Die Schönheit der Münzen des Commodus

Kaiser, Dynastien und Münzstätten

Moderator: Homer J. Simpson

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quisquam
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Re: Die Schönheit der Münzen des Commodus

Beitrag von quisquam » Di 01.02.11 06:34

drakenumi1 hat geschrieben:Zwischenzeitlich habe ich ein fehlendes Detail entdeckt: Das Rad unter dem Sitz ist nicht vorhanden! Ich kann diese Variante im RIC nicht finden, meine Fragen sind: Ob bekannt, die Häufigkeit, das Vorkommen im R.D.-hoard usw.

Die Grundtypen solltet Ihr finden unter RIC 131 bzw. C. 150 oder auch Seaby 150a. Aber wie gesagt, hier immer mit Rad. Die Betrachtung unter der Lupe zeigt, daß ein verstopfter Stempel auszuschließen ist.
Hallo drakenumi,

im Reka-Devnia-Bericht wird nur unterschieden zwischen Ruder auf Globus (44 Exemplare) und ohne Globus (3 Exemplare).

Vielleicht fehlt bei der selteneren Variante ohne Globus (auf deinem Exemplar scheint er auch zu fehlen) ja grundsätzlich auch das Rad unter dem Stuhl? Das ist allerdings nur Spekulation meinerseits.

Grüße, Stefan
Eigentlich sammle ich nicht Münzen, sondern das Wissen darüber.

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drakenumi1
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Re: Die Schönheit der Münzen des Commodus

Beitrag von drakenumi1 » Di 01.02.11 08:45

Danke, Stefan.
Überhaupt finde ich die Attribute dieser Darstellung eine komplexe Betrachtung wert. So scheint mir auch abweichend zur Darstellung bei acsearch ein Fuß der Göttin auf einer niedrigen Fußbank zu ruhen, die wiederum kleine kugelförmige Füßchen besitzt ....

Grüße von

drake
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drakenumi1
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Re: Die Schönheit der Münzen des Commodus

Beitrag von drakenumi1 » Di 01.02.11 10:52

Zwecks besserer Erkennbarkeit hier vom Zentrum der Szene noch eine Vergrößerung der sitzenden Fortuna

mit Grüßen von

drake
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img23207.jpg
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Re: Die Schönheit der Münzen des Commodus

Beitrag von Julianus v. Pannonien » Di 01.02.11 11:23

Soll diese Münze wohl allen Skateboardfahrern Glück wünschen ;)

Sorry das musste einfach sein :)
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Laurentius
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Re: Die Schönheit der Münzen des Commodus

Beitrag von Laurentius » Di 01.02.11 13:52

@ Klausklage

Habe zufällig das gleiche Modell.
1.jpg
2.jpg
Meine sogar auf der AV eine Stempelgleichheit zu erkennen, oder täusche ich mich?

Gab es hier im Forum nicht mal die Regelung, das derjenige der eine Stempelgleichheit
zu einer anderen Münze aufzeigt, ein Bier auf Kosten des Hauses bekommt.? :D

Grüße Laurentius

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Re: Die Schönheit der Münzen des Commodus

Beitrag von Pscipio » Di 01.02.11 14:24

Laurentius hat geschrieben:Gab es hier im Forum nicht mal die Regelung, das derjenige der eine Stempelgleichheit
zu einer anderen Münze aufzeigt, ein Bier auf Kosten des Hauses bekommt.? :D
Das wären wir Provinzsammler ständig besoffen! :)
Nata vimpi curmi da.

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Laurentius
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Re: Die Schönheit der Münzen des Commodus

Beitrag von Laurentius » Di 01.02.11 14:30

Das wären wir Provinzsammler ständig besoffen!
:lol:

Man muß ja nicht gleich übertreiben. Kein Bier vor vier. :drinking:

Viele Grüße Laurentius

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Re: Die Schönheit der Münzen des Commodus

Beitrag von curtislclay » Di 01.02.11 16:56

Laurentius hat geschrieben:@ Klausklage

Habe zufällig das gleiche Modell.

Meine sogar auf der AV eine Stempelgleichheit zu erkennen, oder täusche ich mich?
Klausklage und Laurentius

Der Büstentyp vielleicht neu, weil von vorne gesehen.

Deshalb zwei Fragen. Merkt man auf der Schulter den Kürass unter dem Mantel, oder fehlt der Kürass?

Kann man mit Sicherheit entscheiden, ob auf der Rs. TR P II oder III zu lesen ist? Beide Zahlen sollen nämlich vorkommen.
Zuletzt geändert von curtislclay am Di 01.02.11 19:16, insgesamt 1-mal geändert.

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Re: Die Schönheit der Münzen des Commodus

Beitrag von Laurentius » Di 01.02.11 19:08

@ Curtisclay

So sehr ich mich anstrenge, auf der AV kann ich keinen Unterschied erkennen.
Die Legende auf der RV kann ich noch nicht ganz entziffern.

Versuche noch, die Münze einzuscannen, evtl. sieht man dann mehr.

edit: Konnte es entziffern. Bei mir steht TRP III .

Danke für Deinen Hinweis.

Viele Grüße Laurentius

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Re: Die Schönheit der Münzen des Commodus

Beitrag von Laurentius » Di 01.02.11 19:52

edit: Konnte es entziffern.

Bei mir steht TRP III .

Grüße Laurentius

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Re: Die Schönheit der Münzen des Commodus

Beitrag von drakenumi1 » Do 03.02.11 16:32

drakenumi1 hat geschrieben:Über unten gezeigten Denar haben wir vor 1/2 Jahr bereits unter anderem Aspekt schon einmal diskutiert.
Zwischenzeitlich habe ich ein fehlendes Detail entdeckt:Das Rad unter dem Sitz ist nicht vorhanden!. Ich kann diese Variante im RIC nicht finden, meine Fragen sind: Ob bekannt, die Häufigkeit, das Vorkommen im R.D.-hoard usw.

Die Grundtypen solltet Ihr finden unter RIC 131 bzw. C. 150 oder auch Seaby 150a. Aber wie gesagt, hier immer mit Rad. Die Betrachtung unter der Lupe zeigt, daß ein verstopfter Stempel auszuschließen ist.

Ist mir (mit Eurer Hilfe) zu helfen? :wink:

Sehr dankbar wäre Euch mit besten Grüßen

drake

Betr. mein posting auf S.4 v. 31.01.11 23.08
Man sagt zwar, keine Antwort sei auch eine Antwort, aber eindeutig kann solche "Antwort" wohl nicht sein.

Mit Spannung habe ich leider bisher umsonst auf irgendeine Meinung zu der Bekanntheit der Attribute der Fortuna auf diesem Denar gewartet. Ich schließe aus, daß es mir gelungen sein könnte, wie ein Blinder zur Ohrfeige zu kommen und ein völlig unbekanntes Rs.-Motiv aufgegabelt zu haben. Deshalb ist es meine Hoffnung noch immer, jemand von Euch (wo auch immer in D, Eur oder in der Welt) hat solch Stück mit den abweichenden Details

- fehlendes Rad unter dem Sitz,
- niedrige Fußbank unter den Füßen der Göttin und
- Darstellung des Globus' als fast vollendeter unausgefüllter Kreis

schon einmal gesehen oder kann es sogar seiner Häufigkeit nach in das Gesamtvorkommen der Grundtype nach RIC einordnen.

Sorry, wenn ich wie eine Schmeißfliege vor meinem Monitor hocke und gierig auf Eure Meinung warte, egal, ob sone oder solche.
Schon jetzt einen Vorschußdank von

drake
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Re: Die Schönheit der Münzen des Commodus

Beitrag von PeterI » Do 03.02.11 17:36

Bild111.jpg
Meine Fortuna hat ein Rad ohne Fußbank und Globus :mrgreen:

Ne im Ernst, mir ist nur aufgefallen, dass die Sesterz meistens kein Rad haben, die Denare dagegen schon.
Weis man überhaupt welche Bedeutung das Rad hatte?
Denke nicht so oft an das, was dir fehlt, sondern an das, was du hast. Marc Aurel

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Re: Die Schönheit der Münzen des Commodus

Beitrag von beachcomber » Do 03.02.11 17:56

fortuna und das (glücks)rad ist wohl eins der passendsten symbole, mal ist man oben, mal unten! :)
grüsse
frank

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Re: Die Schönheit der Münzen des Commodus

Beitrag von PeterI » Do 03.02.11 18:36

Oder Fortuna hat ein "Rad ab" - ob man daraus die geistige Verfassung des Kaisers ableiten konnte? [ externes Bild ]
Denke nicht so oft an das, was dir fehlt, sondern an das, was du hast. Marc Aurel

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Re: Die Schönheit der Münzen des Commodus

Beitrag von drakenumi1 » Do 03.02.11 21:13

beachcomber hat geschrieben:fortuna und das (glücks)rad ist wohl eins der passendsten symbole, mal ist man oben, mal unten! :)

Das Glücksrad, - das Rad der Fortuna! Nach meinem Verständnis nicht nur das passendste, sondern auch das wichtigste Symbol der Fortuna, in ihrer Bedeutung als Schicksals- und Glücksgöttin.
Wie Felicitas, so wurde auch Fortuna als personifizierte Eigenschaft des nur vom Glück begleiteten und sieghaften Herrschers zu göttlichen Wesen erhoben, - als "Bewegerin der Glücksrades" wurden ihr zu Ehren Tempelanlagen erbaut.

Wie Frank schon andeutet schließt der Sinn dieses Attributs nicht nur den steilen Weg des Kaisers und Feldherren nach oben ein, sondern auch die Möglichkeit eines "Abwärts"! Eine Möglichkeit, die so gar nicht in das Kalkül kaiserlicher Propaganda zu passen scheint. Könnte man aus solchen Überlegungen das Glücksrad auf diesem Commodus ganz bewußt "vergessen" haben? Was meint Ihr?

Boethicus läßt später in seiner "Consolatio (etwa Trostsprechung) Philosophiae" Fortuna folgendes sagen:
"Dies beständige Spiel spiele ich: Ich drehe das Rad mit schnellrollender Felge, das Unterste gegen das Höchste, das Höchste gegen das Unterste zu tauschen ist meine Freude. Steige empor, wenn Du willst, aber unter der Bedingung, daß Du es nicht für unrecht hältst, herabzusteigen, wie es der Gang meines Spieles fordert".

Oder gleich sinnfällig setzt Orff an den Beginn seiner "Cantiones profanae" (profane Gesänge):

"Fortunas Rad, es dreht sich um:
Ich sinke, werde weniger,
Den anderen trägt es hinauf:
Gar zu hoch erhoben
Sitzt sitzt der König auf dem Grat:
Er hüte sich vor dem Falle"!

Laßt es mich bitte wissen, wenn Ihr auch die Möglichkeit des fehlenden Rades der Fortuna bei dem Commodus durch solche Überlegung gestützt seht.

Grüße von

drake
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