Drachen hinweisen, auch auf den Schlangen in der Schlangenbiga (siehe 385/3).
Wie das SCDT aufzulösen ist, weiß man nicht. Manche schlagen stips collata dei thesauro vor. Allerdings finde ich es schwierig, SC, das in der Republik immer auf spezielle, vom Senat genehmigte und häufig kleine Prägungen hindeutet, anders als mit senatus consulto aufzulösen. Charmant finde ich Hollsteins Idee, diese Sonderausgabe auf die Kosten für Sullas Beisetzung zu beziehen.
3,91 g 16-18 mm 5 h
Belorbeerter Apollokopf n.r.
Dreifuß, darum sich windende Schlange, im Feld S·C D·T, im Abschnitt M·VOLTEI·M·F
Albert 1284
Sear 316
Cr. 385/5
Syd. 778
Kiko
Zur Ikonographie: Seit Mommsen glauben die ludi-publici-Anhänger, dass diese Münze sich auf die ludi Apollinares, die im Juli gefeiert wurden, bezieht. Aber bei diesem Stück kann Holstein wieder einen Bezug zu Sulla herstellen: Ein Vorfahr von ihm hatte nämlich im Jahre 212 diese Spiele eingerichtet, zu deren erster Aufführung 100 Löwen unangekettet gegen Speerwerfer kämpften. Bei dem Wesen, das den Dreifuß umringelt, sieht Hollstein einen Drachen, keine Schlange, wobei mir der Unterschied in der Bedeutung allerdings nicht klargeworden ist. Zudem sieht man die spitzen Ohren und die schuppige Haut, die für ihn auf einen Drachen hinweisen, auch auf den Schlangen in der Schlangenbiga (siehe 385/3).
Wie das SCDT aufzulösen ist, weiß man nicht. Manche schlagen stips collata dei thesauro vor. Allerdings finde ich es schwierig, SC, das in der Republik immer auf spezielle, vom Senat genehmigte und häufig kleine Prägungen hindeutet, anders als mit senatus consulto aufzulösen. Charmant finde ich Hollsteins Idee, diese Sonderausgabe auf die Kosten für Sullas Beisetzung zu beziehen.
3,91 g 16-18 mm 5 h
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Dreifuß, darum sich windende Schlange, im Feld S·C D·T, im Abschnitt M·VOLTEI·M·F
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stilgard
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Re: Republik - eine kleine Zeitreise
@Kiko
auch ein sehr schöner und nicht häufiger Denar, Gratulation! Für Volteius wurde eine wirklich interessante Serie an Münzen geprägt, die es sich lohnt zu Sammeln
Grüße
Alex
auch ein sehr schöner und nicht häufiger Denar, Gratulation! Für Volteius wurde eine wirklich interessante Serie an Münzen geprägt, die es sich lohnt zu Sammeln
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Alex
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Re: Republik - eine kleine Zeitreise
Zur Abwechslung mal wieder ein erhaltungstechnisch weniger schönes Stück aber dafür richtig schön selten.
C. NVMONIVS VAALA
Denar
Rom
43 v.Chr.
Av.: Männlicher Kopf n.r., davor C.NVMONIVS, dahinter VAALA
Rev.: Soldat greift einen von zwei Soldaten verteidigten Wall an, [im Abschnitt VAALA]
3,39 Gr.
Cr. 514/2
Nach Woytek anscheinend eine Anspielung auf den Namen des Münzmeisters VAALA (vallum = Wall). Wer auf dem Av. abgebildet ist, lässt auch Woytek offen.
Grüsse
Rainer
C. NVMONIVS VAALA
Denar
Rom
43 v.Chr.
Av.: Männlicher Kopf n.r., davor C.NVMONIVS, dahinter VAALA
Rev.: Soldat greift einen von zwei Soldaten verteidigten Wall an, [im Abschnitt VAALA]
3,39 Gr.
Cr. 514/2
Nach Woytek anscheinend eine Anspielung auf den Namen des Münzmeisters VAALA (vallum = Wall). Wer auf dem Av. abgebildet ist, lässt auch Woytek offen.
Grüsse
Rainer
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Alles, was wir hören, ist eine Meinung, nicht ein Faktum. Alles, was wir sehen, ist eine Perspektive, nicht die Wahrheit. (Marcus Aurelius)
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kiko217
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Re: Republik - eine kleine Zeitreise
Obwohl ich die These, dass das Cassius sein soll, schön finde. Aber vielleicht ist da auch mein Wunsch der Vater des Gedankens.
Kiko
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- Perinawa
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Re: Republik - eine kleine Zeitreise
So unwahrscheinlich ist das gar nicht. Ein weiterer Münzmeister von 43 v.Chr. L. Sevius Rufus hat als Anhänger Brutus diesen auch auf seinen Münzen verewigt (vgl. Cr. 515/2), aber natürlich wissen wir leider nicht, ob Vala ein Parteigänger des Cassius war.
Ansonsten sieht das Portrait Caesar selbst recht ähnlich, so wird auch dieser als Möglichkeit gehandelt, was ich aber nicht unterstütze.
Hier hat es mal eine ganz interessante Diskussion gegeben: https://www.geschichtsforum.de/thema/ga ... ala.50907/
Immerhin gibt es eine wohl ultraseltene Restitutionsprägung unter Trajan: https://www.flickr.com/photos/antiquiti ... 6389048624
Die Münze bzw, die Abbildung scheint mir daher eine doch recht bedeutende Rolle gespielt zu haben, als dass sie einfach nur Vala (oder einen Vorfahren) zeigen könnte.
Grüsse
Rainer
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- Perinawa
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Re: Republik - eine kleine Zeitreise
In meinem Hauptsammelgebiet "Bürgerkrieg" konnte ich eine Lücke schliessen.
Jetzt komme ich so langsam in die Regionen, wo ich zwar etwas tiefer in die Tasche greifen muss, die Angebote dafür aber weniger üppig ausfallen.
Cn. Pompeius Magnus mit Cn. Calpurnius Piso
Denar
Frühjahr 48 v.Chr.
Pompeianische Heeresmünzstätte in Griechenland (?)
Av.: Kopf des Numa Pompilius mit Diadem, darauf NVMA, n.r., dahinter CN PISO PRO Q
Rev.: Prora n.r., darüber MAGN, darunter PRO COS
4,00 Gr.
Cr. 446/1
Grüsse
Rainer
Jetzt komme ich so langsam in die Regionen, wo ich zwar etwas tiefer in die Tasche greifen muss, die Angebote dafür aber weniger üppig ausfallen.
Cn. Pompeius Magnus mit Cn. Calpurnius Piso
Denar
Frühjahr 48 v.Chr.
Pompeianische Heeresmünzstätte in Griechenland (?)
Av.: Kopf des Numa Pompilius mit Diadem, darauf NVMA, n.r., dahinter CN PISO PRO Q
Rev.: Prora n.r., darüber MAGN, darunter PRO COS
4,00 Gr.
Cr. 446/1
Grüsse
Rainer
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Re: Republik - eine kleine Zeitreise
Ganz genau so geht es mir mittlerweile auch.
Da hast du die Lücke schön mit einer sehr ehrlichen Münze geschlossen, gut gemacht!
Kiko
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Kiko
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